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  • 3. Kapitel: Grundlagen des Schuldrechts Strungen im Vertragsrecht I. Einfhrung FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Ziele des Schuldrechts Ordnung des Gterumsatzes -Voraussetzungen einer meist vertraglichen Leistung -Grundlage: Privateigentum und - autonomie Schutz der Lebens- und Bettigungssphre - bei Verletzung Ausgleich I. Einfhrung 1. Bedeutung des Vertragsrechts 2. Ziele des Schuldrechts FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Das Schuldverhltnis und seine Pflichten Schuldverhltnis als Pflichtengefge Leistungspflichten Hauptleistungspflichten (charakteristisch fr den Vertrag) Nebenleistungspflichten sonstige Pflichten beim Vollzug eines Schuldverhltnisses, die Rechtsgter des Partners nicht zu verletzen, 241 Abs. 2 I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Beispiel Kaufvertrag Hauptleistungspflicht des Verkufers: Verschaffung von Besitz und Eigentum einer mangelfreien Sache, 433 Abs. 1 Hauptleistungspflicht des Kufers: Bezahlung, 433 Abs. 2Halbsatz 1 Nebenleistungspflicht z.B. des Kufers: Abnahme, 433 Abs. 2 Halbsatz 2 sonstige Pflichten z. B. des Verkufers: keine Beschdigungen beim Kufer bei Lieferung, 241 Abs. 2 I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Pflichtverletzungen Unmglichkeit: Leistung kann nicht mehr oder nur unter unverhltnismig hohem Aufwand erbracht werden Verzug: Leistung wird schuldhaft versptet erbracht Mangelhaftung: Leistung wird schlecht erbracht sonstige Pflichtverletzung: andere Rechte, Rechtsgter oder Interessen des Vertragspartners werden verletzt I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Mgliche Rechtsfolgen Schadensersatz ( 280 Abs. 1, 281 ff.) Rcktritt kraft Vertrags ( 346 Abs. 1) oder kraft Gesetzes ( 323) Aufwendungsersatz ( 304) Minderung ( 437 Nr. 2, 441 // 634 Nr. 2, 638) I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Schadensersatz Grundtatbestand 280 Abs. 1 I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Rcktritt Grundtatbestand, 323 Abs. 1 I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Die versptete Leistung des Schuldners I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Schuldnerverzug Voraussetzungen 1. Leistung fllig und durchsetzbar ( 286 Abs. 1 Satz 1) fllig: Leistung muss erbracht werden Primr: vertragliche Vereinbarung ("bestimmt", 271 Abs. 1; im brigen sofort fllig ( 271 Abs. 1). durchsetzbar: Leistung steht keine Einrede (z.B. Verjhrung) entgegen I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • 2. Mahnung ( 286 Abs. 1 Satz 1) = eindringliche Leistungsaufforderung; Erinnerung gengt; rechtsgeschftshnliche Handlung mit oder nach der Flligkeit ( 286 Abs. 1 Satz 1) entbehrlich ( 286 Abs. 2): Nr. 1: nach Kalender bestimmt Fristbeginn eindeutig und nach dem Kalender berechenbar Beispiele: 01.12.; im Laufe des Aprils (= sptestens 30.04.); Nicht ausreichend: zwei Tage nach Abruf; I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Nr. 2: Ereignis muss vorausgehen und angemessene, kalendermig bestimmbare Zeit fr die Leistung Beispiele: Kndigung; Rechnungszugang Nr. 3: ernsthafte und endgltige Weigerung des Schuldners Beispiel: Selbstmahnung (Verkufer behauptet: Ware ist schon unterwegs!) Nr. 4. Besondere Umstnde Beispiel: Erfllung der Leistungspflicht duldet offenkundig keinen Aufschub (z. B. Reparatur eines Wasserrohrbruchs) I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • 3. Vertretenmssen ( 286 Abs. 1 Satz 1) Beweislastumkehr: Schuldner muss beweisen, dass er Verzug nicht zu vertreten hat ( 276 ff.) wichtigster Fall: Beschaffungspflicht Entschuldigt sind: Naturkatastrophen und hhere Gewalt; persnliche schwere Krankheit; I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Verzug endet sobald Leistung angeboten wird oder die Forderung erloschen ist (z. B. durch Unmglichkeit) oder inzwischen Leistung mit einer Einrede behaftet wird I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Fall 1 Lsung G gegen H Schadensersatzanspruch aus 280 Abs. 1 und 2 i. V. m. 286? 