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Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 364Dr. Alfred Krner (Oberasbach)Die letzten Lebensjahre des Malers Anselm Feuerbach (1876-1880)und seine Beziehungen zu NrnbergEinige biographische Anmerkungenzur Feuerbach-FamilieAls in den Morgenstunden des 4. Januar1880, einem Sonntag, der Maler FriedrichAnselm Feuerbach in Venedig im HotelLuna nahe dem Markusplatz an einemHerzschlag verstarb1, ging damit die ausmehreren Bildungsbrgern des 19. Jahr-hunderts bestehende Feuerbach-Dynastiezu Ende2; dazu ein kleiner Rckblick.3Die Familie Feuerbach war eine Gelehrten-dynastie, die wie die Musikerfamilie Bachmit einem Hhepunkt begann: Ihr Begrn-der, Paul Johann Anselm Ritter von Feuer-bach, geboren 14. November 1775, war eingenialer Mensch, der schon in jungen Jah-ren Beachtung, Anerkennung und berufli-chen Erfolg erringen konnte. Seine Vorfah-ren auch mtterlicherseits , die aus demRaum Fauerbach (25 km nrdlich vonFrankfurt a.M. in der Wetterau) stamm-ten, waren Gelehrte, vor allem protestan-tische Pfarrer und Juristen. Kaum sieb-zehnjhrig verlie Feuerbach im Streit dasElternhaus, bezog 1792 die Universitt Je-na, promovierte dort zum Dr. phil. (1795)und Dr. jur. (1799), wurde Privatdozentund entfaltete eine erfolgreiche juristischeVorlesungsttigkeit mit einer Vielzahl vonVerffentlichungen. 1801 erhielt er einenRuf nach Kiel, 1803 einen an die bayeri-sche Universitt Landshut. Ende 1805wurde er in den bayerischen Justizdienstnach Mnchen damals Ministerial-, Ju-stiz- und Polizeidepartement genannt berufen, wo er bis Ende 1813 Dienst ver-richtete. Nach einem kurzen Zwischenspielin Bamberg war er vom 18. Mrz 1817bis zu seinem Tode am 29. Mai 1833 alsPrsident des Appellationsgerichts fr denRezatkreis in Ansbach ttig. Bereits durchsein 1801 erschienenes Strafrechtslehr-buch trat er an die Spitze dieser Wissen-schaft. Mit ihm begann ein beraus moder-nes Schuldstrafrecht seinen Siegeszug inEuropa anzutreten, das seiner Zeit mehrals 150 Jahre voraus war.4 Er wird heute alseiner der bedeutendsten Juristen Deutsch-lands im 19. Jahrhundert gewrdigt.Die Genialitt des Vaters setzte sich in al-len Shnen auf geisteswissenschaftlichemGebiet fort, so vor allem in Ludwig Feuer-bach. Jedoch auch die anderen Shne wa-ren hoch gebildet, jeweils mit akademi-schem Abschluss und Promotion. Sie sindteilweise noch heute in lexikalischen Wer-ken prsent.So war der Vater des Malers, Joseph Ans-elm Feuerbach (1798-1851) Gymnasial-lehrer in Speyer und Professor fr Philo-logie und Altertumskunde in Freiburg.Der Sohn Karl Wilhelm Feuerbach (1800-1834), mathematisch hochbegabt, wurdeGymnasiallehrer in Erlangen und Hof. Auf-grund seiner Mitgliedschaft in einer ver-botenen Burschenschaft, dem Jnglings-bund, wurde er verhaftet und ein Jahr inUntersuchungshaft gehalten, was seineseelisch-geistige Gesundheit erheblich sch-digte und ihn schlielich dienstunfhigmachte. Durch den nach ihm benanntenFeuerbachkreis ist er heute noch be-kannt.Der Sohn Eduard August Feuerbach(1803-1843) wurde Rechtsprofessor inErlangen.Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 65Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872)schlielich, bahnbrechender Religions-philosoph, dessen epochales 1841 er-schienenes Werk Das Wesen des Chri-stentums noch heute aktuell ist, war meh-rere Jahre Privatdozent in Erlangen undlebte von 1860 bis zu seinem Tode am13. September 1872 am Fue des Rechen-bergs in Nrnberg. Er war in der Zeit desVormrz den meisten deutschen Bildungs-brgern bekannt.Die zur Familie gehrenden weiblichen Per-sonen, die Ehefrau des Dynastiebegrndersund ihre drei Tchter, sind nicht wissen-schaftlich hervorgetreten. Hinsichtlich derEhefrau Eva Wilhelmine (geborene Trs-ter) ist zu erwhnen, dass ihr GrovaterErnst August Herzog von Sachsen-Wei-mar war.5 Sie lebte mit ihren unverehe-lichten Tchtern Eleonore und Elisa Feuer-bach seit 1834 in Nrnberg, zuletzt im Hau-se S 6 (Sebalder Stadtseite), dem Hauseder heutigen Industrie- und Handelskam-mer. Mit dem Tode von Rebekka Magda-lena von Dobeneck, geb. Feuerbach, am5. Juni 1891 in Treviso/Italien, starb dieFamilie in der weiblichen Linie aus.Lebendig ist das Erinnern an die Familiein Nrnberg durch Ludwig Feuerbach mitdem am Scheitelpunkt des Rechenbergserrichteten Denkmal, verschiedenen Text-tafeln sowie seiner Begrbnissttte amJohannisfriedhof. Verblasst im frnkischenRaum ist dagegen das Gedenken an denam 12. September 1829 in Speyer gebo-renen Maler als Schlusspunkt der Dynastie.Es wird jedoch durch den Verein Feuer-bachhaus Speyer e.V. lebendig gehalten.Einige Bemerkungen zu den Quellenber Anselm Feuerbach1. BriefsammlungenAnselm Feuerbach und seine StiefmutterHenriette waren eifrige Briefschreiber; soliegen allein in der Nationalgalerie in Ber-lin 2.559 Briefe bzw. Schriftstcke, wel-che sich auf die genannten Personen be-ziehen; zudem sind 1.376 Briefe an Hen-riette Feuerbach von anderen Absendernbekannt. Damit ist jedoch nicht die Ge-samtzahl der vorhandenen Briefe beziffert.Bei dieser Flut an schriftlichen Mitteilun-gen verwundert es nicht, dass nahezu alle,die ber den Maler und sein Werk ge-schrieben haben, auf diese zurckgegrif-fen haben, soweit sie verffentlicht sind.Es liegen zwei umfangreiche Ausgabenvon Anselm Feuerbachs Briefverkehr vor,die jedoch heutigen Erfordernissen an einewissenschaftliche Aufbereitung und Dar-stellung keineswegs mehr gengen. Den-noch beruft sich die gesamte Literatur da-rauf, ohne sie kritisch zu wrdigen.Die zeitlich erste Sammlung ist das vonJulius Allgeyer 1894 in erster Auflageselbst herausgegebene Werk, das sich eineFeuerbachbiographie nennt und das1904 stark erweitert in zwei Bnden vonCarl Neumann unter dem Titel AnselmFeuerbach von Julius Allgeyer, Berlin-Stuttgart 1904, aus dem Nachlass heraus-gegeben wurde, da Allgeyer bereits am 6.September 1900 in Mnchen verstorbenwar. Dieses zweibndige Werk verstehtsich jedoch primr als eine Biografie, diein groem Umfang auf Anselms Briefe anseine Mutter sowie dessen Aufzeichnungenzurckgreift. Meist werden Briefe durchlngere, jeweils einem Kapitel vor- undnachgestellte Schilderungen eingerahmt,wobei der Verfasser, der viele Jahre mitdem Maler befreundet war, auch persn- Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 366liche Erlebnisse und Wrdigungen ein-flocht. Der Herausgeber Neumann versi-chert in einem Begleitwort6, die zweiteAuflage sei zwischen 1897-99 als voll-stndige Umarbeitung und unter Einf-gung der Originalbriefe entstanden. Lei-der ist die Art, wie die Briefe zitiert wer-den, gnzlich unzulnglich. Es fehlen Hin-weise ber Krzungen, Auslassungen undLageort der Originalhandschriften sowieber anderweit verfgbare Erstverffent-lichungen. Wertvoll ist das Buch jedochnicht nur wegen der aus dem UmgangAllgeyers mit Anselm Feuerbach gemach-ten biografischen Anmerkungen und eini-ger Funoten zu Personen oder Umstn-den, die in den Briefen erwhnt werden,sondern vor allem wegen der kritischenAuseinandersetzungen mit dem von derMutter 1882 herausgegebenen Vermcht-nis; darauf ist spter noch einzugehen.Was zu Allgeyers Briefzitaten gesagt wur-de, gilt wenngleich eingeschrnkt frdie zweibndige Ausgabe Anselm Feuer-bachs Briefe an seine Mutter, die vondem Kunsthistoriker, Maler und Graphi-ker Guido Joseph Kern (1878-1953) zu-sammen mit dem Literatur- und Kunsthi-storiker Hermann Uhde-Bernays (1875-1965) 1911 herausgegeben wurde. DieseVerffentlichung bildet fr viele Kunsthis-toriker auch heute die Standardausgabe,die uns Feuerbachs Leben und knstleri-sches Wollen erschlieen soll. Dabei istzu bedenken, dass der Knstler zu seinerMutter und Mentorin ein ganz anderesVerhltnis hatte oder haben musste als zudritten Personen. Leider sind gerade die-se Briefe durch die Fokussierung auf dieMutter unbercksichtigt geblieben, wo-durch es sehr schwierig wird, ein halb-wegs objektives Bild des Knstlers zu ge-winnen. Im brigen hatte bereits Henriet-te Feuerbach vor der bergabe der Brie-fe an die Knigliche Nationalgalerie eineAuswahl Zensur? vorgenommen, wasdie Herausgeber besttigen.7 Sie haben da-neben die Briefe, die nicht in den Besitzder Nationalgalerie gelangten, unberck-sichtigt gelassen.8 Die Herausgeber ver-standen sich vielmehr als Vollstrecker desausdrcklichen Willens von Frau Feuer-bach9, wodurch wiederum der wissen-schaftliche Wert der Verffentlichung lei-det. Sie behaupten, die Briefe dem Wort-laut nach aufgenommen zu haben undstellen dabei fest, dass mehrfach eine Ab-weichung des Textes von jenen Allgeyersvorliegt10, was der Verfasser durch eineReihe von Vergleichen der jeweiligen Tex-te besttigen kann. ber ihre Editions-grundstze geben Kern/Uhde-Bernays imVorwort Auskunft11, whrend Allgeyer/Neumann nicht nher darauf eingehen. DerHerausgeber Neumann fhrt im Begleit-wort dazu nur an, dass er im Wesentli-chen die Briefzitate Allgeyers bernom-men habe.12Bei vielen Briefen der beiden Sammlun-gen resp. Biografie sind Probleme mit derDatierung aufgetreten, die den Briefinhaltnicht beeintrchtigen, ihn aber in einenanderen Sachzusammenhang stellen kn-nen.Schlielich gibt es eine weitere Briefsamm-lung zu Anselm Feuerbach, das von Uhde-Bernays 1913 herausgegebene Werk Hen-riette Feuerbach. Ihr Leben in ihren Brie-fen13. Wie der Buchtitel besagt, sollte sieeine Art Biografie darstellen, was auchdarin zum Ausdruck kommt, dass nur we-nige