Huang Po Der Geist Des Zen

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die kleine Weisheitsbibliothek - eine persnliche Textsammlung

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Unterweisungen und Dialogen, aufgezeichnet von P'ei-hsiu whrend seines Aufenthaltes in der Stadt Chn-chou Die Wan-ling-Aufzeichnungen der Lehren des Zenmeisters Huang po - Eine Sammlung von Dialogen, Unterweisungen und Anekdoten, aufgezeichnet von P'ei-hsiu, whrend er Prfekt von Wan-ling war Die Zen-Lehre des chinesischen Meisters Huang-po Vorrede des P'ei-hsiu Inhaltsverzeichnis Der groe Zen-Meister Hsi-yn lebte unter dem Geier-Gipfel des Berges Huang-po im Bezirk Kao. Er war der dritte in direkter Abstammungslinie von Hui-neng, dem Sechsten Patriarchen, und der Schler eines Mitbruders von Huai-hai (Jap.: Hyakujo Ekai). Da er nur die intuitive Methode des Hchsten Fahrzeuges hochschtzte, die nicht mit Worten zu bertragen ist, lehrte er nichts anderes als die Lehre vom Einen Geist. Es gab fr ihn keine andere Unterweisung, da Geist und Substanz in gleicher Weise leer sind und die Kette von Ursache und Wirkung ohne Bewegung ist. Der Geist gleicht der Sonne, die durch den Himmel wandert und ihr herrliches Licht aussendet, ohne von Staub befleckt zu werden. Fr diejenigen, die das Wesen der Wirklichkeit innerlich erfahren haben, ist nichts alt oder neu. Begriffe wie Seichtheit oder Tiefe sind fr sie bedeutungslos. Wer von dieser Wirklichkeit spricht, versucht sie nicht zu erklren, errichtet keine Sekte, macht keine Tren noch Fenster auf. Sie ist das, was du vor der Nase hast. Sobald du ber sie nachzudenken beginnst, verfllst du dem Irrtum. Nur wenn du dies verstanden hast, wirst du deine Einheit mit dem ursprnglichen Buddha-Wesen erfahren. Deshalb waren die Worte des Meisters einfach, sein Denken unmittelbar, sein Lebensweg edel, seine Gewohnheiten denen anderer so unhnlich. Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Schler zu ihm und sahen zu ihm auf wie zum Gipfel eines hohen Berges. Durch die Begegnung mit ihm erwachten sie zur Wirklichkeit. Mehr als tausend Schler waren stets zur gleichen Zeit um ihn versammelt. Im zweiten Jahr des Hui-ch'ang (834 n. Chr.) begrte ich ihn, da ich Prfekt von Chung-lin war, als er von seinem Berg in diese Stadt herabkam. Wir wohnten zusammen im Lung-hsing-Kloster. Tag und Nacht befragte ich ihn ber den Weg. Noch einmal hatte ich im zweiten Jahr des T'ai-chung (849 n. Chr.), als ich Prfekt von Wan-ling war, Gelegenheit, ihn feierlich zu begren. Diesmal blieben wir in aller Stille im Kloster K'ai-yuan, in dem ich mich wieder Tag und Nacht unter seiner Leitung schulte. Nachdem ich ihn verlassen hatte, schrieb ich auf, was ich gelernt hatte. Wenn ich auch nur etwa ein Fnftel davon niederschreiben konnte, so halte ich dies doch fr eine unmittelbare Weitergabe der Lehre. Zuerst war ich unsicher, ob ich das Geschriebene verffentlichen sollte. Doch da ich frchtete, diese lebendigen und tiefgrndigen Lehren knnten kommenden Generationen verloren gehen, tat ich es. Ich gab das Manuskript den Mnchen T'ai-chou und Fa-chien mit der Bitte, bei der Rckkehr in das Kuang-t'angKloster auf dem alten Berg die lteren Mnche zu fragen, wie weit es mit dem bereinstimmte, was sie selbst hufig genug gehrt hatten. Geschrieben am achten Tag des zehnten Mondes des elften Jahres von T'ai-chung (858 n. Chr.) der T'angDynastie Die Chn-chou- iederschrift der Lehren des Zen-Meisters Huang po Eine Sammlung von Unterweisungen und Dialogen, aufgezeichnet von P'ei-hsiu whrend seines Aufenthaltes in der Stadt Chn-chou Inhaltsverzeichnis Der Meister sagte zu mir: 1. Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist, neben dem nichts anderes existiert. Dieser Geist, der ohne Anfang ist, ist ungeboren und unzerstrbar. Er ist weder grn noch gelb, hat weder Form noch Erscheinung. Er gehrt nicht zu der Kategorie von Dingen, die existieren oder nicht existieren.

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Auch kann man nicht mit Ausdrcken wie alt oder neu von ihm denken. Er ist weder lang noch kurz, weder gro noch klein, denn er berschreitet alle Grenzen, Mae, Namen, Zeichen und Vergleiche. Du siehst ihn stets vor dir, doch sobald du ber ihn nachdenkst, verfllst du dem Irrtum. Er gleicht der unbegrenzten Leere, die weder zu ergrnden noch zu bemessen ist. Der Eine Geist allein ist Buddha, und es gibt keinen Unterschied zwischen Buddha und den Lebewesen, nur dass diese an Formen festhalten und im Auen die Buddhaschaft suchen. Durch eben dieses Suchen aber verlieren sie sie. Denn sie benutzen Buddha, um Buddha zu suchen, und benutzen den Geist, um den Geist zu erfassen. Selbst wenn sie ein on lang ihr uerstes leisten wrden, sie knnten die Buddhaschaft doch nicht erreichen. Sie wissen nicht, dass ihnen in dem Augenblick, in dem sie das begriffliche Denken aufgeben und ihre Unruhe vergessen, Buddha erscheinen wird; denn dieser Geist ist Buddha, und Buddha ist alle Lebewesen. Er ist nicht kleiner, wenn er sich in gewhnlichen Dingen, noch grer, wenn er sich als Buddha manifestiert. 2. Da du im Grunde in jeder Hinsicht vollkommen bist, solltest du nicht versuchen, diese Vollkommenheit noch durch das ben der sechs Paramitas und von unzhligen hnlichen bungen sowie das Sammeln von Verdiensten unzhlig wie die Sandkrner des Ganges zu ergnzen. Wenn Gelegenheit fr bungen vorhanden ist, fhre diese aus; wenn die Gelegenheit vorber ist, gib Ruhe. Wenn du nicht vollkommen berzeugt bist, dass der Geist Buddha ist, sondern noch an Formen, bungen und verdienstvollen Taten hngst, ist deine Art zu denken falsch und vllig unvereinbar mit dem Weg. Der Geist ist Buddha. Es gibt keine anderen Buddhas oder irgendeinen anderen Geist. Er ist strahlend und fleckenlos wie die Leere und hat berhaupt keine Form noch Erscheinung. Den Geist fr begriffliches Denken zu benutzen, bedeutet die Substanz lassen und sich an Formen binden. Der Ewig-Seiende-Buddha hat keine Gestalt und ist kein Gegenstand der Bindung. Die bung der sechs Paramitas und Myriaden hnlicher bungen, die dazu fhren sollen, ein Buddha zu werden, bedeutet ein stufenweises Voranschreiten. Der Ewig-Seiende-Buddha aber ist kein Buddha der Stufen. Erwachst du blo zum Einen Geist, so gibt es nichts anderes mehr zu verwirklichen. Dies ist der wirkliche Buddha. Der Buddha und alle lebenden Wesen sind der Eine Geist und nichts anderes. 3. Der Geist gleicht der Leere, in der es keine Verwirrung und kein Bses gibt, wenn die Sonne sie durchkreist und die vier Himmelsrichtungen erhellt. Denn wenn die Sonne aufsteigt und die ganze Welt erleuchtet, nimmt die Leere nicht an Glanz zu, und wenn sie niedergeht, wird die Leere nicht dunkler. Die Erscheinungen von Licht und Dunkel wechseln ab, das Wesen der Leere aber bleibt unverndert. Das gleiche gilt fr den Geist des Buddha und der Lebewesen. Wenn du Buddha fr eine reine, strahlende oder erleuchtete Erscheinung hltst, die Lebewesen aber fr ble, dunkle und todgeweihte Gestalten, so werden dich diese Vorstellungen, die deinem Haften an Formen entstammen, von der hchsten Erkenntnis fernhalten, auch dann noch, wenn du so viele onen durchschritten hast, wie es Sandkrner am Ganges gibt. Es existiert nur der Eine Geist und kein Teilchen von irgendetwas anderem, an das man sich klammern knnte. Denn dieser Geist ist Buddha. Wenn ihr Schler auf dem Weg nicht zu dieser Geistsubstanz erwacht, werdet ihr den Geist mit begrifflichem Denken berlagern, den Buddha auerhalb von euch selbst suchen und gebunden bleiben an Formen, fromme bungen und anderes, was schdlich und keineswegs der Weg zur hchsten Erkenntnis ist. 4. Alle Opfer, die den Buddhas des Weltalls gebracht wrden, glichen nicht dem Opfer, das jenem gebracht wird, der dem Weg folgt und das begriffliche Denken aufgegeben hat. Warum? Weil dieser keinerlei Begriffe mehr formt. Die Substanz des Absoluten gleicht im Innern Holz oder Stein, da sie nmlich unbewegt ist. uerlich gleicht sie der Leere, da sie ohne Grenzen und Hemmungen ist. Sie ist weder objektiv noch subjektiv, hat keinen bestimmten Ort, ist ohne Form und kann nicht verschwinden. Wen es zu Ihr hinzieht, der wagt nicht, in sie einzugehen, da er Angst hat, in die Leere hinabgeschleudert zu werden, ohne sich an etwas klammern zu knnen oder vorm Fallen bewahrt zu werden. So starren sie auf den Abgrund und ziehen sich zurck. Dies bezieht sich auf alle, die solches Ziel durch berlegung zu erreichen suchen. Es sind dies die Vielen, whrend nur wenige die intuitive Erkenntnis des Weges

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erlangen. 5. Manjushri verkrpert das grundlegende Gesetz, Samantabhadra die Ttigkeit. Ersteres bedeutet das Gesetz der wirklichen und unbegrenzten Leere, letzteres die unerschpflichen Ttigkeiten jenseits der Sphre der Formen. Avalokiteshvara reprsentiert grenzenloses Erbarmen; Mahasthama grenzenlose Weisheit; Vimalakirti den fleckenlosen Namen. Fleckenlos bezieht sich auf das Wahre-Wesen der Dinge, whrend Name Form bedeutet. Die Form aber ist in Wirklichkeit eins mit dem Wahren-Wesen. Daher die Verbindung "fleckenloser Name". Alle Eigenschaften, die von den groen Bodhisattvas verkrpert werden, wohnen dem Menschen inne und sind nicht von dem Einen Geist zu trennen. Erwache zu ihm, und sie sind da. Ihr Schler des Weges, die ihr nicht m eurem eigenen Bewusstsein zu diesem Geist erwacht und die ihr an ueren Erscheinungen hngt oder etwas Objektives auerhalb eures eigenen Geistes sucht, ihr alle habt dem Weg den Rcken gekehrt. Sandkrner des Ganges! Von diesen sagte Buddha: "Wrden alle Buddhas und Bodhisattvas zusammen mit Indra und allen Gttern ber ihn schreiten, der Sand wrde sich nicht freuen. Wenn Ochsen, Schafe, Reptilien und Insekten auf ihn treten, der Sand empfindet keinen rger. Er sehnt sich nicht nach Schmuck und Wohlgerchen und hat auch kein Verlangen nach dem Gestank von Urin und Mist." 6. Dieser Geist ist nicht an begriffliches Denken gebunden und vllig frei von jeder Form. So unterscheiden sich Buddhas und Lebewesen in keiner Weise. Knntet ihr euch nur frei machen von begrifflichem Denken, dann httet ihr alles erreicht. Aber wenn ihr Schler auf dem Weg euch nicht blitzartig von dem begrifflichen Denken lst, werdet ihr niemals Vollkommenheit erlangen, auch wenn ihr von on zu on danach strebt. Verstrickt in die verdienstvollen bungen der drei Fahrzeuge werdet ihr niemals imstande sein, Erleuchtung zu erlangen. Die innere Erfahrung des Einen Geistes kann aber nach einer krzeren oder lngeren Periode eintreten. Es gibt solche, die nach dem Vernehmen dieser Lehre in einem Augenblick sich vom begrifflichen Denken befreien, andere, nachdem sie den Zehn Glaubensformeln, den Zehn Stufen, den Zehn Ttigkeiten und den Zehn Verdienstbringenden Gaben gefolgt sind. Andere erlangen Befreiung, nachdem sie die Zehn Stufen einer Bodhisattva-Entwicklung durchschritten haben. Aber ob sie das begriffliche Denken auf einem lngeren oder krzeren Weg berschreiten, das Ergebnis ist ein Zustand des Seins. Es gibt keine fromme bung oder Handlung, die zu innerer Erfahrung fhrt. Dass es nichts gibt, was zu erreichen wre, ist keine leere Rede. Es ist die Wahrheit. Auch wird die Vollendung die gleiche sein, ob du dein Ziel in einem einzigen blitzartigen Gedanken oder nach Durchschreiten der Zehn Stufen der BodhisattvaEntwicklung erreichst. Da dieser Zustand des Seins keine Grade kennt, bedeutet die andere Methode nur onen unntiger Leiden und Mhen. 7. Das Ansammeln von Gutem wie von Schlechtem hat beides mit dem Haften an der Form zu tun. Wer Schlechtes tut, weil er der Form verhaftet ist, muss unntigerweise die verschiedensten Inkarnationen durchlaufen. Doch jene, die an der Form haftend Gutes tun, laden sich ebenso nutzlose Mhen und Entsagungen auf. In beiden Fllen ist es besser, pltzliche Selbstverwirklichung zu erlangen und den grundlegenden Dharma zu erfassen. Dieser Dharma ist der Geist; jenseits von ihm besteht kein Dharma. Dieser Geist ist der Dharma; jenseits von diesem besteht kein Geist. Geist an sich ist kein Geist, ebenso wenig ist er Nicht-Geist. Die Aussage, der Geist sei Nicht-Geist, setzt etwas Existierendes voraus. Mgen wir in schweigendem Begreifen verharren - weiter nichts. Fort mit allem Denken und Erklren! Dann ist der Weg der Worte abgeschnitten, die Bewegungen des Geistes sind ausgeschaltet. Dieser Geist ist die reine Buddha-Quelle, die allen Menschen innewohnt. Alle sich bewegenden Wesen, die vom Leben durchpulst sind, alle Buddhas und Bodhisattvas bestehen aus dieser einen Substanz und unterscheiden sich nicht voneinander. Verschiedenheiten entstehen nur durch falsches Denken und bewirken vielfltiges Karma. 8. Unser ursprngliches Buddha-Wesen ist, vom Standpunkt der hchsten Wahrheit, ohne das geringste Teilchen von Gegenstndlichkeit. Es ist leer, allgegenwrtig, still und rein. Es ist herrliche und geheimnisvoll friedvolle Freude - nichts anderes. Dringe tief in es ein, indem du selbst dazu erwachst. Das, was du in jedem Augenblick vor dir hast, ist dieses Buddha-Wesen in all seiner Vollkommenheit - es gibt

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nichts auer ihm. Auch wenn du alle Stufen der Bodhisattva-Entwicklung, eine nach der anderen, zur Buddhaschaft hin durchschreitest - wenn du endlich in einem einzigen Augenblick die vollkommene Verwirklichung erreichst, wirst du nur das Buddha-Wesen erfahren, das alle Zeit bei dir war. Auf allen vorangegangenen Stufen wirst du ihm nichts hinzugefgt haben. Die onen des Wirkens und Ansammelns werden dir dann wie unwirkliche Traumhandlungen erscheinen. Darum sagt der Tathagata: "Durch die vollkommene unbertroffene Erleuchtung habe ich wahrlich nichts dazu gewonnen." Wre irgendetwas zu erreichen gewesen, htte Dipamkara Buddha nicht die prophetischen Worte ber meine Buddhaschaft gesprochen. Auch solches sprach er: "Dieser Dharma ist vllig ohne jede Unterscheidung, weder hoch noch niedrig. Sein Name ist Bodhi." Er ist reiner Geist, die Quelle von allem. Mag er als ein Lebewesen oder als Buddha, in der Gestalt von Flssen und Bergen, als Teil der formhaften Welt oder als Formloses erscheinen oder auch als etwas das gesamte Universum Durchdringendes - er ist vollkommen unterschiedslos. Denn es gibt kein Selbst und kein Anderes. 9. Dieser reine Geist, die Quelle von allem, scheint fr immer und auf alle mit dem Glanz seiner eigenen Vollendung. Aber die Menschen in der Welt werden dessen nicht gewahr, da sie nur das fr Geist halten, was sieht, hrt fhlt und wei. Durch eigenes Sehen, Hren, Fhlen und Wissen geblendet, erkennen sie nicht die geistige Herrlichkeit der Quellsubstanz. Doch wrden sie endlich alles begriffliche Denken in einem Augenblick abwerfen, dann wrde sich diese Quellsubstanz manifestieren, wie die Sonne, die in der Leere aufsteigt und das ganze Weltall ohne Hindernis oder Schranken erleuchtet. Wenn ihr Schler des Weges durch. Sehen, Hren, Fhlen und Erkennen Fortschritte zu erreichen sucht, dann werdet ihr, wenn euch die Wahrnehmungen genommen werden, vom Weg zum Geist abgeschnitten, und ihr werdet nirgends Eintritt finden. Ihr msst nur gewahr werden, dass der Wahre-Geist, auch wenn er sich in diesen Wahrnehmungen ausdrckt, weder Teil von ihnen noch von ihnen getrennt ist. Ihr drft aus diesen Wahrnehmungen keine Schlsse ziehen noch begriffliche Gedanken entstehen lassen. Aber ebenso wenig solltet ihr den Einen Geist auerhalb dieser Wahrnehmungen suchen oder sie auf eurer Suche nach dem Dharma aufgeben. Behaltet sie nicht, gebt sie auch nicht auf, wohnt nicht in ihnen und haftet nicht an ihnen. ber, unter und um euch ist alles augenblicklich aus dem Geist geschaffenes Sein; nichts ist auerhalb des BuddhaGeistes. 10. Wenn die Menschen der Welt hren, dass Buddha die Lehre vom Geist bermittelt hat, dann nehmen sie an, es gbe etwas, das jenseits des Geistes erlangt oder erfahren werden kann. So benutzen sie den Geist, um den Dharma zu suchen, unwissend, dass der Geist und das Ziel ihrer Suche eins sind. Der Geist kann nicht benutzt werden, um etwas vom Geist zu suchen. Auch wenn Millionen onen so vergingen, der Tag des Erfolges wrde nicht aufdmmern. Eine solche Methode ist nicht zu vergleichen mit dem pltzlichen Fortwerfen aller begrifflichen Gedanken, das der grundlegende Dharma ist. Stellt euch einen Krieger vor, der vergessen hat, dass er seine Perle auf der Stirn trgt, und sie berall sucht. Er knnte die ganze Welt durcheilen und wrde sie doch nicht finden. Wrde aber jemand, der Bescheid wsste, seinen Irrtum aufklren, wrde er sogleich erfassen, dass die Perle die ganze Zeit dort war. Ebenso werdet ihr Schler des Weges, wenn ihr euren wirklichen Geist nicht als Buddha erkennt, diesen berall suchen, euch auf verschiedenste Handlungen und bungen einlassen und durch solche stufenweise Praktiken das Ziel zu erreichen suchen. Aber selbst nach onen eifrigster Suche werdet ihr nicht imstande sein, den Weg zu finden. Diese Methoden lassen sich nicht vergleichen mit dem pltzlichen Ausmerzen aller begrifflichen Gedanken, im sicheren Wissen, dass es berhaupt nichts gibt, was absolute Existenz besitzt, nichts, an das man sich klammern kann, nichts, dem man vertrauen, nichts, in dem man verweilen kann, nichts, was Subjekt oder Objekt ist. Nur indem ihr verhindert, dass begriffliches Denken entsteht, werdet ihr Bodhi erfahren. Dann werdet ihr auch Buddha erfahren, der immer in eurem eigenen Geist existierte. Alle onen eifrigen Suchens werden sich als ebenso lange Zeit nutzloser Anstrengungen erweisen. Es wird sein wie bei dem Krieger, der seine Perle fand: Er entdeckt nur, was er all die Zeit auf seiner Stirn trug, und dieses Entdecken hat nichts zu tun mit seinen Anstrengungen, die Perle anderswo zu finden. Darum sprach Buddha: "Ich habe durch die vollkommene unbertreffbare Erleuchtung wahrlich nichts dazu gewonnen." Nur in der Befrchtung, dass die Menschen dieses nicht glauben wrden, berief er

