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Download Die Kuh ¢â‚¬â€œ das unbekannte Wesen - WDR Das Horn ¢â‚¬â€œ von Biobauern auch ¢â‚¬â€Krone der Kuh¢â‚¬“ genannt ¢â‚¬â€œ

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  • Quarks & Co | Die Kuh – das unbekannte Wesen | 18.02.2014 http://www.quarks.de

    Seite 1

    Die Kuh – das unbekannte Wesen Warum Rinder Namen statt Nummern haben sollten Rinder sind harmlos, dumm und liebenswert – oder? Tatsächlich kommen jedes Jahr mehr Menschen durch Angriffe von Kühen als durch Haiattacken ums Leben. Quarks & Co liefert spannende Fakten über Rinder und zeigt ihre ungeahnten Fähigkeiten.

    Die Killer-Kuh

    Steckbrief Kuh

    Ein deutsches Rinderleben

    Das umstrittene Horn

    Wahr oder falsch

    Sauerkraut gegen Klimawandel

    Flaschenkinder im Kuhstall

    Die Kuhflüsterin

    Wenn Rinder krank werden

    Redaktion: Wolfgang Lemme

    Chefautorin: Angela Sommer

    Autoren: Carsten Linder, Blessen Lukas, Ilka aus der Mark, Frank Nischk André Rehse, Annette Wagner

    Assistenz: Ursula Heidtmann

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    Die Killer-Kuh Wann Rinder gefährlich werden können Sommer 2011 in Hessen. Ein rätselhafter Leichenfund. Das Opfer, nach einem Spaziergang mit Hund vermisst, hat einen eingedrückten Brustkorb. Die Mordkommission notiert Ansätze von stumpfer Gewalt. Ins Visier der Ermittler gerät eine ungewöhnliche Tatverdächtige: die Kuh Verona! Ihre DNA wird mit den Speichelresten an der Kleidung der Toten verglichen und der Verdacht erhärtet sich. Wird sie überführt und verurteilt? Erfahren Sie mehr über diese außergewöhnliche Geschichte im folgenden Film. Filmautorin: Annette Wagner

    Linktipps: FOCUS-Artikel zum Urteil „Killerkuh“(09/2013) http://www.focus.de/panorama/welt/fahrlaessige-toetung-besitzerin-von-killer- kuh-verona-schuldig-gesprochen_aid_1098313.html FAZ-Artikel zum Urteil „Killerkuh“ http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/dillenburg-kuh-verona-ist-als- moerderin-ueberfuehrt-12571150.html

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    Steckbrief Kuh Rinder können mehr als man denkt Rinder haben erstaunliche und häufig unbekannte Fähigkeiten – zum Beispiel ein feines Gespür für Wetterwechsel. Naht Regen oder Schnee, steigern sie ihr Fresstempo - wer weiß wie lange es noch was gibt! Rinder kommunizieren mit ihren Hörnern und ihr Euter kann bis zu 30 Liter Milch tragen. Aber Kühe haben auch Schwachstellen: Sie sehen zum Beispiel nur 1/50stel so scharf wie der Mensch – das Futter direkt vor ihrer Schnauze können sie nicht erkennen. Steckbrief Kuh – erfahren Sie mehr überraschende Details im Quarks-Film.

    Filmautorin: Annette Wagner

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    Lesetipp Kühe verstehen – Eine neue Partnerschaft beginnt Autor: Martin Ott Fotografien: Philipp Rohner Verlagsangaben: Faro, CH-5600 Lenzburg 2011 ISBN: 978-3-03781-033-0 Sonstiges: 173 Seiten, 31,90 Euro Der Schweizer ‚Kuhflüsterer’ und Agrar-Experte Martin Ott war bis vor kurzem selbst Landwirt auf dem größten Demeter-Betrieb der Schweiz. Er betreute dort eine hundertköpfige Milchviehherde. Seine feinsinnigen Erkenntnisse über Wahrnehmungsfähigkeit und Wesen, besonderen Körperbau und soziales Leben als Herdentier entspringen seiner jahrelangen genauen Beobachtung. Martin Otts Buch ist auch ein Plädoyer für einen artgerechten Umgang mit Rindern als Lebewesen statt als Milch- oder Fleischmaschinen.

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    Ein deutsches Rinderleben Wenn Milch- und Fleischproduktion den Alltag bestimmt Deutschland ist der größte Milchexporteur und der zweitgrößte Rindfleischexporteur in Europa. Wir liefern unser Rindfleisch auch weltweit, zum Beispiel nach China. Seit 2007 hat sich auch der Export deutscher Trinkmilch dorthin vertausendfacht und ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht. Wer so viel Milch und Fleisch produzieren will, muss sehr viele Rinder züchten, melken und schlachten – Massentierhaltung ist die Folge. Heute leben zwei Drittel der deutschen Rinder in Betrieben mit mindestens 100 Tieren (zum Vergleich: 1950 hielt ein deutscher Durchschnittsbetrieb gerade mal acht Tiere). Zwar sagt die Betriebsgröße nicht viel über die Haltungsqualität aus, diese Entwicklung zeigt aber auch bei Rindern den Trend zu immer größeren Betrieben und geht in Richtung Massentierhaltung. Ein Leben ohne Weide Auf der Weide kann das Rind sich frei bewegen und seinem natürlichen Bedürfnis nachgehen, circa zehn Stunden täglich Nahrung aufzunehmen. Dabei würde es am liebsten zwei bis drei Meter Abstand von den Artgenossen halten, sagen Verhaltensbiologen. Die Realität sieht anders aus und steht ganz im Zeichen der Milch- und Fleischproduktion. Am wenigsten Chancen, auf die Weide zu kommen, haben die Mastbullen. In der Regel stehen sie ihr ganzes Leben lang im Stall. Der Grund: Ausbruchgefahr. Auch mehr als die Hälfte der übrigen Rinder sieht das ganze Jahr über keine Weide. Nur 42 Prozent der Milchkühe und 35 Prozent der Rinder (ohne Milchkühe) stehen fünf bis sechs Monate im Jahr draußen.