Briefe an den Sohn Anselm enthaltensind, dagegen der Groteil der Adressa-ten Empfnger auerhalb des engeren Fa-milienkreises waren. Der Herausgeber hat-te dafr 2.000 Briefe Henriettes in Hn-Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 67den gehabt, davon eine Auswahl getrof-fen und im Wesentlichen nur die berck-sichtigt, die an nahe Freunde gerichtetwaren und Urteile ber den Knstler gemeint ist Anselm enthielten.14 berdie Auswahlgrundstze schreibt der Her-ausgeber im Nachwort: Im allgemeinenentschieden Briefe mit biographisch wich-tigem Inhalt und solche, denen die hoheformale Bedeutung eignete, die Henriet-tes Briefe vielfach auszeichnet, fr ihreAufnahme15. Weiterhin erwhnt der Her-ausgeber, dass vor der Drucklegung ver-schiedene Briefbesitzer eine streng per-snliche Kontrolle auszuben wnsch-ten, die aber als eine Zensur sehr milde ge-handhabt wurde und sich fast ausschlie-lich auf die Mitteilung ber familire Din-ge beschrnkt hat. Diese Korrekturen sei-en jedoch durch Punkte oder Gedanken-striche kenntlich gemacht16.Sehr wichtig ist der Hinweis Uhde-Bernays,dass Henriette Feuerbach ihre smtlichenTagebcher, bis auf das letzte und zahlrei-che Korrespondenzen verbrannte, so ei-nen sehr groen Teil der Briefe an ihrenSohn, aber auch an andere Bekannte undFreunde.17Wir haben also bei den drei genanntenBriefwerken eine subjektiv gefrbte, imWesentlichen von der Mutter selektiv ge-steuerte berlieferung in Hnden, wasbeim Gebrauch stets zur Vorsicht mah-nen sollte.Betrachtet man die angefhrten Briefver-ffentlichungen im kritischen Rckblick,ist es ein Desiderat der Kunstgeschichte,dass eine wissenschaftlich fundierte Neu-ausgabe sowohl der Briefe Anselm Feuer-bachs als auch der seiner Mutter gefertigtwird, die auch einen Groteil der Brief vonund an Dritte enthalten msste. Erst aufGrund dieser erweiterten Basis wre danneine neue Wrdigung des Menschen undKnstlers Anselm Feuerbach mglich, dieauch in eine solide, nach objektiv-wissen-schaftlichen Kriterien geschriebene Biogra-fie mnden knnte. Dies umso mehr, alsdas Feuerbach-Bild, das die Mutter in dem1882 von ihr herausgegebenen Vermcht-nis, einer Art Knstler-Autobiografie,weder den realen Gegebenheiten noch demWesen des Knstlers entsprach. Davonsoll nun kurz noch die Rede sein.2. Ein VermchtnisHenriette Feuerbach hatte nach dem Todeihres Sohnes seine im Wesentlichen in denJahren zwischen 1872 und 1876 entstan-denen Aufzeichnungen eine Art authen-tische Knstler-Autobiografie derart ma-nipuliert, dass deren ursprngliche Rich-tung einer Schmh- und Verteidigungs-schrift in ihr Gegenteil, nmlich in eine Ent-wicklungs- und Bildungsgeschichte ver-kehrt worden war.18 Seit Daniel KuppersDissertation von 1988 und der von ihmherausgegebenen Originalaufzeichnungenwissen wir sehr genau, in welchem Um-fang die Mutter einen literarischen Betrugbegangen und erheblich zur Vernebelungder historischen Wirklichkeit Anselm Feuer-bachs durch populre Legendenbildung bei-getragen hat19.Wie bereits erwhnt, hatte Allgeyer in sei-ner Biografie unzweideutig ausgefhrt,dass Henriettes Darstellung des Charak-ters ihres Sohnes im entschiedenen Wi-derspruch zu Feuerbachs wahren Wesensteht,20 ebenso beanstandete er, dass esauch hinsichtlich der zitierten Briefe inden meisten Fllen an der zu erwartendenbereinstimmung mit den Originalenfehlt21. Und zwar beschrnkt sich diesnicht auf bloe Unterschiede im Wortlaut,sondern trifft hufig auch Sinn und Inhalt, Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 368und vieles, sehr vieles muss als Zutat vonSeiten der Mutter bezeichnet werden, wasman, nach Form der Einfgung, als vomSohne herrhrend aufzufassen veranlasstist22. Dennoch hatte Das Vermchtnismit 55 Auflagen einen Siegeszug angetre-ten, der fr nahezu 100 Jahre das wahre Bilddes Malers in eine populre Legenden-bildung umwandelte, der die ernsthafteKunstwissenschaft nicht folgen kann. Eswird deshalb in den folgenden Ausfhrun-gen das Vermchtnis nicht als Quellezitiert.Der Weg nach NrnbergWenngleich nicht mit letzter Sicherheitauszumachen ist, wann Anselm Feuerbachden Entschluss fasste, nach Nrnberg ber-zusiedeln, eine Nhe zu Bayern bzw. demdeutschen Florenz gemeint ist Nrn-berg war in seinem Denken seit 1871lebendig. So hatte er in einem Brief vom26. April 187123 an seine Mutter Henriet-te Feuerbach obwohl diese die Stiefmut-ter des Malers war, wird sie in berein-stimmung mit dem gelufigen Sprachge-brauch innerhalb der Familie nur als Mut-ter bezeichnet geschrieben: Ich kom-me in wenig Wochen in die Klause [ge-meint ist ein Ort bei Kufstein24] denn ichhabe Natur ntig. Von da, spter, machenwir den Ausflug nach Nrnberg. [] Duweit, wie lieb mir Heidelberg ist, weitaber, dass mein Fu Baden nicht mehr be-tritt; um nun einen wenig kompliziertenSommeraufenthalt zu erzielen, gehen wirnach dem deutschen Florenz. Wenngleichder Bezug auf Nrnberg nur als Ausflugdeklariert wird, Anselms Beziehungen zuNrnberg waren niemals gnzlich aufge-geben worden. So hatte er sich nach sei-ner Dsseldorfer Studienzeit im Februar1848 zu den Nrnberger Verwandten be-geben. Es lebten damals viele Mitgliederder Feuerbach-Dynastie in Nrnberg bzw.seiner weiteren Umgebung, so die vier-undsiebzigjhrige Gromutter Eva Wilhel-mine Feuerbach, geb. Trster, die TantenRosina Eleonora und Elisa WilhelmineTherese Feuerbach, beide unverheiratet,zusammen mit der Mutter (Hauptmarkt S6, heute Hauptmarkt 17) und der OnkelFriedrich Heinrich Feuerbach (S 688, heu-te Tetzelgasse 41); ebenso lebte die Wit-we des 1843 verstorbenen Onkels Edu-ard August, Karoline Sidonie Feuerbachmit ihren beiden Kindern hier. Der OnkelLudwig Feuerbach hatte sein Domizil seit1835/36 mit seiner Ehefrau Bertha in Bruck-berg aufgeschlagen. Die Verwandten vonHenriette Feuerbach lebten in Ansbach.Anselm selbst erscheint in den Nrnber-ger Einwohnerlisten der Jahre 1822-186525mit dem Eintrag Feuerbach, Anselm, Ma-ler aus Freiburg, S 6 was bedeutet, dasser whrend seines Aufenthalts in Nrnbergbei seiner Gromutter und den Tantenwohnte. Die Liste gibt auch den Tag derAbreise mit dem 17. April 1848 an.ber den Nrnberg-Aufenthalt Februarbis 17. April 1848 liegt ein ausfhrlicherBrief Anselms vor, geschrieben etwa imMrz oder April an seine Eltern, in dem ereingehend ber seine dortigen Erlebnisseerzhlte.26 Er schilderte dabei, dass er eineReihe von Nrnberger Persnlichkeiten be-suchte, vor allem mit der Familie Holz-schuher scheint er nher bekannt gewor-den zu sein, vor allem mit zwei ihrer Tch-ter; daneben besuchte er auch die FamilieStromer. Wenngleich nichts Nheres be-kannt ist, scheint er tief von der Stadt be-eindruckt gewesen zu sein. Das politischeGeschehen whrend des Aufenthalts, derin die Zeit der Mrz-Unruhen fiel, hattemit seinen lebhaften Ereignissen, wie sieAufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 69auch in Nrnberg stattfanden,27 im Briefkeine Spuren hinterlassen; fr ihn, derberall freundlich aufgenommen wurde,war der Nrnberger Aufenthalt, bei demer auch Erlangen besuchte, eine unbe-schwerte frhliche Zeit, in der sich nurseine persnlichen Befindlichkeiten spie-gelten.Noch im Jahre 1910 behauptete im Frn-kischen Kurier ein Graf Buonaccorfi Fol-gendes: Wer Feuerbachs Leben und Wir-ken kennt, der wei auch, wie der Knst-ler nicht nur fr seine Person, sondernschon durch Generationen mit Nrnbergverknpft ist.28 Schlielich hat auch derSohn Ernst des ehemaligen BrgermeistersKarl Otto Stromer von Reichenbach, derseit 2. Januar 1867 Brgermeister in Nrn-berg war, in einem Zeitungsartikel im Frn-kischen Kurier aus dem Jahre 1929 dar-gestellt29, dass die Beziehung Anselms undseiner Mutter zu Nrnberg bis zu derenLebensende 1892 bestanden haben: An-selm Feuerbach war also in Nrnberg keinUnbekannter. Dennoch ist in den amtli-chen Unterlagen nach 1849 stets nur Hen-riette Feuerbach genannt.Nicht nur die Beziehungen zu Nrnbergspielten in Feuerbachs berlegungen eineRolle, sein Interesse galt wohl in Erin-nerung an seine Studienzeit in Mnchenvon Ende Mai 1848 bis Anfang Oktober1850 auch Bayern und den dortige Ver-hltnissen im knstlerischen Leben, vorallem der Akademie der Bildenden Kn-ste.30 Daneben konnte er in einem Briefaus Wien an seine Mutter vom 14. Mrz1874 berichten, dass der nachmalige Prinz-regent Luitpold (1821-1912) mit seinemAdjutanten ihn besucht habe. Heute warPrinz Luitpold und Adjutant da, der alteHerr sehr eingehend und hat mir versi-chert, dass er sich freue, meine persnli-che Bekanntschaft gemacht zu habenusw., auch bei den Schlern war er. Per-snliche Einladung nach der MnchenerAusstellung schriftlich erhalten. Prinz Luit-pold animierte auch dazu.31Konkret wurde der Wohnort Nrnberg frden ruhe- und heimatlosen Maler, der esnach seiner Ausbildung auer in Rom undVenedig, niemals an einem Ort lnger alseinige Monate ausgehalten hatte selbstwhrend seiner Wiener Dozentenjahre warer hufig unterwegs erst Mitte 1874. Ineinem Brief vom 21. Mai 1874 an seineMutter, erteilte er dieser folgenden Rat:Willst Du weg von Heidelberg, dann siehDir Nrnberg an und miete.32 Ob dieseAnmietung auch seine Person betraf, mussoffen bleiben, wenngleich Allgeyer meint,Feuerbach habe sich nach dem Berlinbe-such anlsslich der Ausstellung einiger Ge-mlde in Nrnberg wegen der bersied-lungsfrage aufgehalten. In einem weite-ren undatierten Brief aus der Zeit April/Mai 1874 riet Anselm der Mutter: Be-kommst Du Dein Geld, so sieh Dich per-snlich in Nrnberg um, die paar Tageverlohnt sich doch die Mhe. Die Woh-nungsfrage, auch im Sinne Anselms, wur-de nochmals in einem Brief vom 20. Mai1874 berhrt, wo er der Mutter schrieb:Wohnungen anbelangend, knnen wir erstdann endgltig entscheiden, wenn ichberhaupt bestimmt wei, ber welcheSummen ich zu verfgen haben werde. FrWien bin ich gar nicht; um einen Baum zusehen, mssten wir vor die Linie ziehen,und ich htte dann meilenweit zu laufen,auch msste ich dann die Ferien bleiben,da eine Reise in Gasthfen auswrts kei-nerlei Erholung sein wrde.33 Man sieht,Feuerbach wollte auf keinen Fall in Wienleben und er wollte mit der Mutter zusam-men ziehen. Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 370Der Briefwechsel der Folgezeit zeigt, dassdie Wohnungsfrage jedoch keineswegsentschieden war. Zudem liegt im Germa-nischen Nationalmuseum Nrnberg (knf-tig GNM) ein Autograph (wohl Brief-entwurf) mit Datum Wien 13. Jan. 1875,der an die bayerische Akademie der Bil-denden Knste in Mnchen gerichtet ist.Aus ihm geht hervor, dass die Akademieihm eine Professur angeboten hatte. An-selm erwiderte darauf u.a.: Als Beweis,wie hoch ich die Ehre, ein thtiges Mit-glied Ihrer trefflichen Anstalt zu werden,schtze, mge Ihnen die Versicherung die-nen, da ich ohne weiteres noch vor zweiJahren mit Freuden eine Professur ange-nommen htte. Wie heute die Dinge ste-hen, an Spitze einer jungen, hoffnungs-vollen Schule, vom k.k. Ministerium aufJahre hinaus mit Staatsauftrgen beehrt,kann & [und] darf ich an ein Aufgebenmeiner Position nicht mehr denken. Indemich Ihnen, hochgeehrter Herr, fr Ihr aner-kennendes Schreiben meinen besten Danksage, bitte ich mich Herrn Direktor vonPiloty bestens zu empfehlen und bleibemit ausgezeichneter Hochachtung Ihr er-gebener A. Feuerbach.4 Feuerbach warweiterhin unschlssig, einen Wohnsitz-wechsel durchzufhren. Erst als er ausvielerlei Grnden, die im Wesentlichen inseiner Person lagen seine Professur inWien unwiderruflich aufgab, wurde dieWohnungsfrage wieder aktuell. Der end-gltige Ansto zur bersiedlung nachNrnberg kam, als Feuerbach sich bei derBeerdigung des am 13. Mrz 1876 ver-storbenen Malerkollegen Josef Fhricheine schwere fiebrige Erkrankung zuzog,die sich tglich verschlechterte. Es hattesich Gelenkrheumatismus und eine schlei-chende Lungenentzndung ausgebildet undin hochgradigem Fieber erreichte er nachsechzehnstndiger Fahrt [mit der Bahn],als todkranker Mann, die Heimat. So be-schrieb Allgeyer die Situation35, die letzt-lich auch den Abschied von Wien und derLehrttigkeit fr immer zur Folge hat-te. Dieser zitiert auch einen Brief vom Mrz1876 aus Wien, wonach Feuerbach am 1.April 1876 in Heidelberg ankam und nichtmehr nach Wien zurckkehren wollte.36Schlielich hatte er sich mit der Muttervon Heidelberg nach Ansbach begeben, woer sich bei ihren Verwandten erholte unddie abschlieende bersiedlung nachNrnberg abwartete.Der Entschluss zur bersiedlung nachNrnberg scheint jedoch bereits im Frh-sommer des Jahres 1875 gefallen zu sein.Denn in einem Brief vom 23. Juni 1875aus Heidelberg sprach die Mutter davon,dass sie auf Wohnungssuche in Nrnbergsei. Ich meine, vielleicht ist meine Nrn-berger Reise ganz berflssig? Die Woh-nung ist, wie sie ist. [] Nach der Tape-tenfarbe habe ich mich einstweilen erkun-digt, das brige hat Zeit. Elise [unverheira-tete Tante Anselms in Nrnberg] schreibt,Tren und Fenster seien dunkelbraun.37In einem weiteren Brief vom 19. Juli 1875schrieb sie an den Sohn. Nach Nrnberghabe ich das Ntige geschrieben. VorOstern knnen wir hier [gemeint ist Hei-delberg] nicht ausziehen. Bis dahin wirdes sich machen.38 Schlielich hatte siein einem Brief vom 30. Januar 1876 mitNachschrift vom 31. Januar 1876 an dieEhefrau ihres Bruders Wilhelm, SophieHeydenreich, geschrieben, sie hoffe ihreHeidelberger Wohnung Johannis anzu-bringen, was natrlich ein groer Vorteilwre. Die nchsten Monate werden sehrschwer fr mich. Ich bin aber doch ruhig.Warum sollte ich in den paar letzten Jah-ren meines Lebens Anselm nicht zu gefal-Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 71len tun, nachdem ich es mein ganzes Le-ben hindurch getan habe. Dass ich demungeachtet den ganzen Ernst des Schrit-tes empfinde, ist natrlich. Und in derNachschrift steht der bedeutungsvolle Satz:Ich will Dir noch ein Geheimnis offen-baren, auf welches die bersiedlung nachBayern Bezug hat. Es scheint, dass An-selm zum Direktor der Mnchener Aka-demie bestimmt ist.39 Und in einem wei-teren Brief vom 8. Februar 1876, also be-reits vor Anselms Erkrankung, hatte siediesem geschrieben, dass sie sich um dieAusstellung seiner Bilder in Mnchen km-mern werde. Ich wei nicht, wann dieAusstellung beginnt. Dass sie entschei-dend sein wird, davon bin ich berzeugt.Falls ich in dieser Zeit schon in Nrnbergsein sollte, kann ich hin und tue es auchsicher. Ich gedenke Ende Juni oder An-fang Juli den Umzug zu machen, damitDu in den Ferien alles in Ordnung fin-dest.40Feuerbach hatte noch im Juni 1876 umseine Entlassung aus der Lehrttigkeit ge-beten, die ihm ungern und unter Fortzah-lung seiner Bezge bis zum nchsten Frh-jahr gewhrt wurde. Die Ernennung zumDirektor der Mnchener Akademie kamnicht zustande, jedoch der Umzug nachNrnberg, der im Wesentlichen nur vonder Mutter vollzogen wurde, whrend derMaler selbst jeweils nur einige Monate hierlebte. Die Jahre bis zu seinem Tode ver-brachte er weitgehend in Venedig, wo erauch verstarb.Die Nrnberger Jahre und das knst-lerische SchaffenSpittlertorgraben 17Wenngleich der Umzug der Mutter nachNrnberg in das Haus Spittlertorgraben17 am 20. Juni 1876 stattgefunden hatte,fr Anselm wurde die Stadt nicht zur Hei-mat; die ihm eigene Ruhelosigkeit hatte ihnwieder in den Sden getrieben, Venedigwurde nun sein eigentlicher Wohnort. DieWohnung, die Henriette gemietet hatte,befand sich in einem Hause am Rande derRosenau, weshalb sie in einem Brief alsAbsenderangabe Rosenau Nr. 17 angab.41Das Haus war 1863/64 von dem Deko-rationsmaler W[ilhelm] Mauerer, der sp-ter auch als Zimmermaler bezeichnet wur-de, errichtet worden.42 Es ist hier anzu-merken, dass im Nebenhause, Spittlertor-graben 15, der knigliche Advokat Dr.jur. Sigm[und] Berolzheimer wohnte,43der in den folgenden Jahren zum Rechts-berater von Henriette wurde.Die Mutter bewohnte mit dem Maler dasgroe Haus nicht allein. Neben ihnen sindim Adressbuch fr 1878 noch der knig-liche Appellationsgerichts-Prsident FranzJoseph von Schab und der Proviants-amtscontrolleur Jakob Schwarz als Mie-ter angefhrt. Frau Feuerbach beschriebihr neues Heim in einem Brief vom 3. Au-gust 1876 an eine Freundin mit folgendenWorten:Die Wohnung ist heiter, nett und zierlich,mitten im Getriebe der stdtischen Vergn-gungen doch lndlich gelegen, nicht weitvon der Stadt, an der belebtesten Streckeder Promenade, whrend man rckwrtsin lauter Baumwipfel und eine Stck Teich[ehemaliger Bleich-Weiher oder Rosenau-Weiher] oder Fluss sieht. Nur eines wirdmir hierbei schwer, das ist die Kleinheitund Niedrigkeit der Zimmer; es kommt mirvor, als ob ich mich nie daran gewhnenwrde, dies nebenbei gesagt und mit gro-em Schmen, denn ich habe keinen ver-nnftigen Grund zur Unzufriedenheit. ImGegenteil, mein kleines Heim wird von je-dermann reizend und freundlich gefunden Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 372und auch von mir selbst. Ich passe nurnoch nicht hinein und muss nur erst et-was kleiner werden, wenn es gehen soll.44Obwohl sie keinen Grund zur Unzufrie-denheit sah, wurde sie periodisch wie einFieber und unberwindlich, unerreichbarfr alle vernnftigen Bestrebungen vonHeimweh geplagt.45 Im brigen schildertesie in dem genannten Brief das Haus alslebensreich mit vielen Kindern und En-keln. Ebenso glaubte sie, dass Anselm invier Wochen hier, gemeint ist Nrnberg,mehr knstlerischen Boden gefunden [hat]als in Heidelberg in zwanzig Jahren. Eben-so hielt sie es fr ein Glck, dass er hierden Brgermeister Herrn von Stromer ausfrherer Zeit gemeint ist das Jahr 1848 gut kannte; dies wohl im Hinblick dar-auf, dass er Auftrge fr Gemlde erhal-ten wrde, was dann auch tatschlich ein-trat.Da der Knstler schwer erkrankt von Wienabgereist war und bei seiner bersiedlungnach Nrnberg noch krnkelte, nutzte erzusammen mit der Mutter die Gelegenheitzu einer damals in Mode gekommenenMolkenkur in Streitberg.46 Nachdem be-reits 1835 in dem Ort eine Molkenkur-anstalt gegrndet worden war, hatte 1848der Arzt Dr. Weber aus Heiligenstadt dieAnstalt bernommen und sie erfolgreichweitergefhrt. Er hatte ein Logierhaus ge-baut und einen florierenden Kurbetrieb ein-gefhrt. Die Molke wurde aus der Milchvon Ziegen gewonnen; sie sollte vor allembei Erkrankungen der Lunge und Atem-wege sowie bei Rheumatismus helfen, alsoden Beschwerden Anselms. Ebenso wur-den frisch gepresste Krutersfte verord-net. Ohne auf weitere Einzelheiten dieserKur einzugehen, nach heutiger Termino-logie wrde man sie ein Naturheilverfah-ren nennen. Sie hatte auf den Knstler,wenn man den Worten seiner Mutter glau-ben darf, sehr gnstig gewirkt.47Noch vor seiner Ankunft in Nrnberg hatteAnselm am 14. Juni 1876 um Entlassungaus dem sterreichischen Staatsdienst ge-beten,48 worauf ihm vom Kultusministeri-um in einem sehr wohlwollenden Schrei-ben nahe gelegt worden war, seinen Ent-schluss zu berdenken.49 Selbst der Kul-tusminister Stremayr hatte mit Schreibenvom 20. Juni 1876 die angesuchte Ent-lassung nicht gewhren wollen und umnochmaliges