hallo nachbar! - immanuel-nazareth- immanuelkirche am 14. dezember 2014 lieber konstantin, wenn ich

Download Hallo Nachbar! - immanuel-nazareth- Immanuelkirche am 14. Dezember 2014 Lieber Konstantin, wenn ich

Post on 27-Jul-2020

1 views

Category:

Documents

0 download

Embed Size (px)

TRANSCRIPT

  • 1

    Hallo Nachbar!

    Ev.- Luth. Kirchengemeinde I m m a n u e l - n a z a r e t h

    M ä rz

    - M

    a i

    2 0

    1 5

  • 32

    Auf eine gute Nachbar- schaft! Nachbarn kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Nachbarn bekommt man und zum Nachbarn wird

    man. Eine Einsicht, die zwar Klarheit schafft, es aber kaum leichter macht, wenn es mit dem Nachbarn mal „nicht klappt“.

    Gerne denke ich an meine Nachbarn in Germering zurück. Unzählige Stunden haben wir gemeinsam beim Stallausmis- ten, beim Kuhmelken und danach beim Jausen in der Bauernstube verbracht. Noch heute bekommen meine Kinder leuchtende Augen, wenn wir davon spre- chen. Ich muss gleichzeitig aber auch an einen anderen Nachbarn denken, der es mir und meinen Kindern mit seinen Vor- stellungen von Mittags- und Sonntagsru- he ziemlich schwer gemacht hat.

    Wie ich dieser Tage in der Süddeut- schen lesen konnte, verstehen sich nur 2/3 aller Deutschen gut mit ihren Nach- barn, und jährlich landen 8000 Nachbar- schaftsstreitigkeiten vor Amtsgerichten. Kein Wunder, denn gute Nachbarschaft lebt bekanntlich von Toleranz, Freund- lichkeit und Respekt.

    Neue Nachbarn haben in den letzten Monaten die Anwohner beim SBZ am Fi- deliopark und beim Schreberweg in der Parkstadt bekommen, wo junge Flücht- linge aus dem Irak, aus Syrien, Afgha- nistan und Afrika eine Bleibe gefunden haben. Was mich sehr berührt hat, war die große Welle der Hilfsbereitschaft und waren die vielen positiven Zeichen der Gastfreundschaft, die diese Menschen erleben durften. Ich hoffe, dass diese Welle anhält und nicht eines Tages in Gleichgültigkeit oder Ablehnung um- schlägt.

    Hoffnungsfroh machen mich die vielen Menschen, die in München für ein gutes Miteinander von Flüchtlingen, Migran- ten und Einheimischen auf die Straßen gegangen sind. Gerade die Menschen in der Parkstadt Bogenhausen haben einst selbst die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn man als Vertriebener oder als Flüchtling neu Heimat und Woh- nung findet und dann mit Abwertungen wie „Preußenghetto“ leben muss. Ich finde, wir brauchen keine selbster- nannten Retter der abendländischen Kultur. Nebenbei bemerkt, die geistigen Wurzeln des sogenannten „Abendlands“ stammen aus dem „Morgenland“. Auch das Christentum und damit der Huma- nismus und unsere Menschenrechte haben hier ihre wesentlichen Wurzeln. Migration und geistiger Austausch sind schon immer konstitutiv für Kultur und kulturelle Vielfalt gewesen.

    Le itw

    or t

    Leitwort 2 Ökumene 20

    Nachruf 4 Kinder 21

    Aktuelles 7 Jugend 22

    Titelthema: Hallo Nachbar! (1) 12 Kirchenvorstand 23

    Veranstaltungen 13 Senioren 24

    Gottesdienste 14 Region 25

    Gruppentermine 16 Lebenswege 27

    Titelthema: Hallo Nachbar! (2) 17 Adressen 28

    Losung 30

    In ha

    lt Ich finde auch, wir brauchen keine Dä- monisierung des Islam, sondern einen offenen und gerne auch kritischen Dia- log. Die, die im Namen des Islam Kriege führen, Angst und Schrecken verbreiten, treten den Islam mit Füßen. Wir sollten eher danach fragen, woher die große Bereitschaft zur Radikalisie- rung kommt, und wir sollten respekt- voller mit Andersgläubigen und An- dersdenkenden umgehen. Bewusste Provokationen helfen nicht weiter. „Selig sind die Friedensstifter …“