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sich auf das mit den fnf Arten der Schau Wahrzunehmende und mit den fnf Arten der Rede Auszusprechende. Dieser Satz ist aber keineswegs leeres Gerede, sondern drckt die hchste Wahrheit aus. 11. Ihr Schler des Weges solltet gewiss sein, dass die Vier Elemente, die den Krper aufbauen, nicht das "Selbst" bilden, und dass das "Selbst" keine Wesenheit ist - woraus sich ableiten lsst, dass der Krper weder ein Selbst noch eine Wesenheit ist. Die Fnf Bewusstseinsfaktoren, die das menschliche Bewusstsein aufbauen, stellen ebenfalls kein Selbst oder eine Wesenheit dar. Daraus lsst sich folgern, dass das (so genannte individuelle) Bewusstsein weder ein Selbst noch eine Wesenheit ist. Die Sechs Sinne, die zusammen mit den sechs Arten der Wahrnehmung und den sechs Arten der Wahrnehmungsobjekte die Welt der sinnlichen Wahrnehmung darstellen, muss man ebenso verstehen. Diese achtzehn Aspekte der Sinneswelt sind einzeln und zusammengenommen leer. Es gibt nur die GeistQuelle von grenzenloser Ausdehnung und absoluter Reinheit. 12. So gibt es sinnenhaftes und weises Essen. Wenn der Krper, der aus den vier Elementen besteht, an Hunger leidet und ihr ihm ohne Gier Nahrung verschafft, dann ist dies weises Essen. Wenn ihr euch aber gierig an Reinheit und Wohlgeschmack ergtzt, dann lasst ihr die Unterscheidungen zu, die aus falschem Denken erwachsen. Nur Befriedigung des Geschmackssinnes zu suchen, ohne zu wissen, wann man genug hat, heit sinnenhaftes Essen. 13. Shravakas erlangen Erleuchtung durch Hren des Dharma. Darum die Bezeichnung Shravakas. Sie verstehen nicht ihren eigenen Geist, erlauben aber, dass Begriffe aufsteigen, wenn sie der Lehre zuhren. Ob sie nun von der Existenz von Bodhi und Nirvana durch bernatrliche Krfte, durch Glck oder durch Predigten erfahren, sie werden Buddhaschaft nur nach drei onen endloser Dauer erreichen. Dies alles gehrt zum Weg der Shravakas; darum heien sie Shravaka-Buddhas. Pltzlich aber der Tatsache gewahr zu werden, dass euer eigener Geist Buddha ist und nichts zu erreichen, keine, einzige Handlung zu vollbringen ist, das ist der hchste Weg. Dies heit wirklich einem Buddha gleich sein. Es steht nur zu befrchten, dass ihr Schler auf dem Weg durch Aufkommen eines einzigen Gedankens eine Schranke zwischen euch und dem Weg errichtet. Von Gedanken-Augenblick zu Gedanken-Augenblick - keine Form! Von Gedanken-Augenblick zu Gedanken keine Ttigkeit! Das ist Buddha-Sein! Wenn ihr Schler des Weges Buddha werden wollt, braucht ihr keinerlei Lehre zu studieren; ihr msst nur lernen, wie ihr es vermeidet, nach etwas zu suchen und euch an irgendetwas zu klammern. Wo nichts gesucht wird, ist der ungeborene Geist gegenwrtig. Wo keinerlei Anhaften besteht, ist der unzerstrbare Geist vorhanden. Was weder geboren ist noch zerstrt wird, ist Buddha. Die 84000 Methoden, die den 84000 Formen der Tuschung entgegenwirken sollen, sind nur Redewendungen, die die Menschen zum Tor zur Befreiung hinziehen sollen. In Wirklichkeit hat keine von ihnen wahren Bestand. Alles aufzugeben, ist Dharma. Wer dies begreift, ist ein Buddha. Das Aufgeben aller Tuschungen aber lsst keinen Dharma zurck, auf den man sich sttzen kann. 14. Wenn ihr Schler des Weges dieses groe Geheimnis erkennen wollt, dann vermeidet es, an irgendetwas jenseits des Geistes festzuhalten. Sagt man, der wirkliche Dharmakaya des Buddha hnele der Leere, so ist dies nur ein anderer Ausdruck fr die Feststellung, dass der Dharmakaya die Leere und dass die Leere der Dharmakaya ist. Oft wird behauptet, der Dharmakaya sei in der Leere und die Leere enthalte den Dharmakaya, wo doch beide ein und dasselbe sind. Beschreibt ihr aber die Leere als etwas Existierendes, dann ist sie nicht der Dharmakaya, und beschreibt ihr den Dharmakaya als etwas, das existiert, dann ist er nicht die Leere. Lasst ihr dagegen von jedem objektiven Begriff der Leere ab, dann ist sie der Dharmakaya; und wenn ihr jeden objektiven Begriff des Dharmakaya abtut - dann eben ist er die Leere. Sie unterscheiden sich nicht voneinander. Ebenso gibt es keinen Unterschied zwischen Lebewesen und Buddhas, zwischen Samsara und Nirvana, oder zwischen Tuschung und Bodhi. Wenn alle diese Formen aufgegeben sind, dann ist Buddha da. Gewhnliche Menschen blicken auf ihre Umgebung, whrend Schler des Weges auf das Bewusstsein

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blicken. Der wahre Dharma aber ist, dass man beides vergisst. Ersteres ist leicht genug, das zweite aber sehr schwer. Die Menschen haben Angst, ihr Bewusstsein aufzugeben, denn sie frchten, haltlos in die Leere zu fallen. Sie wissen nicht, dass die Leere nicht wirklich leer ist, sondern der Bereich des wirklichen Dharma. Dieses geistig erleuchtende Wahre-Wesen ist anfanglos und zeitlos wie die Leere, weder Geburt noch Zerstrung unterworfen, es existiert nicht, ist aber ebenso wenig nichtexistent; es ist nicht unrein noch rein, nicht geschwtzig noch schweigend, weder alt noch jung. Es nimmt keinen Raum ein und hat weder Innen noch Auen, weder Gestalt noch Erscheinung, weder Farbe noch Klang. Man kann es nicht sehen noch suchen, nicht mit Weisheit oder Erkenntnis verstehen, nicht mit Worten erklren, nicht materiell erfassen oder durch verdienstvolle Handlungen erreichen. Alle Buddhas und Bodhisattvas, gemeinsam mit allen sich bewegenden, vom Leben durchpulsten Dingen, haben Anteil an diesem groen Nirvana-Wesen, das Geist ist. Geist aber ist Buddha, und Buddha ist Dharma. Jeder Gedanke auerhalb dieser Wahrheit ist vollkommen falsch. Du kannst nicht den Geist benutzen, um den Geist zu suchen, nicht Buddha benutzen, um Buddha zu suchen, nicht den Dharma benutzen, um den Dharma zu suchen. So solltet ihr Schler des Weges sofort das begriffliche Denken abtun. Schweigendes Verstndnis sei alles! Jeder Denkvorgang muss zu Irrtum fhren Es besteht nichts - und nur das ist die rechte Anschauung - als die Vermittlung des Geistes durch den Geist. Seid sorgfltig bemht, nicht nach auen auf die materielle Umwelt zu blicken. Diese mit dem Geist zu verwechseln, hiee einen Dieb fr den eigenen Sohn halten. 15. Enthaltsamkeit, Gelassenheit und Weisheit existieren nur im Gegensatz zu Begierde, Zorn und Unwissenheit. Wie knnte es ohne Tuschung Erleuchtung geben. Darum sprach Bodhidharma: "Buddha verkndet alle Dharmas, um jede Spur begrifflichen Denkens auszumerzen. Enthielte ich mich vollkommen des begrifflichen Denkens, was wre dann der Nutzen aller Dharmas?" Heftet euch an nichts jenseits des reinen Buddha-Wesens, der ursprnglichen Quelle aller Dinge. Nehmt an, ihr solltet die Leere mit zahllosen Juwelen schmcken; woran knntet ihr diese festmachen? Das Buddha-Wesen gleicht der Leere. Wenn ihr sie auch mit unschtzbarem Verdienst und Weisheit schmcktet, wo knnten diese sich. festsetzen? Sie wrden nur das ursprngliche Buddha-Wesen verbergen und unsichtbar machen. Die so genannte Lehre vom "Ursprung im Bewusstsein" (der bestimmte andere Schulen folgen) setzt voraus, dass alle Dinge im Bewusstsein geformt werden und sich durch Berhrung mit der ueren Umwelt manifestieren, dass ihre Manifestation aber aufhrt, wenn diese Umgebung nicht vorhanden ist. Es ist aber falsch, eine Umwelt gesondert vom reinen unvernderlichen Wesen aller Dinge anzunehmen. Der so genannte "Spiegel der Sammlung und Weisheit" (eine weitere Mahayana-Lehre) verlangt den Einsatz von Sehen, Hren, Fhlen und Erkennen, die zu einander ablsenden Stufen der Ruhe und Bewegung fhren. Diese aber schlieen Vorstellungen ein, die auf Objekten der Umwelt beruhen; es sind dies bloe Notbehelfe, die einer der niedrigen Kategorien der "Wurzeln des Gutseins" zugehren. Diese Kategorien befhigen die Menschen nur zum Verstndnis dessen, was ihnen gesagt wird. Wollt ihr selbst Erleuchtung erfahren, dann ergeht euch nicht in solchen Vorstellungen. Es sind dies alles Dharmas der Umwelt. Sie betreffen Dinge, die sind, und Dinge, die nicht sind. Sie sind auf Existenz und Nichtexistenz gegrndet. Wenn ihr die Begriffe von Existenz und Nichtexistenz auf jedem Gebiet vollkommen vermeidet, werdet ihr den Dharma wahrnehmen. 16. Am ersten Tag des neunten Mondes sprach der Meister zu mir: Von der Zeit an, wo der Groe Meister Bodhidharma in China ankam, sprach er nur vom Einen Geist und bermittelte nur den Einen Dharma. Er benutzte Buddha, um Buddha zu bertragen, und sprach niemals von einem anderen Buddha. Er benutzte den Dharma, um den Dharma zu bermitteln, und sprach niemals von einem anderen Dharma. Dieser Dharma war der Dharma ohne Worte; und dieser Buddha war der ungreifbare Buddha, denn diese beiden sind in Wahrheit jener Eine Geist, der die Quelle aller Dinge ist. Dies ist die einzige Wahrheit, alles andere ist falsch. Prajna ist Weisheit. Weisheit ist die formlose ursprngliche Geist-Quelle. Im allgemeinen suchen Menschen nicht den Weg, sondern geben sich nur ihren sechs Sinnen hin, die sie in die sechs Daseinsbereiche zurckfhren. Ein Schler des Weges, der sich nur einen einzigen Samsara-Gedanken erlaubt, fllt in die Hnde der Teufel. Erlaubt er sich nur einen einzigen Gedanken, der zu unterscheidender Wahrnehmung fhrt, verfllt er der Ketzerei. Der Gedanke, dass es etwas Geborenes gibt, und der Versuch, dieses auszuschalten, bedeutet unter die Shravakas fallen. Nimmt man an, dass Dinge nicht geboren sind, aber zerstrt werden knnen, gehrt man zu den Pratyekas. Nichts wird

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geboren, nichts wird zerstrt. Fort mit eurem Dualismus, mit euren Vorlieben und Abneigungen. Jedes einzelne Ding ist eben der Eine Geist. Hast du dies erkannt, hast du das Gefhrt der Buddhas bestiegen. 17. Gewhnlich sind die Menschen dem begrifflichen Denken verfallen, das auf den Erscheinungen der Umwelt beruht. Daher stammen ihre Begierden und ihr Hass. Um die Erscheinungen, die euch umgeben, loszuwerden, msst ihr dem begrifflichen Denken ein Ende setzen. Hrt dieses auf, so sind die Erscheinungen der Umwelt leer. Sind diese leer, hrt das Denken auf. Wenn ihr jedoch versucht, die Umwelt auszuschalten, bevor ihr das begriffliche Denken aufgegeben habt, werdet ihr keinen Erfolg haben; ihr werdet vielmehr ihre Macht strken, euch abzulenken. Wenn also alle Dinge nichts sind als Geist, ungreifbarer Geist, was hofft ihr dann zu erreichen? Die Schler der Prajna glauben, dass es berhaupt nichts Greifbares gibt. Darum hren sie auf, an die Drei Fahrzeuge zu denken. Es gibt nur die eine Wirklichkeit, die nicht zu verwirklichen und nicht zu erlangen ist. Hochmtig, wer von sich sagt, er sei fhig, etwas zu verwirklichen oder etwas zu erlangen. Die Menschen, die mit ihren rmeln wedelten und die Versammlung verlieen, wie es im Lotus-Sutra heit, waren solche Hochmtigen. Darum sagt Buddha: "Ich habe durch die Erleuchtung wahrlich nichts dazu gewonnen." Es gibt eben nur ein geheimnisvolles schweigendes Verstehen und nichts anderes. 18. Knnte der gewhnliche Mensch, wenn er im Sterben liegt, nur die fnf Elemente des -Bewusstseins als leer erkennen und ganz erfassen, dass die vier physischen Elemente nicht ein "Ich" bilden, dass der wahre Geist ohne Form ist und weder kommt noch geht, und dass sein Wesen weder mit der Geburt beginnt noch mit dem Tod vergeht, sondern ganzheitlich und unbeweglich in seinen Tiefen ist, und dass der Geist eins ist mit den Erscheinungen der Umwelt, dann wrde er blitzartig Erleuchtung erlangen. Er wrde nicht mehr in die Dreifache Welt verstrickt sein. Er wrde die Welt bersteigen und nicht mehr die geringste Neigung zur Wiedergeburt besitzen. Wrde er den herrlichen Anblick aller Buddhas wahrnehmen, die, von den prchtigsten Manifestationen umgeben, zu seiner Begrung erschienen, so wrde er doch nicht den Wunsch haben, sich ihnen zu nahen. Wrde er alle Arten schrecklicher Gestalten um sich gewahren, so wrde er doch keinen Schrecken empfinden. Er wrde einfach er selbst sein, ohne jeden begrifflichen Gedanken und eins mit dem Absoluten. Er htte den Zustand des unbedingten Seins erlangt. Dies ist das grundlegende Prinzip. 19. Am achten Tag des zehnten Mondes sprach der Meister zu mir: Die so genannte Stadt der Tuschung enthlt die Zwei Fahrzeuge, die zehn Stufen einer Bodhisattva-Entwicklung und die zwei Formen der vollkommenen Erleuchtung. All dies sind machtvolle Lehren, um das Interesse der Menschen zu erwecken; sie gehren aber dennoch zur Stadt der Tuschung. Der so genannte Ort der Kostbaren Dinge ist der Wahre-Geist, das ursprngliche Buddha-Wesen, der Schatz unseres eigenen Wahren-Wesens. Diese Kostbarkeiten knnen nicht bemessen oder angesammelt werden. Wo kann es aber eine Stadt der Tuschung geben, wenn es weder Buddha noch Lebewesen, weder Subjekt noch Objekt gibt? Wenn solches fr die Stadt der Tuschungen gilt, magst du noch nach dem Ort der Kostbaren Dinge Fragen. Doch seine Lage ist nicht anzugeben. Wre dies mglich, dann lge dieser Ort im Raum und wre nicht der wirkliche Ort der Kostbaren Dinge. Alles was wir sagen knnen, ist, dass er ganz nahe ist. Man kann ihn nicht genau angeben, aber wenn du wortlos seine Substanz begreifst, dann ist er da. 20. Icchantikas heien jene, die einen unvollkommenen Glauben besitzen. Alle Wesen innerhalb der sechs Daseinsbereiche, einschlielich der Schler des Mahayana und des Hinayana, werden, wenn sie nicht an ihre potentielle Buddhaschaft glauben, Icchantikas mit abgeschnittenen Wurzeln des Gutseins genannt. Bodhisattvas, die stark an den Buddha-Dharma glauben, ohne die Teilung in Mahayana und Hinayana anzuerkennen, die aber nicht das Eine Wesen, das allen Buddhas und allen Lebewesen gemeinsam ist, erfahren haben, sind Icchantikas mit Wurzeln des Gutseins. Jene, die hauptschlich dadurch erleuchtet wurden, dass sie die gesprochene Lehre hrten, werden Shravakas (Hrer) genannt. Die durch die Erkenntnis des Karma-Gesetzes Erleuchteten heien Pra-tyeka-Buddhas. Wer Buddha wird, jedoch nicht aus eigener geistiger Erleuchtung, wird Hrer-Buddha genannt. Die meisten Schler des Weges sind durch den Dharma erleuchtet, der in Worten gelehrt wird, nicht durch den Dharma des Geistes. Selbst nach vielen aufeinander folgenden onen der Bemhung werden sie nicht eins mit dem ursprnglichen Buddha-Wesen. Denn diejenigen, die nicht aus dem eigenen Geist heraus erleuchtet sind, sondern durch Hren des mit Worten gelehrten Dharma, vernachlssigen den Geist und messen dafr der Lehre

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Bedeutung zu. So schreiten sie nur Stufe fr Stufe voran und sind ihres ursprnglichen Geistes nicht gewahr. Hast du aber das schweigende Begreifen des Geistes erfahren, brauchst du nach keinem Dharma mehr zu suchen. Dann ist der Geist Dharma. 21. Oft hindern die Erscheinungen der Umwelt die Menschen, den Geist wahrzunehmen, hindern persnliche Ereignisse, die zugrunde liegenden Prinzipien zu erkennen. Darum versuchen sie, den Erscheinungen, die sie umgeben, zu entrinnen, um ihren Geist zu befrieden, oder Ereignisse zu verdunkeln, um die Prinzipien zu erfassen. Sie begreifen nicht, dass dies nur eine Verdunkelung der Erscheinungen durch den Geist, der Ereignisse durch die Prinzipien ist. Lass einfach deinen Geist leer werden, dann entleeren sich die Erscheinungen der Umwelt von selbst. Lass die Prinzipien ruhen, und die Ereignisse werden sich von alleine beruhigen. Verwende nicht den Geist in diesem verkehrten Sinn. Viele haben Angst, ihren Geist leer zu machen. Sie frchten, in die Leere zu fallen, und wissen nicht, dass ihr eigener Geist die Leere ist. Der Unwissende enthlt sich der Erscheinungen, aber nicht der Gedanken; der Weise enthlt sich der Gedanken, nicht aber der Erscheinungen. 22. Der Geist des Bodhisattva gleicht der Leere, denn er lsst von allem ab und sucht nicht einmal Verdienst zu sammeln. Es gibt drei Arten des Ablassens: Wenn alles Innere wie uere, Krperliche wie Geistige aufgegeben wird, wenn, wie in der Leere, keine Bindungen zurckbleiben, wenn alle Handlung allein von Ort und Umstnden diktiert wird, wenn Subjekt und Objekt vergessen sind - das ist die hchste Form des Ablassens. Die mittlere Form des Ablassens ist das Beschreiten des Weges durch Vollbringen tugendhafter Handlungen, ohne Verdienst zu erwarten und auf Belohnung zu hoffen. Die niedrigste Form des Ablassens leisten jene, die tugendhafte Handlungen in der Hoffnung auf Belohnung vollbringen, aber dennoch durch Vernehmen des Dharma von der Leere wissen und deshalb nicht anhaften. Das erste Ablassen gleicht einer leuchtenden Fackel, die vorangehalten wird und den Weg nicht verfehlen lsst; das zweite gleicht der Fackel, die zur Seite gehalten wird, so dass es manchmal hell und manchmal dunkel ist; das. dritte gleicht jener Fackel, die nach hinten gehalten wird, so dass Fallgruben auf dem Weg nach vorn nicht sichtbar sind. 23. Der Geist der Bodhisattvas gleicht der Leere, und er lsst von allem ab. Wenn Gedanken an die Vergangenheit nicht festgehalten werden, bedeutet dies ablassen von der Vergangenheit. Wenn Gedanken an die Gegenwart nicht festgehalten werden, ist dies ablassen von der Gegenwart. Werden Gedanken an die Zukunft nicht festgehalten werden, bedeutet das ablassen von der Zukunft. Dies ist das vllige Ablassen von der Dreifachen Zeit. Seit jener Zeit, da der Tathagata dem Kashyapa den Dharma anvertraute, bis heute, wurde der Geist durch den Geist bertragen; es war immer der gleiche Geist. Die bertragung der Leere kann nicht durch Worte geschehen. Eine bermittlung durch Worte kann nicht der Dharma sein. Geist wird durch Geist bertragen, und zwischen ihnen besteht kein Unterschied. bermittlung und Empfang der bertragung sind eine schwer verstndliche Art der geheimnisvollen Verstndigung, so dass tatschlich nur wenige sie empfangen konnten. In Wahrheit ist es so: Geist ist nicht Geist und die bermittlung nicht wirklich bermittlung. 24. Ein Buddha hat drei Krper. Dharmakaya heit der Dharma der allgegenwrtigen Leere des wahren aus sich selbst existierenden Wesens aller Dinge. Sambhogakaya ist der Dharma der allen Dingen zugrunde liegenden Reinheit. Nirmanakaya bezeichnet die Dharmas der sechs bungen, die zu Nirvana fhren, und aller anderen solchen Wege. Der Dharma des Dharmakaya kann nicht durch Wort, Schrift oder durch Hren gefunden werden. Es gibt nichts, das gesagt oder bewiesen werden knnte. Es gibt nur die allgegenwrtige Leere des wirklichen, aus sich selbst existierenden Wesens aller Dinge, nichts anderes. Sagt man, dass es keinen Dharma gibt, der mit Worten erklrt werden kann, so heit dies den Dharma zu predigen. Sambhogakaya und Nirmanakaya entsprechen Erscheinungen, die bestimmten Umstnden angemessen sind. Gesprochene Dharmas, die durch die Sinne vermittelt den Gegebenheiten entsprechen und in allen mglichen Verkleidungen auftreten, sind nicht der wirkliche Dharma. Darum heit es, dass Sambhogakaya oder Nirmanakaya nicht der wirkliche Buddha oder Lehrer des Dharma sind. 25. Der Ausdruck Einheit bezieht sich auf eine einheitliche geistige Herrlichkeit, die sich in sechs harmonisch gemischte "Elemente" teilt. Die einheitliche geistige Herrlichkeit ist der Eine Geist, whrend

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die sechs harmonisch gemischten "Elemente" die sechs Sinnesorgane sind. Die einzelnen Sinnesorgane werden jeweils mit Wahrnehmungsobjekten eins, die sie in die Irre fhren - die Augen mit der Form, das Ohr mit dem Klang, die Nase mit dem Geruch, die Zunge mit dem Geschmack, der Krper mit der Berhrung, der Verstand mit Wesenheiten. Zwischen diesen Organen und ihren Gegenstnden entstehen die sechs Sinneswahrnehmungen. So gibt es zusammengenommen achtzehn Sinnesbereiche. Begreifst du, dass diese achtzehn Bereiche keine objektive Existenz besitzen, dann verbindest du die sechs harmonisch gemischten "Elemente" zu einer einzigen geistigen Herrlichkeit, die der Eine Geist ist. Alle Schler des Weges wissen dieses, knnen aber nicht ablassen, sich Begriffe ber "die einheitliche geistige Herrlichkeit" und ber die "sechs harmonisch gemischten Elemente" zu machen. So hngen sie an Wesenheiten und erreichen das schweigende Verstndnis des ursprnglichen Geistes nicht. 26. Als sich der Tathagata in dieser Welt manifestierte, wollte er ein einziges Fahrzeug der Wahrheit predigen. Aber die Menschen htten ihm nicht geglaubt, htten ihn verhhnt und wren in das Meer der Leiden (Samsara) versunken. Andererseits wre Schweigen Selbstsucht gewesen und er htte nicht die Erkenntnis des geheimnisvollen Weges zum Segen der Lebewesen verbreiten knnen. So griff er zum Notbehelf - der Lehre von den drei Fahrzeugen. Da diese Fahrzeuge relativ grer und kleiner sind, mussten unvermeidlich oberflchlichere und tiefere Lehren entstehen. Keine davon aber ist der ursprngliche Dharma. Darum heit es, dass es nur den Weg des Einen Fahrzeuges gibt. Gbe es mehr, wre dies nicht die Wirklichkeit. Auerdem gibt es absolut keine Mglichkeit, den Dharma des Einen Geistes zu beschreiben. Darum rief der Tathagata den Kashyapa zu sich und lie ihn niedersitzen auf dem Sitz, von dem das Gesetz verkndet wird. Hier vertraute er ihm unter vier Augen den wortlosen Dharma des Einen Geistes an. Dieser unverzweigte Dharma sollte gesondert gebt werden; dann sollten die, die wortlose Erleuchtung erlangten, den Zustand der Buddhaschaft erreichen. 27. Frage: Welches ist der Weg und wie muss man ihm folgen? Antwort: Was fr ein Ding glaubst du ist der Weg, dass du ihm folgen mchtest? Frage: Welche Anweisungen haben die Meister allerorten fr die Dhyana-bung und das Studium der Dharma-Lehre gegeben? Antwort: Worte, die die Stumpfsinnigen anziehen sollen, sind nicht vertrauenswrdig. Frage: Wren diese Lehren fr die Stumpfsinnigen gemeint, dann sagt mir, welcher Dharma den wirklich geistig Begabten gelehrt wurde? Antwort: Wenn es wirklich geistig Begabte gibt, wo fnden sie Menschen, denen sie folgen knnten? Suchen sie im eigenen Inneren, dann finden sie nichts Greifbares. Wie viel weniger finden sie anderswo einen Dharma, der ihrer Aufmerksamkeit wert wre? Suche nicht nach dem, was Prediger den Dharma nennen, denn was fr ein Dharma knnte das schon sein. Frage: Wenn es sich so verhlt, sollten wir dann berhaupt etwas suchen? Antwort: Wenn du dies zugibst, wrdest du dir eine Menge geistiger Anstrengungen sparen. Frage: Auf diese Weise aber wrde alles ausgeschaltet. Es kann doch nicht einfach nichts geben? Antwort: Wer nennt es Nichts? Wer ist dieser Bursche? Aber du wolltest nach etwas suchen. Frage: Wenn kein Suchen notwendig ist, warum behauptet Ihr dann zugleich, dass nicht alles ausgeschaltet ist? Antwort: Nichts suchen heit gelassen bleiben. Wer hat dir gesagt, du sollest alles ausschalten? Blicke auf die Leere vor deinen Augen. Wie kannst du sie hervorrufen oder ausschalten? Frage: Wenn ich diesen Dharma erreichen wrde, gliche er der Leere?

