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  • Dezember 2017 Nr. 20Das Magazin fr die Schweinehaltung

    WELTSCHWEINE

  • es ist mir eine Ehre, verehrte Kun-den und Leser, dass ich michIhnen erstmals in der neuen Aus-gabe der Schweine-Welt, vorstel-len darf. Mein Name ist ElisabethFischer, ich bin Tierrztin undhabe von den Gremien der Bay-ern-Genetik das Vertrauen erhal-ten, ab November 2017, denBereich Schwein zu leiten. DiesePosition war einige Zeit ohnehauptamtliches Gesicht, deshalbist es fr mich nicht nur eineberufliche Herausforderung undVerantwortung, sondern aucheine groe Freude diese Aufgabezu bernehmen und mit Ihnenzuknftig vertrauensvoll zusam-menzuarbeiten. Mehr Informatio-nen zu meiner Person, sowiemeine Kontaktdaten, entnehmenSie bitte dieser Ausgabe.Nach den schwierigen Zeiten, diedie gesamte Schweinebranche inden letzten Jahren durchlebt hat,hoffe ich, dass ich mit vielenneuen Ideen meinen Beitrag frunsere Abteilung leisten kann.Zuknftig wollen wir vor allemunseren Service verbessern undin diesem Zusammenhang freueich mich, fr Sie als Ansprech-partnerin zu dienen.Unser Langzeitverdnner ist nunschon ber 1 Jahr im Einsatz und

    hat sich sehr gut bewhrt. Durchdie lngere Haltbarkeit des Sper-mas, knnen Sie sich den Ebersa-men schon ein paar Tage vor demBesamungstag liefern lassen.Weitere Details zu unserem Ver-dnner finden Sie in diesem Heft.Einen neuen Service bieten wirIhnen ab sofort an Sie knnennun bei uns einen Dauerauftragfr Ihre Samenbestellung aufge-ben, dadurch erhalten Sie diebestellten Samentuben nachIhrem betrieblichen Rhythmusautomatisch auf den Hof.Im Rahmen unserer Betriebsre-portage durften wir FamilieTrummler kennenlernen, derenBetrieb in den letzten Jahren ste-tig gewachsen ist und auch dieschwierigen Zeiten der Schwei-neproduktion gut gemeistert hat. Neben einem Bericht ber denBesuch von Ferkelerzeugern undRingberatern aus Schwaben ander Eberstation in Kammerlehen,finden Sie auf den nchsten Sei-ten auch die Vorstellung desneuen EGZH-Labels Optima.Die gemeinsame VeranstaltungSchweinetreff fr Profis vonBayern-Genetik und EGZH inEdenland war auch in diesemJahr sehr gut besucht, Ihr Interes-se hat uns gefreut.

    Dass sich die Zuchteber der Bay-ern-Genetik vor keinem nationa-len und internationalen Vergleichscheuen mssen, zeigen einer-seits die Toplisten der bayeri-schen Zuchtwertschtzung aberauch die Ergebnisse eines vielbe-achteten Mastversuchs, den wirIhnen in diesem Heft detailliertvorstellen. Nutzen Sie unser brei-tes Angebot an Topebern!Aufgrund der immer nherrckenden Afrikanischen Schwei-nepest (ASP) haben wir fr Siedie Manahmen im Umgang mitder Seuche und Prventionsmg-lichkeiten zusammengefasst.

    Wir wnschen Ihnen, Ihren Fami-lien und Freunden ein gesegnetesund frohes Weihnachtsfest, sowieein gesundes, glckliches undberuflich erfolgreiches NeuesJahr 2018.