    Auf eine gute Nachbarschaft! Ihr Pfarrer Markus Rhinow

    „Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremd- linge in Ägyptenland gewesen.“

    - 2. Mose 22, 20 -

    Le itw

    or t

    Impressum

    Herausgeber: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Immanuel-Nazareth München V.i.S.d.P.: Pfarrer Markus Rhinow Redaktion: R. Denzel, E. Kasch, M. Rhinow, P. Untermann, C. Winter Layout/Satz: C. Winter Druck: D. Deschinger, BSZ Marketing Bildnachweise: Titel: Bredehorn.J/pixelio.de; S. 4: Andreas Birkigt; S. 27: Dieter/pixelio.de Alle namentlich gezeichneten Artikel geben die Meinung der jeweiligen Verfasser wieder und nicht unbedingt die der Redaktion. Soweit nicht anders vermerkt, stammen Fotos aus privaten Quellen. Nächster Redaktionsschluss: 20. März 2015

    Passion in Wort und Musik Weihnachten ist vorüber. Und fast nahtlos schließt sich die Passions- zeit an. Genauso verhält es sich mit den diesjährigen Passionsandachten, die wieder ab Aschermittwoch in der Immanuelkirche stattfinden werden. In den Adventsandachten hatten wir den Schöpferaspekt des Dreieinigen betrachtet. In den Passionsandach- ten ist dreimal die „Erlösung“ das Grundmotiv und in den letzten drei dann der „Trost“ als Aspekt des Hei- ligen Geistes. Sechsmal mittwochs betrachten wir eine biblische Geschichte und lassen uns von der Orgel beim Nach-Sinnen und -Fühlen begleiten. Sie sind herzlich dazu eingeladen!

    Martin Sander

    Passionsandachten „Erlösung“ Mittwoch, 4. März, 19.00 Uhr Die Heilung des Naaman, Martin Sander, Immanuel „Trost“ Mittwoch, 11. März, 19.00 Uhr Der Schächer am Kreuz, Pfarrer von Egloffstein, Immanuel Mittwoch, 18. März, 19.00 Uhr Hiob, Ute Hatzold, Immanuel Mittwoch, 25. März, 19.00 Uhr Jesus weint um Lazarus, Pfarrer Schnitzler, Immanuel

  • 54

    N ac

    hr uf

    N ac

    hr uf

    Abschied von Konstantin Köppelmann Konstantin war für unseren Chor wie ein lieber Freund, begabt mit außerge- wöhnlichen Fähigkeiten. Gott hat ihn uns geschenkt. Über 20 Jahre hat er uns mit seiner Musik begleitet. Schöne und heitere, aber auch stille Stunden durf- ten wir mit unserem Kantor erleben. Und er hatte noch so viele Vorhaben. Dafür danken wir ihm. Konstantin wird immer unter uns sein, er ruft uns zu: Ich hab‘ den Berg bestiegen, der euch noch Mühe macht. Doch weinet nicht um mich, ihr Lieben. Der Herr hat alles wohl gemacht.

    Seine Fröhlichkeit und sein Lachen wer- den wir vermissen. Dass Konstantin unseren Chor so unerwartet verlassen musste, ist jetzt noch nicht zu begrei- fen. In dem kurzen Zeitraum, der für ihn bemessen war, hat er uns allen reichlich viel gegeben. Nun trauern wir um unse- ren Kantor.