berdenken des Entschlus-ses gebeten.50 Doch auch die Gewhrungeines Urlaubs unter Fortbezahlung der Be-zge bis zum nchsten Studienjahr (1877)konnte den Knstler nicht davon abbrin-gen, seine Professur aufzugeben.Die Zeit in Nrnberg war knapp bemes-sen, denn bereits am 26. September 1876war er in Mnchen und besuchte die In-ternationale Kunst- und Industrieausstel-lung im Glaspalast, wo unter anderem sei-ne Werke Gastmahl, Amazonenschlacht,Iphigenie und Aretino ausgestellt wa-ren. Fr einen ebenfalls ausgestellten Stu-dienkopf erhielt er die Groe GoldeneMedaille, whrend seine groen Bilderrecht ungnstig aufgehngt waren.51Feuerbach reiste von Mnchen aus berBologna nach Venedig, wo er sich ab Ok-tober 1876 im Hotel Luna, unweit desMarkus-Platzes am Canal Grande mit Blickzur Insel San Giorgio, einmietete; dane-ben hatte er aber auch noch eine Woh-nung in der Stadt, so dass er nicht dauer-haft im Hotel logierte. Zudem mietete erim Palazzo Rezzonico drei groe Atelier-rume. Venedig wurde dem Knstler imGegensatz zu Nrnberg die eigentlicheHeimat in seinen letzten Lebensjahren.Das Jahr 1877 begann mit einer weiterenVerbindung zu Nrnberg, da es dem Knst-Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 73ler einen groen Auftrag des Handelsvor-standes (heute verzahnt mit der seit 1853geschaffenen Kreis-, Gewerbe- und Han-delskammer Mittelfranken und weiter be-stehend als IHK) einbrachte. Da Mutterund Sohn seit der Aufgabe der Professurin Wien und dem schleppenden Verkaufvon Werken des Malers wieder in geldli-chen Schwierigkeiten steckten, darf die Ver-mutung geuert werden, dass Henrietteihre Nrnberger Verbindungen nutzte, umdem Sohn einen greren Auftrag zu be-schaffen. Von Venedig kommend, war derKnstler am 27. oder 28. Mai 1877 inNrnberg eingetroffen und seitens der jn-geren Knstlerschaft durch eine Abord-nung feierlich begrt worden, wobei demWunsch und der Hoffnung Ausdruck ver-liehen wurde, dass der Meister ihren Be-strebungen sein Interesse und seine Teil-nahme zuwenden werde52. Zu dem er-whnten Gemldeauftrag gibt es ein Pro-tokoll des Handels-Vorstandes vom 5. Juli1877.53 Daraus ist ersichtlich, dass sichFeuerbach erboten habe, dem Handels-Vorstand zur Ausschmckung des Justiz-palastes, bzw. des fr die Sitzungen desHandelsgerichts bestimmten Saales einGemlde um den Preis von 10.000 M undzwar binnen einem Jahr zu liefern. DieseMitteilung des Marktvorstehers von Pusch-er lsst erkennen, dass die Initiative zu demAuftrag vom Maler selbst ausging, wobeiihm zugute kam, dass das Zentraljustiz-gebude in der Augustinerstrae durchKunst geschmckt werden sollte. Die vomMarktvorsteher mit groer Wrme emp-fohlene Annahme des Anerbietens mn-dete in den Antrag, zu diesem Zwecke dieSumme von zehntausend Mark, 10.000 M,aus der Handelskasse zu bewilligen. Zu-gleich wurde eine Skizze des projektiertenGemldes herumgereicht, welches die Ver-leihung von Handelsprivilegien an dieReichsstadt Nrnberg zum Gegenstandhatte (s. Abbildungen).Bei der Diskussion ber den Antrag desHerrn von Puscher gab es zwei gewichti-ge Gegenstimmen, einmal durch das Vor-standsmitglied Lambrecht, zum anderenden Adjunkten Lorsch. Beide sprachensich gegen die Initiativbewerbung desKnstlers aus und zwar hauptschlich inder Erwgung, dass das Vermgen desHandelsvorstandes nur zur Verwendungfr wirkliche Handelszwecke, worunterder in Rede stehende Gegenstand nichtfalle, bestimmt sei, und ferner weil die ver-langte Summe als zu hoch gegriffen er-scheine. Die hierauf folgende Abstim-mung ergab schlielich eine Mehrheit frdie Annahme des Antrags und die Ermch-tigung fr den Abschluss eines Vertragsmit Herrn Feuerbach. Schlielich wurdeeine Anzahlung von 3.000 M genehmigt,der Rest sollte nach Fertigstellung gezahltwerden. Die Transportkosten von Venedig,wo das Bild gemalt werden sollte, nachNrnberg einschlielich der Transportver-sicherung bernahm der Handelsvorstand.Das der Historienmalerei zuzuordnendeBild erhielt seinem Bildgegenstand gemden Titel Kaiser Ludwig der Bayer ver-leiht Nrnberger Brgern Privilegien.Welche Privilegienverleihung gemeint ist,soll spter noch errtert werden. Ob die Bild-gre schon damals vorgegeben wurde,ist nicht mehr feststellbar; bei seiner Ab-lieferung hatte es die Abmessung von240 x 876 cm; heute hat das Bild nur mehreine Breite von 8,36 m, da es bei der An-bringung an der Wand wohl beschnittenwurde.Die Abwicklung der Zahlungen ist aus denUnterlagen des Handelsvorstandes exaktzu verfolgen.54 So verzeichnete das Jour- Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 374nal unter dem 11. Juli 1877 eine Zahlungvon 3.000 M, wozu eine von AnselmFeuerbach unterschriebene Quittung vomgleichen Tag mit dem genannten Betragvorhanden ist.Neben diesem Historienbild hatte der Knst-ler in Nrnberg offensichtlich noch einenAuftrag von dem bereits erwhnten juris-tischen Berater der Familie, dem JustizratDr. Sigmund Berolzheimer, erhalten. berdas seit 1929 verschollene Bild letztmalsausgestellt 1929 in der Anselm Feuerbach-Gedchtnisausstellung in der Neuen Pina-kothek in Mnchen , das die Bildnisseder Berolzheimerschen Kinder darstellte,gibt es zwei verschiedene Beschreibun-gen, einmal von Julius Allgeyer, zum an-deren von Uhde-Bernays. Dies deutet dar-auf hin, dass das Bild, von dem es nureine Schwarz-Wei-Fotografie gibt, ber-malt wurde. Gem dem Katalog bei Jr-gen Ecker55, in dem auch die Fotografiewiedergegeben ist, befand sich das mitAF 77 signierte Gemlde noch 1929 imBesitz einer Frau Professor Harburger inMnchen; es ist heute verschollen.Weitere Arbeiten aus Feuerbachs Aufent-halt in Nrnberg vom Ende Mai bis An-fang August 1877 sind nicht bekannt. DerKnstler trug sich jedoch mit der Idee,ein weiteres Historienbild zu schaffen, denEinzug Kaiser Maximilians I. in Nrn-berg, da er wohl auf einen Ankauf durchdie Stadt Nrnberg hoffte. Ebenso beab-sichtigte er, in Nrnberg sowohl das Bild-nis seiner Mutter als auch sein eigenes zumalen.56Praterstrae 34 und Spittlertorgraben 33Da Feuerbach bei seinem Nrnberger Auf-enthalt im Sommer 1877 wiederum gekrn-kelt hatte, wurde bereits im Herbst 1877die Aufgabe der Nrnberger Wohnung er-wogen. Dazu kam es nicht, jedoch fasstenMutter und Sohn einen Wohnungswech-sel in der Stadt ins Auge, wobei die Ursa-che dafr wohl letztlich darin lag, dass dieWohnung im Spittlertorgraben 17 fr dienach Nrnberg zu bringenden Bilder zuklein war. Aus einer Reihe von Briefstellenist ersichtlich, dass Henriette Feuerbachsich seit ihrem Aufenthalt in Nrnbergnicht wohl fhlte Ihr wisst nicht, wieich seit einem Jahr gelitten habe57 undvielleicht eine Vernderung wnschte. Hen-riette teilte ihrem Sohn schlielich mit, dasssie am 1. Februar 1878 in die Praterstrae34 umgezogen sei58, wobei sie vor allemauf die Gre der Wohnung hinweist. Wiesich aus der Briefstelle auch ergibt, warein groes Zimmer mit prchtigen Wn-den fr groe Bilder vorhanden. Nach Pl-nen vom Jahre 190259 drfte es sich da-bei um die Wohnung im 2. Obergeschossgehandelt haben, die einen groen Salonausweist. Die Feuerbachs wollten alsoeine Art Galerie fr Anselms Bilder schaf-fen, um Werke prsentieren zu knnen undso an Geld zu kommen. Auerdem warenfr den Sohn zwei grere Privatrumevorgesehen. Offensichtlich hatten sie auchpotente Kufer eingeladen, denn sie schrieb,dass die Herren von Platner und Faberkommen wollten, wenn ich eingerichtetbin. Im brigen bewohnte das groe Hausneben den Feuerbachs noch weitere fnfMieter.60Whrend der Herbst- und Wintermonate1877 in Venedig hatte Anselm Feuerbachdas Kaiser-Ludwig-Bild in relativ kurzerZeit er spricht von sechsunddreiig Ta-gen gemalt und der Mutter prophezeit:Wenn das groe Bild an Ort und Stellesteht, werden Dich die Leute auf Hndentragen 61. Eine Aussage, die sich spternicht bewahrheiten sollte; es war vielmehrAufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 75das Gegenteil eingetreten, die Besucher desim Rathaus ausgestellten Bildes uertensich abfllig oder machten schlechte Wit-ze darber.62 Henriette Feuerbach hattesich sogar zwei Stunden verborgen imRathaus aufgehalten und die uerungender Besucher angehrt, was sie zutiefsterschtterte und heftige Trnen auslste.Wenn man dagegen der StadtchronikGlauben schenken darf, war das Geml-de ab 14. April 1878 im groen Rathaus-saal zur ffentlichen Besichtigung ausge-stellt. Dabei habe es groen Beifall ge-funden.63Obwohl das Gemlde mit der Jahreszahl1877 signiert ist (AF 77), die Fertigstel-lung ist auf die Jahreswende 1877/78 an-zusetzen. Im Mrz 1878 erfolgte der Trans-port nach Nrnberg, nachdem bereits am20. Februar 1878 Henriette Feuerbachdurch den Handelsvorstand eine weitereZahlung von 2.000 M erhalten hatte. Ausden Buchungsvorgngen des Handelsvor-standes ist zudem ersichtlich, dass fr dieAusstellung und Bewachung des Bildesim Rathaus beginnend mit dem 4. April1878 Kosten in Hhe von 163,70 M an-fielen, die der Auftraggeber beglich. Zu-dem quittierte Anselm Feuerbach persn-lich am 16. April 1878 die Restzahlungdes Honorars in Hhe von 5.000 M. Diegesamten Aufwendungen des Handelsvor-standes im Zusammenhang mit dem Bild-kauf beliefen sich auf 11.241,45 Mark.Feuerbach, der seit Mitte Mrz 1878 wie-der in Nrnberg lebte, hatte hier ein Bild-nis seiner Mutter, signiert mit AF s. M. 78(s. M. = seine Mutter), gemalt; es ist ihrletztes Bildnis geworden, wobei sie, die da-mals bereits 66 Jahre alt war, als jugendli-che Frau gesehen wird. Sein als Ergn-zungsbild