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  • Veterinärmedizinische Universität Wien

    Lamas und Alpakas – Besonderheiten und

    klinische Untersuchung

    Klinik für Wiederkäuer,

    Klinische Abteilung für Wiederkäuermedizin,

    Veterinärmedizinische Universität Wien

  • Inhalt

    � Allgemeines/Taxonomie

    � Besonderheiten

    � Klinische Untersuchung

    � Hinweise zu therapeutischen Maßnahmen

  • Allgemeines

    • ca. 6000 bis 8000 Tiere in Österreich (Schätzung) mit starken Zunahmen in den letzten Jahren • kleine Herden (Hobby) aber auch große • Zucht- und Halterorganisationen (z.B. LARA, Alpaca Association) organisieren und regulieren Zucht • Nationale and Internationale Shows

  • Nutzung/Wirtschaftliche

    Bedeutung

    Zuchttierverkauf Wolle Tourismus Therapie Hobby 7..

  • Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

    unterschiedliche Meinung über Abstammung

    Camelidae ursprünglich in Nordamerika beheimatet (vor 50 Mio Jahren)

    Wanderung dann nach Südamerika und Asien

    Entwicklung

  • Taxonomie

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

    � Unterordnung: Schwielensohler (Tylopoda)

    � Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)

    � Familie: Kamelartige (Camelidea)

    �Altweltkameliden

    �Kamel (Camelus bactrianus)

    �Dromedar (Camelus dromedarius)

    �Neuweltkameliden

    �Lama (Lama glama)

    �Alpaka (Lama pacos, Vicugna pacos)

    �Guanako (Lama guanicoe)

    �Vicunja (Lama vicugna, Vicugna vicugna)

  • etwa 200.000 Tiere (Peru und Argentinien)

    Vicunja

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Guanaco

    etwa 500.000 Tiere

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Lamas und

    Alpakas

    S. Franz Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

    Unterschiede bestehen in Größe, Gewicht, Körperform, Faserbeschaffenheit und Temperament

    ■ Größe und Gewicht: Lamas größer und schwerer als Alpakas

    ■ Körperform

    ■ Lamas: eckiger Hinterteil (Steissgegend)

    ■ Alpakas: runder Hinterteil (Steissgegend)

    ■ Faserbeschaffenheit bei Alpakas feiner

    ■ Alpakas in der Regel scheuer und schreckhafter

  • Lama

    Ccara-Sullo-Llama

    (klassisches Lama)

    Lanuda (Tapada)– llama

    („Wooly-llama“)

  • Alpakarassen

    Huacaya Suri

  • Besonderheiten

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Augen

    � große Augen seitlich am Schädel, lange Augenwimpern

    � kein tapetum lucidum

    Maul

    � gespaltene Oberlippe

    Ohren

    � typische Ohrenform

    � Alpaka: kurz, “speerförmig”

    � Lama: längere Ohren, “bananenförmig”

    Schädel

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • � Wirbelsäule

    7 Hals-, 12 Brust-, 7 Lenden-, 5 Kreuzbein-,16-20 Schwanzwirbel

    � Rückenlinie

    � milde Kyphose bei Alpakas

    � Lordose bei älteren Tieren

    � angeborene Missbildungen im Bereich der Schwanzwirbel

    � unvollständige Wirbelzahl

    � Achtung “kinked tail”

    Knöchernes Skelett

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • � Lama

    � gerade Linie: Schulter - Karpus - Zehen

    � Zehen nach kranial gerichtet

    � 0-5° Abweichung lateral oder medial erlaubt

    � Alpaka

    � zahlreiche Tiere: carpus valgus (“X- Beinigkeit”)

    � 5° Abweichung nach medial erlaubt

    � oftmals Auswärtsdrehung der Zehen

    Vorderextremitäten

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • � Lama

    � gerade Linie: Hüfthöcker - Calcaneus

    � Zehen nach kranial gerichtet

    � Alpaka

    � oftmals lateral gerichtete Zehen

    Hinterextremitäten

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • � nur 3. und 4. Phalange entwickelt

    � angeborene Missbildung: Polydaktylie

    Zehe

  • Kürzen der Zehennägel

    Kürzen der Zehennägel bis Plan zur Sohle

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Haut

    � Bezirke um das Perineum, Sternum, ventrales Abdomen und Ellbogenbereich sind einer Untersuchung gut zugänglich – nicht bewollt

    � Abtasten der Haut und Scheiteln der Haare

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • � obligate Nasenatmer

    � Achtung: richtiger Halftersitz!