    Lieber Konstantin, unser Freund - unvergessen - Adieu

    Dieter Götz

    Ansprache zum Abschied Immanuelkirche am 14. Dezember 2014

    Lieber Konstantin, wenn ich jetzt, in dieser Stunde des Ab- schieds, für Deinen Immanuel-Chor eini- ge Worte des Dankes sagen darf, muss ich Dich direkt ansprechen. Als wir uns am letzten Dienstag, zu un- serer gewohnten Probenzeit, getroffen haben und im Schein der Kerze so viele warmherzige Erinnerungen wach wur- den, da ging uns etwas von dem Verlust auf, mit dem wir fertig werden müssen. Und doch warst Du zugleich präsent – als ob Du jederzeit zur Tür herein kommen und mit der Probe beginnen könntest…

    Nun, dem steht das bittere Los des To- des gegenüber, der Dich so grausam aus

    unserer Mitte gerissen hat. Gott sei‘s ge- klagt. Es war ein Abschied aus der Mitte Deines Chores heraus, als Du kurz vor dem geplanten „Evensong“, dem Abend- gebet in der Nazarethkirche, mitten in der Probe uns entrissen wurdest.

    „Unfassbar“ – das war wohl eines der häufigsten Worte, die uns zunächst einfielen, als alle ärztliche Kunst, alles Sorgen und Beten nicht helfen konnte. Jedenfalls nicht so, wie wir uns alle das gewünscht und ersehnt haben. Ob es für Dich in allem gut geworden wäre, wissen wir ja nicht.

    Es war für uns im Chor überaus tröst- lich, dass Dietlind und Birgit mit ihren Besuchen, mit Worten und mit Musik eine Brücke gebaut haben: von uns, die wir um Dich bangten, zu Dir, als Du um Dein Leben kämpftest. Und so kommen uns in dieser Stunde – mit all den gu- ten Erinnerungen – Worte des Dankes in den Sinn; des Dankes für den wun- derbar lebendigen Menschen, der Du für uns warst.

    Immer wieder klang es in den Gesprä- chen auf, wie stark Du Dich mit unserer Kantorei identifiziert und wie weit über das rein Berufliche hinaus Du Dich mit uns eingelassen hast. Wie wichtig Dir der Zusammenhalt und die Gemeinschaft im Chor, aber auch die Einzelnen und ihre Sorgen waren. Diese Zusammengehö- rigkeit ist erwachsen in 22 Jahren, in de- nen Du treu zu uns gehalten hast. Dies soll, da bin ich mir Deiner Zustimmung sicher, auch durch Deinen Tod nicht aus-

    einander brechen, sondern in Deinem Sinn und in Deinem Geist weiter gehen. Wie viele gute Gottesdienste, mit sorg- fältig ausgesuchter Musik; wie viele wunderbare Konzerte mit ungewöhnli- chen Programmen hast Du uns ermög- licht und geschenkt – noch immer sehen wir genau hier, wo jetzt Dein Sarg steht, Dich stehen und uns dirigieren: begeis- tert und begeisternd. Mit Deiner Lust und Freude an der Musik hast Du unse- re Freude und Lust am Singen geweckt und getragen – all dies nicht mit großen Worten, sondern einfach durch Deine Persönlichkeit.

    Was wir an geistlichen Texten geprobt und aufgeführt haben, hast Du uns ohne Pathos nahe gebracht und erschlossen, feinfühlig und mit einem tiefen Gespür für das, worum es wirklich geht. Wir spürten bei Dir eine echte Fröm- migkeit, ohne Krampf und ohne jedes Frömmeln, wenn Du musiziert hast – an der Orgel, mit Deiner schönen Kantoren- Stimme, mit uns im Chor und mit vielen anderen Instrumenten. Mit dieser Fröm- migkeit hast Du den Gottesdienst nicht nur musikalisch-ästhetisch auf hohem Niveau gestaltet. Ich glaube, Du hast Deinen Dienst wirklich als Gottesdienst verstanden.

    Du sollst einmal gesagt haben: „Ich bin ei- gentlich kein außergewöhnlicher Musiker; ich will vor allem Gemeinde-Musiker sein.“