kreishäuser in siegen

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  • 1. Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein (Hrsg.) Zierde Edelstein Kristallpalast.Baugeschichte der Siegener Kreishuser.

2. InhaltsverzeichnisVorbemerkung...............................................................................................................................3Katharina Jabs: Architektonische Zierde unserer Stadt.... Das Landratsamt von 1903................4Thomas Wolf: Des Kreises Edelstein (Landrat Joseph Bttner, 14.08.1953). Baugeschichte desSiegener Kreishaus-Erweiterungsbaus 1953-1955...................................................................... 10Torsten Manges: Im September 1978 Kristallpalast offiziell eingeweiht. Kreishausbau in den70ern........................................................................................................................................... 14-2- 3. VorbemerkungDie bevorstehende Sanierung des Hochhauses der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein richtete2007 auch den Blick auf die Geschichte dieses Gebudes. Torsten Manges, Pressesprecher desKreises, verfasste einen Bericht fr KreisIntern, der Mitarbeiterzeitung des Kreises. Zugrundelag die umfangreiche, zeitgenssische Presseberichterstattung, die der Kreis dokumentiert hatte.Archivintern wurde die Idee geboren, sich den Vorluferbauten in gleicher Weise historisch zunhern. Denn ber die beiden Vorluferbauten waren bis zu diesem Zeitpunkt keine Informatio-nen zusammengetragen worden.2009 widmete sich Katharina Jabs, studentische Praktikantin der Universitt Siegen, der Bauge-schichte des Landratsamtes aus dem Jahr 1903. Sie wertete die vorhandene Festschrift zum Baudes Landratesamtes und die einschlgige Presse aus. Neben Bildmaterial des Kreisarchivs unddes Katasteramtes der Kreisverwaltung wurde die Postkartensammlung des Siegener Stadtar-chivs ausgewertet.2010 fhrte eine verwaltungsinterne Nachfrage zur Beschftigung mit der Entstehungsgeschichtedes Kreishaus-Seitenflgels durch den Kreisarchivar. Die Bauakten des zustndigen Fachservi-ces 16 (Gebude) und die Protokolle des Siegener Kreisausschusses und des Siegener Kreista-ges bildeten die Basis fr diesen Text.Alle drei Texte geben eine erste Einfhrung in die Baugeschichte der drei Machtzentralen desAltkreises Siegen, da sie als reprsentative Zweckbauten sowohl die Verwaltung beherbergten,als auch als Tagungssttte der politischen Gremien dienten.brigens: Das Titelbild zeigt den letzten baulichen berrest des 1903 erbauten Landratsamtes.Er befindet sich heute als Abgrenzung des Besucherparkplatzes noch auf dem Gelnde desKreishauses.Abschlieend sei allen, die am Zustandekommen dieser Publikation beteiligt waren, gedankt.Siegen, November 2010-3- 4. Katharina Jabs: Architektonische Zierde unserer Stadt.... Das Landratsamt von 1903Die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein erhielt ihr heute bekanntes Domizil erst in den 70er Jah-ren, genauer gesagt 1978. Die stadtbekannte Glasfassade ist ein Beleg fr die in damaliger Zeitweit verbreitete Architektur des Brutalismus1. Dass die Kreisverwaltung bis dahin ganz andereGebude genutzt hatte, ist den meisten Menschen heute nicht mehr bekannt.Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nach dem Abzug der Franzosen und durch die bernahme derVerwaltung der Provinz Westfalen (heute Nordrhein-Westfalen) durch Preuen, vollzog sich eineArt Bauboom innerhalb der verschiedenen Kreise. Dadurch, dass der Verwaltungsaufwand ge-stiegen war,2 mussten fr die jeweiligen Verwaltungen neue Kreishausgebude gefunden bzw.gebaut werden. Neben Siegen sind Beispiele hierfr Siegburg und Borken. Viele der daraufhinerbauten Gebude waren sich sehr hnlich und meist architektonisch verspielte Meisterwerkeihrer Erbauer.Im Nachfolgenden soll die Geschichte des alten Landratsamtes von Siegen dargestellt werden.Die Grundlage dieses Aufsatzes bilden die Festschrift von 1903, die Akten des Kreisausschussesvon 1902 bis 1904 und eine Zeitungsbericht der Siegener Zeitung vom 04. November 1903.1. Der Erwerb des Grundstckes in der Koblenzer StraeNachdem sich die Verwaltungsaufgaben des Kreises Siegen im Jahr 18863 gesteigert hatten,erhhte sich auch der Arbeitsaufwand der Kreisverwaltung um ein Vielfaches. Um diesem Auf-wand gerecht zu werden, wurde schon ab 1886 ber eine Erweiterung bzw. Neuerwerbung vonBrorumen nachgedacht.Zu Beginn hatte man sich auf den Erwerb von Rumen im Unteren Schloss beschrnkt, in dembereits das Bro des Landrates untergebracht war. Als dies scheiterte, wurde am 01. August1887 in der Lhrstrae 48 ein Gebude angemietet, in dem die Dienstrume des Kreisausschus-ses einquartiert wurden. Doch die rumliche Trennung des Kreisausschusses vom Landrat warkeine glckliche Lsung, sodass man sich bereits zwei Jahre spter dazu entschied, ein Gebu-de in der Nhe des Landratbros zu erwerben. Am 03. September 1889 wurde ein Haus in derGrabenstrae 17 gekauft, in dem neben dem Kreisausschussbro auch der Sitzungssaal desKreistages untergebracht war. Aber wegen der immer weiter ansteigenden Zahl der Bevlkerungwurde auch diese Unterbringung mit der Zeit zu eng. 1891 errterte man die Mglichkeit einerErweiterung des Hauses durch einen Anbau, der sich aber aufgrund des beschrnkten Platzesnicht durchfhren lie. Des Weiteren war der Ankauf des Nachbargrundstckes nicht mglich, dasich die Eigentmer gegen einen Verkauf entschieden. Weitere Ideen, um das Platzproblem inden Griff zu bekommen, waren zum einen der Anbau bzw. die Aufstockung des Unteren Schlos-ses, zum anderen der Erwerb von Rumen der Bergschule, welche sich im Unteren Schloss be-fand. Neben diesen berlegungen scheiterten auch die Mglichkeit des Kaufs des KurlndischenFlgels des Schlosses und der Erwerb eines Hauses im Bereich des Herrengartens, dem heuti-gen Sitz der Universittsverwaltung. Der letzte Ausweg schien der Aufkauf des Grundstckes derErben Wurmbach an der Koblenzer Strae, des heutigen Kreishausstandortes, zu sein. In derSitzung vom 04. Mai 1901 entschied sich der Kreisausschuss zum Kauf des Grundstckes, umein neues Landratsamt entstehen zu lassen, da alle anderen Mglichkeiten, schon vorhandeneGebude zu erwerben, fehlgeschlagen waren.41bton brut= Sichtbeton; Bei diesen Gebuden wurden vor allem Sichtbeton, Glas und Stahl in geometrischen Kon-struktionen verarbeitet.2Zu Beginn des Jahres 1887 erhhte sich die Bevlkerungszahl des Kreises Siegen von 77.666 auf 98.511 Menschen.Um 1900 betrug die Zahl der Bevlkerung ca. 20.845. Heute liegt sie bei ca. 286.299 Einwohnern.3Grund fr die Vergrerung des Verwaltungsgebietes war die Kreisordnung fr die Provinz Westfalen vom 31. Juli1886. Diese besagte, dass jeder Kreis neben seiner Eigenschaft als staatlicher Verwaltungsbezirk auch einen Kommu-nalverband mit eigenen Rechten einer Selbstverwaltungskrperschaft bildet.4Vergleiche zur Erwerbsgeschichte des Landratsamtes des Kreises Siegen von 1903 die Festschrift zur Einweihungdes Kreishauses 1903. Diese kann eingesehen werden im Stadtarchiv Siegen.