    Atmungstrakt

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • 21

    Atmungstrakt

    � lange Trachea

    � keine Lappung der Lunge

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Das Blut der Neuweltkameliden -

    Besonderheiten

    � Erythrozyten: klein, kein Kern, elliptisch (Achtung bei Untersuchungen im Labor!)

    � hohe Sauerstoffaffinität von Hb

    Blutvolumen: 6,5 – 8,6 % des Körpergewichtes

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Blutentnahme –

    anatomische Besonderheiten

    ■ im Halsbereich dicke Haut

    ■ Verlauf V. jugularis

    ■ zumeist nicht subkutan

    ■ nicht getrennt durch M.

    omohyoideus von A. carotis

    ■ geschützt durch Proc. transversi

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Veterinärmedizinisc he Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

    Zähne eines

    ausgewachsenen Lamas

    S. Franz Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

    1I / 1C / 1-2P / 3M 3I / 1C / 1-2P / 3M

    x2 = 28-32 Zähne

  • Hengstzähne

    1I / 1C / 1-2P / 3M 3I / 1C / 1-2P / 3M

    Kürzen der „Hengstzähne“

    Nicht abkneifen, Zähne splittern, eröffnete Pulpahöhle

  • Zahnkorrektur

    � Kürzen der Incisivi (z.B. mit Dremel) bis zum glatten Schluss mit Kauplatte

    � Tier müssen sediert werden

    � Mit Wasser kühlen

  • Verdauungstrakt

    ■ Familie der Kamele käuen wieder und haben dementsprechend einen geteilten Magen und eine, allerdings schwach entwickelte Schlundrinne

    ■ ABER: Kamele sind keine Wiederkäuer, da sie nicht zur Unterordnung Ruminantia (Wiederkäuer) gehören

    ■ Es wird davon ausgegangen, daß die Schwielensohler die Fähigkeit zum Wiederkäuen unabhängig von den Wiederkäuern erworben haben

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Magen

    Pansen

    NM

    BM

    LM

    C1

    C2

    C3 HS

    Kameliden Wiederkäuer

    funktionelle und anatomische Unterschiede zum WDK-Magen unterschiedliche Terminologie: Kompartimente 1,2 u. 3; in C1

    und 2: Sacculi mit Drüsenschleimhaut ausgekleidet � Sekretion

  • ■ C1 ■ 83% des Volumens der Mägen (15 - 25 l) ■ pH: 6,4 -7,0

    ■ C2 ■ 6% des Volumens (1 - 2 l) ■ pH: 6,4 -7,0

    ■ C3 ■ lang gezogene Magenabteilung, nur im

    kaudalsten Drittel Säureproduktion ■ pH: 6,5 (kranialer Bereich) ■ pH: 1,4- 2,0 (kaudaler Bereich)

    Magen

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Darm

    � unterteilt in Dünndarm und Dickdarm

    � Dünndarm: Resorption der aufgeschlossenen

    Nahrungsbestandteile

    � Dickdarm: mikrobieller Aufschluss der verbliebenen

    Nährstoffe

    � Wasserrückresorption im Dickdarm besonders gut

    ausgebildet

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Verdauungsapparat –

    Besonderheiten beim Fohlen

    � Verdauung entspricht in den ersten Lebensmonaten

    funktionell einem einhöhligen Magen

    � Milch geht direkt in C3 ("Schlundrinne" besteht aus nur

    einer "Muskellippe")

    � Gras- und Heuknabbern schon von Geburt an

    � Stimulation von C1 und C2

    � mikrobielle Besiedelung von Beginn an

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • � dünne, “ausgefranste” Ränder

    � venöse Blutgefässe (V.

    hepatica, V. portae) sind

    oberflächlich gelegen

    (Lebernbiopsie stets unter

    Ultraschallkontrolle!)

    � keine Gallenblase

    Leber

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Harntrakt

    � Harn

    � gelb, klar, zähflüssig

    � pH: 7,0 - 8,5

    � spezifisches Gewicht:

    1,010 - 1,048

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Harntrakt der weiblichen Tiere

    � ähnlich dem Rind

    � Katheterisierung nur

    beim weiblichen Tier

    möglich

    Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)

  • Harntrakt der männlichen Tiere

    � Penisspitze nach

    kaudal gerichte

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