gedachtes Selbstbildnis ist nichtin Nrnberg entstanden, sondern wohlbereits im Herbst/Winter 1877/78 in Ve-nedig gefertigt worden, es blieb unvollen-det (s. Abbildungen). Daneben entstanden1878 noch zwei weitere Selbstbildnisse,die jedoch mit den Nrnberg-Aufenthal-ten nichts zu tun haben.Henriette Feuerbach hatte in ihren Unter-lagen ein Schriftstck, das sie als eine Be-schreibung des Kaiser-Ludwig-Bildes aus-gab und das angeblich im FrnkischenKurier, April 1878 verffentlicht wordensein soll.64 Sie fhrte darin u.a. aus: DieVerleihung wichtiger Handels- und Markt-privilegien auf dem Reichstag zu Nrn-berg im Jahre 1317 ist der Gegenstand desgenannten Bildes. Wenngleich es zutref-fend ist, dass Ludwig der Bayer den Nrn-berger Brgern mehrfach Privilegien ver-liehen hatte, im Jahre 1317 fanden hierweder ein Hof- noch ein Reichstag statt.Zudem wurde Ludwig erst 1328 von demLaien Sciarra Colonna als Reprsentan-ten des rmischen Volkes die Kaiserkro-ne aufgesetzt; er war also 1317 formal keinKaiser. Georg W. K. Lochner, der Chro-nist der Beziehungen zwischen Ludwigund der Reichsstadt, kennt keinen Auf-enthalt des Knigs/Kaisers im Jahre 1317in hiesiger Stadt.65 Es spricht also vielesdafr, dass der Knstler die groe Privile-gienverleihung des Jahres 1332 vor Au-gen hatte, die u.a. die Gewhrung vonZollfreiheiten an 72 Orten zum Gegenstandhatte; diese Verleihung fand jedoch in Mn-chen statt.66Eine Durchsicht des Frnkischen Kuriersfr den April 1878 hat ergeben, dass tat-schlich am 16. April 1878 in Nr. 195 un-ter der Rubrik Gericht ein sehr ausfhr-licher Artikel unter der berschrift DasBild Feuerbachs fr den neuen Handelap-pellationsgerichtssaal ohne Verfasseran-gabe verffentlicht ist. Diese Verffentli- Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 376chung kann nicht von Henriette stammen,denn der Artikel enthlt weder die Jahres-zahl 1317 noch deckt er sich sonst mitihren Ausfhrungen. Der von Uhde-Bernaysals Anhang verffentlichte Text ist ent-weder eine beabsichtigte Flschung oderein Entwurf, den die Zeitung nicht gedruckthat. Der unbekannte Verfasser hat auchkeinerlei Elemente aus Henriette Feuer-bachs Text verwendet. Er lie u.a. offen,welches Jahr der Knstler fr die Privile-gienvergabe im Auge hatte; seine Ausfh-rungen lassen ein solides Fachwissen berdie Stadtgeschichte erkennen. Er bean-standete jedoch die ungnstige Aufstellungim Rathaussaale.Ende Mai/Anfang Juni 1878 war Anselmbereits wieder auf den Weg nach Vene-dig, wo er an seinem letzten groen Bild,dem Konzert arbeitete, einem Bild, dasim genannten Jahr noch vollendet wurde;es ist im Zweiten Weltkrieg zerstrt wor-den.Bei diesem Venedigaufenthalt hatte derKnstler erneut ein Historienbild mit ei-nem Nrnbergthema gemalt, obwohl erdazu keinen Auftrag hatte. Das Bild mitdem Titel Einzug Kaiser Maximilians I.in Nrnberg ist unvollendet geblieben undwar in Nrnberg bei der Mutter aufgestellt.Henriette Feuerbach schenkte es 1880 demGermanischen Nationalmuseum.67 Es istim Zweiten Weltkrieg 1945 verbrannt.In die Sommermonate des Jahres 1878fallen noch zwei Ereignisse, die kurz er-whnt werden sollen. Zum einen war dieStellung Pilotys als Direktor der Akade-mie der Bildenden Knste in Mnchendurch die ffentliche Meinung in Fragegestellt und Anselm Feuerbach als mgli-cher Nachfolger gehandelt worden. Dochdieser verhielt sich auf eine vertraulicheAnfrage des Kabinettsekretrs von Brkelablehnend.68 Im Juli 1878 erhielt der Knst-ler durch Knig Ludwig II. den Verdienst-orden vom Hl. Michael I. Klasse.69 Mitdem Besitz dieses Ordens war eine Ver-leihung des Adels nicht verbunden.70Ende Oktober 1878 war Anselm Feuer-bach wieder bei der Mutter in Nrnberg.Er hielt sich bis Anfang Dezember in derStadt auf, ohne dass weitere Einzelheitendes Aufenthalts bekannt sind.Es wurde bereits dargestellt, dass derKnstler ein zutiefst heimatloser Menschwar, der auch in Nrnberg kein Zuhausefinden konnte. Aus dem Briefverkehr mitder Mutter ist zu ersehen, dass immer wie-der Plne fr eine bersiedlung an andereOrte wie Regensburg, Mnchen, Starn-berger See oder Ansbach errtert wurden,ohne Entschlsse zu fassen. Wenngleicher bereits in einem Brief vom 9. Septem-ber 1877 an die Mutter geschrieben hatteSowie ein Umschlag bei mir erfolgt, blei-ben wir ja doch nicht in Nrnberg 71 undschlielich auch wenige Wochen vor sei-nem Tod der Mutter gegenber behaup-tete, Eines ist gewiss, dass Nrnberg fruns nichts ist, und das ist das Entscheiden-de72; dennoch blieb der Nrnberger Wohn-ort bis 1880 bestehen, ja Anselm fand seinGrab auf dem berhmten Johanniskirch-hof der Stadt.Der Maler arbeitete seit seiner Berufungnach Wien an dem Bild des Titanensturzesfr die Decke der Wiener Akademie derBildenden Knste, das im April 1879 fer-tig gestellt und nach Wien verbracht wur-de. Die Fertigstellung war offensichtlichin Nrnberg geschehen, denn Henrietteschrieb in einem Brief vom 24. Juni 1879,dass Anselm sieben Wochen in Nrnbergwar, davon sechs so unwohl, dass ichmit groer Sorge und mit ngstlichem Ver-langen das Ende seines Aufenthaltes her-Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 77beiwnschte.73 Der Titanensturz war frden Knstler, vor allem im Hinblick aufseine Aufstellung und Bezahlung, eineQuelle vielfachen rgers geworden.Der letzte Aufenthalt des Knstlers inNrnberg hngt mit der Feier seines 50.Geburtstags am 12. September 1879 zu-sammen; er wollte ihn wohl zusammen mitseiner Mutter feiern. Wenngleich er nocham 25. August 1879 aus Venedig an dieMutter schrieb, er wolle in Kufstein einenUrlaub machen und sie solle auch dorthinkommen,74 am 3. September 1879 war erdann in Nrnberg eingetroffen.75 NochEnde August hatte er erfahren mssen,dass die Ausstellung des Titanensturzesin Mnchen (Mnchener Herbstausstel-lung) auf breite Ablehnung gestoen war.Die Tatsache des 50. Geburtstags war inder Knstlerwelt nicht unbeachtet geblie-ben. Obwohl Einzelheiten der Geburts-tagsfeier nicht bekannt sind, auch im Frn-kischen Kurier findet sich darber keineNachricht76, berichtet Allgeyer von einemBrief der Mutter vom 13. September anihn, dass verschiedene Lorbeerspendender kleinen Gemeinde der Mnchener Ver-ehrer an Anselm diesen so gerhrt htten,dass er der Trnen nicht mehr Herr wer-den konnte und Henriette bat, das Zim-mer zu verlassen.77 Ebenso zitiert er einenBrief Anselms an ihn vom 13. September1879, der wie folgt lautet: Ich danke Dirvon Herzen fr Deinen schnen, sinnvol-len Festgru. Die Mnchener Sendung hatmich ebenso berrascht, als erfreut undgerhrt, sie hat mir in der Seele wohlge-tan. Du weit, dass ich in dieser Hinsichtnicht verwhnt bin, desto hher wei ichein solches Zeichen freundlicher Gesin-nung und knstlerischer Anerkennung zuwrdigen.78ber die letzten Monate des Knstlers gibtes im Hinblick auf Nrnberg nur zu be-richten, dass die Mutter angewiesen wur-de, in Mnchen ein neues Heim zu su-chen, wofr sie erste Schritte einleitete.Doch zur Verwirklichung dieses Vorha-bens kam es nicht, da Anselm Feuerbacham 4. Januar 1880 zwischen 10 und 12 Uhrvormittags im Hotel Luna einem Herz-schlag erlag.Kurz nach dem Tod des Sohnes ist Hen-riette in den Spittlertorgraben 33 gezogen,wo sie im Adressbuch fr das Jahr 1881mit weiteren sechs Mietern erscheint. Siehatte in der Wohnung nur bis zu ihremWegzug im Dezember 1880 gewohnt. Ein-zelheiten ber diesen Aufenthalt sind nichtbekannt.Anselm Feuerbachs Tod, sein Begrb-nis und sein Nachlass1. Tod und BegrbnisDie erste Nachricht ber des KnstlersTod kam durch ein Telegramm des kai-serlichen deutschen Konsulats in Venedigvom 4. Januar 1880 nach Nrnberg.79 DerStadtmagistrat Nrnberg brachte in einemBericht an das Amtsgericht Nrnberg vom5. Januar 1880 zum Ausdruck, dass die-ser in den letzten Jahren sich bei seinerStiefmutter in der Praterstrae 34 aufge-halten habe und man nun bemht sei,Aufschluss ber die Staatsangehrigkeitdes Verlebten mit Hilfe der Verwandtenzu erfahren. Vermutlich hatte HenrietteFeuerbach ber den Magistrat vom Toddes Sohnes erfahren. Das Konsulat hatteunter dem 6. Januar 1880 an das bayeri-sche Staatsministeriums des kniglichenHauses und des ueren mitgeteilt, dasses die Siegelung des vorgefundenen Nach-lasses und des vom Knstler benutztenAteliers vorgenommen habe. Im brigen Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 378werde der Leichnam auf Anordnung sei-ner Mutter nach Nrnberg berfhrt. Da-neben war vermerkt worden, dass einigeausstehende Schulden fr Miete des Ate-liers und anderer Anschaffungen vorhan-den seien.ber die Umstnde des Todes und dieberfhrung von Venedig nach Nrnberghat Allgeyer zwei ausfhrliche Berichteberliefert, wobei vor allem der Brief desBankiers Reitmeyer an Henriette Feuer-bach vom 9. Januar 1880 von Bedeutungist. Aus ihm ergibt sich, dass eine Ob-duktion vorgenommen wurde, die als To-desursache eine pltzliche Lhmung desHerzens feststellte; den Bericht darbererhielt die Mutter. Reitmeyer hatte auchaus eigener Initiative eine Leichenfeier inVenedig initiiert, worber er die dortigeKunstakademie und die in Venedig wei-lenden fremden Knstler eingeladen hat-te. Sie fand unter groartiger Beteiligung in der protestantischen Kirche (welcheist nicht bekannt) im Rahmen einer schlich-ten Einsegnung statt, wobei fnf Toten-krnze niedergelegt wurden, die mit einerTotenmaske der Leichensendung beige-geben wurden.80Anselm Feuerbachs Begrbnis auf demJohanniskirchhof in Nrnberg ist sehr ein-gehend dokumentiert