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Antwort: Tag und Nacht habe ich dir erklrt, dass die Leere beides ist: Einheit und Vielfalt. Ich habe dir dies als vorbergehendes Hilfsmittel gesagt, aber du machst Begriffe daraus. Frage: Meint Ihr damit, dass wir keine Begriffe bilden sollten, wie dies die Menschen gewhnlich tun? Antwort: Ich habe es dir nicht verboten, aber Begriffe sind mit den Sinnen verbunden. Und wenn Gefhle eintreten, ist die Weisheit ausgeschlossen. Frage: Dann sollten wir alle Gefhle in Bezug auf den Dharma vermeiden? Antwort: Wenn keine Gefhle entstehen, wer kann dann behaupten, du habest recht? Frage: Warum sprecht Ihr, als irrte ich mich in allen Fragen, die ich Euer Ehrwrden stelle? Antwort: Du bist ein Mensch, der nicht versteht, was man ihm sagt. Was soll all dieses Gerede von Irrtmern. 28. Frage: Bisher habt Ihr alles widerlegt, was gesagt wurde, aber nichts getan, um den wahren Dharma aufzuzeigen. Antwort: Im wahren Dharma gibt es keine Verwirrung, du aber rufst solche durch deine Fragen hervor. Was fr einen "wahren Dharma" kannst du suchen wollen? Frage: Da meine Fragen zu Verwirrung fhren, was wrden Euer Ehrwrden mir raten? Antwort: Betrachte die Dinge so, wie sie sind, und hre nicht auf andere Menschen. Es gibt solche, die wie wilde Hunde alles anbellen, was sich bewegt, die selbst bellen, wenn der Wind durch Gras und Bltter streift. 29. Niemals hat unsere Zen-Lehre, seit sie zuerst bermittelt wurde, gesagt, dass die Menschen nach Gelehrtheit streben oder sich Vorstellungen machen sollten. "Den Weg erforschen" ist nur eine Redensart. Es ist ein Mittel, um auf frhen Entwicklungsstufen das Interesse der Menschen zu wecken. Tatschlich ist der Weg nichts, das erlernt werden kann. Lernen fhrt zum Festhalten an Begriffen und dies ist ein vlliges Missverstndnis des Weges. berdies ist der Weg nicht etwas, das gesonderte Existenz besitzt. Er heit der Mahajana-Geist, der Geist, der nicht im Inneren, im Auen oder in der Mitte zu finden ist. In Wahrheit hat er nirgends einen Ort. Der erste Schritt ist, sich der auf Wissen gegrndeten Begriffe zu enthalten. Dies ist ntig, weil du, selbst wenn du dem Weg der empirischen Methode bis zum uersten Ende folgen wrdest, auch dort noch immer nicht imstande wrest, den Geist aufzufinden. Der Weg ist geistige Wahrheit, ursprnglich ohne Namen und Bezeichnung. Nur weil die Menschen in ihrer Unwissenheit auf empirische Weise nach ihm suchten, erschien Buddha und lehrte sie, diese Methode der Annherung aufzugeben. In der Befrchtung, dass niemand dies verstehen wrde, wurde die Bezeichnung "Weg" gewhlt. Diese aber darf euch nicht zu der gedanklichen Vorstellung eines Weges fhren. So heit es: "Wenn der Fisch gefangen ist, kmmert uns die Reuse nicht mehr." Wenn Krper und Geist Unmittelbarkeit erreicht haben, ist der Weg gefunden und der Geist erfasst. Shramana wird genannt, wer zur ursprnglichen Quelle aller Dinge vorgedrungen ist. Die Frucht der Shramana-Stufe wird erlangt, indem man allen ngsten ein Ende macht; sie wird nicht durch Bcherwissen erlangt. 30. Wenn ihr eure Gedanken jetzt darauf richtet, den Geist zu suchen, indem ihr den Lehren anderer zuhrt, und ihr dieses Ziel allein durch Lernen zu erreichen hofft, wann werdet ihr dann jemals Erfolg haben? Einige unter den Alten hatten einen scharfen Verstand. Kaum hatten sie die Lehre gehrt, beeilten sie sich auch schon, alle Gelehrtheit abzutun. So wurden sie "die Weisen" genannt, "die durch Aufgeben des Lernens zum Verweilen im Unmittelbaren gelangten". In unseren Tagen wollen die Menschen sich nur mit Wissen und Schlussfolgerungen voll stopfen und suchen berall nach Buchwissen. Dies nennen sie "Dharma-Praxis". Sie wissen nicht, dass so viel Wissen und Schlussfolgerungen genau den entgegengesetzten Erfolg haben und nur Hindernisse aufrichten. Wenn du nur Wissensmengen anhufst, gleichst du einem Kind, das durch zuviel Essen von Sigkeiten Verdauungsstrungen bekommt. Alle, die

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den Weg entsprechend den Drei Fahrzeugen studieren, gleichen solchen Kindern. Man knnte sie Menschen nennen, die unter Verdauungsstrungen leiden. Werden so genanntes Wissen und Schlussfolgerungen nicht verdaut, dann werden sie zu Giften, denn sie gehren nur zur Ebene des Samsara. Im Absoluten gibt es nichts dergleichen. Darum heit es: "In der Waffenkammer meines Herrn gibt es kein Schwert der Soheit." Alle Begriffe, die du in der Vergangenheit gebildet hast, mssen abgetan und durch die Leere ersetzt werden. Wo der Dualismus aufhrt, dort ist die Leere, die der Scho der Tathagatas ist. Der Ausdruck "Scho der Tathagatas" besagt, dass dort nicht eine Haaresbreite von irgendetwas existieren kann. Darum hat sich der Dharmaraja (der Buddha), der jeden Gedanken einer objektiven Existenz niederriss, in dieser Welt manifestiert und gesagt: "Als ich bei Dipamkara Buddha war, gab es auch nicht das kleinste Teilchen von irgendetwas, das ich htte erreichen knnen." Diese Worte sollen dein auf Sinneswahrnehmungen aufgebautes Wissen und deine Schlussfolgerungen entleeren. Nur wer jede Spur von empirischem Wissen abtut und aufhrt, sich auf irgendetwas zu verlassen, kann ein vollkommen befriedeter Mensch werden. Die kanonischen Schriften der Drei Fahrzeuge sind Hilfsmittel fr vorbergehende Anforderungen. Sie wurden gelehrt, um solchen Anforderungen gerecht zu werden, und sind deshalb von vergnglichem Wert und voll Unterscheidungen. Wrde man dieses begreifen, dann bestnden keine Zweifel mehr darber. Vor allem ist es wesentlich, nicht eine besondere, fr eine bestimmte Gelegenheit passende Lehre zu whlen und diese, weil sie im Kanon aufgezeichnet ist, als unvernderlichen Lehrsatz aufzufassen. Und warum? Weil es in Wahrheit keinen unvernderlichen Dharma gibt, den der Tathagata htte predigen knnen. Anhnger unserer Schule wrden dies bestimmt niemals behaupten. Wir wissen blo, wie alle gedankliche Aktivitt beruhigt und auf diese Weise die Gelassenheit erreicht werden kann. Wir beginnen gewiss nicht mit dem Nachdenken ber die Dinge, um dann in Verwirrung zu enden. 31. Frage: Nach allem, was Ihr eben gesagt habt, ist der Geist Buddha; aber es ist nicht klar, welcher Geist gemeint ist mit diesem "Geist, der Buddha ist". Antwort: Wie viele Arten Geist hast du? Frage: Aber ist Buddha der gewhnliche Geist oder der erleuchtete Geist? Antwort: Wo in aller Welt bewahrst du deinen "gewhnlichen" und deinen "erleuchteten Geist" auf? Frage: In der Lehre der Drei Fahrzeuge heit es, dass es beide gibt. Warum leugnen dies Euer Ehrwrden? Antwort: In der Lehre der Drei Fahrzeuge wird deutlich erklrt, dass der gewhnliche wie der erleuchtete Geist Tuschung sind. Du verstehst dies nicht. Alles Haften am Gedanken von der Existenz der Dinge ist ein Verwechseln des Nichtvorhandenen mit der Wahrheit. Wie sollten solche Begriffe nicht Tuschung sein? Da sie dies sind, verbergen sie dir den Geist. Wrdest du dich nur von Begriffen wie "gewhnlich" und "erleuchtet" frei machen, dann wrdest du sehen, dass es keinen anderen Buddha als jenen in deinem eigenen Geist gibt. Als Bodhidharma aus dem Westen kam, wies er nur darauf hin, dass die Substanz, aus der alle Menschen gebildet sind, Buddha ist. Du aber missverstehst dies noch immer. Du haftest an Begriffen wie "gewhnlich" und "erleuchtet", indem du deine Gedanken nach auen richtest, wo sie wie Pferde herumspringen. Dies alles fhrt zur Verdunklung deines Geistes. Darum sage ich dir, dass der Geist Buddha ist. Sobald Gedanken oder Gefhle aufsteigen, verfllst du dem Dualismus. Anfanglose Zeit und der gegenwrtige Augenblick sind das gleiche. Es gibt nicht dieses oder jenes. Diese Wahrheit verstehen, nennt man die vollkommene und unbertreffliche Erleuchtung. Frage: Auf welche Lehre (Dharma-Grundregel) grnden Euer Ehrwrden dieses Wort? Antwort: Warum eine Lehre suchen? Sobald du eine Lehre hast, verfllst du dem dualistischen Denken. Frage: Gerade eben sagtet Ihr, dass anfanglose Vergangenheit und Gegenwart das gleiche seien. Was meint Ihr damit?

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Antwort: Nur wegen deines Suchens unterscheidest du zwischen beiden. Wrdest du damit aufhren, wie knnte es dann noch eine Unterscheidung geben? Frage: Wenn es keine Unterschiede gibt, warum habt Ihr dann gesonderte Bezeichnungen gebraucht? Antwort: Httest du nicht die Worte "gewhnlich" und "erleuchtet" gebraucht, wer htte sich dann um solche Dinge gekmmert! Ebenso wie diese Kategorien keine wirkliche Existenz besitzen, ist der Geist nicht wirklich "Geist". Da aber beide, der Geist wie diese Kategorien, in Wirklichkeit Tuschung sind, wo kannst du dann irgendetwas zu finden hoffen? 32. Frage: Tuschung kann uns den eigenen Geist verbergen, aber bisher habt Ihr uns nicht gelehrt, wie wir die Tuschung loswerden knnen. Antwort: Entstehen wie Beseitigen der Tuschung sind beides Tuschungen. Diese wurzeln nicht in der Wirklichkeit, sondern bestehen nur durch dein dualistisches Denken. Wenn du nur aufhrtest, entgegengesetzten Begriffen wie "gewhnlich" und "erleuchtet" anzuhngen, wrde die Tuschung von allein aufhren. Wolltest du sie dann noch - wo auch immer - zerstren, wrdest du entdecken, dass auch nicht eine Haaresbreite von irgendetwas zurckgeblieben ist, das du erfassen kannst. Dies ist Bedeutung von: "Ich will mit beiden Hnden loslassen. Dann werde ich gewiss Buddha in meinem Geist entdecken." Frage: Wenn es nichts gibt, was ich fassen kann, wie ist dann der Dharma bermittelt worden? Antwort: Es ist eine bertragung von Geist zu Geist. Frage: Wenn der Geist zur bermittlung benutzt werden kann, warum sagt Ihr dann, dass auch der Geist nicht existiert? Antwort: Kein Dharma - welcher Art auch - empfangen, heit geistige bertragung. Das Begreifen dieses Geistes braucht keinen Geist und keinen Dharma. Frage: Wenn es keinen Geist und keinen Dharma gibt, was bedeutet dann bertragung? Antwort: Du hrst, dass Menschen von Geist-bertragung sprechen und meinst, die sprchen von etwas, das man erhalten kann. Bodhidharma aber sprach: Das Wesen des Geistes, recht verstanden, Lsst sich durch Menschenwort nicht greifen noch vermitteln. Erleuchtung lsst sich nicht erlangen, Und der sie findet, sagt nicht, dass er wei. Wrde ich dies auch erklren, du wrdest es doch nicht verstehen. 33. Frage: Sicher ist die Leere, die sich vor unseren Augen ausbreitet, objektiv. Weist Ihr nicht auf etwas Gegenstndliches hin und seht darin den Geist? Antwort: Welche Art Geist knnte ich dir in einer objektiven Umwelt aufzeigen? Auch wenn du ihn sehen knntest, wre er nur der in einem objektiven Bereich widergespiegelte Geist. Du glichest einem Mann, der sein Gesicht m einem Spiegel betrachtet. Wenn du auch deine Zge genau, darin erkennen kannst, so betrachtest du doch eine bloe Widerspiegelung. Was hat dies mit dem Anliegen zu tun, das dich zu mir fhrte? Frage: Wenn wir nicht mit Hilfe von Widerspiegelungen sehen, wann knnen wir dann berhaupt sehen? Antwort: Solange du dich mit "mit Hilfe von" beschftigst, wirst du immer von etwas Falschem abhngen. Wann wirst du jemals verstehen? Anstatt auf die zu hren, die dir sagen, du solltest beide Hnde weit aufmachen, wie jemand, der nichts zu verlieren hat, vergeudest du deine Kraft, indem du mit allen mglichen Dingen prahlst.

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Frage: Bedeuten denen, die das Verstndnis besitzen, auch die Widerspiegelungen nichts? Antwort: Wenn feste Dinge nicht existieren, wie viel weniger knnen uns dann Widerspiegelungen nutzen? Laufe nicht brabbelnd herum wie ein Schlafwandler mit offenen Augen. Whrend er in die Versammlungshalle trat, sagte Seine Ehrwrden: "Der Besitz vieler Arten von Kenntnissen lsst sich nicht mit dem Aufgeben der Suche nach irgendetwas vergleichen. Das ist das Beste aller Dinge. Es gibt nicht verschiedene Arten von Geist, und es gibt keine Lehre, die in Worte gefasst werden kann. Da nichts weiter zu sagen ist, ist die Versammlung geschlossen." 34. Frage: Was bedeutet relative Wahrheit? Antwort: Was soll man mit einem Parasiten wie dieser anfangen? Wirklichkeit ist vollkommene Reinheit. Warum eine Diskussion auf falschen Begriffen aufbauen? Vollkommen ohne Begriffe sein, das ist die Weisheit des Nichthaftens. Bleibe jeden Tag, im Gehen oder Stehen, im Sitzen oder Liegen und in allen deinen Reden, losgelst von allen Dingen im Bereich der Erscheinungen. Ob du redest oder nur mit den Augen blinzelst, tue dies mit vlliger Ungebundenheit. Wir nhern uns dem Ende der dritten Periode von fnfhundert Jahren seit den Tagen Buddhas, und die meisten Schler des Zen hngen noch an aller Art von Klngen und Formen. Warum eifern sie mir nicht nach, indem sie jeden Gedanken gehen lassen, als wre er nichts, oder als wre er ein Stck faules Holz, ein Stein oder die kalte Asche eines ausgegangenen Feuers? Oder warum geben sie nicht die schlichte Antwort, die gerade die Umstnde verlangen? Wenn du nicht so handelst, dann wirst du am Ende deiner Tage von Yama gepeinigt werden. Du musst dich freimachen von den Lehren der Existenz und Nichtexistenz. Denn der Geist ist wie die Sonne, die fr immer in der Leere unmittelbar und absichtslos scheint. Dies lsst sich nicht ohne Anstrengung erreichen, aber wenn du den Punkt erreicht hast, wo du an berhaupt nichts mehr haftest, dann wirst du handeln wie die Buddhas. Dein Handeln wird dem folgenden Ausspruch entsprechen: "Entwickle ein Bewusstsein, das an gar nichts hngt." Dies ist dein reiner Dharmakaya, die vollkommene hchste Erleuchtung. Wenn du dies nicht verstehst, dann magst du durch Lernen noch so tiefes Wissen erlangen, die mhsamsten Anstrengungen unternehmen und die strengste Enthaltsamkeit ben: Du wirst doch deinen eigenen Geist nicht erkennen. Alle deine Anstrengungen werden falsch geleitet sein und du wirst dich mit Sicherheit der Anhngerschaft Maras zugesellen. Welchen Vorteil kannst du durch solche bungen gewinnen? So sagte Chih-kung einmal: "Buddha ist in Wahrheit die Schpfung deines eigenen Geistes. Wie kannst du ihn dann in den Schriften suchen?" Wenn du auch Vorstellungen wie die "Drei Grade der Bodhisattvaschaft", die "Vier Grade der Heiligkeit" und die "Zehn Stufen der Bodhisattva-Entwicklung auf dem Weg zur Erleuchtung" studierst, bis dein Kopf damit voll gestopft ist, wirst du doch nur zwischen "gewhnlich" und "erleuchtet" hin- und herpendeln. Nicht sehen, dass alle Methoden, diesem Weg zu folgen, vergnglich sind, ist der Dharma des Samsara. Ist seine Kraft erschpft, dann fllt der Pfeil zu Boden; Du baust dir Existenzen auf, die deine Hoffnungen dann doch niemals erfllen werden. Wie weit bleibst du entfernt vom Tor zur berschreitung, Von dem ein Sprung nur Buddhas Land erreicht. Weil du nicht solch ein Mensch bist, beharrst du auf einem eingehenden Studium der Methoden, die seit altersher ausgearbeitet wurden, um Erkenntnis auf der Ebene des begrifflichen Denkens zu erlangen. Von Chih-kung stammt auch der Ausspruch: "Wenn du nicht einem vortrefflichen Lehrer begegnest, wirst du die Mahayana-Arznei vergebens geschluckt haben." 35. Wrdest du alle deine Zeit - im Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen - dazu verwenden, zu lernen, wie du die begriffebildenden Ttigkeiten deines eigenen Geistes zum Stillstand bringen kannst, dann wrdest du mit Sicherheit am Ende das Ziel erlangen. Da deine Kraft nicht ausreicht, bist du vielleicht nicht fhig,

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Samsara mit einem einzigen Sprung zu berspringen, nach fnf oder zehn Jahren aber hast du einen guten Anfang gemacht und wirst imstande sein, mhelos weitere Fortschritte zu machen. Da du nicht solch ein Mensch bist, fhlst du dich verpflichtet, deinen Geist zum "Studium des Dhyana" und zum "Studium des Weges" zu verwenden. Was aber hat dieses alles mit Buddhismus zu tun? Darum heit es, dass alles, was der Tathagata lehrte, nur die Verwandlung des Menschen bewirken sollte - so wie man einem Kind vormacht, gelbe Bltter seien wirkliches Gold, damit es nicht mehr weint. Das darf aber keineswegs als hchste Wahrheit angesehen werden. Hltst du es dafr, bist du kein Mitglied unserer Schule. Was knnte dies auch fr deine ursprngliche Substanz bedeuten? Darum sagt das Sutra: "Was hchste vollkommene Weisheit genannt wird, beinhaltet, dass wirklich nicht das geringste vorhanden ist, das erlangt werden kann." Wenn du dies zu verstehen vermagst, wirst du erkennen, dass der Weg der Buddhas und der Weg der Teufel gleichermaen weit vom Ziel entfernt sind. Das ursprngliche, reine, strahlende Weltall ist weder viereckig noch rund, weder gro noch klein. Es ist ohne solche Unterscheidungen wie lang und kurz, ist jenseits von Bindung und Bewegung, von Unwissenheit und Erleuchtung. Du musst ganz klar sehen, dass es wirklich gar nichts gibt - keine Menschen, keine Buddhas. Die groen kosmischen Systeme, zahllos wie der Sand, sie alle sind nur wie Luftblasen. Alle Weisheit und alle Heiligkeit sind nur wie ein Blitzstrahl. Sie alle haben nicht die Wirklichkeit des Geistes. Der Dharmakaya, von altersher bis zum heutigen Tag, und die Buddhas und Patriarchen sind alle Eins. Wie kann ihm auch nur ein einziges Haar von irgendetwas fehlen? Selbst wenn du dies verstehst, bedarf es noch mhevoller Anstrengungen. Du kannst dein Leben lang nicht sicher sein, ob du lange genug lebst, um noch einen weiteren Atemzug zu tun. 36. Frage: Der Sechste Patriarch war ohne Bildung. Wie kam es, dass er das Gewand erhielt, das ihn zu diesem Amt erhhte? Der ltere Shen-hsiu (ein Rivale) stand fnfhundert anderen Mnchen vor und war als lehrender Mnch imstande, zweiunddreiig Bnde der Sutras zu erklren. Warum bekam er nicht dieses Gewand? Antwort: Weil er noch in begriffliches Denken - in einen Dharma der Bewegung - verstrickt war. Ihm galt als Wirklichkeit: Du wirst erreichen, was du bst. Deshalb bermittelte der Fnfte Patriarch den Geist an Hui-neng. In jenem Augenblick erlangte dieser das wortlose Begreifen und empfing im Schweigen den tiefsten Gedanken des Tathagata. Darum wurde ihm der Dharma bermittelt. Du verstehst nicht, dass die grundlegende Lehre des Dharma darin besteht, dass es keine Dharmas gibt, dass diese Lehre des NichtDharma in sich selbst jedoch ein Dharma ist. Jetzt aber, nachdem die Lehre des Nicht-Dharma bertragen worden ist, wie kann die Lehre des Dharma ein Dharma sein? Wer die Bedeutung dieses Ausspruches versteht, verdient, ein Mnch genannt zu werden, jemand, der die "Dharma-Praxis" beherrscht. Wenn du das nicht glauben willst, musst du die folgende Geschichte erklren: Der ltere Wei-ming kletterte auf den Gipfel des Ta-Y-Berges, um den Sechsten Patriarchen zu besuchen; dieser fragte ihn, warum er gekommen sei. Um des Gewandes oder um des Dharma willen? Der Altere Wei-ming antwortete, er sei nicht des Gewandes, sondern nur des Dharma wegen gekommen. Darauf sprach der Sechste Patriarch: "Vielleicht magst du deine Gedanken einen Augenblick sammeln und nicht in Begriffen von Gut und Bse denken." Wei-ming tat, wie ihm geheien, und der Sechste Patriarch fuhr fort: "Eben in dem Augenblick, in dem du nicht an Gutes und nicht an Bses denkst, kehre zu dem zurck, was du warst, ehe dein Vater und deine Mutter geboren wurden." Bei diesen Worten gelangte Wei-ming zu einem pltzlichen schweigenden Begreifen. Er verneigte sich bis zur Erde und sprach: "Ich bin wie ein Mensch, der Wasser trinkt und in sich selbst erfhrt, dass es kalt ist. Dreiig Jahre habe ich bei dem Fnften Patriarchen und seinen Schlern gelebt, aber erst heute bin ich fhig, die Fehler meines frheren Denkens zu verbannen." Der Sechste Patriarch antwortete: "Genau das. Nun verstehst du endlich, warum der Erste Patriarch, als er aus Indien kam, unmittelbar auf den Geist der Menschen deutete, durch den sie ihr Wahres-Wesen erfassen und zu Buddhas werden konnten, und warum er niemals etwas anderes sagte. Wissen wir nicht, dass Kashyapa, als er von Ananda gefragt wurde, was der von aller Welt Verehrte mit dem goldenen Gewand zusammen bermittelt habe, ausrief: "Ananda!" Und als Ananda ehrfurchtsvoll antwortete: "Ja?", fuhr er fort: "Wirf die Fahnenstange am Eingang des Klosters zu Boden." Dies war das Zeichen, das der Erste (indische) Patriarch ihm gab.