-4- 5. Quelle:Katasteramt Siegen-Wittgenstein, Ergnzungskarte Siegen, Flur H Nr. 1172-5- 6. 2. Der Ideenwettbewerb und die Wahl des Architekten Heinrich MarkmannNeben dem Beschluss, das Grundstck Wurmbach zu erwerben, entschied sich der Kreisaus-schuss auch noch dazu, einen Ideenwettbewerb fr ausgewhlte Architekten zu starten, um ei-nen geeigneten Skizzenentwurf zu erhalten.5Der Wettbewerb war dotiert mit drei Preisen in Hhe von 1.100, 700 und 400 Mark, sodass beiEinsendeschluss am 01. Oktober 1901 zehn Vorschlge eingegangen waren. Das Preisgericht,welches extra fr diesen Anlass zusammentrat, bestand aus:dem Geheimen Kommerzienrat Dresler, Kreuztal, dem Geheimen Bergrat Gerlach, Siegen, demKniglichen Regierungs- und Baurat Thielen, Arnsberg, dem Stadtbaurat Kullrich, Dortmund, demKniglichen Baurat Kruse, Siegen und dem Kniglichen Baurat Kranold, Siegen.6Am Ende entschied man sich fr den Entwurf des Dortmunder Architekten Heinrich Markmann7.3. Der BauverlaufNachdem ein geeigneter Architekt fr die Aufgabe gefunden war, dem Kreis ein Landratsamt zubauen, musste sich nur noch ber die Kosten geeinigt werden. Markmanns erster Kostenvoran-schlag von 205.000 Mark war weit ber der vom Landrat festgelegten Summe von 150.000 Mark.Auch das Versprechen des Architekten, dass durch die Vereinfachung der Ausfhrung wahr-scheinlich 17.500 Mark gespart wrden, schien die Verwaltung nicht vershnlicher zu stimmen,sodass, nach der Hinzuziehung des Stadtbaurats Kullrich aus Dortmund, die Kubikmeterzahl desgeplanten Hauses verringert und die Kosten auf ca. 160.000 Mark herunter geschraubt wurden.8In diesem Betrag von 160.000 Mark waren die Kosten fr das Mobiliar und den Architekten nichtmit inbegriffen. Am 28. April 1902 beschloss der Kreisausschuss eine Anleihe des oben genann-ten Betrags, um den Gebudebau beginnen zu knnen. Die Tilgung dieses Betrages, die ur-sprnglich bis 1940 angesetzt war, sollte mit Hilfe des Erlses durch den Verkauf des alten Land-ratsamtes schneller erfolgen.9Am 26. Mai 1902 erfolgte dann der erste Spatenstich, sodass man bereits am 03. November zurAufrichtung des Daches kommen konnte. Die meisten der Zulieferer und Handwerker kamen ausdem Siegerland, was natrlich die Verbundenheit mit dem Gebude deutlich erhhte.Beendet wurden die Bauarbeiten, bis auf einen kleinen Teil des Gartens, im Oktober 1903. DieGesamtkosten fr das Landratsamt, inklusive Gehalt des Architekten und Mobiliar, betrugen amEnde 213.666 Mark.5Vergleich hierzu die Akten des Kreisausschusses von 1901 - 1902.6Siehe Festschrift S. 17.7ber den Architekten H. Markmann ist sehr wenig vorhanden bzw. gesichert. Im Taufregister von Dortmund aus demJahr 1868 taucht ein mnnlicher Tufling namens Markmann auf. (Nach freundlicher Information von Herrn Dr. Ro-land Pieper). Sollte es sich hierbei um den spteren Architekten gehandelt haben, so waren seine Eltern Peter Mark-mann und Henriette geb. Kappinghaus. (Nach freundlicher Auskunft Eva Holtkamp). Der Name Heinrich ist weitest-gehendgesichert, obwohl vonUlrich Bcholdtaufhttp://www.kmkbuecholdt.de/historisches/personen/architekten_man.htm (zuletz

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