und auch mehrfachdargestellt worden. Der Frnkische Ku-rier, bekanntlich das Blatt des liberalenBrgertums, berichtete bereits im Morgen-blatt vom 6. Januar 1880 in einem aus-fhrlichen Nekrolog auf Seite 1 ber Pro-fessor Anselm Feuerbach. In der Abend-ausgabe vom gleichen Tage wurde noch-mals eingehend ber den Knstler undseine Werke referiert. Daneben berichtetedie Stadtchronik unter dem 6. Januar 1880,dass der Herr Staatsminister von Lutzein Schreiben an den ersten Brgermeis-ter Freiherrn von Stromer gerichtet [hat],in welchem er sein lebhaftes Bedauern da-rber ausdrckt, dass der Tod dieses hoch-begabten Knstlers so frhe der schp-ferischen Ttigkeit desselben eine Grenzesetzte.81Die Beerdigung selbst fand am 12. Januar1880, einem Montag, um 14.30 Uhr statt.ber sie liegt ein ausfhrlicher Bericht desFrnkischen Kuriers vom 13. Januar 1880Nr. 22 S. 2 sowie eine Votivschrift deslangjhrigen Sprechers der Knstlergesell-schaft Klause, Markus Schler, vor82;die Quellen sind inhaltlich deckungsgleich.Hinsichtlich der Lage der Grabsttte (Nr.L 6 Nr. 715) meint Schler, dass es denBemhungen des ersten Brgermeistersder Stadt Nrnberg, Freiherrn von Stro-mer, zu verdanken sei, dass sie ganz inder Nhe des Grabes von Albrecht Drerliege. Nach Sachlage wird davon auszu-gehen sein, dass hinter diesen Bemhun-gen der Wunsch Henriette Feuerbachsstand.Bereits am 11. Januar, einem Sonntag, warder geschlossene Sarg, der mit Blumen-spenden und Krnzen berdeckt war, inder Leichenhalle des Friedhofs ausgestellt;whrend des ganzen Tages umstand ihndas Publikum. Am darauf folgenden Mon-tag fand bei herrlichem Winterwetter eineberaus glanzvolle Begrbnisfeier statt un-ter Beteiligung einer nach Tausenden zh-lenden hiesigen Einwohnerschaft. berdem Grab stand ein von Prof. HeinrichSchwalbe ausgefhrter Baldachin in prch-tigem Tannengrn, geschmckt mit Farn-kraut, Lorbeer und Palme. Aus der gro-en Zahl der anwesenden und kranzspen-denden Kunstvereine und Einzelpersonenseien nur der Nrnberger Knstler-Vereinund die Knstlerklause, Abordnungen ausVenedig, Wien, Mnchen und DsseldorfAufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 79Abbildungen Anselm Feuerbach (Selbstprotrait 1878) Henriette Feuerbach (Portrait 1878)Nheres zu den beiden Potraits im Text S. 75 unten und S. 76 obenDas Grab von Anselm Feuerbach auf demJohannisfriedhof in Nrnberg heute(Foto: Helmut Walther) Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 380Die Wandbemalung der Industrie- und Handelskammer Nrnberg von Anselm Feuerbach aus dem Jahr1877. Thema: Verleihung von Handelsprivilegien an die Reichsstadt Nrnberg (linke Hlfte oben, rechteHlfte unten, dort im Hintergrund die Nrnberger Burg; siehe dazu S. 73)(Foto: Dr. Alfred Krner)Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 81genannt. Den Sarg begleiteten Palmen tra-gende Knstler und zwlf Fackeltrgerebenso wie die beiden Brgermeister derStadt und Deputierte der stdtischen Kol-legien. Neben vielen Grabreden wurde dieFeier auch musikalisch durch die Musik-kapelle Kroth und den Singverein um-rahmt. Die von dem lutherischen PfarrerPetzet gehaltene Rede entsprach keines-wegs dem Charakter des religis indiffe-renten Knstlers.Sogar Knig Ludwig II. sandte unter dem9. Januar 1880 an Henriette Feuerbach einKondolenzschreiben, das als Anhang 1beigefgt ist, ebenso wie ein ausfhrlichesSchreiben der Stadt Nrnberg und der hie-sigen Knstlerschaft vom 20. Januar 1880an die Knstler Venedigs (Anhang 2).Es bleibt noch zu erwhnen, dass das Me-daillonbildnis Feuerbachs auf dem pult-frmigen Aufsatz des Grabsteines eben-so von Prof. Heinrich Schwalbe stammt.Frau Feuerbach hatte wohl im Zusammen-hang mit der Schenkung der Amazonen-schlacht an die Stadt Nrnberg erwirkt,dass diese dauerhaft fr die Pflege desGrabes des Knstlers aufkommen sollte.2. NachlassHenriette Feuerbach wurde vom Amtsge-richt Nrnberg aufgefordert, zusammenmit den in der Stadt wohnenden erbbe-rechtigten Verwandten am 19. Januar 1880vormittags um 11 Uhr im gerichtlichenErbschaftszimmer zu erscheinen. ber dieVerhandlung vor dem kniglich Bayeri-schen Amtsgericht ist ein ausfhrlichesProtokoll vom gleichen Tage vorhanden83,das zusammenfassend Folgendes ergibt:2.1 Friedrich Anselm Feuerbach hatte keinTestament hinterlassen; es trat die gesetz-liche Erbfolge ein.2.2 Vor dem Amtsgericht erschienen Hen-riette Feuerbach und Eleonore Feuerbach,welche die Vollmacht hatte, fr die bri-gen Erben zu handeln. Es waren dies dienoch lebenden Geschwister des Vatersvon Anselm Feuerbach, des am 7. Sep-tember 1851 in Freiburg/Br. verstorbenJoseph Anselm Feuerbach:a) Die Staatsratstchter Eleonore Rosinaund Elisa Wilhelmine Feuerbach sowie die Witwe Magdalena Rebekka von Do-beneck, geb. Feuerbach,b) der Privatgelehrte Dr. Friedrich Feuer-bach.Sie galten als die noch am Leben befind-lichen vollbrtigen Geschwister des vor-verstorbenen Herrn Vaters des Erblassers,welche in dessen Vermgen zu gleichenTeilen folgen und die vorhandenen Kinderder verstorbenen Geschwister des HerrnVaters des Erblassers ausschlieen.2.3 Wie die Akten ergeben, war EleonoreFeuerbach von den Miterben auch bevoll-mchtigt worden, die gesamte Erbschaft,dieselbe mag bestehen, worin sie wolle,insbesondere das Mobiliar, die Bilder, dieHandzeichnungen und zwar diese gesamm-te bewegliche Habe, sie befinde sich hieroder in Wien oder in Venedig oder wo-sonst, an die Stiefmutter des Erblassers,die Hofrathswittwe Frau Henriette Feuer-bach, geb. Heidenreich zu verkaufen. Letz-tere hatte dafr smtliche Nachlassver-bindlichkeiten zu bernehmen, vor allemdie Bezahlung der Steuern, die Kosten desBegrbnisses und die Bezahlung etwa vor-handener Schulden.2.4 Als quivalent fr diese Erbschafts-berlassung hatte Frau Feuerbach an diegenannten vier Erben eine Summe von20.000 Mark zu zahlen. Die Tilgung derSchuld sollte in fnf Raten zu je 4.000Mark erfolgen und in 24 Monaten been- Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 382det sein; eine Verzinsung der Schuld warnicht vorgesehen. Der Vertrag ist wie an-gefhrt beurkundet und wirksam gewor-den. Weitere Einzelheiten der Abwicklungdieses Erbschaftsvertrags, ob und inwie-weit die genannten Summen tatschlichbeglichen wurden, ist dem Verfasser nichtbekannt.Henriette Feuerbach hatte, wie erwhnt,bereits kurz nach dem Tode ihres Sohnesdie Wohnung in der Praterstrae 34 auf-gegeben, vermutlich deshalb, weil die gro-e Wohnung der Praterstrae zum einenzu teuer war, zum anderen nicht mehr alsnotwendig erachtet wurde, da Frau Feuer-bach energisch an den Verkauf der geerb-ten Hinterlassenschaft ging. Aus dem Ein-wohnerregister der Jahre 1876-1888/89 er-gibt sich zudem, dass sie um den 22. De-zember 1880 nach Ansbach verzogen ist,wo sie schlielich am 5. August 1892 ver-starb.Nachwirkungen in Beziehung auf dieStadt NrnbergEs wrde den Rahmen dieser Abhandlungsprengen, auf die Flle der Beziehungeneinzugehen, die auch nach dem Begrb-nis vom 12. Januar 1880 zwischen derStadt, Henriette Feuerbach und dem Werkdes Knstlers bestanden haben und heutenoch bestehen. Folgendes sollte jedochgleichsam abschlieend thematisiert wer-den.1. Ausstellungen von Werken AnselmsFeuerbach in NrnbergAuf Initiative des Vereins Knstlerklausefand im Dezember 1880 mit Untersttzungvon Henriette Feuerbach im groen Rat-haussaal die erste Ausstellung von vielenHandzeichnungen und Skizzen sowie 20Originalbildern es drften lgemldegemeint sein statt. Die Ausstellung wur-de bereits am 8. Dezember erffnet, amSonntag, den 12. Dezember in feierlicherForm mit Gesang und Festrede wie-derholt.84 Der Erls der Ausstellung soll-te der Errichtung eines Denkmals fr AdamKrafft in Schwabach zugute kommen. Lei-der war die Ausstellung, obwohl sie bis zum20. Januar 1881 verlngert wurde, we-gen der ununterbrochen trben Witterungweit weniger besucht, als sie verdienthtte.85 Aus der Chronik der Knstlerklau-se erfahren wir zudem, dass das Defizit300 Mark betragen hatte, dessen Deckungzu lngeren Verstimmungen im Verein fhr-te.86Eine zweite Ausstellung fand vom 6. Au-gust bis 1. September 1929 in den oberenRumen der stdtischen Kunstsammlun-gen am Knigstor statt. Sie ist ausfhr-lich dokumentiert, vor allem durch einenumfangreichen Zeitungsbericht im Frn-kischen Kurier vom 13. August 1929, dender Kulturhistoriker Theodor Hampe ver-fasst hatte und einen ausfhrlichen Kata-log Anselm-Feuerbach-Gedchtnis-Aus-stellung 1929. Zum Katalog hatte derdamalige Oberbrgermeister der Stadt,Hermann Luppe, ein Vorwort geschrieben;in ihm erfahren wir, dass mit der Durch-fhrung der Ausstellung der Direktor derstdtischen Kunstsammlungen Fritz Trau-gott Schulz betraut war. Gezeigt wurden81 lgemlde und 62 Zeichnungen, ins-gesamt also 143 Werke. Hampe wrdigtein dem genannten Zeitungsartikel Feuer-bach als Historienmaler, der aber auch imPortrt und der Landschaftsmalerei Gro-es geleistet habe. Als ein wahrhafter Ruh-mestitel Nrnbergs und seiner Handels-kammer wird die Anschaffung des Kai-ser-Ludwig-Bildes gepriesen.Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 83Leider ist in der Arbeit von Hermann Han-schel ber Hermann Luppe als Oberbr-germeister die oben genannte Ausstellungmit keinem Wort erwhnt.87 Gerne htteman Einzelheiten ber Luppes Haltung zurKunst Anselm Feuerbachs erfahren.Weitere Ausstellungen, die ausschlielichdie Kunst Anselm Feuerbachs betroffenhaben, fanden in Nrnberg nicht mehr statt.Bilder des Malers waren jedoch in derAusstellung des GNM Nrnberg vom Jah-re 1977 Deutsche Malerei im 19. Jahr-hundert. Sammlung Georg Schfer ent-halten. Das genannte Museum hat zur Zeitfolgende Gemlde Feuerbachs ausgestellt:Die Amazonenschlacht, zweite Fassung1870-73, Leihgabe der Stadt Nrnberg seit1995, Gm 2054; Nanna 1861, Leihgabeder Stadt Nrnberg seit 1974, Gm 1733;Selbstbildnis 1849/50, Leihgabe der StadtNrnberg seit 1974, Gm 1731; RuhendeNymphe, Leihgabe aus Privatbesitz seit1971, Gm 1705; Junge Hexe, die zumScheiterhaufen gefhrt wird 1851, Leih-gabe der Stadt Nrnberg seit 1994 Gm2029. Die Bilder Kinder am Strand 1867und Mdchen mit Tamburin 1860 sindderzeit nicht ausgestellt.2. Einige Bemerkungen zum Bild Ama-zonenschlachtZu den am meisten umstrittenen Geml-den Anselm Feuerbachs zhlt ohne Zwei-fel die Amazonenschlacht; whrend derKnstler sie als das wichtigste seiner mo-numentalen Werke (Abmessung von 405x 693 cm) ansah, war sie seit der erstma-ligen Ausstellung in Wien 1874 berwie-gend der Kritik ausgesetzt. Vom Publikumder jeweiligen Ausstellungen ist sie bis zurGegenwart ablehnend beurteilt worden.Erwhnt muss auch werden, dass das Bildauf vielen Ausstellungen gezeigt wurde,ohne je einen Kufer zu finden. Ebensohabe der Kunstbeirat der Stadt Nrnberg,so berichtet Ernst Stromer von Reichen-bach, einen Ankauf durch die Stadt ver-worfen und das Bild einen Gliedersalatgenannt.88 Da fr Frau Feuerbach die Auf-bewahrung und das Herumsenden des Bil-des eine schwere Last bildete, schenktesie es der Stadt Nrnberg mit Notariats-vertrag vom 25. Juni 1889, der als Anlage3 beigefgt ist, als freies und unwider-rufliches Eigentum. Im Verwaltungs-Be-richt der Stadt Nrnberg fr das Jahr 1889heit es dazu, dass die stdtischen Kunst-sammlungen eine herrliche Bereicherungerhalten haben und das Gemlde einenganz besonderen Schmuck der stdtischenGemldegalerie im neuen Rathaus bildenwird.Im brigen sieht der Schenkungsvertragkeinerlei Verpflichtung der Stadt vor, alsoauch keine Grabpflege. Aus dem Proto-koll ber die geheime Sitzung des Magis-trats der Stadt Nrnberg vom 28. Juni1889 unter Nummer 2 ergibt sich jedoch,dass die vom Amtsvorstand gegebeneZusage zur Unterhaltung der Grabstttedes Anselm Feuerbach gutgeheien undgenehmigt wurde.89Nachdem die Amazonenschlacht sichjahrelang im Obergeschoss des Opern-hauses befand, ist sie seit 1995 im Besitzdes GNM Nrnberg und wichtiger Be-standteil der Abteilung Brgerliche Kunstund Kultur im 19. Jahrhundert.3. Einige Anmerkungen zu weiteren Be-ziehungen zu NrnbergHenriette Feuerbach hatte sich mit derSchenkung der Amazonenschlacht aus-bedungen, dass die Stadt das Grab An-selms pflegen sollte, was jedoch aus derSchenkungsurkunde nicht hervorgeht. So Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 384konnte sie in einem Brief an Hermann Levivom 6. Januar 1881 berichten, dass sie am4. Januar, dem traurigsten aller Gedcht-nistage, in Nrnberg [war] und fand dasGrab mit Lorbeerkrnzen berdeckt, sodass ich die meinigen auf Drers und Jam-nitzers Grab niederlegte90.Ebenso berichtete die Stadtchronik unterdem Datum 4. Januar 1890, dass am heu-tigen Todestage Anselm Feuerbachs vonSeiten der Knstlerschaft dessen Grab aufdem Johanniskirchhof piettvoll mit ei-nem Lorbeerkranz geschmckt wordensei. Ebenso seien von verschiedenen Sei-ten Krnze zu demselben Zwecke einge-troffen und das Grab auch von der Fami-lie damit konnte nur Henriette Feuer-bach gemeint sein prchtig verziert wor-den sei.91Aus dem Jahre 1910 ist der Aufruf desGraf Buonaccorfi im Frnkischen Kuriervom 9. Oktober 1910 verffentlicht92, indem zu Spenden fr die Beschaffung ei-nes Erinnerungs-Denkmals in Form einerweien Marmortafel rechts am Eingangzum Albergo Luna aufgefordert wurde.Dabei wurde auch der Text, der in deut-scher und italienischer Sprache abgefasstsein sollte, festgelegt: Qui, spesso ospitedi questa augusta eita, mori il 4 gennajo1880 un Grande nel Regno dellArte:Anselmo Feuerbach, pittore. Hier starbam 4. Januar 1880, einsam und verkannt,ein Groer im Reich der Kunst, AnselmFeuerbach. Gestiftet von Verehrern desMeisters im Jahre 1910. Als renommier-te Frderer des Projekts wurden u.a. MaxKlinger, Leipzig, und Paul Hartwig, Rom,genannt. Schlielich wurde auch vermerkt,ein etwaiger berschuss soll dem nochin Rom lebenden langjhrigen treuen Mo-dell Feuerbachs, Frau Lucia Brunacci, zu-fallen.Die Angabe im Knstlerlexikon von Man-fred H. Grieb, Anselm Feuerbach sei Mit-glied der Knstlerklause und des Knstler-vereins gewesen, kann der Verfasser nichtbesttigen; die Unterlagen der beiden Ver-eine geben keinerlei Hinweise darauf.AusblickMit dem Wegzug von Henriette FeuerbachEnde 1880 gab es nur noch gelegentlicheVerbindungen des Knstlers und seinesWerkes mit der Stadt Nrnberg. Dies trifftin besonderem Mae fr die Zeit nach Be-endigung der Ausstellung von 1929 zu, ohnedass sich seine Spur gnzlich verliert. Vorallem durch die Ausstellung einige seinerBilder im GNM Nrnberg bleibt das Ge-denken an ihn lebendig, ebenso durch seinGrab auf dem Johannisfriedhof.Anhang 1Schreiben vom 9. Januar 1880 an Henri-ette Feuerbach.Hochgeehrte Frau Hofrtin! Euer Hochwohlgebo-ren!Seine Majestt der Knig wurde schmerzlich be-rhrt durch die Nachricht von dem unerwartetenAbleben Ihres Sohnes, des Professors von Feuer-bach, in welchem die Kunst eine ihrer leuchtend-sten Zierden verloren hat.Im Allerhchsten Auftrag beehre ich mich EuerHochwohlgeboren den Ausdruck des innigen Bei-leides seiner Majestt zu bermitteln, und bentzediesen Anlass zur Versicherung der vorzglichenHochachtung, mit welcher ich binEuer Hochwohlgeborenganz ergebendsterReg.-Rat. Dr. von MllerHohenschwangau,den 9. Januar 1880.Entnommen aus Markus Schler, Zum Gedcht-nis an Anselm Feuerbach. Eine Votivschrift.Nrnberg 1880 S. 6.Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 85Anhang 2Schreiben der Stadt Nrnberg und derNrnberger Knstlerschaft vom 20. Janu-ar 1880 an die Knstler Venedigs.Hochgeehrte Knstler Venedigs!Es war die alte Dogenstadt Venedig, welche vormehr als drei und einem halben Jahrhundert dengrten deutschen Knstler Albrecht Drer, Nrn-bergs berhmten Sohn, mit allen Ehren aufgenom-men hat, und besonders sind es die Knstler, oben-an Bellini, gewesen, welchen den nordischen Mei-ster bewillkommt und als Ebenbrtigen gefeiert ha-ben. Damals galt es dem Lebenden, der sich an demheitern Himmel Italiens erfreut und beim Anblick derFarbenglut der groen venezianischen Meister be-geistert und erwrmt hat. Vor kurzem nahm sich,hochgeehrte Herrn, Ihre Stadt wiederum einesKnstlers an. Diesmal sollte es fr den leider dahin-geschiedenen Meister, den Historienmaler AnselmFeuerbach, der zu den besten Shnen unserer Na-tion zhlt, sein.Die Art und Weise der letzten Ehrungen, welche dieKnstlerschaft Venedigs dem verlebten deutschenMeister bezeigte, und welche uns nicht unbekanntgeblieben sind, verpflichtet seine deutschen Berufs-genossen zu hohem Dank. Gestatten Sie deshalb,verehrte Herren, den Vertretern der hiesigenKnstlerkorporationen Ihnen diesen Dank hiermitauszusprechen und wollen Sie unsere Versicherungentgegennehmen, dass wir das piettvolle Verhaltender Knstler der von uns hochgeschtzten italieni-schen Nation gegen unseren verstorbenen Lands-mann voll zu wrdigen wissen.Mit vorzglicher HochachtungDer Brgermeister der Stadt NrnbergFreiherr von Stromer. SeilerDer Vorstand der KunstgenossenschaftF. C. MayerDer Vorstand des KnstlervereinsPaul KochDer Vorstand der KnstlerklauseAugust SchabelEntnommen aus Markus Schler, Zum Gedcht-nis an Anselm Feuerbach. Eine Votivschrift.Nrnberg 1880 S. 21/22.Anhang 3Notarieller Schenkungsvertrag ber dasGemlde Die AmazonenschlachtSchenkungsvertragHeute den fnf und zwanzigsten Juni Eintausend-achthundert neun und achtzig sind vor mir GottliebOmeis, kniglicher Notar in Nrnberg in meinemAmtslokal daselbst erschienen, die mir nach Na-men, Stand und Wohnort bekannten Personen, nm-lich1) Frau Henriette Feuerbach, geborene Hei-denreich, Wittwe des verlebten Herrn Hof-raths Anselm Feuerbach, wohnhaft in Ans-bach, kinderlos,2) Herr Otto Freiherr von Stromer ersterrechtskundiger Brgermeister der StadtNrnberg, in Nrnberg wohnend, handelndals Vertreter der Stadtgemeinde Nrnberg.Dieselben stellten an mich, den Notar, dasAnsuchen, folgendenSchenkungsvertragzu beurkunden:I Frau Henrietten Feuerbach schenkt hiermit derStadtgemeinde Nrnberg ein von ihrem Stiefsohn,dem verstorbenen Historienmaler Anselm Feuerbachhergestelltes monumentales Oelgemlde Die Ama-zonenschlacht darstellend, zum freien und unwider-ruflichen Eigenthum.II Das fragliche Oelgemlde ist zur Zeit verwahrt ineiner Kiste befindlich bei dem Kunsthndler FritzGurlit in Berlin und gehrt dazu der ebenfalls dort-selbst verwahrte Rahmen gleichfalls in einer Kistebefindlich.III Die Uebergabe dieses Gemldes sammt Rah-men und Kiste gilt als erfolgt.IV Auch das Vervielfltigungsrecht betreffs des Ge-mldes wird der Stadtgemeinde Nrnberg berlas-sen, jedoch vorbehaltlich des ausschlielichen Rech-tes der Firma Hanfstngel in Mnchen auf dem Verlagder photographischen und haliographischen Verviel-fltigung des Gemldes, woraus der Frau Schenkerinnach deren Angabe der Bezug einer Tantieme ge-hoert und verbleibt.V Herr Brgermeister Otto Freiherr von Stromeracceptiert Namens der Stadtgemeinde Nrnberg dievorstehende Schenkung sachdienlich.VI Der Gebhrenbewertung wegen wird das Ge-mlde sammt Zubehr von den Beteiligten