aufgaben der landesplanung und gemeinsame landesplanung berlin-brandenburg stefan krappweis

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  • Aufgaben der Landesplanung und Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg Stefan Krappweis
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  • Frage: Was macht ein Raumplaner? Daseinsgrundfunktionen (Wohnen, Arbeiten, Sich-Versorgen, Sich-Bilden, In-Gemeinschaft-Leben, Sich-Erholen, Am-Verkehr-Teilnehmen) so entwickeln, dass Gleichwertige Lebensverhltnisse bzw. ausgeglichene Wisk-Verhltnisse in allen Teilrumen erreicht werden (wisk: wirtschaftlich, infrastrukturell, sozial, kologisch, kulturell) (zu)ordnen, dass Konflikte vermieden werden (z.B. Immissionen, schutzwrdige Bereiche): Trennungsgebot, Abstnde ( 50 BImSchG) Unntiger Verkehr vermieden wird: Mischungsgebot Ntiger Verkehr umweltvertrglich abgewickelt wird (z.B. Verlagerung auf PNV) sichern, dass der Raum nachhaltig genutzt wird (Einklang kol. Funktionen mit wirtsch., soz. Nutzungen, Offenhaltung fr Zukunft) vorhandene Siedlungsstruktur gestrkt wird (Gro-, Mittel-, Klein-, Landstdte, Drfer; ggf. schienenerschlossene Vororte von Oberzentren) rtliche Ebene: Stadtplanung berrtliche Ebene: Landes- und Regionalplanung
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  • Raumordnung privat Platzierung von Hausrat und Zimmern nach hufigster Nachfrage: hufigster Gebrauch: immer in Nhe, Griffweite, an zentraler Stelle (kurzer Weg): tglich: Toilette, Kche (Frankfurter Kche, Stapelung/Geschossbildung), Essen und in Gemeinschaft sein (Esstisch, Wohnzimmer), Armbanduhr, Schlssel, Geld, (am Krper, Mnnertasche in Abwandlung der Nageltasche) wchentlich: Staubsauger (Besenschrank), Waschmaschine (Anordnung auch nach Schallschutzgesichtspunkten) jhrlich: Weihnachtsbaumbeleuchtung, Campingausrstung (Keller, Speicher) Raumpfleger: wie in die alte Ordnung bringen
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  • rtliche Angelegenheiten Art. 28 GG: Recht der Gemeinden, alle Angelegenheiten der rtlichen Gemeinschaft...in eigener Verantwortung zu regeln Kommunale Planungshoheit FNP Berlin http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/fnp/ http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/fnp/
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  • rtliche Angelegenheiten ! rtlicher Verkehr, Straen- und Wegebau Versorgung mit Wasser, Licht, Gas, Elektrizitt Abwasserbeseitigung Ortsplanung Wohnungsbau und Wohnungsaufsicht rtliche Polizei, Feuerschutz rtliche Kulturpflege Einrichtungen zur Sicherung der Ernhrung Volks- und Berufsschulwesen mit Erwachsenenbildung Vormundschaftswesen und Wohlfahrtspflege rtliches Gesundheitswesen Ehe- und Mtterberatung Schulhygiene, Ertchtigung der Jugend ffentliche Bder Totenbestattung ortsgeschichtliche Denkmler und Bauten Gemeindevermgen und Gemeindebetriebe Vgl. Gemeindeordnungen der Lnder
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  • berrtlich Bezirk, Kreis, kreisfreie Stadt Schulentwicklungsplanung straengebundener PNV Abfallbeseitigung, Abfallwirtschaftskonzept Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung
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  • berrtlich Land Natur- und Landschaftsschutz Gewsser- und Wasserschutz, Hochwasserschutz Abfallplanung, Deponiestandorte Bergbauplanung Flurbereinigung Waldschutz Straenplanung SPNV Hochschulentwicklung Krankenhausplanung Bodensanierungsplanung