    Deutschland ist der größte Milchexporteur und der zweitgrößte Rindfleischexporteur in Europa.

    I m

    D e u t s c h l a n d i s t d

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    Das Leben im Stall Etwa drei von vier deutschen Rindern werden im sogenannten Laufstall gehalten. Die Tiere können sich dort frei bewegen und haben in der Regel getrennte Fress-, Melk- und Liegeplätze. Die Ausgestaltung und Größe dieser Laufställe variiert allerdings stark. Nachteilig sind im Fress- und Bewegungsbereich zum Beispiel Spaltenböden, also Betonböden, die abwechselnd aus Betonstegen und Spalten für den Durchlass von Kot und Harn bestehen. Hier haben die Tiere kaum Halt, weshalb Tierschützer in diesen Fällen von „Schleichstall“ statt „Laufstall“ sprechen. Nur fünf Prozent der deutschen Rinder werden nach ökologischer Wirtschaftsweise gehalten, das heißt, ihnen steht zusätzlich zum Laufstall eine Außenfläche zu.

    Ein Leben lang angebunden Am wenigsten Bewegungsfreiheit haben Rinder in der sogenannten Anbindehaltung. Etwa jedes fünfte deutsche Rind in Deutschland lebt zur Zeit noch so. Die Tiere werden mit Halsrahmen und Ketten in einer circa zwei Meter langen und etwas über einen Meter breiten Gittervorrichtung festgehalten und können sich nicht einmal umdrehen. Laut Tierschutzgesetz ist die dauerhafte Anbindung zwar grundsätzlich verboten, mit Ausnahmegenehmigungen aber weiterhin möglich. Als Ausnahme gilt zum Beispiel, wenn der Betrieb über kein Weideland verfügt. In Deutschland soll die Anbindehaltung in Zukunft nach und nach abgeschafft werden: Tiergerechte Laufställe mit Einstreu werden finanziell gefördert, Neubauten mit Anbindehaltung dagegen nicht mehr genehmigt.

    Ein kurzes Leben In Deutschland werden im Jahr 3,7 Millionen Rinder geschlachtet. Lange haben sie bis dahin nicht gelebt. Die natürliche Lebenserwartung von durchschnittlich 20 Jahren erreichen die wenigsten. Besonders hochgezüchtete Kühe wie zum Beispiel Tiere der Rasse Holstein-Frisian, die bis zu 15.000 Liter Milch im Jahr geben, sind anfällig für Krankheiten und sterben früher. In der Regel werden Milchkühe mit 4,5 Jahren geschlachtet, Mastrinder sogar schon mit 1,5 bis 2 Jahren. Kälber sterben noch früher, ihnen bleiben nur 6 Monate Lebenszeit. Bis zu zehn Jahre leben dürfen dagegen die sogenannten Mutterkühe. Sie müssen keine Milch produzieren, sondern werden ausschließlich zum Gebären von Kälbern für die der Zucht gehalten. Bei der Schlachtung müssen viele Rinder leiden. Denn wenn der betäubende Bolzenschuss nicht richtig trifft, erleben sie ihre Tötung bei vollem Bewusstsein. Jedes 14. Rind erlebt das nach Schätzung von Experten.

    Autorin: Ilka aus der Mark

    Jedes fünfte deutsche Rind lebt in Anbindehaltung.

    J e d e s f ü n f t e d e u t s c h e R i n d l e b t

    Experten schätzen, dass jedes vierzehnte Rind seine Tötung bei vollem Bewusstsein erlebt.

    J e d e s f ü n f t e d e

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    Seite 7

    Linktipps: Landwirtschaft in Zahlen http://www.bmelv.de/DE/Landwirtschaft/_Texte/KleineLandfibel.html http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Landwirtschaft- verstehen.pdf?__blob=publicationFile In den vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlichten Broschüren „Entdecke das Land“ und „Landwirtschaft verstehen“ gibt es anschaulich präsentierte Zahlen und Informationen zu den einzelnen Nutztierrassen und anderen landwirtschaftlichen Themen.

    Plädoyer für eine artgerechtere Rinderhaltung http://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/milchkuehe Die Albert-Schweitzer-Stiftung setzt sich für bessere Haltungsbedingungen bei Nutzrindern ein und geht dabei auch auf die natürlichen Grundbedürfnisse des Rindes ein.

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    Seite 8

    Das umstrittene Horn Rinderhörner werden in der Zucht meistens entfernt