    Ihre

    Elisabeth Fischer, Diplom-TierrztinLeiterin Schweinebereich der Bay-ern-Genetik GmbH

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    Liebe Schweinehalter und Schweinezchter, liebe Kundenund Freunde der Bayern-Genetik GmbH,

    Inhaltsverzeichnis SeiteBetriebsreportage Trummler, Priel 3Ferkelerzeuger und Ringberater aus Schwaben zu Besuch 7Schweinetreff fr Profis 8Optima - Bayerns genomisch selektierte Jungsau 10Neue Bereichsleiterin bei der Bayern-Genetik 11Nachzuchtmanagement mit Farben 12Mastvergleichsversuch 14Alternativen in der Schweinehaltung 16Langzeitverdnner 18Afrikanische Schweinepest 18nderungen in den Gremien der Bayern-Genetik 19Ehrung verdienter Mitarbeiter 20Martin Knig in den Ruhestand verabschiedet 20

    Herausgeber:Bayern-Genetik GmbHRiedweg 5 86673 BergheimAltenbach 2 84036 KumhausenTel. 0871 95310-0www.bayern-genetik.deVerantwortlich fr den Inhalt:Dr. Thomas GruppDiplom Tierrztin Elisabeth FischerEdwin Eifler und Armin ProstederAlle Ausgaben der Schweine-Weltfinden Sie auf unserer Internetseitewww.bayern-genetik.de

    Titelbild: Weidehaltung auf dem Hofgut Leberfing.

    Schweine-Welt - Dezember 2017

  • Im schnen Rottal, am Fue desKlosters Asbach liegt Priel mit demHof von Familie Trummler. Dasgenaue Alter der Hofstelle ist nichtbekannt. In Aufzeichnungen ausdem Jahr 1903 wird erstmals derName Trummler in Verbindung mitdem Hof genannt. 1971 haben dieEltern des jetzigen Hofbesitzers denHof von den Vorfahren bernom-men. Damals waren zwlf Milchkhe,35 bis 40 Mastbullen und zwlfZuchtsauen auf dem Vierseithof. Inden 1990er Jahren stieg man dannauf reine Ferkelerzeugung mit 80Zuchtsauen um. Als junger Landwirt-schaftsmeister mit 22 Jahren ber-nahm Stefan Trummler den Betriebim Jahr 2006 von seinen Eltern. Ehe-frau Karin brachte ihre Erfahrung alsEinzelhandelskauffrau mit auf denBetrieb. Sie ist selbst auf einem Bau-ernhof aufgewachsen und stehtihrem Mann mit Rat und Tat zurSeite. 2011 kam Tochter Sophie zurWelt und drei Jahre spter TochterLena. Vor allem Lena hlt sich gernebei den Tieren im Stall auf.Vor der Hofbernahme hat Stefan inanderen Betrieben im Rottal und inBaden-Wrttemberg berufliche Er-fahrungen gesammelt. Gerade derEinblick in andere Betriebsablufehat ihm gezeigt, wie man Herausfor-derungen von unterschiedlichen Sei-ten aus lsen kann. Allerdings auch,welche Fehler man machen kann.

    Von 2005 bis 2012 hat Stefan einBlockheizkraftwerk betrieben unddamit fr ein nahegelegenes Beton-fertigteilwerk die Energie zur Trock-nung der Teile bereitgestellt.Zur Hofstelle in Priel gehrten imJahr 2006 sieben Hektar Land. DurchZukauf konnte die Gre nach undnach auf 40 Hektar aufgestockt wer-den. Bei den jetzigen Gundstcks-preisen wre das heute nicht mehrmglich, sagt Stefan. Darberhinaus werden noch Pachtflchenbewirtschaftet. Der eigene Wald fielzum Groteil dem Borkenkfer zumOpfer.

    Zwei Jahre nach der bernahmestartete Stefan mit der ersten Bau-manahme. Ein Abferkelstall mit 64Buchten wurde errichtet. Aufgeteiltist der Stall in zwei Hauptabteile undein Reserveabteil. Weitere zwei Jahrespter war der frhere Kuhstall ander Reihe. Seine nun berflssigeFunktion als Abferkelstall wurde ver-ndert zum Wartestall. Er ist ausge-stattet mit Laufbuchten und einerSattftterung. Diese hat sichbewhrt. Etwa fnf bis sechs Prozenthhere Futterkosten fallen dabei an,das Verhalten der Sauen ist aberdeutlich ruhiger als frher. Ungefhr

    Nicht jammern, sondern anpacken

    Karin und Stefan Trummler mit Tochter Lena. Sophie war beim Fototermi-ne noch in der Schule.