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  • berrtlich Europa Transeuropische Netze (TEN) Regionalentwicklung Lndliche Entwicklung Naturschutz (Natura 2000-Gebiete) Umweltschutz (Luft, Wasser u.a.) Bund atomare Zwischen- und Endlagerung Luftverkehr Bundeswasserstraen Magnetschwebebahn Eisenbahnfernverkehr Bundesfernstraen Verteidigung (Landbeschaffung, Schutzbereiche)
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  • berrtliche Angelegenheiten Belange der berrtlichen Gemeinschaft: Gleichwertige Lebensverh ltnisse (Art. 72 GG ) Daseinsvorsorge bei wichtigen G tern (sozialer Bundesstaat, Art. 20 GG) Fachplanung Raumordnung BauGB 1 Abs. 4 ROG 4 Abs. 1 Bauleitplne an Ziele der Raumordnung anpassen, bzw. sie beachten Regionales Raumordnungsprogramm Hannover 2005 http://www.region- hannover.de/deutsch/umwelt/dezIII/fb_plan/team_rp/raum_2005.htm
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  • berrtliche Belange der Fachplanung Mehrstufigkeit der Fachplanung: 1. Vorbereitende Fachplanung 2. Verbindliche Fachplanung 3. gebietsbezogene Nutzungsregelung 4. Vorhaben-bezogene Planfeststellung Schtzende Fachplanung Eingreifende Fachplanung Abfall Bergbau; Rohstoffabbau Bodenschutz Denkmalschutz Energietrassen Forstwirtschaft Immissionsschutz Luft Lrm (Umgebungslrm) Lrm (Fluglrm) Landwirtschaft Natur- und Landschaftsschutz Verkehr Luftverkehr Personenbefrderung Schiene Strae Wasserstrae Verteidigung Wasserwirtschaft Wasserversorgung Abwasserbeseitigung Gewsserschutz Gewsserausbau Hochwasserschutz ffentliche Planungstrger ( 7 BauGB): treffen mit rechtsverbindlicher Wirkung Regelungen zur Bodennutzung fr Fachbelang (sog. Fachplanung, Bsp. Straenbehrden)Fachplanung setzen gg. Eigentmern durch
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  • Fachplanung sch tzende Fachplanungen: Landwirtschaft Denkmalschutz Forst Immissionsschutz (Luft, L rm, Boden) Natur- und Landschaftsschutz Wasserwirtschaft (Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Gew sserschutz, Gew sserausbau, Hochwasserschutz) eingreifende Fachplanungen: Abfall Bergbau-, Rohstoffe Verkehr (Schiene, Stra e, Wasserstra e, Luftverkehr) Verteidigung
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  • Fachplanung Stufen von Selbstbindung zu Au enwirksamkeit 1. Vorbereitend: (LaPro, Forstl. Rahmenplan) 2. Verbindlich: (Abfall, Boden, Wasser/Abwasser) 3. gebietsbezogen: Nutzungsregelung (NSG, WSG, BSG) 4. Vorhaben-bezogen: Planfeststellung (privilegiert, nicht- privilegiert) (Bsp. Hochspannungsleitung, Bundesfernstra e)
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  • berrtliche Belange der Raumordnung http://slws1.bau-verm.uni-karlsruhe.de/module/bodennutzung/bodenflaesta/bodenflaesta.html#fl1 Problem:Lsung ohne Planung: Lsung mit Planung:
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  • berrtliche Belange der Raumordnung Gesellschaftliche Trends Individualisierung/Wohnkosten Motorisierung/Mobilit t/Geschwindigkeit (Aktionsraumvergr erung/ Verkleinerung von R umen), Lohnniveau/Kaufkraft Globalisierung/Rationalisierung (Betriebskosten), Disparit ten (BIP, Einkommen, Arbeit), Transformation (Ostdeutschland) demografischer Wandel Folgen Konzentrationsprozesse bei DL/EH; Unterversorgung Ballung, Suburbanisierung, Fernwanderung, Zersiedelung, Fl chenverbrauch, Verinselung, Verkehr/Wegel ngen, Energieverbrauch/CO2-Aussto gr ere Einzugsbereiche f r soz. Infrastruktur (z.B. Schulen) Konsequenz: bergemeindliche, gemeinwohlorientierte RO