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Dreiig Jahre lang hatte der weise Ananda dem Buddha persnlich gedient. Da er aber zu sehr auf das Ansammeln von Erkenntnissen bedacht war, tadelte ihn der Buddha: "Wenn du auch Tausende von Tagen Erkenntnis suchst, so wird dir dies weniger ntzen, als wenn du einen Tag lang den Weg richtig erforschst. Erkennst du ihn nicht, wirst du nicht imstande sein, auch nur einen einzigen Tropfen Wasser zu verdauen." Die Wan-ling-Aufzeichnungen der Lehren des Zenmeisters Huang po Eine Sammlung von Dialogen, Unterweisungen und Anekdoten, aufgezeichnet von P'ei-hsiu, whrend er Prfekt von Wan-ling war Inhaltsverzeichnis 1. Einst fragte ich den Meister: Wie viele der vier- bis fnfhundert Menschen, die auf diesem Berg versammelt sind, haben die Lehre von Euer Ehrwrden ganz verstanden? Der Meister antwortete: Ihre Zahl ist nicht zu kennen. Warum nicht? Weil ich durch das Erwecken des Geistes lehre. Wie kann dieses durch Worte vermittelt werden? Worte haben nur dann eine gewisse Wirkung, wenn sie in die ungelehrten Ohren von Kindern fallen. 2. Frage: Was ist Buddha? Antwort: Geist ist der Buddha. Der Weg ist das Aufhren des begrifflichen Denkens. Wenn du nicht mehr Begriffe und Gedanken aufkommen lsst, wie Existenz und Nichtexistenz, lang und kurz, Selbst und Anderes, aktiv und passiv und hnliches, dann wirst du finden, dass dein Geist im Grunde Buddha, dass Buddha im Grunde Geist ist, und dass der Geist der Leere hnlich ist. Darum steht geschrieben, dass "der wahre Dharmakaya" der Leere hnelt. Suche nichts auer diesem, damit deine Suche nicht in Leiden endet. Wenn du auch die sechs Paramitas so viele onen lang bst, wie es Sandkrner am Ganges gibt, und noch andere Arten von Ttigkeit zur Erlangung der Erleuchtung hinzufgst, so wirst du das Ziel doch nicht erreichen! Warum nicht? Weil dies Karma bewirkende Ttigkeiten sind und du, wenn das gute Karma, das sie schaffen, erschpft ist, wiedergeboren wirst in der vergnglichen Welt. Darum steht auch geschrieben: "Der Samboghakaya ist nicht ein wirklicher Buddha, noch ein wirklicher Lehrer des Dharma". Nur wenn du das Wesen deines eigenen Geistes kennen lernst, in dem es kein Selbst und kein Anderes gibt, wirst du tatschlich ein Buddha sein. 3. Frage: Auch wenn es stimmt, dass der Erleuchtete, der das Anhalten des begrifflichen Denkens erreicht hat, Buddha ist - wrde nicht der Unwissende, der mit dem begrifflichen Denken aufhrt, sich im Nichts verlieren? Antwort: Es gibt keine Erleuchteten und keine Unwissenden, und es gibt kein Nichts. Wem auch im Grunde die Dinge ohne objektive Existenz sind, so darfst du doch nicht denken, sie seien nichtexistent, und wenn sie auch nicht nichtexistent sind, darfst du sie nicht als existierend denken. "Existenz" und "Nichtexistenz" sind empirische Begriffe und nichts anderes als Illusionen. Darum steht geschrieben: "Was immer die Sinne auffassen, einschlielich gedanklicher Begriffe bis hin zu den Lebewesen, gleicht einer Illusion." Der Grnder unserer Schule predigte seinen Schlern nichts anderes als vollkommene Abstraktion, die zum Ausschalten der Sinneswahrnehmung fhrt. In dieser vollkommenen Abstraktion entfaltet sich der Weg des Buddha, whrend aus der Unterscheidung zwischen diesem und jenem ein Heer von Dmonen aufsteht. 4. Frage: Wenn Geist und Buddha im Grunde eins sind, sollen wir dann fortfahren mit der bung der sechs Paramitas und mit den anderen traditionellen Vorschriften zur Erlangung der Erleuchtung? Antwort: Erleuchtung kommt aus dem Geist, gleichgltig, ob du die sechs Paramitas und anderes bst. Alle solche bungen sind nur Notbehelfe zum Umgang mit "konkreten" Angelegenheiten im tglichen Leben. Selbst die Erleuchtung, das Absolute, die Wirklichkeit, pltzliche Verwirklichung, der17 von 41 18.07.2009 12:07

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Dharmakaya und alles andere bis zu den Zehn Stufen der Entwicklung, den Vier Belohnungen eines tugendhaften und weisen Lebens sowie dem Zustand der Heiligkeit und Weisheit sind - jedes einzelne nichts als Begriffe, um uns durch Samsara hindurch zu helfen. Sie haben nichts zu tun mit dem wirklichen Buddha-Geist. Da der Geist Buddha ist, ist der ideale Weg der Vollendung das Entfalten dieses BuddhaGeistes. Vermeide nur begriffliches Denken, das zu Werden und Vergehen fhrt, zu dem Elend in der Welt der Sinne und zu vielem anderen. Dann brauchst du keine Wege zur Erleuchtung und hnliches mehr. Darum steht geschrieben: Was Buddha lehrt, hat nur das eine Ziel: Des Denkens Raum zu berqueren. Ist still geworden der Gedanken Spiel, Was ntzen dann noch Buddhas Lehren? In der ganzen Reihe der Patriarchen von Gautama Buddha bis zu Bodhidharma, lehrte keiner etwas anderes, als den Einen Geist, auch das Einzige Fahrzeug zur Befreiung genannt. Darum wirst du, wenn du auch das ganze Weltall durchsuchst, niemals ein anderes Fahrzeug finden. Diese Lehre hat nirgends Zweige noch Bltter, ihre einzige Eigenschaft ist die ewige Wahrheit. Deshalb ist es eine Lehre, die schwer anzunehmen ist. Als Bodhidharma nach China kam und die Knigreiche von Liang und Wei erreichte, erlangte nur der ehrwrdige Meister Ko schweigende Einsicht in den eigenen Geist. Sobald ihm dies erklrt wurde, verstand er, dass dieser Geist Buddha ist und der persnliche Geist und Krper nichts sind. Diese Lehre heit der Groe Weg. Das Wahre-Wesen des Groen Weges ist das Leersein von Gegenstzen. Bodhidharma glaubte fest daran, dass er in diesem Leben eins war mit der wirklichen "Substanz" des Weltalls. Geist und diese Substanz sind nicht im Geringsten voneinander verschieden. Diese "Substanz" ist Geist; beide sind unmglich zu trennen. Um dieser Offenbarung willen erhielt er den Titel: Patriarch unserer Schule. Darum steht geschrieben: "Der Augenblick, in dem die Einheit von Geist und Substanz, die die Wirklichkeit ist, erfahren wird, spottet tatschlich jeder Beschreibung." 5. Frage: Befreit der Buddha wirklich die Lebewesen? Antwort: In Wirklichkeit gibt es keine Lebewesen, die der Tathagata befreien knnte. Wenn sogar das Selbst keine objektive Existenz hat, wie viel weniger hat sie das Andere. Deshalb existieren weder Buddha noch Lebewesen objektiv. 6. Frage: Und doch wird berichtet, dass "wer die zweiunddreiig charakteristischen Merkmale eines Buddha besitzt, die lebenden Wesen zu befreien vermag". Wie knnt Ihr dies leugnen? Antwort: Alles, was, irgendein Merkmal besitzt, ist Tuschung. Nur wenn du erkennst, dass alle Zeichen Nicht-Zeichen sind, kannst du den Tathagata erkennen. "Buddha" und "Lebewesen" sind beide deine eigenen irrtmlichen Vorstellungen. Weil du nicht deinen wirklichen Geist kennst, tuschst du dich durch solche objektiven Begriffe. Machst du dir eine Vorstellung von Buddha, dann wird dir dieser zum Hindernis. Machst du dir eine Vorstellung von lebenden Wesen, dann werden dir diese zum Hindernis. Aller solchen dualistischen Begriffe wie "unwissend" und "erleuchtet, "rein" und "unrein" sind Hindernisse. Weil euer Geist durch sie gehemmt wird, muss das Rad des Gesetzes in Bewegung gebracht werden. Ebenso wie Affen ihre Zeit damit verbringen, unaufhrlich Dinge fortzuwerfen und wieder aufzuheben, so ist es mit euch und eurem Lernen. Alles, wessen ihr bedrft, ist das Aufgeben eures "Lernens", eures "unwissend" und "erleuchtet", "rein" und "unrein", "gro" und "klein", eurer "Bindung" und eurer "Ttigkeit". Solche Dinge sind bloe Hilfsmittel, reine Ausschmckungen innerhalb des Einen Geistes. Ich hre, dass du die Sutras der zwlf Untergliederungen der Drei Fahrzeuge studiert hast. Sie alle sind rein empirische Vorstellungen. Du musst sie unbedingt aufgeben. Verwirf alles, was du erworben hast, als wre es nur ein Bett, das fr dich whrend einer Krankheit aufgeschlagen wurde. Nur wenn du alle Wahrnehmungen aufgegeben hast, weil nichts Objektives mehr wahrzunehmen ist und keine Erscheinungen mehr dir im Wege stehen, nur wenn du dich von der ganzen Skala dualistischer Begriffe befreit hast, wie es jene Kategorien von "unwissend" und "erleuchtet" sind, wirst du endlich den Namen "bersinnlicher Buddha" erlangen. Darum steht geschrieben: "Deine18 von 41 18.07.2009 12:07

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Niederwerfungen sind umsonst. Vertraue nicht solchen Zeremonien. Lass ab von solch falschem Glauben." Da der Geist keine Teilung in gesonderte Wesenheiten kennt, mssen gleicherweise auch die Erscheinungen ohne Unterschiede sein. Da der Geist jenseits aller Ttigkeit ist, muss dies auch fr die Erscheinungen gelten. Jede bestehende Erscheinung ist eine Schpfung des Denkens. Ich brauche nur meinen Geist leer zu machen, um zu sehen, dass alle leer sind. Das gleiche gilt fr alle Gegenstnde der Sinneswahrnehmung, welcher der tausend Kategorien sie auch angehren mgen. Die gesamte Leere, die sich nach allen Seiten hin erstreckt, ist von gleicher Substanz wie der Geist. Und da der Geist im Grunde ohne Unterscheidung ist, muss dies auch fr alles andere zutreffen. Verschiedene Wesenheiten erscheinen dir nur, weil deine Wahrnehmungen verschieden sind - so wie es heit, dass die Kostbarkeiten, die die Devas genieen, verschiedenfarbig sind, entsprechend ihrem persnlichen Verdienst. Anuttara-samyak-sambodhi ist eine Bezeichnung fr die Erfahrung, dass die Buddhas des ganzen Weltalls tatschlich nicht das kleinste wahrnehmbare Merkmal besitzen. Es gibt eben nur den Einen Geist. In Wirklichkeit gibt es keine Vielfalt an Formen, keinen himmlischen Glanz und keinen ruhmreichen Sieg (ber Samsara), auch keine Unterwerfung unter den Sieger. Wenn aber niemals ein ruhmreicher Sieg gewonnen wurde, kann es auch keine tatschliche Wesenheit wie einen Buddha geben. Und da niemals eine Unterwerfung stattfand, kann es keine solchen tatschlichen Wesenheiten geben wie die Lebewesen. 7. Frage: Wenn der Geist auch gestaltlos ist, warum leugnet Ihr die Zweiunddreiig Charakteristischen Merkmale eines Buddha oder die Achtzig Vollkommenheiten, die den Menschen die berfahrt ermglichen? Antwort: Die Zweiunddreiig Merkmale sind geprgte Formen, und alle Form ist Tuschung. Die Achtzig Vollkommenheiten gehren dem Bereich der Materie an. Wer aber ein Selbst in der Materie wahrnimmt, ist auf dem falschen Weg. Er kann auf diese Weise den Tathagata nicht erfassen. 8. Frage: Unterscheidet sich dann die Wesenssubstanz des Buddha berhaupt von jener der Lebewesen, oder sind sie identisch? Antwort: Wesenhafte Substanz hat weder Teil an Gleichheit noch an Verschiedenheit. Nimmst du die orthodoxe Lehre der Drei Fahrzeuge des Buddhismus an, die zwischen dem Buddha-Wesen und dem Wesen der Lebewesen unterscheidet, dann schaffst du dir das Karma der Drei Fahrzeuge; Gleichheiten wie Verschiedenheiten werden daraus folgen. Nimmst du aber das Buddha-Fahrzeug an, die Lehre, die von Bodhidharma bertragen wurde, dann wirst du nicht ber solche Dinge sprechen. Du wirst nur auf den Einen Geist zeigen, der ohne Identitt oder Verschiedenheit ist, ohne Ursache oder Wirkung. So steht geschrieben: "Es gibt nur den Weg des Einen Fahrzeuges. Es gibt weder ein zweites noch ein drittes, mit Ausnahme jener Wege, die der Buddha nur als relative Hilfsmittel (Upaya) zur Befreiung der in Tuschung verstrickten Wesen benutzte." 9. Frage: Warum war der Bodhisattva der Unendlichen Ausdehnung nicht imstande, das heilige Merkmal auf dem Scheitel von des Buddha Haupt zu erblicken? Antwort: Es gab wirklich nichts fr ihn zu sehen. Warum nicht? Weil der Bodhisattva der Unendlichen Ausdehnung der Tathagata selbst ist. So konnte gar nicht die Notwendigkeit bestehen, auf etwas hinzublicken. Die Parabel soll euch davor bewahren, euch Buddha und die Lebewesen als Wesenheiten vorzustellen und sie dadurch irrtmlicherweise als getrennt zu betrachten. Sie ist eine Warnung an uns, nicht Wesenheiten als existierend oder als nichtexistierend zu betrachten und dadurch dem Irrtum rumlicher Gesondertheit zu verfallen, oder Individuen als unwissend oder erleuchtet zu unterscheiden und dadurch den gleichen Irrtum zu begehen. Nur wer vollkommen frei ist von Begriffen, kann einen Krper unendlicher Ausdehnung besitzen. Alles begriffliche Denken ist eine irrtmliche Meinung. Die solche falschen Lehren vertreten, erfreuen sich einer Vielzahl von Begriffen; der Bodhisattva aber verharrt unbeweglich inmitten einer ganzen Heerschar von ihnen. Tathagata bedeutet Soheit aller Erscheinungen. Darum steht geschrieben: "Maitreya ist so, Heilige und Weise sind so." Soheit bedeutet, dem Werden und Vergehen nicht unterworfen zu sein; Soheit besteht darin, nicht gehrt und nicht gesehen zu werden. Die Krone auf dem Haupt des Tathagata19 von 41 18.07.2009 12:07

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ist ein Begriff fr Vollkommenheit, aber auch fr Nicht-zu-denkende-Vollkommenheit. Darum verfalle nicht dem Irrtum, dir Vollkommenheit als etwas Objektives vorzustellen. Da der Buddhakaya jenseits aller Ttigkeiten ist, musst du dich hten, Myriaden von gesonderten Formen zu unterscheiden. Das Vergngliche mag man der Leere vergleichen. Die Groe Leere aber ist Vollkommenheit, in der es weder Mangel noch berfluss, sondern nur eine gleichfrmige Stille gibt, in der alles Wirken zur Ruhe gekommen ist. Wende nicht ein, dass es noch andere Bereiche auerhalb der groen Leere geben knnte, denn solcher Einwand wrde zu Unterscheidungen fhren. Darum steht geschrieben: "Vollkommenheit ist ein tiefes Meer von Weisheit; Samsara gleicht dem strudelnden Chaos." Wenn wir von der Erkenntnis sprechen, die "Ich" gewinnen, von dem Lernen, dass "Ich" betreiben kann, von "meinem" Verstndnis, "meiner" Befreiung von Wiedergeburt, von "meinem" moralischen Lebensweg, so scheinen unsere Erfolge diesen Begriffen eine erfreuliche Seite abzugewinnen. Unsere Misserfolge aber lassen sie bedauernswert erscheinen. Ich gebe dir den Rat, ganz unbewegt zu bleiben, ohne jede Ttigkeit. Betrge dich nicht mit begrifflichem Denken und suche nicht irgendwo nach der Wahrheit; es ist allein notwendig, keine Begriffe aufsteigen zu lassen. Es ist offensichtlich, dass gedankliche Begriffe und uere Erscheinungen in gleicher Weise irrefhren, und dass der Weg der Buddhas fr euch ebenso gefhrlich ist wie der Weg der Dmonen. So fand sich Manjushri, als er sich eine Zeitlang dem Dualismus berlie, von zwei eisernen Bergen eingeschlossen, die ihm jeden Ausweg versperrten. Manjushri aber hatte das wahre Verstndnis, whrend Samantabhadra nur vorbergehendes Wissen besa. Wenn aber wahres Verstndnis und vorbergehendes Wissen in rechter Weise vereint werden, existieren beide nicht mehr. Es gibt nur den Einen Geist, der weder Buddha noch Lebewesen ist, denn er enthlt keine solchen Dualismen. Sobald du dir Buddha vorstellst, bist du auch gezwungen, dir Lebewesen vorzustellen oder Begriffe und Nicht-Begriffe, wesentliche wie oberflchliche, die dich mit Sicherheit zwischen diese beiden eisernen Berge einzwngen. Wegen der aus dem dualistischen Denken entstehenden Hindernisse wies Bodhidharma einzig darauf hin, dass der ursprngliche Geist und die Substanz von uns allen in Wahrheit Buddha ist. Er bot keine falschen Hilfsmittel zur Selbstvollendung an, er gehrte zu keiner Schule, die stufenweisen Fortschritt lehrt. Seine Lehre lsst keine Eigenschaft wie Licht und Dunkelheit zu. Da sie kein Licht ist, gibt es kein Licht. Da sie nicht dunkel ist, gibt es keine Dunkelheit. Hieraus folgt, dass es keine Finsternis gibt und auch kein Ende der Dunkelheit." Wer durch das Tor unserer Schule tritt, darf nur die Mittel der hheren Einsicht" einsetzen. Diese Art des Begreifens ist als Dharma bekannt. Dharma erkennen, nennen wir den Buddha wahrnehmen. Erkennen wir, dass tatschlich weder Dharma noch Buddha existieren, dann gehen wir in den so genannten Sangha ein, das heit, wir gesellen uns den "Mnchen jenseits aller Bewegung" zu. Diese ganze Reihe mag Triratna oder "Drei Kleinode in einer Substanz" genannt werden. Wer den Dharma" sucht, darf nicht vom Buddha oder Dharma, noch vom Sangha aus suchen. Er sollte von nirgends her suchen. Wenn Buddha nicht gesucht wird, gibt es keinen Buddha, der zu finden wre. Wenn der Dharma nicht gesucht wird, gibt es keinen Dharma, der zu finden wre. Wenn der Sangha nicht gesucht wird, existiert kein Sangha. 10. Frage: Ihr selbst seid jetzt ein Sangha-Mitglied, offensichtlich damit beschftigt, den Dharma zu predigen. Wie knnt Ihr dann erklren, dass keines von beiden existiert? Antwort: Wenn du annimmst, es gbe einen Dharma, der gepredigt werden kann, dann wirst du mich naturgem um seine Darlegung bitten. Postulierst du aber ein "mich", dann setzt dies eine rumliche Wesenheit voraus. Der Dharma ist kein Dharma - er ist Geist! Darum sagt Bodhidharma: Auch wenn ich den Dharma des Geistes berlieferte, Wie kann der Dharma ein Dharma sein? Weder Geist noch Dharma Sind objektiv gegeben. Allein wer dies begreift, der wei, dass der Dharma von Geist zu Geist bermittelt wird.20 von 41 18.07.2009 12:07