    Typisch fr das Rottal ist dieses Hoftor. Dahinter diemodernen Stallungen.

    Sehr idyllisch liegt der Hof von Familie Trummler.Rechts oben die Kirche von Kloster Asbach.

    Schweine-Welt - Dezember 2017 3

  • 80 % des Futters wird selbst erzeugtund in der hofeigenen Misch- undMahlanlage verarbeitet. Von umlie-genden Nachbarn kauft der BetriebGerste hinzu. Getrocknete Malzkeimein Pelletform erwirbt Trummler voneiner Mlzerei. Die Pellets werden alsRohfasertrger zur Steigerung derMilchleistung bei den Sauen verft-tert. Wegen der Sattftterung sinddie Pellets ein hervorragender Zusatzsowohl fr die Darmgesundheit alsauch fr die Ausgeglichenheit derFutterration. Ab dem sechsten/sieb-ten Wurf wird zustzlich mit Milchergnzt. Mais kommt nur zu einemgeringen Teil zu den eigenen Tieren.Der Rest wird verkauft.Der ganze Betrieb ist auf Trockenft-terung mit Volumendosierer einge-stellt. Im Jahr 2018 soll die Misch-und Mahlanlage vergrert werden.

    Ein neuer Deckstall mit Kastenstn-den und kleinem Auslauf war dasBauprojekt des Jahres 2011. Imdarauf folgenden Jahr kam es zurumfangreichen Wohnhaus-Sanie-rung. Die vierkpfige Familiebewohnt das Obergescho. Das Erd-gescho wurde fr die Eltern herge-richtet. Im Mrz 2013 startete dasnchste Projekt: ein Ferkelaufzucht-stall fr 1.400 Tiere. Whrend derBauphase gab es jedoch einen PRRSEinbruch. Da der brige Gesund-heitsstatus auf dem Betrieb aberschon seit Jahren Sorgen bereitete,entschloss sich Familie Trummler zueiner kompletten Erneuerung derHerde. Zur Risikominimierung fr soeinen Fall hatte Familie Trummlerzum Glck eine umfangreiche Tier-versicherung abgeschlossen. EinigeMonate lang berlegte das Betriebs-

    leiterehepaar, mit welcher Genetikman zuknftig arbeiten will. Zwi-schen Dnen und Bayern-Hybridengab letztendlich der deutlich hhereGesundheitsstatus der heimischenTiere den Ausschlag. Man entschiedsich fr Stefan Ganslmeier aus Hein-zeleck als neuen Sauenlieferant.Idealerweise werden beide Betriebevon der gleichen Tierarztpraxisbetreut. 240 Jungsauen aus ver-schiedenen Altersgruppen wurdeninsgesamt als neue Grundlage aufge-kauft. Bei der Auswahl der Sauenwurde neben dem Exterieur auchWert auf hohe Zuchtwerte gelegt.Helfend zur Seite stand EGZH-Mitar-beiter Josef Hasbauer, der denBetrieb Trummler schon seit vielenJahren kennt und betreut. Fr dieHerdensanierung wurden drei Stal-lungen angepachtet. Einer davon

    Flatdeck-Abteil. Fit und gesund sind die Ferkel auf dem Betrieb Trumm-ler.

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    Die ersten Ferkel wurden im Mai 2014 in den neuenAufzuchtstall getrieben.

    Sophie (damals 3 Jahre alt) hat fleiig mitgeholfen.

  • wurde nach und nach mit den neuenSauen aufgefllt. Dabei wurdengleich die Gruppen festgelegt. Diebeiden anderen Stlle dienten alsFlatdeck. Die Tiere vom eigen

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