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  • Warum Raumordnung? Wieviel Hektar werden pro Tag umgewandelt? Reihenfolge der Ursachen: (Nachfrageseite) 1. Einkommensentwicklung (zustzlich Frderung/Subvention: Eigenheimpauschale, Entfernungspauschale, Dienstwagensteuer) 2. Individualisierung 3. Motorisierung 4. Bevlkerungswachstum 5. Wirtschaftswachstum
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  • Warum Raumordnung? Ursachen: (Angebotsseite) 1.Brgermeisterwettbewerb bei Baulandbereitstellung Lohn- und Einkommenssteuer (Steueranteil: 43,8 %) Gewerbesteuer (Steueranteil: 31,3 %) 2.Grundsteuer-Fehlallokation: Ertragswert statt Bodenwert (Steueranteil: 19,9 %) 3. Verkehrsinfrastruktur Ausbau Straen = Abbau Raumwiderstand Radiuserweiterung Aktionsraum (Stadtregion = Stundenraum, je geringer Raumwiderstand - Bsp. Ortsumgehungen, Autobahnnhe - desto grer Stundenraum) 4.Subventionen (Eigenheimzulage, Pendlerpauschale, bis 1999 Frdergebietsgesetz)
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  • Trend Einkommen/Kaufkraft von 1950 bis 1999 stieg Netto- Lohn von 213 DM auf 2710 DM auf das 13fache Kaufkraft um das 3,2fache Wohnflchen um das 2,8fache pro Kopf von 14 m auf 39 m 10 % mehr Kaufkraft werden in 9 % mehr Wohnflche umgesetzt Statistisches Bundesamt, 25. Mai 2000
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  • Trend Individualisierung Wohlstand frdert Individualisierung Immer mehr, immer kleinere Haushalte, 1959: 3 EW/WE 1991: 2,27 EW/WE 2001: 2,15 EW/WE Unterschied 1991/2001: 2 Mio. WE (ohne EW-Zuwachs) Einpersonenhaushalte 1991/2001 Mikrozensus 2001, eigene Berechnung
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  • Trend Individualisierung grere Wohnungen Remanenzeffekt steigende Lebenserwartung Wohnflchenentwicklung in Deutschland
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  • Trend Motorisierung
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  • Trend Wohnkosten Wohnkosten steigen schneller als Mobilittskosten
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  • Stadt-Land-Rutschbahn Mieten- und Bodenpreisgeflle Wohnflchenzuwachs ber Rutschbahn Was zum Wohlstand fehlt, treibt heraus Staatliche Anreize: Geld und Asphalt Aktionsraumvergrerung (Stadtregionen sind Stundenrume)
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  • Zeit und Raum 3. 1.256 km 4. 5.024 km 2. 200 km 1. 50-80 km Die Geschichte der Stadt ist die Geschichte des jeweils schnellsten Verkehrsmittels 5. 11.304 km steigende Reisegeschwindigkeit, sinkender Raumwiderstand, Konstantes Zeitbudget f r Verkehr (5 % von 24 Std.=75 Min) Mobilitt in Deutschland 2002, http://www.kontiv2002.de/pdf/mid_projektpraesentation_2_september.pdf http://www.kontiv2002.de/pdf/mid_projektpraesentation_2_september.pdf Konstante Reisezeit und wachsende Stadtregion Stadtregion als Stundenraum 1.Fugngerstadt: 4-5 km/h 2.Pferdebahnstadt: 8 km/h 3.Straenbahnstadt: 20 km/h 4.S-Bahnstadt: 40 km/h 5.Autostadt: 60 km/h (Stadtautobahnen)
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  • Wachsende Pendelentfernungen http://www.destatis.de/presse/deutsch/pk/2005/Tabanhang_MZ2004.pdf
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  • Disparitten, Transformation Wachsende und schrumpfende Rume
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  • Disparitten - Bevlkerungsdichte
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  • Trend Globalisierung (Europisierung) Gewerbesuburbanisierung Optimierung Betriebsablauf: ebenerdige Produktion Flchen