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Das Wissen, dass wirklich nicht ein einziges Ding existiert, welches erreicht werden knnte, heit, in einem Bodhimandala sitzen. Ein Bodhimandala ist ein Zustand, in dem keine Begriffe aufsteigen, in dem du zur grundlegenden Leere der Erscheinungen erwachst, die auch die hchste Leere des Schoes der Tathagatas genannt wird. Niemals gab es auch nur ein einziges Ding; Wo also sollte Staub sich niedersetzen? Begreifst du den Kern dieser Aussage, sprichst du nicht mehr von jenseitiger Seligkeit. 11. Frage: Wenn es niemals auch nur ein einziges Ding gab, knnen wir dann die Erscheinungen als nichtexistierend bezeichnen? Antwort: Nichtexistierend ist ebenso falsch wie das Gegenteil. Bodhi bedeutet, dass man keine Vorstellung von Existenz oder Nichtexistenz besitzt. 12. Frage: Was ist der Buddha? Antwort: Dein Geist ist der Buddha. Buddha ist Geist. Geist und Buddha sind nicht zu trennen. Darum steht geschrieben: "Was Geist ist, ist Buddha. Ist es anderes als Geist, ist es sicherlich anderes als Buddha." 13. Frage: Wenn unser eigener Geist Buddha ist, wie hat dann Bodhidharma seine Lehre bermittelt, als er aus Indien kam? Antwort: Als er aus Indien kam, bertrug er nur den Geist-Buddha. Er deutete allein auf die Wahrheit, dass von allem Anfang euer aller Geist identisch ist mit dem des Buddha und in keiner Weise von dem der anderen unterschieden. Darum nennen wir ihn unseren Patriarchen. Wer ein unmittelbares Verstndnis dieser Wahrheit besitzt, berspringt in einem Augenblick die ganze Hierarchie von Heiligen und Meistern, die einem der Drei Fahrzeuge angehren. Du bist immer eins mit dem Buddha gewesen. So gib nicht vor, du knntest diese Einheit durch verschiedene bungen erreichen. 14. Frage: Wenn sich dies so verhlt, welchen Dharma lehren dann alle Buddhas, wenn sie sich in der Welt manifestieren? Antwort: Alle sich in der Welt manifestierenden Buddhas verknden nichts anderes als den Einen Geist. So bermittelte Gautama Buddha schweigend dem Mahakashyapa die Lehre, dass der Eine Geist, der die Substanz aller Dinge ist, sich mit der Leere deckt und die ganze Welt der Erscheinungen durchdringt. Dies wird das Gesetz aller Buddhas genannt. Du magst dies diskutieren, so lange du willst - wie knntest du hoffen, der Wahrheit durch Worte nher zu kommen. Auch ist sie weder subjektiv noch objektiv wahrzunehmen. Volles Begreifen kann nur durch ein unausdrckbares Mysterium kommen. Der Zugang zu ihm heit das Tor zur Stille jenseits aller Ttigkeit. Willst du dies verstehen, dann wisse, dass ein pltzliches Begreifen aufblitzt, wenn der Geist vom Gestrpp der begrifflichen und unterscheidenden Denkttigkeit gereinigt ist. Wer Wahrheit mit Hilfe des Intellekts und von Gelehrsamkeit sucht, wird sich nur immer weiter von ihr entfernen. Bis deine Gedanken nicht aufhren, nach hierhin und dorthin auszugreifen, bis du nicht alle Gedanken der Suche nach etwas aufgegeben hast, bis nicht dein Geist so bewegungslos geworden ist wie Holz oder Stein, bist du nicht auf dem rechten Weg zu diesem Tor. 15. Frage: In diesem Augenblick selbst schwirren alle mglichen irrtmlichen Gedanken durch meinen Geist. Wie knnte es angehen, dass ich keine habe? Antwort: Irrtum hat keine Substanz, er ist ausschlielich das Produkt deines eigenen Denkens. Wenn du begreifst, dass die Geist Buddha ist und dass Geist im Grunde ohne Irrtum ist, wirst du, sobald Gedanken aufsteigen, berzeugt sein, dass sie verantwortlich fr die Irrtmer sind. Knntest du es unterbinden, dir

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Vorstellungen zu machen, und deinen Denkvorgang zur Ruhe bringen, dann wrde von selbst kein Irrtum in dir zurckbleiben. Darum heit es: "Wenn Gedanken aufsteigen, dann erheben sich alle Dinge. Wenn Gedanken gehen, dann schwinden alle Dinge." 16. Frage: Wo ist in diesem Augenblick, in dem irrtmliche Gedanken in meinem Geist aufsteigen, der Buddha? Antwort: In diesem Augenblick bist du dir dieser irrtmlichen Gedanken bewusst. Nun, dein Bewusstsein ist Buddha. Vielleicht kannst du verstehen, dass es, wenn du frei wrest von diesen trugvollen Gedankenvorgngen, keinen "Buddha" gbe. Warum? Wenn du einer Regung deines Geistes erlaubst, eine Vorstellung von Buddha zu bilden, dann schaffst du ein objektives Wesen, das der Erleuchtung fhig ist. So erschafft jede Vorstellung eines Lebewesens, das der Befreiung bedarf, solche Wesen als Objekte deiner Gedanken. Alle Denkvorgnge und Gedankenttigkeiten stammen aus deinen Vorstellungen. Wrdest du dir berhaupt nichts mehr vorstellen, wo knnte Buddha dann noch existieren? Du bist in der Lage von Manjushri, der von allen Seiten von diesen zwei eisernen Bergen erdrckt und eingezwngt wurde, als er der Vorstellung von Buddha als einer objektiven Wesenheit in sich Raum gewhrte. 17. Frage: Wo ist Buddha im Augenblick der Erleuchtung? Antwort: Wo kommt deine Frage her? Wo entsteht dein Bewusstsein? Wenn alles Reden zum Schweigen gebracht wird, wenn alle Bewegung zum Stillstand kommt, wenn jeder Anblick, jeder Klang vergeht, dann schreitet Buddhas Werk der Befreiung wahrhaft voran. Wo willst du Buddha suchen? Du kannst nicht noch einen Kopf auf deinen draufsetzen, noch Lippen auf deine Lippen. Du solltest dich blo jeder dualistischen Unterscheidung enthalten. Hgel sind Hgel, Wasser ist Wasser, Mnche sind Mnche, Laien sind Laien. Aber diese Berge, diese Flsse, die ganze Welt mit Sonne, Mond und Sternen - sie alle existieren nicht auerhalb deines Geistes. Der ganze tausendfltige Kosmos existiert nur in dir. Wo sonst lieen sich die verschiedenen Kategorien von Erscheinungen finden? Auerhalb des Geistes ist nichts. Die grnen Hgel, die berall deinem Blick begegnen, und dieser leere Himmel, den du ber der Erde glitzern siehst - keine Haaresbreite von diesen existiert auerhalb der Vorstellungen, die du dir selbst gebildet hast. Jeder einzelne Anblick, jeder einzelne Klang ist nichts als das Buddha-Auge der Weisheit. Erscheinungen entstehen nicht aus sich selbst, sondern hngen von gewissen Umstnden ab. Weil sie als Gegenstnde erscheinen, machen sie alle mglichen individuellen Kenntnisse notwendig. Du magst den ganzen Tag reden, aber was ist damit gewonnen? Du magst von morgens bis zur Abenddmmerung zuhren - was hast du damit gehrt? So wurde, auch wenn Gautama Buddha neunundvierzig Jahre lang predigte, in Wahrheit kein Wort gesprochen. 18. Frage: Angenommen, dass dem so ist - welcher besondere Zustand wre dann mit dem Wort Bodhi bezeichnet? Antwort: Bodhi ist kein Zustand, Buddha hat ihn nie erreicht, den Lebewesen fehlt er nicht. Er kann nicht mit dem Krper erlangt, noch mit dem Geist gesucht werden. Alle Lebewesen sind schon eins mit Bodhi. 19. Frage: Wie aber erreicht man den Bodhi-Geist? Antwort: Bodhi ist nicht etwas, das erreicht werden kann. Knntest du dich in diesem Augenblick davon berzeugen, dass er unerreichbar ist und tatschlich berhaupt nichts jemals erlangt werden kann, dann httest du den Bodhi-Geist. Da Bodhi kein Zustand ist, kann man ihn nicht erreichen. Deshalb wird von Gautama Buddha berliefert: "Als ich noch im Reich des Dipamkara Budha weilte, konnte ich nicht das geringste Krnchen von irgendetwas erlangen. Damals machte Dipamkara Buddha die Prophezeiung, dass auch ich ein Buddha wrde." Wenn du wirklich erkannt hast, dass alle Lebewesen eins mit Bodhi sind, dann wirst du nicht mehr denken, Bodhi sei zu erreichen. Du magst von anderen ber dieses "Erreichen des Bodhi-Geistes" gehrt haben, doch ist dies ein intellektueller Weg, Buddha zu vertreiben. Auf diesem wirst du nur scheinbar Buddhaschaft erlangen. Wrdest du auch onen um onen auf diesem Weg ausharren, du wrdest nur

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den Sambhogakaya und Nirmanakaya erreichen. Was aber htte dies mit deinem ursprnglichen und wirklichen Buddha-Wesen zu tun? Darum steht geschrieben: "Den Buddha auerhalb von dir in einer Gestalt suchen, hat nichts mit dir zu tun." 20. Frage: Wenn wir immer eins mit Buddha (dem Absoluten) waren, warum gibt es dann noch Wesen, die durch die Vier Arten von Geburt Existenz erlangen und in die Sechs Daseinszustnde eintreten, von denen jeder seine eigene charakteristische Gestalt und Erscheinung hat? Antwort: Die wahre Buddha-Substanz ist eine vollkommen einheitliche, ohne berfluss oder Mangel. Sie durchdringt die Sechs Zustnde der Existenz und ist dennoch berall ganzheitlich. So ist jede einzelne der Myriaden von Erscheinungen im Weltall Buddha (das Absolute). Diese Substanz mag mit einer Menge von Quecksilber verglichen werden, die, nach allen Seiten verstreut, immer wieder zu einer Ganzheit zusammenfliet. Unzerstreut ist sie ein Stck, in dem das Eine das Ganze umfasst und das Ganze das Eine. Die verschiedenen Formen und Erscheinungen knnen andererseits mit Wohnungen verglichen werden. So wie man eine Htte aufgibt, um in einem Haus zu wohnen, so tauscht man einen physischen Krper fr einen geistigen und so fort bis zu den Bereichen der Pratyeka-Buddhas, der Bodhisattvas und Buddhas hinauf. Sie alle aber sind in gleicher Weise Dinge, die du suchst oder aufgibst. Daraus entstehen die Unterschiede zwischen ihnen. Wie aber wre es mglich, dass die ursprngliche und wesenhafte Essenz des Weltalls diesen Unterscheidungen unterliegt? 21. Frage: Auf welche Weise predigen die Buddhas in ihrem unendlichen Erbarmen und Mitleid den Lebewesen den Dharma (das Gesetz)? Antwort: Wir bezeichnen ihr Erbarmen und Mitleid als unendlich, weil diese ohne Ursache und Wirkung sind. Erbarmen heit in Wirklichkeit, dass man keine Vorstellung von einem Buddha besitzt, der Erleuchtung erlangt, und Mitleid, dass man sich keine Lebewesen vorstellt, die der Befreiung bedrfen. In Wirklichkeit wird der Dharma weder mit Worten gepredigt, noch auf andere Weise bezeichnet. Die Zuhrenden hren nichts und erlangen nichts. Es ist, als htte ein imaginrer Lehrer imaginren Schlern gepredigt. Was aber alle diese Dharmas (Lehren) betrifft, so werdet ihr sicher verstehen knnen, was ich sage, wenn ich um des Weges willen aus meiner tiefen Erfahrung zu euch spreche und euch vorwrts fhre. Und was Erbarmen und Mitleid betrifft: Ihr werdet, auch wenn ich mir um euretwillen Dinge ausdenke und anderer Leute Vorstellungen studiere, dadurch in keinem Fall eine wahre Erfahrung des Wahren-Wesens eures eigenen Geistes in eurem eigenen Inneren erlangen. Darum werden letztlich diese Dinge keine Hilfe fr euch sein. 22. Frage: Was bedeutet "eifriges Bemhen"? Antwort: Die vollkommenste, erfolgreichste Form eifrigen Bemhens ist, dass ihr aus eurem Geist Unterscheidungen wie "mein Krper", "mein Denken" verbannt. Sobald ihr nach etwas auerhalb eures eigenen Geistes sucht, gleicht ihr Kaliraja, dem Jger. Hindert ihr aber eure Gedanken, auf Reisen zu gehen, dann seid ihr schon ein Kshanti-rishi. Keine Krper und keine Gedanken - das ist der Weg der Buddhas. 23. Frage: Wenn ich diesem Weg folge und mich des begrifflichen Denkens enthalte, werde ich dann mit Sicherheit das Ziel erlangen? Antwort: Solches Nicht-Denken ist Befolgen des Weges. Was soll das Gerede ber Erreichen und NichtErreichen? Tatsache ist folgendes: Denkst du an "etwas", dann schaffst du eine Wesenheit; denkst du an "nichts", schaffst du eine andere. Lass solch irrtmliches Denken vollkommen vergehen. Dann wird nichts zu suchen brig bleiben. 24. Frage: Was ist mit "berschreiten der Drei Welten" (der Begierde, Form und Formlosigkeit)' gemeint? Antwort: berschreiten der Drei Welten bedeutet berwinden des Dualismus von Gut und Bse. Buddhas erscheinen in der Welt, um der Begierde, der Form und den formlosen Erscheinungen ein Ende zu

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bereiten. Auch fr dich werden die Drei Welten vergehen, wenn du den Zustand jenseits des Denkens erreichen kannst. Wenn du andererseits noch an dem Begriff festhltst, dass irgendetwas, sei es auch so klein wie der hundertste Teil eines Staubkornes, objektiv existieren knnte, dann wird selbst eine vollkommene Beherrschung des gesamten Mahayana-Kanons dir nicht den Sieg ber die Drei Welten ermglichen. Nur wenn du jedes der noch so kleinen Teilchen als nichtig erkennst, kann das Mahayana diesen Sieg fr dich erringen. 25. Eines Tages begann der Meister, nachdem er seinen Sitz in der groen Halle eingenommen hatte, mit folgenden Worten: "Da der Geist Buddha (das Absolute) ist, erfasst er alle Dinge, von den Buddhas (Erleuchteten) an dem einen uersten Ende bis zu den niedrigsten auf dem Bauch kriechenden Reptilien und Insekten an dem anderen. Sie alle haben in gleicher Weise teil am Buddha-Wesen, und alle sind von der Substanz des Einen Geistes. Deshalb bermittelte Bodhidharma, als er aus dem Westen kam, nichts anderes als den Dharma des Einen Geistes. Er deutet unmittelbar auf die Wahrheit hin, dass alle Lebewesen seit jeher von der gleichen einen Substanz waren wie Buddha. Er folgte keiner der irrigen "Methoden der Vollendung". Knntet ihr dieses Verstndnis eures eigenen Geistes erlangen und dadurch euer wirkliches Wesen entdecken, dann gbe es gewiss nichts mehr fr euch zu suchen. 26. Frage: Wie kommt dann ein Mensch zum Begreifen seines eigenen Geistes? Antwort: Was diese Frage stellt, ist dein eigener Geist. Wrdest du allerdings in Ruhe verharren und auch die geringste gedankliche Ttigkeit ausschalten, wrdest du seine Substanz als Leere erkennen. Du wrdest erkennen, dass sie formlos ist, keinen Platz im Raum einnimmt und weder unter die Kategorie des Seins noch die des Nichtseins fllt. Da der Geist nicht wahrnehmbar ist, lehrte Bodhidharma: "Der Geist, der unser Wahres-Wesen ist, ist der ungezeugte und unzerstrbare Scho. Als Antwort auf bestimmte Umstnde verwandelt er sich in Erscheinungen. Wir haben uns daran gewhnt, den Geist als Verstand zu bezeichnen. Wenn er aber den Umstnden nicht antwortet, darf man nicht in solch dualistischen Begriffen wie Existenz und Nichtexistenz von ihm sprechen. Auerdem ist der Geist, auch wenn er der Kausalitt entsprechend damit beschftigt ist, Objekte hervorzubringen, immer noch nicht wahrnehmbar. Wenn ihr dies wisst und ruhig im Nichts verharrt, dann folgt ihr tatschlich dem Weg des Buddha. Darum sagt das Sutra: "Entwickelt ein Bewusstsein, das auf keinem einzigen Ding aufbaut." Jedes Lebewesen, das an das unaufhrlich kreisende Rad von Geburt und Tod gebunden ist, wird wiedergeboren durch das Karma seiner eigenen Wnsche. Endlos bleibt sein Herz an die sechs Stufen der Existenz gebunden, verstrickt in alle Art von Sorgen und Leiden. Ch'ingming sagt: "Es gibt Menschen, deren Geist dem der Affen gleicht; sie sind schwer zu belehren. Sie brauchen allerlei Vorschriften und Lehren, um ihr Herz zur Unterwerfung zu zwingen." Wenn Gedanken entstehen, folgen die verschiedensten Dharmas; diese vergehen wieder, wenn die Gedanken aufhren. Hieraus knnen wir ersehen, dass jede Art von Dharma nur eine Schpfung der Gedanken ist. Alle Arten von Lebewesen Menschen, Devas, Hllenwesen, Asuras und jeder, der in den sechs Daseinsformen lebt - sind vom Geist geschaffen. Wrdet ihr nur lernen, einen Zustand des Nicht-Denkens zu erlangen, dann wrde sofort die Kette von Ursache und Wirkung abbrechen. Gebt diese irrtmlichen Gedanken auf, die zu falschen Unterscheidungen fhren. Es gibt kein "Selbst" und kein "anderes". Es gibt keine "falschen Begierden" und keinen "rger", keinen "Hass", keine "Liebe", keinen "Sieg", keine "Niederlage". Lasst einzig ab von dem Irrtum der gedanklichen oder begrifflichen Denkvorgnge, und euer Wesen wird sich in seiner ursprnglichen Reinheit offenbaren. Dies allein ist der Weg zur Erleuchtung, zum Befolgen des Dharma, zum Buddha-Sein und allem brigen. Bis ihr dies nicht begriffen habt, wird euch alles - die ganze Gelehrsamkeit, die mhevollen Anstrengungen um Fortschritte, die Enthaltsamkeit im Essen und Kleiden - nicht zur Kenntnis des eigenen Geistes verhelfen. Alle solche bungen mssen als irrig bezeichnet werden, denn sie alle werden euch zur Wiedergeburt unter "Dmonen" - den Feinden der Wahrheit - oder unter unentwickelten Naturgeistern fhren. Wozu sollte das gut sein? Chihkung sagt: "Unsere Krper sind die Schpfung unseres eigenen Geistes." Wie aber kann man erwarten, solche Urkenntnis aus Bchern zu gewinnen? Knntet ihr nur das Wesen eures eigenen Geistes begreifen und das unterscheidende Denken lassen, dann gbe es von selbst keinen Raum fr das geringste Krnchen Irrtum. Ch'ing-ming drckte dies in einem Vers aus:

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Breitet nur eine Matte aus, auf der ihr stillsitzen knnt. Liegt euer Denken danieder wie ein schwerkranker Mann, hrt alles Karma auf, und alle Vorstellungen schwinden. Das ist es, was man als Bodhi bezeichnet. Solange euer Geist der geringsten Denkbewegung unterworfen ist, werdet ihr dem Irrtum unterliegen, "unwissend" und "erleuchtet" als gesonderte Zustnde zu betrachten. Dieser Irrtum wird bleiben, ungeachtet eurer umfassenden Kenntnis des Mahayana oder eures Vermgens, die "Vier Grade der Heiligkeit" und die "Zehn Stufen des zur Erleuchtung fhrenden Fortschrittes" zu durchschreiten. Denn alle diese Bemhungen sind vergnglich. Auch eure grten Anstrengungen werden vergeblich sein, ebenso wie ein noch so hoch in die Luft geschossener Pfeil unvermeidlich auf den Boden zurckfallen muss. Trotz dieser Anstrengungen werdet ihr wieder an das Rad von Geburt und Tod gebunden. Hngt ihr solchen bungen nach, wird euch die Erkenntnis der wahren Bedeutung Buddhas versagt bleiben. Ist das Ertragen von so vielen unntigen Leiden nicht ein gewaltiger Irrtum? Chihkung sagt an anderer Stelle: "Wenn du nicht einem Lehrer begegnest, der die Welten zu berschreiten vermag, wirst du die Arzneien des Mahayana Dharma weiter vergebens schlucken." (Anmerkung von Clemens Vargas Ramos: vergl. hier die erstaunlichen bereinstimmungen der folgenden Ratschlge mit denen aus Advaita Bodha Deepika) Wrdet ihr jetzt ben, eure Gedanken zu jeder Zeit ruhen zu lassen, sei es beim Gehen, Sitzen oder Liegen, und euch vollkommen auf das Ziel konzentrieren, keine Gedanken, keine Dualitt zu schaffen, euch nicht auf andere zu verlassen, an gar nichts zu haften, einfach den Dingen den ganzen Tag hindurch ihren Lauf zu lassen, als wret ihr zu krank, euch um sie zu kmmern, der Welt unbekannt zu sein, von dem Wunsch unberhrt zu sein, anderen bekannt oder unbekannt zu sein, mit einem Bewusstsein wie Steinblcke, die keine Lcher flicken, dann wrden alle Dharmas euer Verstndnis ganz durchdringen. Nach einiger Zeit wret ihr an nichts mehr gebunden. Ihr wrdet nun zum ersten Mal entdecken, dass eure Reaktionen den Erscheinungen gegenber abnehmen, und ihr wrdet endlich die dreifache Welt berschreiten. Dann wrden die Menschen sagen, ein Buddha sei in der Welt erschienen. Reine und leidenschaftslose Erkenntnis bedeutet ein Beenden des unaufhrlichen Flusses der Gedanken und Bilder. Auf diese Weise schafft ihr kein Karma mehr, das zur Wiedergeburt fhrt, weder als Gott noch als Mensch, noch als Hllenwesen. Wenn jede Art von Denkvorgang zum Stillstand gebracht ist, wird auch nicht mehr die geringste Spur von Karma geschaffen. Dann werden euer Geist und Krper schon in diesem Leben zu einem vollkommen befreiten Wesen gehren. Sollte dies nicht schon zur unmittelbaren Befreiung von weiteren Wiedergeburten fhren, so knnt ihr zumindest versichert sein, dass die Wiedergeburt euren Wnschen entspricht. Das Sutra fhrt aus: "Bodhisattvas werden wiedergeboren in welcherlei Gestalt sie wollen." Wrden sie aber pltzlich die Kraft verlieren, ihren Geist von begrifflichem Denken frei zu halten, dann wrde die Bindung an Formen sie in die Welt der Erscheinungen zurckziehen, und jede dieser Formen wrde ihnen das Karma eines Dmonen schaffen. Dies bezieht sich auch auf die bungen der Buddhisten des "Reinen Landes". Denn alle diese bungen schaffen Karma. Deshalb knnen wir sie nur Hindernis fr die Buddhaschaft nennen. Da sie euren Geist verdunkeln, wrde euch die Kette von Ursache und Wirkung festbinden und zurckfhren in den Zustand der noch nicht Befreiten. So kommt allen Dharmas, die zum Erlangen von Bodhi fhren sollen, keine Wirklichkeit zu. Die Worte des Gautama Buddha sollten nur als wirksame Hilfsmittel dienen, um die Menschen aus der Dunkelheit der schlimmsten Unwissenheit herauszufhren. Es war, als gbe man gelbe Bltter als Gold aus, damit ein Kind nicht lnger weint.