1Zwischen G und H besteht ein Kaufvertrag, also ein Schuldverhltnis. 2H hat eine Pflicht aus diesem Schuldverhltnis, nmlich die Pflicht zur rechtzeitigen Lieferung, verletzt, wodurch G eine Vermgenseinbue erlitten hat, weil G einen Ersatzwagen anmieten musste ( 280 Abs. 1 Satz 1). I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Diesen Verzgerungsschaden hat H gem 280 Abs. 2 aber nur unter der "zustzlichen Voraussetzung" des 286 zu vertreten; er muss also in Schuldnerverzug geraten sein. 2.1Die Lieferung war aufgrund der vertraglichen Vereinbarung am 18. Januar 2002 fllig ( 271 Abs. 1). 2.2Ein Leistungsverweigerungsrecht stand H nicht zu. 2.3Einer Mahnung bedurfte es nicht, weil der Leistungszeitpunkt kalendermig bestimmt war ( 286 Abs. 2 Nr. 1). I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • 2.4 H hat die Nichtleistung auch zu vertreten ( 286 Abs. 4), weil er bewusst, also vorstzlich, den Liefertermin nicht eingehalten hat ( 276 Abs. 1 Satz 1). Der Umstand, dass H wider Erwarten seinen neuen Vorfhrwagen am 18. Januar noch nicht zur Verfgung hatte, kann sein Verhalten nicht entschuldigen, weil dies allein in seinen betrieblichen Risikobereich fllt. G kann Ersatz der 120 als Verzgerungsschaden verlangen ( 251 Abs. 1). I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden b) Schadensersatz statt Leistung FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Var.1 Frage 1 Lsung Schadensersatzanspruch des G aus 280 Abs. 1 und 3 i. V. m. 281 Abs. 1 Satz 1? 1Zwischen G und H besteht ein Kaufvertrag, also ein Schuldverhltnis. 2H hat die Pflicht zur rechtzeitigen Lieferung verletzt ( 280 Abs. 1 Satz 1). Da G nun aber Schadensersatz statt der - noch mglichen - Leistung fordert, mssen die zustzlichen Voraussetzungen des 281 gegeben sein. I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden b) Schadensersatz statt Leistung FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • 2.1H hat die nach 271 Abs. 1 am 18. Januar fllige Leistung (Lieferung des Vorfhrwagens) nicht erbracht. 2.2H hat diese Pflichtverletzung gem 280 Abs. 1 Satz 2 zu vertreten, weil er unaufmerksam war und somit die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet, also fahrlssig gehandelt hat ( 276 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2). 2.3G hat H auch eine angemessene Frist zur Leistung bestimmt. Innerhalb einer Woche wre es H mglich und zumutbar gewesen, den Wagen wieder in Stand zu setzen und zu liefern. I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden b) Schadensersatz statt Leistung FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Die Engpsse bei seinem Vertragspartner fallen in seinen Risikobereich. Von einem sumigen Schuldner knnen regelmig besondere Anstrengungen erwartet werden, um seiner Leistungspflicht innerhalb einer Nachfrist nachzukommen. G hat daher zu Recht von H Schadensersatz statt der Leistung verlangt. Ihr Schaden besteht in den erforderlichen Mehrkosten fr das Ersatzfahrzeug. H kann seinerseits nicht mehr auf Erfllung des Kaufvertrags bestehen, weil der Anspruch auf die Leistung ausgeschlossen ist, sobald der Glubiger Schadensersatz verlangt hat ( 281 Abs. 3). I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden b) Schadensersatz statt Leistung FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Rcktritt I. Einfhrung II. Leistungs- strungen 1. Grundlagen 2. Verzug des Schuldners a)Verzugsschaden b) Schadensersatz statt Leistung c) Rcktritt FH-Hof/ VWA Wirtschaftsprivatrecht Prof. Dr. J. Lehmann VWA
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  • Var.1 Frage 2 Lsung Hat G ein Recht zum Rcktritt nach 323 ? Kaufvertrag =

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