auf Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 38612.000 Zwlftausend Mark gewehrthet.VII Die Vertragsbeteiligten beantragen sowohl derFrau Henriette Feuerbach, als auch der Stadtge-meinde Nrnberg beglaubigte Abschrift des Vertragszu ertheilen.Die Kosten trgt die Stadtgemeinde Nrnberg.Hierber Urkunde, die auf Vorlesen genehmigt undunterschrieben wurde.Henriette Feuerbach geb. HeydenreichOtto Fhr. von StromerOmeis, kgl. NotarAuf der ersten Seite steht zudem schrg geschrie-ben:Am 26. Juni 1889 der Stadtgemeinde Nrnbergund der Frau Feuerbach je beglaubigte Abschriftertheilt.Die Gebhrenrechnung weist einen Betrag von67 M 20 aus.StaatsAN Not. Nrnberg III Not. Omeis GR Nr.1502 vom 25.6.1889.Anmerkungen:Diese Abhandlung stellt die stark erweiterte Fas-sung eines Vortrags dar, den der Verfasser am 13.Januar 2009 vor dem Verein fr Geschichte derStadt Nrnberg gehalten hatte. Fr die sorgfltigeund kritische Durchsicht des Manuskripts bin ichmeinem Sohn Matthias Krner M.A. besondersdankbar.1 Bericht des Deutschen Konsulats in Venedig andas bayerische Staatsministerium des kgl. Hausesund des ueren in Mnchen, StaatsAN AG Nrn-berg, Nachlassakte 43/1880 sowie Julius Allgeyer,Anselm Feuerbach, 2. Aufl. in zwei Bnden, hrsg.von Carl Neumann, Berlin und Stuttgart 1904, hierBd. II. S. 502-505, knftig zitiert als Allgeyer mitBand- und Seitenzahl.2 Unmittelbare mnnliche Nachkommen des Bru-ders von Anselms Vater, Eduard August Feuerbach(1803-1843), leben heute noch in Deutschland.3 Sie beruhen auf einer Reihe von Arbeiten des Ver-fassers, vor allem seiner Magisterarbeit Bildungs-brgertum im 19. Jahrhundert. Die Familie Feuer-bach in Franken erschienen in der Zeitschrift Auf-klrung und Kritik Sonderheft 6/2002 sowie sei-ner Dissertation Paul Johann Anselm und LudwigAndreas Feuerbach als Exponenten des Brgertumsim 19. Jahrhundert. Leben und Wirkungen ebensoerschienen in Aufklrung und Kritik Sonderheft12/2007. Daneben hat der Verfasser eine Reihe vonAufstzen zu Personen der Familie Feuerbach ver-ffentlicht, die bei Bedarf jeweils gesondert zitiertwerden.4 Weitere Einzelheiten dazu in meiner DissertationAbschnitt B. III., siehe Fn. 3.5 Stammtafel der Ehefrau Eva Wilhelmine Trstersiehe Gustav Radbruch, Gesamtausgabe Band 6Feuerbach, bearb. von Gerhard Haney, Heidel-berg 1997 S. 59.6 Julius Allgeyer, Anselm Feuerbach, 2. Aufl., Bde.I und II, Berlin-Stuttgart 1904, hrsg. von Carl Neu-mann, hier Bd. I S. XII, knftig zitiert Allgeyer, Bandund Seitenzahl.7 Angefhrt im Vorwort der Herausgeber bei GuidoJ. Kern und Hermann Uhde-Bernays, Anselm Feu-erbachs Briefe an seine Mutter, Bde. I. und II., Berlin1911, S. XIII. Knftig zitiert mit Kern/Uhde-Bernays, Band und Seitenzahl.8 Kern/Uhde-Bernays, Bd. 1 S. XIII.9 Henriette Feuerbach. Ihr Leben in ihren Briefen,hrsg. von Hermann Uhde-Bernays, Berlin-Wien1913, S. 483. Knftig zitiert Uhde-Bernays, Henri-ette Feuerbach und Seitenzahl.10 Kern/Uhde-Bernays Bd. I S. XIII.11 Kern/Uhde-Bernays Bd. I S. XIV.12 Allgeyer Bd. I. S. XVIII.13 Henriette Feuerbach, wie Fn. 9.14 Henriette Feuerbach, wie Fn. 9 S. 482.15 Henriette Feuerbach, wie Fn. 9 S. 482-483.16 Henriette Feuerbach, wie Fn. 9 S. 483.17 Henriette Feuerbach, wie Fn. 9 S 483-484.18 Grundlegend dazu: Anselm Feuerbachs Ver-mchtnis. Die originalen Aufzeichnungen, hrsg. undkommentiert von Daniel Kupper. Quellen zur deut-schen Kunstgeschichte vom Klassizismus bis zurGegenwart, Berlin 1992 S. 13-4.19 Wie Fn. 18 S. 15.20 Allgeyer, Bd. I S. 10.21 Allgeyer, Bd. I S. 13.22 Allgeyer, Bd. I S. 13. Hervorhebungen im Origi-nal.23 Der entsprechende Brief bei G.J. Kern und Her-mann Uhde-Bernays, Anselm Feuerbachs Briefe anseine Mutter, Bde. I und II, Berlin 1911, hier Bd. II.S. 261, knftig zitiert nach Kern/Uhde-Bernays,Band und Seitenzahl.24 Allgeyer, Bd. II. S. 185.25 StadtAN C 21/III F Nr. 92 Bl. 65.Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 3 8726 Kern/Uhde-Bernays, Bd. I S. 166 169.27 Eine eingehende Darstellung der Mrzereignissein Nrnberg bei Charlotte Bhl, Revolution, Demo-kratie, Reichsbewusstsein Nrnberg 1848/49, inMVGN (85) 1998, S. 189-196.28 Frnkischer Kurier, Ausgabe Nr. 515 vom 9.Oktober 1910 S. 71.29 Frnkischer Kurier vom 30.12.1929.30 Die Daten ergeben sich aus brieflichen uerun-gen der Mutter in einem Brief vom 4.Mai 1848,Uhde-Bernays, Henriette Feuerbach. Ihr Leben inihren Briefen, Berlin-Wien 1913 S. 143, knftig zi-tiert als Uhde-Bernays, Henriette und Seitenzahl,sowie Kern/Uhde-Bernays, Bd. I. S. 235.31 Kern/Uhde-Bernays, Bd. II. S. 309-310.32 Allgeyer Bd. II. S. 251. Auch Kern/Uhde-Bernays Bd. II. S. 318 zitieren diese Stelle, jedochmit einem anderen Wortlaut wie folgt: Wien, Don-nerstag, willst Du weg von Heidelberg, dann siehDir Nrnberg an und miete. In einem Postskriptumwird der Mutter fr ihren Besuch in Nrnberg dasHotel Wrttemberger Hof. Bei der Station emp-fohlen. Das heute nicht mehr vorhandene Hotel be-fand sich am Bahnhofplatz 2.33 Kern/Uhde-Bernays Bd. II S. 318.34 GNM Nrnberg Archiv, Autographen K 39Feuerbach, Anselm.35 Allgeyer, Bd. II. S. 279.36 Allgeyer, Bd. II S. 279/280.37 Uhde-Bernays, Henriette, S. 302/303.38 Uhde-Bernays, Henriette, S. 304.39 Uhde-Bernays, Henriette, S. 306/307.40 Uhde-Bernays, Henriette, S. 305.41 Uhde-Bernays, Henriette, S. 305.42 StadtAN C 20/V Bauakten Nr. 13035.43 Adressbuch von Nrnberg fr das Jahr 1876,Nrnberg o. J. II. Teil S. 201. Eigentmer diesesHauses war der Privatier David Moses Berolzhei-mer, der, wie der Jurist, wohl auch aus der FrtherBerolzheimer-Dynastie stammte.44 Uhde-Bernays, Henriette, S. 309.45 Wie Fn. 44.46 Einzelheiten zu dieser Kur und dem Kurbetriebsind dargestellt in Rund um Neideck, Die Frnki-sche Schweiz Landschaft und Kultur, Schriften-reihe des Frnkische-Schweiz-Vereins, Erlangen1983, Bd. 1, S. 78-9547 Uhde-Bernays, Henriette, S. 311.48 Allgeyer, Bd. 2 S. 487.49 Wie Fn. 25.50 Allgeyer, Bd. 2 S. 488.51 Allgeyer, Bd. 2 S. 289-291.52 Allgeyer, Bd. 2. S. 308. In der Nrnberger Pres-se findet sich ber diese Begrung keine Notiz.53 StadtAN E 8 Handelsvorstand 5203. Siehe auchJrn Bahns, Anselm Feuerbachs Historienbilder, in:Anselm Feuerbach, Katalog der Karlsruher Aus-stellung von 1976, Mnchen-Berlin 1976, S. 106-110, der erstmals auf dieses Protokoll hingewiesenhatte.54 So aus einem Journal StadtAN HandelsvorstandE Nr. 2382 von 1864-1883 und der Rechnungsle-gung (Quittierung) StadtAN Handelsvorstand E Nr.2433.55 Jrgen Ecker, Anselm Feuerbach. Leben undWerk. Kritischer Katalog der Gemlde, lskizzenund lstudien, Mnchen 1991 S. 356-358. Hier-bei handelt es sich um das derzeit aktuellste Stan-dardwerk zum Knstler.56 Verschiedene Briefstellen, so Brief vom 5.Mrz1877, Kern-Uhde/Bernays, Bd. 2 S. 384 und vom5. Oktober 1877, Kern-Uhde/Bernays Bd. 2 S.402.57 Uhde-Bernays, Henriette S. 322.58 Uhde-Bernays, Henriette, S. 328-330.59 StadtAN C 20/V Nr. 21985. Mit Polizeisenats-beschluss vom 2. April 1868 war dem Maurermei-ster Matthias Schaetz die Erbauung eines neuenWohnhauses genehmigt worden. Mit Baukontrollevom 9. Mai 1871 war die Bauakte abgeschlossenworden; das Haus drfte also um 1870 fertig ge-stellt worden sein.60 Adressbuch von Nrnberg fr das Jahr 1880 S.177.61 Kern-Uhde/Bernays, Bd. 2 S. 405.62 Ernst Stromer von Reichenbach, Erinnerungenan Anselm und Henriette Feuerbach, in: FrnkischerKurier vom 30.12.1929.63 StatdAN Stadtchronik A 70 Bd. 10 S. 428.64 Uhde-Bernays, Henriette Feuerbach, S. 480/48(Anhang).65 Georg Wolfgang Karl Lochner, Kaiser Ludwigder Bayer und die Stadt Nrnberg, Nrnberg 1840,passim.66 Siehe dazu Gerhard Hirschmann, NrnbergsHandelsprivilegien, Zollfreiheiten und Zollvertrge bis1399, in: Beitrge zur Wirtschaftsgeschichte Nrn-bergs, Bd. 1 S. 1-48, hier S. 13/14.67 Jahresbericht des Germanischen Nationalmuse-ums Nr. 27, Nrnberg 1881, S. 2 (hatte Zu- und Aufklrung und Kritik 2/2012, Schwerpunkt Ludwig FeuerbachSchriftenreihe der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nrnberg e.V., Band 388Abgnge des Jahres 1880 verzeichnet).68 Allgeyer, Bd. 2 S. 329/330.69 Allgeyer, Bd. 2 S. 330/331.70 Georg Schreiber, Die Bayerischen Orden undEhrenzeichen, Mnchen 1964 S. 94-98; das Buchenthlt auch Bilder ber das Aussehen des Ordensund seine Geschichte.71 Kern/Uhde-Bernays, Bd. 2 S. 397.72 Wie Fn. 46 S. 444.73 Allgeyer, Bd. 2 S. 355.74 Kern/Uhde-Bernays Bd. II. S. 441.75 Allgeyer, Bd. II. S. 364.76 Es wurden die Ausgaben vom 9.bis 15. Septem-ber 1879 durchgesehen.77 Allgeyer, Bd. II. S. 367.78 Allgeyer, wie Fn. 52.79 Siehe Fn. 1. Die folgenden Ausfhrungen, vorallem im Hinblick auf die Verlassenschaftsverhand-lung, beruhen auf dem genannten ausfhrlichenArchivale.80 Allgeyer, Bd. II. S. 502-506.81 StadtAN A 70 Bd. 10 S. 711/712.82 Markus Schler, Zum Gedchtnis an AnselmFeuerbach. Eine Votivschrift, Nrnberg 1880 passim.83 StaatsAN AG Nrnberg, Nachlassakten 43/1880.84 Stadtchronik zum 9. Dezember 1880, Bd. 10 S.863.85 Stadtchronik zum 7. Januar 1881, Bd. 11. S. 7.86 StadtAN E 6/93 Nr. 57 Fol. 94.87 Hermann Hanschel, Oberbrgermeister HermannLuppe. Nrnberger Kommunalpolitik in der Wei-marer Republik. Nrnberg 1977. Nrnberger For-schungen Bd. 21. Sehr eingehend befasste sich derVerfasser dagegen mit dem Drerjahr 1928.88 Wie Fn. 38.89 StadtAN C 7/IX Nr. 128.90 Uhde-Bernays, Henriette, S. 378.91 StadtAN A 70 Bd. 13 S. 466/467.92 Frnkischer Kurier vom 9. Oktober 1910 Nr.515 S. 71.

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