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Samyak-Sambodhi ist ein anderer Name fr die Erfahrung, dass es keine gltigen Dharmas gibt. Wozu solche Kindereien, wenn ihr dies einmal begriffen habt? In harmonischer bereinstimmung mit den Bedingungen eures jetzigen Lebens solltet ihr, wenn sich die Gelegenheiten bieten, das in frheren Leben aufgespeicherte Karma abbauen und vor allem vermeiden, neues Material zur Vergeltung aufzuhufen. Der Geist ist von strahlender Klarheit erfllt. Darum werft die Dunkelheit eurer alten Begriffe fort. Ch'ingming sagt: "Befreit euch von allem." Die Stelle im Lotus-Sutra, die von dem zwanzig Jahre dauernden Fortschaufeln des Schmutzes spricht, ist Symbol fr die Notwendigkeit, jeden Drang danach, sich Vorstellungen zu machen, aus dem Geist zu vertreiben. An einer anderen Stelle vergleicht das Sutra den Dunghaufen, der fortgerumt werden soll, mit Metaphysik und Sophisterei. So ist "der Scho der Tathagatas" von Anbeginn Leere und Stille, die keinerlei Art von gesonderten Dharmas enthlt. Darum sagt das Sutra: "Die gesamten Bereiche aller Buddhas sind gleichermaen leer." Mgen auch andere von dem Weg der Buddhas sprechen, als sei dieser durch verschiedene fromme bungen und Sutra-Studien zu erreichen, so drft ihr doch nichts mit solchen Ideen zu tun haben. Die pltzlich aufblitzende Einsicht, dass Subjekt und Objekt eins sind, fhrt euch zu einem zutiefst geheimnisvollen wortlosen Begreifen, und durch dieses Begreifen werdet ihr zur Wahrheit des Zen erwachen. Trefft ihr jemanden, der solches Verstndnis nicht besitzt, dann behauptet, ihr wsstet nichts. Er mag durch seine Entdeckung eines "Weges der Erleuchtung" beglckt sein. Doch wenn ihr euch von ihm berzeugen lasst, so werdet ihr selbst berhaupt keine Freude, sondern Leid und Enttuschung erfahren. Was haben solche Gedanken wie die seinen mit der Praxis des Zen zu tun? Auch wenn ihr von ihm irgendeine billige "Methode" bernehmt, so kann dies nur ein gedanklich konstruierter Dharma sein, der nichts mit Zen zu tun hat. Darum sa Bodhidharma in Versenkung vor einer Felswand und trachtete nicht danach, die Menschen zu irgendeiner Meinung zu fhren. Es steht auch geschrieben: "Die wahre Lehre des Buddha besteht darin, aus dem Bewusstsein selbst den Ursprung der Ttigkeiten zu entfernen, whrend der Dualismus dem Bereich der Dmonen zugehrt." Euer Wahres-Wesen ist euch niemals verloren gegangen, selbst nicht in den Augenblicken der Tuschung, noch wird es im Augenblick der Erleuchtung gewonnen. Es ist das Wesen der Bhutatathata, in dem es weder Tuschung noch rechtes Verstndnis gibt. Es fllt die ganze Leere aus und ist von Anbeginn von der Substanz des Einen Geistes. Wie knnten im Grunde diese vom Denk, en erschaffenen Objekte auerhalb der Leere existieren? Die Leere ist im Grunde ohne rumliche Ausdehnung, ohne Leidenschaften, Tuschungen oder rechtes Verstehen. Du musst klar erfassen, dass in ihr keine Dinge sind, weder Menschen noch Buddhas. Denn diese Leere enthlt nicht die geringste Haaresbreite von irgendetwas, das rumlich gesehen werden kann. Sie hngt von nichts ab und ist an nichts gebunden. Sie ist allesdurchdringende, fleckenlose Schnheit. Sie ist das aus sich selbst existierende und nicht geschaffene Absolute. Wie kann dann in Frage gestellt werden, dass der wirkliche Buddha keinen Mund hat und kein Dharma predigt, oder dass wirkliches Hren keine Ohren braucht. Wer wre denn da zu hren? Wahrlich, dies ist ein Kleinod von unschtzbarem Wert! 27. Ursprnglich kam unser Meister aus Fukien, aber er legte, als er noch sehr jung war, sein Gelbde auf dem Berg Huang-po in diesem Bezirk ab. In der Mitte seiner Stirn war eine kleine Beule, die einer Perle glich. Seine Stimme war sanft und angenehm, sein Charakter bescheiden und sanftmtig. Einige Jahre nach seiner Weihe reiste er zum Berg T'ien-t'ai. Unterwegs traf er einen Mnch, mit dem er sich bald so vertraut fhlte wie mit einem alten Bekannten. So setzten sie die Reise gemeinsam fort. Als ihnen der Weg durch einen reienden Bergstrom versperrt wurde, lehnte sich der Meister auf seinen Stock und blieb stehen. Sein Freund aber drngte ihn weiterzugehen. "Nein, geh du voran", sagte der Meister. Da lie sich der andere auf seinem groen, aus Stroh geflochtenen Regenhut wie schwerelos ber den Strom tragen. "Einem solchen Burschen habe ich erlaubt, mich zu begleiten", seufzte der Meister. "Ich htte ihn mit meinem Stock niederschlagen sollen."26 von 41 18.07.2009 12:07

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28. Ein Mnch, der sich vom Meister Kuei-tsung (auch: Ma-tsu Tao-i, Jap.: Baso Doitsu) verabschiedete, wurde von diesem gefragt, wohin er ginge. "Ich habe die Absicht, alle Pltze zu besuchen, an denen die fnf Arten von Zen gelehrt werden", antwortete er. "Ach ja", rief Kuei-tsung aus, "andere Pltze mgen fnf Arten haben, hier besitzen wir nur die eine." Als aber der Mnch nach dieser fragte, bekam er pltzlich einen heftigen Schlag. "Ich sehe, ich sehe", rief er erregt. "Sprich, sprich", schrie Kuei-tsung ihn an. Als sich aber der Mnch anschickte, weiteres zu sagen, bekam er im gleichen Augenblick einen zweiten Schlag. Spter kam dieser Mnch zum Kloster unseres Meisters. Als Huang-po ihn fragte, woher er kme, erklrte er, dass er vor kurzem Kuei-tsung verlassen habe. "Und welche Unterweisung erhieltest du von ihm?" fragte der Meister, worauf er das Vorgefallene erfuhr. Bei der nchsten Versammlung nahm unser Meister diese Anekdote zum Inhalt seiner Unterweisung und sprach: "Meister Ma berragt tatschlich die vierundneunzig Erleuchteten. Die Fragen, die die Menschen stellen, sind alle nicht besser als der stinkende Mist, der auf dem Boden herumliegt. Nur Kuei-tsung ist etwas wert." 29. Einst besuchte unser Meister eine Versammlung der kaiserlichen Salz-Kommission, bei der auch der Kaiser T'ai-chung als Shramanera anwesend war. Dieser sah den Meister in die Halle der Verehrung treten und sich dreimal vor dem Buddha niederwerfen. Darauf fragte er ihn: "Wenn wir nichts von Buddha, Dharma oder Sangha erwarten sollen, was will dann Euer Ehrwrden mit solcher Verehrung erreichen?" "Wenn ich auch nichts von Buddha erwarte", antwortete der Meister, und auch nicht vom Dharma oder Sangha, so ist es doch meine Gewohnheit, in dieser Weise Ehrfurcht zu bezeugen." "Aber wozu soll das gut sein?" bohrte der Shramanera weiter, worauf er pltzlich einen Schlag erhielt. "Oh", rief er aus, "wie grob ihr seid!" "Was ist das?" schrie der Meister. "Man stelle sich vor, hier wird ein Unterschied zwischen hflich und grob gemacht", und er gab ihm einen zweiten Schlag, woraufhin der Shramanera sich davonmachte. 30. Whrend seiner Reisen besuchte unser Meister Nanch'an (Jap.: Nansen). Eines Tages zur Mittagszeit setzte er sich mit seiner Essschale dem erhhten Sitz des Nanch'an gegenber. Als dieser ihn bemerkte, kam er herab, um ihn zu begren, und fragte ihn: "Wie lange ist Euer Ehrwrden dem Weg gefolgt?" "Schon vor der Zeit des Bhisma Raja." "In der Tat", rief Nan-ch'an aus, "es scheint, dass Meister Ma hier einen wrdigen Enkel hat." Darauf ging der Meister schweigend fort. Einige Tage spter, als unser Meister ausgehen wollte, bemerkte Nan-ch'an: "Du bist ein groer Mann, warum trgst du einen Hut von so lcherlicher Gre?" "Nun", war die Antwort, "er fasst eine unendliche Zahl von tausendfachen Weltordnungen." "Und was ist mit mir?" fragte Nan-ch'an, aber der Meister setzte seinen Hut auf und ging fort. 31. Ein anderes Mal sa unser Meister im Teeraum, als Nan-ch'an kam und ihn fragte: "Was bedeutet 'eine klare Einsicht in das Buddha-Wesen entspringt der Praxis des Dhyana (Versenkung) und der Prajna (Weisheit)'?" Unser Meister antwortete: "Es bedeutet, dass wir uns vom Morgen bis zum Abend niemals auf eine einzige

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Sache sttzen sollen." "Aber ist dies nicht Euer Ehrwrden persnliche Begriffsdeutung?" "Wie sollte ich so anmaend sein?" "Nun, Euer Ehrwrden, einige mgen ja bares Geld fr Reiswasser geben, wer aber wrde fr solche selbstangefertigten Strohsandalen etwas zahlen?" Hierauf schwieg unser Meister. Spter erzhlte Wei-shan (Jap.: Isan) diese Unterhaltung dem Yang-shan (Jap.: Kyzan) und stellte die Frage, ob des Meisters Schweigen eine Niederlage bedeutet habe. "Nicht doch", antwortete Yang-shan. "Du weit sicher, dass Huang-po die List eines Tigers besitzt." "In der Tat, deine Tiefe ist unergrndlich", rief der andere aus. 32. Einst bat unser Meister um einen kurzen Urlaub. Nan-shan fragte ihn, wohin er ginge. "Ich will nur einige Wildgemse sammeln." "Womit willst du sie schneiden?" Unser Meister hob sein Messer hoch, worauf Nan-shan bemerkte: "Das ist wohl recht fr einen Gast, nicht aber fr den Gastgeber." Unser Meister bewies ihm seine Zustimmung, indem er sich dreimal niederwarf. 33. Eines Tages stellten sich fnf neu Angekommene in einer Gruppe dem Meister vor. Einer von ihnen blieb stehen, anstatt sich - wie blich - niederzuwerfen, und grte ihn nur andeutungsweise, indem er die Hnde zusammenschlug. "Weit du auch, wie man ein guter Jagdhund ist?" fragte der Meister. "Ich muss dem Geruch der Antilope folgen." "Wenn sie aber keinen Geruch hinterlsst, wem willst du dann folgen?" "Dann wrde ich ihren Hufspuren folgen." "Und wenn es keine gibt?" "Dann knnte ich anderen Spuren folgen." "Aber, wenn keine vorhanden sind, wem wrdest du dann folgen?" "In diesem Falle", gab der neu angekommene zur Antwort, "wre es sicher eine tote Antilope." Unser Meister sagte nichts weiter. Am nchsten Morgen aber, nach seinen Unterweisungen, fragte er: "Will der antilopenjagende Mnch von gestern vortreten?" Der Mnch verbeugte sich, und unser Meister sprach: "Gestern, mein ehrwrdiger Freund, wurdest du ohne weitere Worte zurckgelassen. Wie war das?" Als der andere keine Antwort gab, fuhr er fort: "Du mchtest dich einen wirklichen Mnch nennen, aber du bist nicht einmal ein dilettantischer Anfnger." 34. Eines Tages, als unser Meister eben die erste der tglichen Versammlungen im K'ai-yuan Kloster bei Hungchou aufgehoben hatte, betrat ich gerade den Tempelbezirk. Ich bemerkte eine Wandmalerei, und

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der Mnch, dem die Verwaltung des Klosters oblag, gab mir auf meine Frage die Auskunft, es sei das Portrt eines bekannten Mnches. "Tatschlich, die hnlichkeit fllt mir auf. Aber wo ist der Mnch selbst?" Meine Frage wurde mit Schweigen aufgenommen. Darauf bemerkte ich: "Aber sicher sind Zen-Mnche in diesem Tempel hier, oder nicht?" "Ja", antwortete der Verwalter des Klosters, "einer ist da." Hierauf bat ich um eine Audienz beim Meister und wiederholte ihm diese Unterhaltung. "P'ei-hsiu", rief der Meister. "Meister", antwortete ich ehrfrchtig. "Wo bist du?" Erkennend, dass auf solche Frage keine Antwort mglich war, beeilte ich mich, den Meister zu bitten, wieder in die Halle zurckzukehren und mit seiner Unterweisung fortzufahren. 35. Als der Meister seinen Platz in der Halle wieder eingenommen hatte, begann er: "Ihr Mnche seid genau wie Betrunkene. Ich verstehe gar nicht, wie ihr euch in einer derart benebelten Verfassung auf den Fen halten knnt. Ha, jeder wird euch auslachen. Alles scheint so einfach, warum muss es nur zu so etwas wie heute kommen? Knnt ihr nicht verstehen, dass es im ganzen Reich des T'ang-Kaisers keine Zen-Lehrer gibt?" An dieser Stelle fragte einer der anwesenden Mnche: "Wie knnt Ihr das sagen? Gerade in diesem Augenblick sitzen wir, wie alle sehen knnen, einem gegenber, der in der Welt erschienen ist, um ein Lehrer der Mnche und ein Fhrer der Menschen zu sein." "Bitte beachtet, dass ich nicht gesagt habe, es gbe kein Zen", antwortete der Meister. "Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es keine Lehrer gibt." Spter erzhlte Wei-shan (Jap.: Isan) diese Unterhaltung dem Yang-shan (Jap.: Kyozan) und fragte ihn, was sie bedeute. Yang-shan sagte: "Dieser Schwan ist imstande, die reine Milch aus der verwsserten Mischung herauszuholen. Es ist sehr klar, dass er nicht nur eine gewhnliche Ente ist." "Frwahr", antwortete der andere. "Das, worauf er hinwies, ist schwer zu begreifen." 36. Eines Tages brachte ich eine Statue Buddhas als Geschenk, kniete in Ehrfurcht vor dem Meister nieder und bat ihn, mir einen buddhistischen Beinamen zu geben. "P'ei-hsiu", rief er aus. "Ja, Meister?" "Wie kommt es, dass du dich immer noch um Namen kmmerst?" Alles, was ich tun konnte, war, mich schweigend ihm zu Fen zu werfen. Zu einer anderen Zeit bot ich dem Meister ein selbst geschriebenes Gedicht an. Er nahm es in die Hand, setzte sich aber bald hin und warf es beiseite. "Verstehst du?" fragte er. "Nein, Meister." "Aber warum verstehst du nicht? Denke ein wenig nach. Wenn Dinge auf solche Weise schwarz auf wei

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ausgedrckt werden knnten, was htte dann eine Schule wie die unsere fr einen Sinn?" Mein Gedicht lautete: Nachdem sein Meister ihm Die wortlose Lehre bermittelt hatte, lebte er, von groem Wuchs Und mit der Perle auf der Stirn, Zehn Jahre lang am Fluss in Szech'uan. Nun ist er, wie ein Kelch getragen vom Wasser, Am Ufer von Chang zur Ruhe gekommen. Eintausend Schler folgen ihm nach, Die von edler Gestalt sind und den Duft von Blten aus fernen Lndern tragen. Sie alle sind werdende Buddhas, Doch wollen sie nichts, als ihm ehrfrchtig zu dienen. Wer wei auf welchen von ihnen Die Lehre einst bertragen wird. Unser Meister antwortete spter mit dem folgenden Gedicht: Der Geist ist ein riesiger Ozean, Ein Meer, das keine Grenzen kennt. Worte sind nur wie rote Lotusblten, die die kleineren Krankheiten heilen sollen. Gibt es auch Zeiten der Ruhe, Da ich die Hnde nicht rege, So heb ich sie doch nicht zur Brust, Um Miggnger willkommen zu heien. 37. Unser Meister sprach: Wer auf dem Wege fortschreiten will, muss zuerst die Schlacken fortwerfen, die er durch die verschiedenartigsten Studien angesammelt hat. Vor allem mssen das Suchen nach irgendetwas Objektivem und jegliches Anhaften aufgegeben werden. Wenn die Schler auch tiefste Lehren vernehmen, so mssen sie sich doch so verhalten, als htte ein leichter Wind ihre Ohren gestreichelt, als wre ein Stowind in Blitzesschnelle an ihnen vorbergebraust. Auf keinen Fall drfen sie den Versuch machen, solchen Lehren zu folgen. Wer diesen Unterweisungen entsprechend handelt, dringt in die Tiefe ein. Die bewegungslose Versenkung der Tathagatas beinhaltet die geistige Zen-Haltung jener, die fr immer den Kreislauf von Geburt und Tod verlassen haben. Von den Tagen an, da Bodhidharma nichts als den Einen Geist bermittelte, gab es keinen anderen gltigen Dharma. Auf die Identitt von Geist und Buddha deutend, zeigte er, wie die hchsten Formen der Erleuchtung berschritten werden knnen. Gewiss hinterlie er keinen anderen Gedanken als diesen; wenn ihr durch das Tor unserer Schule eintreten wollt, muss dies euer einziger Dharma sein. Erwartet ihr noch irgendeinen Gewinn von Lehrern anderer Schulen, warum kommt ihr dann hierher? Es heit, dass auch nur die geringste Absicht, begrifflich zu denken, euch den Krallen der Dmonen ausliefert. Gleicherweise aber wird die bewusste Enthaltung von einer solchen Absicht, oder auch nur das Bewusstsein, keine solche Absicht zu haben, gengen, um euch der Gewalt der Dmonen auszuliefern. Dies aber werden nicht Dmonen von auen sein, sondern Selbstschpfungen euerer eigenen Gedanken. Die einzige Wirklichkeit ist jener "spurenlose" Bodhisattva, dessen Existenz selbst im geistigen Sinn vollkommen unmanifestiert ist. Erlaubt ihr euch, jemals den Erscheinungen mehr als eine rein mehr als eine rein vergngliche Existenz zuzuschreiben, so verfallt ihr in einen schweren Fehler, in den ketzerischen Glauben an ein ewiges Leben. Versteht ihr dagegen die wesenhafte Leere der Erscheinungen als bloes Nichts, dann verfallt ihr dem anderen Irrtum, dem ketzerischen Glauben an die vllige Auslschung.

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"Die Drei Welten sind nur Geist, die Myriaden der Erscheinungen sind nur Bewusstsein" - so werden solche Menschen unterwiesen, die zuvor noch irrigere Ansichten hatten und unter noch schwereren Irrtmern der Wahrnehmung litten. Gleicherweise sollte die Lehre, dass der Dharmakaya nur nach vollkommener Erleuchtung erreicht werden kann, nur dazu dienen, die Theravadin-Heiligen vor den schwersten Irrtmern zu bewahren. Da Gautama Buddha sehen musste, dass diese flschlichen Ansichten weit verbreitet sind, widerlegte er das Missverstndnis, dass Erleuchtung zur Wahrnehmung einer universalen Substanz fhrt, die aus kleinen Teilchen besteht, welche einige fr grobstofflich, andere fr feinstofflich halten. Wie soll Gautama Buddha, der alle solche Ansichten, wie die hier erwhnten, ablehnte, die gegenwrtigen Vorstellungen von der Erleuchtung gelehrt haben? Da aber solche Lehren noch immer allgemein verbreitet werden, verstricken sich die Menschen in die Dualitt, die nach dem "Licht" verlangt und der "Finsternis" entflieht! Im ngstlichen Suchen nach der Erleuchtung und auf der Flucht vor den Begierden und der Unwissenheit des krperlichen Daseins andererseits, stellen sie sich den erleuchteten Buddha und die unerleuchteten Lebewesen als voneinander verschiedene Wesenheiten vor. Dauerndes Hngen an solchen dualistischen Begriffen fhrt Leben auf Leben, on auf on, immer und immerfort zur Wiedergeburt auf den Sechs Daseinsebenen. Und warum ist das so? Weil die Lehre verflscht wird, dass die ursprngliche Quelle der Buddhas jenes aus sich selbst bestehende Wesen ist. Ich mchte euch noch einmal versichern, dass der Buddha nicht im Lichte wohnt noch die Lebewesen in der Finsternis, denn die Wahrheit lsst solche Unterscheidungen nicht zu. Der Buddha ist nicht mchtig, die Lebewesen sind nicht schwach, denn die Wahrheit erlaubt solche Unterscheidungen nicht. Der Buddha ist nicht erleuchtet, noch sind die Lebewesen unwissend, denn die Wahrheit erlaubt solche Unterscheidungen nicht. Das kommt alles nur, weil ihr euch darauf einlasst, Zen erklren zu wollen! Sobald man den Mund aufsperrt, kommt Verderbliches hervor. Entweder vernachlssigen die Menschen die Wurzel und sprechen von den Zweigen oder sie vernachlssigen die Wirklichkeit der "illusionren Welt" und sprechen nur von Erleuchtung. Oder sie schwtzen von kosmischen Ttigkeiten, die zu Verwandlungen fhren, vernachlssigen aber die Substanz, der sie entspringen. Wahrlich, aus Diskussionen entspringt niemals ein Nutzen! Noch einmal: Im Grund sind alle Erscheinungen ohne Existenz, wenn du auch nicht behaupten kannst, sie seien nichtexistent. Karma, das entsteht, ist dadurch noch nicht existent. Karma, das vernichtet wird, hrt dadurch nicht auf zu existieren. Selbst seine Wurzel hat keine Existenz, denn diese Wurzel ist keine Wurzel. berdies: Geist ist nicht Geist, denn was auch immer dieser Begriff beinhaltet, ist weit entfernt von der Wirklichkeit, fr die es steht. Auch Form ist nicht wirklich Form. Wenn ich nun behaupte, dass es keine Erscheinungen und keinen "Ursprnglichen Geist" gibt, dann werdet ihr anfangen, etwas vom intuitiven Dharma zu verstehen, der schweigend von Geist zu Geist bertragen wird. Da Erscheinungen und Nichterscheinungen eins sind, gibt es weder Erscheinungen noch Nichterscheinungen, und die einzige mgliche bermittlung geschieht von Geist zu Geist. Wenn ein Gedanke pltzlich in eurem Bewusstsein aufblitzt und ihr ihn als einen Traum oder eine Tuschung erkennt, dann knnt ihr in den Zustand eingehen, den die Buddhas der Vergangenheit erreichten. Doch denkt nicht, dass die Buddhas der Vergangenheit wirklich existieren oder dass die Buddhas der Zukunft noch nicht ins Dasein getreten sind. Vor allem sehnt euch nicht danach, ein zuknftiger Buddha zu werden. Euer einziges Bestreben sei, whrend ein Gedanke dem anderen folgt, an keinem Gedanken zu hngen. Ihr sollt auch nicht den geringsten Ehrgeiz besitzen, hier und jetzt ein Buddha zu sein. Selbst wenn ein Buddha erschiene, stellt ihn euch nicht als "erleuchtet" oder "verblendet", "gut" oder "schlecht" vor. Beeilt euch, jede Sehnsucht nach Bindung an ihn aufzugeben. Schneidet augenblicklich jeden Gedanken an ihn ab. Auf keinen Fall drft ihr ihn festhalten wollen, denn tausend Schlsser wrden ihn nicht halten, hunderttausend Fu Seil wrden ihn nicht binden. Da dies so ist, strebt mit aller Kraft danach, ihn zu verbannen und auszulschen. Ich will euch jetzt ganz klar machen, wie ihr euch dieses Buddhas entledigen knnt. Betrachtet das Sonnenlicht. Ihr mgt meinen, dass es ganz nahe ist. Doch wrdet ihr ihm auch von Welt zu folgen, ihr

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wrdet es nicht zu fassen bekommen. Meint ihr aber, es sei weit fort -seht doch, es ist hier vor euren Augen. Folgt ihm, und es entweicht euch. Lauft ihm weg, und es bleibt euch auf den Fersen. Ihr knnt es weder besitzen, noch ihm ausweichen. Dieses Beispiel lsst erkennen, wie es sich mit dem Wahren-Wesen aller Dinge verhlt. Deshalb braucht man sich um das Wahre-Wesen weder zu sorgen noch zu bemhen. Man werfe mir nun nicht vor, dass meine Empfehlung, den Buddha auszumerzen, entheiligend sei oder dass der Vergleich mit dem Sonnenlicht fromm sei, als schwanke ich zwischen zwei Extremen. Anhnger anderer Schulen wrden hiermit bereinstimmen, unsere Zen-Schule aber erkennt weder das eine als entheiligend noch das andere als fromm an. Wir halten auch nicht das eine fr Buddhagleich, das andere fr die Ansicht Unwissender. Das ganze sichtbare Weltall ist Buddha, so auch alle Klnge. Halte an einem Prinzip fest, dann sind alle anderen identisch. Siehst du ein Ding, dann siehst du alles. Gewahrst du den Geist eines Individuums, gewahrst du den gesamten Geist. Fllt dein Blick auf einen Weg, sind alle Wege in deiner Schau enthalten, denn es gibt nichts, das abseits des Weges wre. Wenn dein Blick auf ein Staubkrnchen fllt, ist das Gesehene identisch mit smtlichen riesigen Weltsystemen mit ihren groen Flssen und gewaltigen Bergen. Einen Tropfen Wasser ansehen, bedeutet, das Wesen allen Wassers im Weltall sehen. Derart die Gesamtheit aller Erscheinungen anzusehen, heit, die Gesamtheit des Geistes anzusehen Alle diese Erscheinungen sind von Anbeginn leer, und doch ist der Geist, mit dem sie identisch sind, nicht reines Nichts. Hiermit meine ich, dass er existiert, aber in einer Weise, die zu wunderbar ist, als dass wir sie erfassen knnten. Es ist eine Existenz, die keine ist, eine Nichtexistenz, die dennoch existiert. So existiert diese wahre Leere auf eine wunderbare Weise. Nach allem Gesagten knnen wir die riesigen Weltsysteme, seien sie auch zahllos wie Sandkrner, mit unserem Einen Geist umfassen. Warum dann von Innen und Auen sprechen? Da Honig die unvernderliche Eigenschaft der Se besitzt, folgt hieraus, dass aller Honig s ist. Von diesem Honig als s, von einem anderen aber als bitter zu sprechen, wre Unsinn. Wie knnte es so sein? Deshalb sagen wir, dass die Leere weder Auen noch Innen hat. Es gibt nur die unmittelbar aus sich selbst erstehende Bhutatathata (das Absolute). Aus demselben Grund sagen wir, die Leere habe keine Mitte. Es gibt nur die unmittelbar aus sich selbst existierende Bhutatathata. Also sind die Lebewesen Buddha, Buddha ist eins mit ihnen. Beide bestehen ausschlielich aus der einen "Substanz". Die Welt der Erscheinungen und Nirvana, Ttigkeit und bewegungslose Ruhe - alle sind aus der einen "Substanz", Ebenso verhlt es sich mit den Welten und dem Zustand, der die Welten transzendiert. Ja, die Wesen, die die Sechs Stufen des Daseins durchschreiten, jene, die den Vier Arten von Geburt unterworfen sind, alle weiten Weltsysteme mit ihren Bergen und Flssen, das Bodhi-Wesen und die Tuschung - sie alle sind solcher Art. Wenn wir sagen, dass sie alle von der einen Substanz sind, meinen wir, dass ihre Namen und Formen, ihre Existenz und Nichtexistenz Leere ist. Die groen Weltsysteme, die zahllos sind wie die Sandkrner des Ganges, sind in Wirklichkeit eingeschlossen in der einen grenzenlosen Leere. Wo kann also ein Buddha sein, der Befreiung bringt, wo knnte es Lebewesen geben, die zu befreien sind? Wenn das Wahre-Wesen aller Dinge, die "existieren", eine einheitliche Soheit ist, wie knnen dann solche Unterscheidungen Wirklichkeit sein? Wenn du annimmst, dass Erscheinungen aus sich selbst entstehen, verfllst du dem Irrglauben, Dinge htten eine eigene unmittelbare Existenz. Nimmst du auf der anderen Seite die Lehre von Anatman an, mag dich der Begriff "Anatman" den Theravadin zufhren. Ihr Mnche versucht, alles in der Leere genau abzumessen, Fu fr Fu, Zoll fr Zoll. Ich aber sage euch noch einmal, dass alle der zahllosen Erscheinungen ohne jegliche formhafte Abgrenzung sind. Ihrem Wesen nach gehren sie zu der vollkommenen Ruhe, die jenseits der vergnglichen Sphre der Formen hervorbringenden Ttigkeiten liegt. So sind sie alle mit dem Raum deckungsgleich und sind eins mit der Wirklichkeit. Weil kein Krper in Wirklichkeit eine Form besitzt, nennen wir alle Phnomene leer; da auch der Geist formlos ist, nennen wir das Wesen aller Dinge leer. Beide sind ohne Form und beide werden leer genannt. Auch keine der zahlreichen Lehren existiert auerhalb eures ursprnglichen Geistes. Alles Gerede ber Bodhi, Nirvana, ber das Absolute, das Buddha-Wesen, ber Mahayana, Theravada,

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Bodhisattvas und so fort ist damit zu vergleichen, dass man Herbstbltter fr Gold hlt. Um das Symbol der geschlossenen Faust zu gebrauchen: Ist sie geffnet, werden alle Lebewesen - Gtter und Menschen gewahr, dass sich in ihr nicht das Geringste befindet. Darum steht geschrieben: Da alles Leere ist von Anbeginn Wo heftete sich Staub denn hin? Wenn "alles Leere ist von Anbeginn", sind Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart bedeutungslos. So mssen diejenigen, die den Weg suchen, ihn mit der Pltzlichkeit eines Messerstiches betreten. Erst muss dies vollkommen verstanden sein, ehe der Weg betreten werden kann. Darum begegnete Bodhidharma, wenn er auch viele Lnder auf seinem Weg von Indien nach China durchkreuzte, nur einem Menschen, dem ehrwrdigen Ko, dem er schweigend das Geist-Siegel bertragen konnte, das Siegel eures eigenen wirklichen Geistes. Erscheinungen sind das Siegel des Geistes ebenso wie der Geist das Siegel der Erscheinungen ist. Was immer der Geist ist, das sind auch die Erscheinungen- beide sind in gleicher Weise wirklich und haben teil am Dharma-Wesen, das in der Leere hngt. Wer diese Wahrheit intuitiv erfasst hat, ist ein Buddha geworden und hat den Dharma vollendet. Lasst mich wiederholen: Erleuchtung kann nicht krperlich erfasst (erlangt, wahrgenommen etc.) werden, denn der Krper ist ohne Form. Sie kann auch nicht geistig erfasst (etc.) werden, da der Geist ohne Form ist; sie kann auch nicht erfasst (etc.) werden durch ihr Wahres-Wesen, da dieses die ursprngliche Quelle aller Dinge ist, die immerwhrende Wirklichkeit des Buddha. Wie kannst du Buddha dazu benutzen, um Buddha zu erfassen, Formlosigkeit um Formlosigkeit zu ergreifen, Geist um Geist, Leere um Leere, den Weg, um den Weg zu erfassen? In Wirklichkeit kann nichts erfasst (wahrgenommen, erreicht, begriffen etc.) werden - selbst das Nichtfassen kann nicht erfasst werden. Darum heit es "Nichts ist zu erfassen". Wir lehren euch nur, wie ihr euren ursprnglichen Geist begreifen knnt. Noch eins: Wenn der Augenblick des Begreifens gekommen ist, dann denkt nicht in Begriffen von verstehen, nicht verstehen oder von nicht nichtverstehen. Denn keiner von diesen ist festzuhalten. Wenn dieser Dharma der Soheit "erfasst" ist, ist er "erfasst". Aber der "Erfassende" ist sich dieses Erfassens ebenso wenig bewusst wie jener, der nichts von diesem Dharma wei, sich bewusst ist, dass er ihn nicht erfasst hat. Ach, dieser Dharma der Soheit - bisher haben ihn so wenige begriffen, dass geschrieben steht: "Wie wenige gibt es in dieser Welt, die ihr Ich verlieren!" Worin unterscheiden sich diejenigen, die es durch Anwendung eines bestimmten Grundsatzes oder durch Schaffen einer besonderen Umgebung, durch Schrift, Lehre, Alter, Zeit, Name, Wort oder mit Hilfe ihrer sechs Sinne zu erlangen suchen, von hlzernen Puppen? Wrde aber unverhofft ein Mensch erscheinen, der sich keine Vorstellungen auf der Grundlage irgendwelcher Namen und Formen machte, man knnte ihn, das versichere ich euch, in einer Welt nach der anderen suchen und wrde ihn doch nicht finden. Seine Einzigartigkeit wrde ihm die Nachfolge des Patriarchen sichern, und er wrde es verdienen, der wahre geistige Sohn von Shakyamuni genannt zu werden. Die widerstreitenden Komponenten seines Ich htten sich aufgelst, und er wre tatschlich das Eine. Darum steht geschrieben: "Wenn der Knig die Buddhaschaft erlangt, verlassen die Prinzen ihr Heim, um Mnche zu werden." Der Sinn dieser Worte ist schwer zu verstehen. Sie wollen euch lehren, dass ihr keine Buddhaschaft suchen sollt, da jedes Suchen zum Scheitern verurteilt ist. Ein Irrer, der auf einer Bergspitze das Echo seines Rufes tief unter sich hrt, mag dieses im Tal suchen gehen. Aber wie vergeblich ist seine Suche! Im Tal angekommen, ruft er erneut und steigt sofort wieder hinauf, um auf den Gipfeln zu suchen. Ach, so mgen Tausende von Wiedergeburten oder Zehntausende von onen vergehen, in denen er dem Echo nachluft, um die Quelle dieses Klanges zu finden. Vergeblich wird er gegen die aufgewhlten Fluten von Leben und Tod kmpfen. Weit besser, ihr gebt berhaupt keinen Laut von euch, dann gibt es auch kein Echo. Dies trifft fr all jene zu, die im Nirvana weilen: kein Hinhren, kein Wissen, kein Laut, keine Spur, kein Zeichen. Werdet so - und ihr seid kaum weniger als Nachbarn des Bodhidharma. 38. Frage: Bitte unterweist mich ber die Stelle in den Sutras, die die Existenz eines Schwertes der Soheit in der kniglichen Schatzkammer verneint.

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Antwort: Die knigliche Schatzkammer ist das Wesen der Leere. Wenn auch alle weiten Weltsysteme des Universums in dieser enthalten sind, existiert doch keines auerhalb deines Geistes. Ein anderer Name hierfr ist "des Bodhisattva Schatzkammer der Groen Leere". Ob du vom Schwert der Soheit als existierend oder als nichtexistierend sprichst, als weder das eine noch das andere, in jedem Fall ist es nur das Horn eines Hasen. Dies bedeutet, dass du es zum Gegenstand einer vllig nutzlosen Suche gemacht hast. 39. Frage: Gibt es nicht doch ein Schwert der Wahrheit in der kniglichen Schatzkammer? Antwort: Noch so ein Hasen-Horn! Frage: Wenn es aber kein Schwert der Wahrheit gibt, warum steht dann geschrieben: "Der Prinz nahm das Schwert der Wahrheit aus der kniglichen Schatzkammer und begab sich auf seinen Eroberungsfeldzug." Warum erzhlt Ihr uns nichts anderes von ihm, als dass es keine objektive Existenz besitzt? Antwort: Der Prinz, der das Schwert nahm, ist eine Bezeichnung fr einen wahren geistigen Sohn des Tathagata. Wenn du aber sagst, er trug es fort, dann nimmst du an, er htte der Schatzkammer etwas fortgenommen. Welch ein Unsinn zu sagen, man nimmt ein Stck von jener Leere fort, die die Quelle aller Dinge ist. Wenn du berhaupt irgendetwas in der Hand hast, kann es sich hchstens um eine Sammlung von Hasen-Hrnern handeln. 40. Frage: Hat Kashyapa Worte benutzt, als er das Siegel der Buddhaschaft, das er von Gautama Buddha erhielt, weitergab? Antwort: Ja. Frage: Dann msste auch er, da er eine bertragung mit Worten versuchte, zu den Menschen gehren, die nach den Hrnern eines Hasen greifen. Antwort: Kashyapa erfuhr eine unmittelbare Selbst-Verwirklichung des ursprnglichen Geistes. Deshalb hat er nichts mit den Hrnern des Hasen zu tun. Wer diese unmittelbare Erfahrung des Tathagata-Geistes erlangt, dadurch die wahre Identitt des Tathagata begreift und seine wirkliche Erscheinung und Form erkennt, kann zu anderen mit der Autoritt eines wirklichen geistigen Sohnes des Buddha sprechen. Ananda aber, der seinem Meister zwanzig Jahre lang diente, war dennoch nicht imstande, mehr als seine uere Erscheinung und Gestalt wahrzunehmen. Darum ermahnte ihn der Buddha: "Diejenigen, die sich ganz darauf konzentrieren, der Welt zu helfen, entkommen nicht den Reihen jener, die den Hrnern eines Hasen nachjagen." 41. Frage: Was bedeutet die Stelle: "Manjushri stand vor Gautama mit gezogenem Schwert?" Antwort: Die "Fnfhundert Bodhisattvas" erlangten Kenntnis von ihrem frheren Leben und entdeckten, wie ihr frheres Karma geschaffen war. Dies ist eine Fabel, in der sich die "Fnfhundert" in Wirklichkeit auf deine fnf Sinne beziehen. Als Ergebnis ihres frheren Karma suchten sie Buddha, Buddhaschaft und Nirvana im Gegenstndlichen. Aus diesem Grund nahm Manjushri das Schwert der Weisheit und benutzte es, um die Vorstellung eines greifbaren Buddha zu zerstren. Darum ist er als der Vernichter der menschlichen Tugenden bekannt. Frage: Was bedeutet das Schwert wirklich? Antwort: Es steht fr das Begreifen des Geistes. Frage: So ist das Schwert, das die Vorstellung eines greifbaren Buddhas zerstrt, das Begreifen des Geistes. Wenn wir mit solcher Hilfe diese Vorstellungen vernichten knnen, wie vollzieht sich dann tatschlich diese Vernichtung? Antwort: Du musst die Weisheit, die aus dem Nicht-Dualismus stammt, gebrauchen, um dein Begriffe-

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bildendes dualistisches Denken zu vernichten. Frage: Angenommen, die Begriffe von etwas Vorstellbarem und von der Mglichkeit, Erleuchtung zu suchen, werden vernichtet, indem man das Schwert der Nicht-unterscheidenden-Weisheit zieht, wo ist dann dieses Schwert zu finden? Antwort: Da die Nicht-unterscheidende-Weisheit sowohl die Wahrnehmung als auch ihren Gegenstand vernichtet, muss sie auch dem Nicht-Wahrnehmbaren angehren. Frage: Wissen kann nicht benutzt werden, um Wissen zu zerstren, ein Schwert nicht, um ein Schwert zu zerstren. Antwort: Das Schwert zerstrt tatschlich das Schwert - sie zerstren sich gegenseitig -, und zurck bleibt das Nicht-Schwert, das du ergreifen musst. Wissen zerstrt tatschlich Wissen - dieses Wissen macht jenes ungltig -, und zurck bleibt das Nicht-Wissen, das du erfassen musst. Es ist, als kmen Mutter und Sohn gemeinsam um. 42. Frage: Was bedeutet: "Einsicht in das Wahre-Wesen?" Antwort: Dieses Wesen und deine Wahrnehmunzen davon sind eins. Du kannst es nicht dazu benutzen, etwas ber und jenseits von sich selbst zu sehen. Dieses Wesen und dein Davon-Hren sind eins; du kannst es nicht benutzen, um etwas ber und jenseits von ihm zu hren. Stellst du dir vor, das Wahre-Wesen von irgendetwas sei zu sehen oder zu hren, dann erlaubst du, dass der Dharma der Unterscheidung erwacht. Lass mich wiederholen, dass das Wahrnehmende nicht wahrgenommen werden kann. Kann es - frage ich dich - einen Kopf geben, der auf dem Scheitel deines Hauptes befestigt ist? Ich will dir meine Meinung an einem Beispiel erhellen. Stelle dir lose Perlen in einer Schale vor - groe und kleinere. Keine wei etwas von den anderen und keine ist einer anderen im Wege. Als sie geschaffen wurden, sagten sie nicht: "Nun entstehe ich." Wenn sie zerfallen, werden sie nicht sagen: "Nun lse ich mich auf." Keines der Lebewesen, die in die Sechs Daseinsarten durch die Vier Weisen der Geburt hineingeboren wurden, bildet eine Ausnahme dieser Regel. Buddhas und Lebewesen haben keine gegenseitige Wahrnehmung voneinander. Die vier Grade der Theravadin-Meister, die fhig sind, in Nirvana einzugehen, nehmen dieses nicht wahr und werden auch von ihm nicht wahrgenommen. Die Theravadin, die die "Drei Stufen der Heiligkeit" erreicht haben und die "Zehn hervorragenden Merkmale" besitzen, nehmen nicht die Erleuchtung wahr und werden auch nicht von ihr wahrgenommen. So verhlt es sich mit allem anderen, bis hinab zu Feuer und Wasser oder Erde und Himmel. Diese Elementenpaare haben keine gegenseitige Wahrnehmung voneinander. Lebewesen gehen nicht in die Dharmadhatu ein, noch treten Buddhas aus ihr hervor. Es gibt kein Kommen und Gehen innerhalb der Dharmata, noch irgendetwas, das wahrgenommen werden kann. Da dies so ist, warum sagt man dann noch: "Ich sehe", "Ich hre", "Ich empfange eine Intuition durch Erleuchtung", "Ich hre den Dharma von den Lippen eines Erleuchteten", "Buddhas erscheinen in der Welt, um den Dharma zu predigen?" Katyayana wurde von Vimalakirti getadelt, weil er dieses, dem vorbergehenden Zustand angehrende vergngliche Denken benutzte, um die Lehre der wirklichen Existenz der Materie weiterzugeben. Ich versichere dir, dass alle Dinge von allem Anfang an frei von Bindung waren.13s Warum versuchst du sie dann zu erklren? Warum den Versuch machen, etwas zu reinigen, was niemals befleckt war? Es steht geschrieben: Das Absolute ist Soheit. Wie kann man darber streiten? Ihr Menschen sprecht immer noch vom Geist, als existiere er oder existiere er nicht, als sei er rein oder befleckt, als knne man ihn erforschen wie einen Bereich des begrifflichen Wissens. Jede dieser Abgrenzungen wrde gengen, euch in den nie endenden Kreislauf von Geburt und Tod zurckzuwerfen. Der Mensch, der Dinge wahrnimmt, will sie auch immer gleich identifizieren, um sie ergreifen zu knnen. Wer sein Denken in dieser Weise wie Augen benutzt, hlt gewiss den Fortschritt fr eine stufenfrmige Entwicklung. Gehrst du zu solchen Menschen, dann bist du ebenso weit von der Wahrheit entfernt wie die Erde vom Himmel. Was soll das Gerede von der "Einsicht in das Wahre-Wesen".

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43. Frage: Ihr sagt, dass unser ursprngliches Wesen und der Akt der Wesensschau ein und dasselbe seien. Dies kann aber nur zutreffen, wenn dieses Wesen vollkommen undifferenziert ist. Bitte erklrt uns, warum wir, wenn wir auch zugeben, dass keine wirklichen Gegenstnde wahrzunehmen sind, tatschlich nur sehen, was in der Nhe ist, und nicht sehen knnen, was fern ist. Antwort: Dies kommt aus einem Missverstndnis, das euren eigenen Tuschungen entstammt. Du kannst nicht behaupten wollen, dass das universale Wesen tatschlich objektive Dinge enthlt, nur weil die Aussage "keine wirklichen Objekte, die wahrzunehmen sind" nur dann zutreffend wre, wenn es tatschlich berhaupt nichts gbe, das wir wahrnehmbar nennen. Das Wesen des Absoluten ist weder wahrnehmbar noch nichtwahrnehmbar. Mit Erscheinungen verhlt es sich ebenso. Wenn aber einer sein Wahres-Wesen erkannt hat, wie kann es dann noch irgendeinen Ort oder irgendein Ding geben, das davon getrennt wre? So sind denn die Sechs Daseinsformen, die aus den Vier Arten von Geburt entstehen, zusammen mit den groen Weltsystemen und ihren Flssen und Bergen, alle nur von derselben reinen Substanz wie unser eigenes Wesen. Darum heit es: "Die Wahrnehmung einer Erscheinung ist die Wahrnehmung des All-Wesens, da Erscheinungen und Geist ein und dasselbe sind." Nur weil ihr an ueren Formen hngt, "seht", "hrt", "fhlt" und "kennt" ihr die Dinge als individuelle Wesenheiten. Wahres Erfassen liegt jenseits eurer Macht, solange ihr solchem nachhngt. Auf diese Art gehrt ihr zu den Schlern der gewhnlichen Mahayana- und Theravadin-Lehren, die durch ein in die Tiefe gehendes Wahrnehmen zu wahrem Verstndnis zu gelangen hoffen. Deshalb sehen sie das Nahe liegende, doch knnen das Weitentfernte nicht erblicken. Niemand aber, der auf dem rechten Weg ist, denkt so. Ich versichere euch, dass es kein "innen" und kein "auen", kein "nah" oder "fern gibt. Das allen Erscheinungen zugrunde liegende Wesen ist euch ganz nahe, aber ihr seht nicht einmal das. Trotzdem redet ihr noch ber eure Unfhigkeit, Weitentferntes zu sehen - wozu soll dieses Gerede wohl gut sein? 44. Frage: Welche Fhrung bieten Euer Ehrwrden denen von uns an, die alles dieses sehr schwerverstndlich finden? Antwort: Ich habe nichts anzubieten; ich hatte niemals anderen etwas anzubieten. Weil ihr zulasst, dass gewisse Menschen euch in die Irre fhren, sucht ihr immerfort intuitive Einsicht und strebt nach Verstndnis. Bedeutet dies nicht, dass Schler und Lehrer demselben unlsbaren Wirrwarr verfallen? Alles, was ihr behalten sollt, sind folgende Ermahnungen: Lernt, vllig unempfnglich zu sein fr Empfindungen, die aus ueren Formen entstehen, und reinigt euren Krper dadurch von der Empfnglichkeit fr uerlichkeiten. Lernt, allen Unterscheidungen zwischen diesem und jenem, die aus euren Empfindungen entstehen, keine Beachtung zu schenken, und reinigt eure Krper dadurch von unntigen Unterscheidungen zwischen einer Erscheinung und einer anderen. Seid besonders bedacht, euch aller Unterscheidungen in angenehme und unangenehme Empfindungen zu enthalten, und reinigt eure Krper dadurch von nutzlosen Unterscheidungen. Vermeidet es, euch ber irgendetwas Gedanken zu machen, und reinigt euren Krper dadurch von begrifflichem Denken. Ein einziger Augenblick dualistischen Denkens gengt, um euch wieder an die zwlffache Kette der Verursachung zu binden. Unwissenheit setzt das Rad der Verursachung in Bewegung und schafft dadurch eine endlose Kette von karmischen Ursachen und Wirkungen. Dies ist das Gesetz, das unser Leben bis ins hohe Alter und in den Tod hinein beherrscht. In diesem Zusammenhang wird uns berichtet, dass Sudhana, nachdem er Bodhi vergebens an 110 Orten im zwlffachen Bereich der Verursachung gesucht hatte, endlich Maitreya begegnete, der ihn zu Manjushri schickte. Manjushri bedeutet hier eine ursprngliche Unwissenheit in Bezug auf die Wirklichkeit. Wenn ihr, whrend ein Gedanke dem anderen folgt, Weisheit weiterhin auerhalb euer selbst sucht, dann kommt es zu einem fortlaufenden Prozess von Gedanken, die aufsteigen, abklingen und

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von anderen gefolgt werden. Darum msst ihr Mnche weiter Geburt, Alter, Krankheit und Tod erleiden. Ihr schafft euch euer Karma, das entsprechende Wirkungen hervorruft. Auf solche Weise entstehen und vergehen die "fnf Luftblasen", mit anderen Worten, die fnf Skandhas. Ach, knntet ihr nur verhindern, dass auch nur ein einziger Gedanke aufsteigt, dann wrden die achtzehn Sinnesbereiche vergehen. Wie gttlich wren dann die krperlichen Belohnungen und wie erhaben wre die Erkenntnis, die in eurem Geist aufginge! Ein solches Bewusstsein knnte die "Plattform des Geistes" genannt werden. Solange ihr euch aber in Bindungen verliert, verdammt ihr eure Krper dazu, Leichname zu sein oder, wie es manchmal ausgedrckt wird, leblose Krper, in denen Dmonen hausen. 45. Frage: "Vimalakirti verharrt in Schweigen, Manjushri lobpreist." Wie knnen diese beiden wirklich das Tor der Nicht-Zweiheit durchschritten haben? Antwort: Das Tor der Nicht-Zweiheit ist dein ursprnglicher Geist. Sprechen und Schweigen sind relative Begriffe, die dem vergnglichen Bereich angehren. Wenn nichts gesagt wird, wird nichts manifestiert. Darum lobpries Manjushri. Frage: Vimalakirti sprach nichts. Bedeutet dies, dass der Ton dem Verlschen unterworfen ist? Antwort: Sprechen und Schweigen sind eins! Es gibt keinen Unterschied zwischen ihnen. Darum steht geschrieben: "Weder das Wahre-Wesen noch die Wurzel von Manjushris Hren sind dem Verlschen unterworfen. So ist der Klang der Stimme des Tathagata immerwhrend, und es kann nicht wirklich eine Zeit gegeben haben, bevor er zu predigen begann, oder eine Zeit, nachdem er zu predigen aufhrte. Das Predigen des Tathagata ist eins mit dem Dharma, den er lehrte. Denn es gibt keinen Unterschied zwischen dem Predigen und dem Gepredigten, ebenso wie es keinen gibt zwischen solch verschiedenen Erscheinungen wie dem verherrlichten und dem offenbarten Krper eines Buddha, den Bodhisattvas, den Shravakas, den Weltsystemen mit ihren Bergen und Flssen, den Wassern, Vgeln, Bumen, Wldern und allem anderen. Das Predigen des Dharma geschieht zur gleichen Zeit mit Worten und durch Schweigen. Wenn man auch den ganzen Tag lang spricht, wird doch kein Wort gesprochen. Da dies so ist, gehrt nur das Schweigen zum Wesentlichen. 46. Frage: Ist es wahr, dass die Shravakas nur ihre Gestalt in die gestaltlose Sphre einschmelzen knnen, die noch zur vergnglichen Dreifachen Welt gehrt, dass sie aber nicht imstande sind, sich vllig in Bodhi zu verlieren? Antwort: Ja, Gestalt setzt Materie voraus. Diese Heiligen vermgen nur weltliche Ansichten und Ttigkeiten abzutun, wodurch sie weltlichen Tuschungen und Schmerzen entgehen; sie knnen sich aber nicht vllig in Bodhi verlieren. So besteht immer die Gefahr, dass Dmonen sie noch aus dem Umkreis des Bodhi herauslocken. Losgelst in ihren Waldbehausungen lebend, erkennen sie den Bodhi-Geist nur unklar. Dagegen verwerfen jene, die das Gelbnis ablegten, Bodhisattvas zu werden, und die schon im Bodhi der Drei Welten leben, nichts, noch haften sie an etwas. Da sie an nichts haften, wre es vergeblich, sie auf irgendeiner Ebene zu suchen. Da sie nichts verwerfen, werden die Dmonen vergebens nach ihnen Ausschau halten. Schon der leiseste Wunsch jedoch, an diesem oder jenem festzuhalten, schafft gedankliche Symbole, die ihrerseits jene "Heiligen Schriften" entstehen lassen, die euch in vielfltige Wiedergeburten zurckfhren. Darum sei eure symbolische Vorstellung die der Leere; dann wird sich euch die wortlose Lehre des Zen offenbaren. Wisset, dass ihr euch nur dazu entscheiden msst, keinerlei Symbole zu bilden. Wenn ihr dies vermeidet, "symbolisiert" dies die Groe Leere, in der es weder Einheit noch Vielheit gibt - die Leere, die nicht wirkliche Leere ist, das Symbol, das kein Symbol ist. Dann werden sich euch die Buddhas aller groen Weltsysteme in einem Augenblick offenbaren. Ihr werdet die Scharen der sich windenden und hin und her bewegenden Lebewesen als bloe Schatten erkennen. Kontinente, so zahllos wie die Staubkrner, erscheinen euch dann nicht mehr zu sein als ein einziger Tropfen des groen Meeres. Die tiefsten Lehren, die ihr jemals hrtet, werden euch Trume und Trugbilder sein. Ihr werdet allen Geist als den Einen Geist erkennen und alle Dinge als Eins wahrnehmen - einschlielich der zahllosen heiligen Bcher und unzhligen frommen Kommentare. Sie alle sind nur euer Einer Geist. Wrdet ihr nur aufhren, nach

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Formen zu greifen, dann wrden euch alle diese wirklichen Wahrnehmungen zuteil. Darum steht geschrieben: "In der Soheit des Einen Geistes sind die verschiedenen Mittel, die zur Erleuchtung fhren sollen, nichts anderes als prunkvolle Ausschmckungen." 47. Frage: Wie aber, wenn ich mich in frheren Leben wie Kaliraja verhalten und Menschen bei lebendigem Leib zerstckelt htte? Antwort: Die Heiligen, die von ihm gemartert wurden, stehen fr euren eigenen Geist, whrend Kaliraja jenen Teil von euch darstellt, der auf Suche ausgeht. Solch unknigliches Benehmen heit Lust nach persnlichem Vorteil. Wenn ihr Schler des Weges euch nicht um ein tugendhaftes Leben bemht, sondern nur erforschen wollt, was ihr seht - wie wollt ihr euch von Kaliraja unterscheiden? Wenn ihr eurem Blick erlaubt, bei einer Form zu verweilen, dann stecht ihr einem Weisen (der ihr selbst seid) die Augen aus. Und wenn ihr einem Klang nachhngt, zerstckelt ihr die Ohren eines Weisen. So verhlt es sich mit allen euren Sinnen und mit dem Denken, denn diese vielfltigen Wahrnehmungen werden zerstckelnde genannt. Frage: Wenn wir allen Leiden mit der Geduld eines Weisen begegnen und alle geistzerstckelnden Wahrnehmungen vermeiden, so wird doch das, was klaglos leidet, gewiss nicht der Eine Geist sein, denn dieser kann nicht dem Erleiden von Schmerz unterworfen sein. Antwort: Du gehrst zu jenen Menschen, die das Ungeborene in begriffliche Formen hineinzwingen wollen, zum Beispiel in den Begriff des geduldigen Leidens oder in die Vorstellung, nichts auerhalb von dir selbst zu suchen. Damit tust du dir Gewalt an. Frage: Waren die heiligen Wesen, die gemartert wurden, sich eines Schmerzes bewusst? Und wer oder was litt, wenn sich unter ihnen keine Wesenheiten befanden, die des Leidens fhig waren? Antwort: Wenn du jetzt keinen Schmerz erleidest, warum bist du dann berhaupt hier? 48. Frage: Hat Dipamkara Buddha in einer einzigen Periode von 5oo Jahren Einsicht in die Wirklichkeit erlangt oder nicht? Antwort: Es gibt kein solches Erlangen innerhalb dieser Zeit. Du darfst niemals vergessen, dass dieses so genannte Erlangen der Einsicht weder ein Zurckziehen vom tglichen Leben noch ein Suchen nach Erleuchtung beinhaltet. Du musst einfach nur verstehen, dass Zeitperioden keine wirkliche Existenz besitzen. Darum findet das Erlangen der lebenswichtigen Intuition weder innerhalb noch auerhalb eines Abschnittes von 5oo Jahren statt. Frage: Ist es nicht mglich, das Allwissen zu erlangen, in dem uns alle Ereignisse der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bekannt sind? Antwort: Es gibt absolut nichts, das erlangt werden knnte. Frage: Wie lang ist ein Zyklus von fnfhundert Weltzeitaltern? Antwort: Eine solche Periode sollte Zeit genug fr dich sein, um ein befreiter Weiser zu werden. Denn als Dipamkara Buddha seine intuitive Erkenntnis des Dharma "erlangte", gab es in Wirklichkeit berhaupt nichts zu erlangen. 49. Frage: Die Sutras lehren, dass die Zgelung von Leidenschaften und Tuschungen whrend Millionen von Kalpas gengt, um den Dharmakaya zu erlangen, selbst wenn man nicht Mnch geworden ist. Was bedeutet dies? Antwort: Wrdest du drei Myriaden onen lang Hilfsmittel benutzen, um Erleuchtung zu erlangen, nicht aber die Ansicht aufgeben, dass es wirklich etwas zu erreichen gibt, dann wrest du danach noch ebenso viele onen, wie es Sandkrner im Ganges gibt, von deinem Ziel entfernt. Wenn du es aber durch

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unmittelbare Schau des Wahren-Wesens des Dharmakaya in einem Augenblick erfasst, dann wirst du das hchste Ziel, das die Drei Fahrzeuge lehren, erreicht haben. Warum? Weil der Glaube, dass der Dharmakaya erlangt werden kann, zu den Lehren jener Schulen gehrt, die die Wahrheit nicht verstehen. 50. Frage: Wenn ich beim Wahrnehmen einer Erscheinung diese pltzlich als leer erkenne, heit das, dass ich begriffen habe, was Bodhidharma meinte? Antwort: Bodhidharmas Geist ging noch ber die Leere hinaus. Frage: Dann existieren doch einzelne Gegenstnde? Antwort: Dass Dinge als gesonderte und nicht als gesonderte Einheiten bestehen, sind beides dualistische Begriffe. Darum sagte Bodhidharma: "Es gibt gesonderte Einheiten, und es gibt sie nicht aber zur gleichen Zeit sind sie weder das eine noch das andere, da alles Relative vergnglich ist." Wenn ihr Schler euch nicht ber diese fehlerhaften orthodoxen Lehren erheben knnt, warum nennt ihr euch dann Zen-Mnche? Ich ermahne euch, einzig dem Zen zu folgen und nicht nach falschen Methoden zu suchen, die nur zu einer Vielfalt von Begriffen fhren. Ein Mann, der Wasser trinkt, wei sehr genau, ob es kalt oder warm ist. Ob ihr geht oder sitzt, ihr msst alle unterscheidenden Gedanken von Augenblick zu Augenblick zurckhalten. Vermgt ihr dies nicht, werdet ihr niemals der Kette der Wiedergeburten entfliehen. Frage: Wenn der Buddha wirklich in unvergleichlicher Bewegungslosigkeit jenseits der vielfltigen Formen verweilt, wie ist es dann mglich, dass sein Krper 84 Reliquien hinterlassen hat? Antwort: Wenn du tatschlich so denkst, dann verwechselst du die vergnglichen Reliquien mit der Wirklichkeit. Frage: Gibt es tatschlich Dinge wie Shariras, oder sind dies von Buddha angehufte Verdienste? Antwort: Es gibt keine solchen Dinge. Es gibt auch keine Verdienste. Frage: Warum steht dann geschrieben: "Die Buddha-Reliquien sind therisch und feinstofflich, die goldenen sind unzerstrbar." Was sagen Euer Ehrwrden hierzu? Antwort: Wenn du solche Meinungen hast, warum nennst du dich dann einen Zen-Schler? Kannst du dir Knochen in der Leere vorstellen? Der Geist aller Buddhas ist eins mit der Groen Leere. Was fr Gebeine glaubst du dort finden zu knnen? Frage: Aber wenn ich tatschlich solche Reliquien gesehen htte, was dann? Antwort: Du httest die Produkte deines eigenen falschen Denkens gesehen. Frage: Hat Euer Ehrwrden solche Reliquien? Dann lasst sie uns sehen. Antwort: Eine wirkliche Reliquie wre schwer zu sehen. Um sie zu finden, msstest du den riesigen Berg Sumeru mit bloen Hnden zu feinem Staub zerbrckeln. 52. Der Meister sprach: Nur wenn eure Gedanken nicht mehr bei irgendetwas verweilen, was immer es auch sein mag, werdet ihr den wahren Weg des Zen begreifen. Ich mchte es so ausdrcken: Der Weg der Buddhas entfaltet sich in einem Geist, der vllig befreit ist von begrifflichem Denken, whrend Unterscheidung zwischen diesem und jenem eine Legion von Dmonen hervorbringt. Behaltet schlielich auch im Gedchtnis, dass von Anfang bis zum Ende auch nicht das kleinste Krnchen von irgend etwas Wahrnehmbarem jemals existiert hat oder jemals existieren wird. 53. Frage: Wem hat der Patriarch schweigend den Dharma bertragen? Antwort: Kein Dharma wurde irgendjemandem bertragen.

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Frage: Warum bat dann der Zweite Patriarch Bodhidharma um die bermittlung des Geistes? Antwort: Wenn du annimmst, es sei etwas bermittelt worden, dann meinst du auch, dass der Zweite Patriarch den Geist durch Suchen erlangt habe. Kein noch so intensives Suchen aber kann jemals zum Geist fhren. Wir sprechen nur von einer bertragung des Geistes. Doch wenn du wirklich etwas bekommst, wirst du wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod zurckfallen. 54. Frage: Durchdrang der Buddha die ursprngliche Dunkelheit des Nichtwissens? Antwort: Ja. Die ursprngliche Dunkelheit ist der Bereich, in dem jeder Buddha Erleuchtung erlangt. Der Bereich der Finsternis selbst, in dem das Karma entsteht, kann deshalb BodhimandalaI4s genannt werden. Jedes Krnchen Materie, jede Erscheinung ist eins mit der Ewigen und Unvernderlichen Wirklichkeit. Wohin auch dein Fu tritt, du bleibst immer innerhalb des Heiligtums der Erleuchtung, auch wenn dieses nichts Wahrnehmbares ist. Ich versichere dir, dass derjenige, der die Wahrheit des "nichts ist zu erreichen" versteht, sich schon in dem Heiligtum befindet, in dem er die Erleuchtung erlangen wird. Frage: Ist die ursprngliche Unwissenheit hell oder dunkel? Antwort: Sie ist nicht das eine noch das andere. Beide Begriffe sind dualistisch. Ursprngliches Nichtwissen ist zugleich weder hell noch dunkel. Das "Nicht-Helle" ist eben jene ursprngliche Helligkeit, die jenseits der Unterscheidung von hell und dunkel liegt. Schon dieser Satz gengt, um den meisten Menschen Kopfzerbrechen zu machen. Darum sagen wir, die Welt sei voller Widersprche, die aus den uns umgebenden vergnglichen Erscheinungen entstehen. Wrden wir auch alle wie Shariputra unsere Verstandeskrfte anstrengen, um ein Mittel zur Befreiung zu finden, so wre dies doch kein Weg, um die Weisheit und Allwissenheit zu ergrnden, mit der die Buddhas allen Raum berschreiten. Hierber kann es keine Errterungen geben. Als Gautama einst dreitausend myriadenfache Weltsysteme ausgemessen hatte, erschien pltzlich ein Bodhisattva und berquerte diese mit einem einzigen Schritt. Aber selbst dieser wunderbare Schritt vermochte nicht die Breite nur einer Pore von Samantabhadras Haut zu berqueren. Nun, was fr auerordentliche geistige Krfte hast du erlangt, die dir helfen knnten, das gedanklich zu durchdringen? Frage: Wenn solches vollkommen unmglich zu erfassen ist, warum steht dann geschrieben: "Wenn wir zu unserem ursprnglichen Wesen zurckkehren, berschreiten wir die Dualitt; doch die relativen Hilfsmittel stellen viele Tore zur Wahrheit dar." Antwort: Wir kehren zu unserem ursprnglichen Wesen jenseits der Dualitt zurck. Dies aber ist tatschlich auch das Wahre-Wesen des Weltalls der ursprnglichen Dunkelheit, das wiederum das Buddha-Wesen ist. Die "relativen Hilfsmittel, die viele Tore darstellen", gehren zum System der Shravakas, die der Ansicht sind, dass unser Weltall dem Werden und Vergehen unterworfen ist, und zu dem der Pratyeka-Buddhas, die, das Weltall trotz Anerkennung seiner endlosen Vergangenheit doch einer kommenden Vernichtung anheim gegeben glauben, Deshalb sind sie alle ganz auf die Hilfsmittel ausgerichtet, mit denen sie dieses (Weltall) zu transzendieren hoffen. Die wirklichen Buddhas aber erkennen, dass Werden und Vergehen der phnomenalen Welt beide mit der Ewigkeit eins sind. Mit anderen. Worten, es gibt kein Werden oder Vergehen. Dies zu erkennen, ist wirkliche Erleuchtung. So sind Nirvana und Erleuchtung eins. Als sich die Lotusblume ffnete und das Weltall enthllte, entstand die Zweiheit: das Absolute und die phnomenale Welt. Oder besser: Das Absolute erschien in zwei Aspekten, die zusammengenommen reine Vollkommenheit sind. Diese Aspekte sind: unvernderliche Wirklichkeit und potentielle Form. Fr die Lebewesen gibt es solche Gegenstze wie Werden und Vergehen und viele andere. Darum hte dich, an einem Teil eines Gegensatzpaares zu hngen. Jene, die in ihrem einzig auf Buddhaschaft ausgerichteten Bemhen die phnomenale Welt verabscheuen, lstern damit alle Buddhas des Weltalls. Die Buddhas, die sich in der Welt manifestieren, nahmen Mistgabeln, um sich von all solchem Unrat, wie es die Bcher voller Metaphysik und Sophistik sind, zu befreien.

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(Anmerkung von Clemens Vargas Ramos: vergl. hier die erstaunlichen bereinstimmungen der folgenden Ratschlge mit denen aus Advaita Bodha Deepika) Ich rate dir, deine frheren Ansichten ber das Erforschen und Wahrnehmen des Geistes aufzugeben. Bist du von ihnen befreit, dann wirst du dich nicht mehr in Spitzfindigkeiten verlieren. Betrachte den Vorgang genauso wie das Fortschaufeln von Dung. Ja, es ist mein Rat, alles Haften an begrifflichem Denken und intellektuellen Vorgngen aufzugeben. Wenn solche Dinge dich nicht mehr stren, wirst du unfehlbar die hchste Erleuchtung erlangen. Mache auf keinen Fall einen, Unterschied zwischen dem Absoluten und der phnomenalen Welt. Als wahrer Schler des Ts'ao-hsi-Zen darfst du keinerlei Unterscheidungen machen. Seit altersher haben die Weisen gelehrt, dass ein Minimum an Ttigkeit das Tor zu ihrem Dharma ist. Lasst keinerlei Ttigkeit das Tor zu meinem Dharma sein. Das ist der Eingang zum Einen Geist, aber alle, die dieses Tor erreichen, frchten sich einzutreten. Ich lehre keine Lehre des Auslschens. Wenige verstehen dies, aber diese wenigen sind die einzigen, die Buddhas werden. Hte dieses Kleinod wie einen Schatz! 55. Frage: Wie aber kann ich mich davor bewahren, dem Irrtum der Unterscheidung zwischen diesem und jenem zu verfallen? Antwort: Indem du erfhrst, dass kein einziges Krnchen deine Lippen berhrt, auch wenn du den ganzen Tag lang isst, und dass eine ganze Tagesreise dich nicht einen Schritt weiterbringt. Ebenso, indem du dich durchgngig solcher Vorstellungen wie "Ich" und "Anderes" enthltst. Lass dich nicht in die Ereignisse des tglichen Lebens verstricken, ziehe dich aber auch niemals von ihnen zurck. Nur wenn du so handelst, kannst du den Namen eines "Befreiten" verdienen. Verwechsle niemals die uere Erscheinung mit der Wirklichkeit. Vermeide den Irrtum, in Begriffen wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu denken. Die Vergangenheit ist nicht vergangen, die Gegenwart ist einflchtiger Augenblick, und die Zukunft muss nicht erst kommen. Wenn du Versenkung bst, dann sitze in der richtigen Haltung, verharre in vollkommener Ruhe und erlaube nicht der geringsten Denkbewegung, dich zu stren. Dies allein ist es, was man Befreiung nennt. Oh, und sei gewissenhaft. Sei gewissenhaft! Von Tausenden oder Zehntausenden, die den Versuch machen, dieses Tor zu durchschreiten, gelingt es vielleicht vieren oder fnfen. Achtest du nicht auf meine Warnungen, dann wird mit Sicherheit ein Unglck folgen. Darum steht geschrieben: Streng deine Krfte an in diesem Leben, Sonst musst onen du nach der Vollendung streben. Der Meister verschied auf diesem Berg whrend der T'aichung-Periode (847-8Sy n. Chr.) der T'angDynastie. Der Kaiser Hsan-tsung gab ihm nach seinem Tode den Titel: "Der Zen-Meister, der alle Begrenzungen zerstrte." Die Pagode, die zu seinem Gedchtnis errichtet wurde, wird "Turm des raumgleichen Karma" genannt.

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18.07.2009 12:07