siegfried 1

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about Sigfrid= king Sigbert

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    Siegfried

    Siegfried lsst sich leicht aus der Sage herauslsen; er ist an

    Worms ja nur durch die Schwester Gunthers gebunden.

    Eigentlich gehrt der Held ins Niderlant, an den Niederrhein

    und nach Westfalen.

    1. Der Name Siegfried

    Der Held heit nur im Nibelungenlied Svrit, eine mittelalterliche

    Verschleifung von *Sigifrit. Daraus wurde in den

    Volksbchern Seyfrid. Die moderne

    Namensform Siegfried wurde von Gelehrten gebildet.

    In der Edda dagegen heit der Held Sigurd, was wohl eher

    'Sieg-Schicksal' [1] als 'Sieg-Wart' bedeutet. Da auch in Gjuki =

    Gibicho islndisches /u/ aus /b/ entstanden ist,

    knnte Sigurd auch = Sigibert 'siegglnzend' sein.

    In dem zweifellos berlieferten Namen schwingt auch die

    Bedeutung 'der Sieger' mit. Der Sieg ber den Drachen hat

    stark das Bild von dem Helden geprgt.

    2. Siegfrieds Vater Sigemunt

    Segimundus war der Schwager des Arminius, Sohn

    des Segestes.

    Nach dem Beowulf war es Sigemund, der den Drachen ttete

    und dessen Schatz raubte.

    Der Vater Siegfrieds trgt auch in der Edda diesen Namen.

    Ein spterer Burgunderknig Sigismund (516-524) hatte einen

    Sohn Sigirich. Namen mit Sieg waren eher frnkisch als

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    burgundisch. Vielleicht war Sigismunds Mutter eine frnkische

    Prinzessin.

    3. Siegfrieds Heimat

    a. Xanten

    Siegfried stammt nach dem Nibelungenlied aus Xanten am

    Niederrhein.

    Ich glaube aber, dass es der historische Hagen war, der aus

    Xanten stammte. Er war wohl der Fhrer einer frnkischen

    Kolonistengruppe, welche die Siegfriedsage nach Worms

    verpflanzte. Von daher nahm man an, dass Xanten die Heimat

    Siegfrieds wre.

    b. Niederland

    Ansonsten wird die Heimat des Helden im Nibelungenlied

    allgemein das Niderlant genannt, d.h. die Gegend am

    Niederrhein.

    c. Kln

    Wenn meine berlegungen richtig sind, dass hinter Siegfried

    die historische Gestalt des Sigebert steht, dann haftete die

    Siegfriedsage eher an Kln als an Xanten. Nicht Xanten,

    sondern Kln war im 4er-Jahrhundert das politische Zentrum

    der ripuarischen Franken unter Sigebert.

    4. Der Schatz und der Drache

    Die Vorgeschichte des Nibelungenlieds berichtet knapp, wie

    Siegfried den Drachen ttete und den Schatz erwarb - zwei von

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    einander unabhngige Abenteuer. In der brigen berlieferung

    war der Drache Hter des Hortes und musste berwunden

    werden, damit er den Schatz freigab.

    Im Nibelungenlied wird nur andeutungsweise davon erzhlt.

    Dafr berichtet es sehr ausfhrlich ber einen Kampf, den

    Siegfried allein gegen eine anrckendes Heer der Sachsen und

    Dnen bestand. Darber schweigt die ltere berlieferung

    vllig. Erst Hebbel und Rinke nehmen dieses Motiv wieder auf.

    Im Nibelungenlied wird also der mythische Sieg ber den

    Drachen durch einen historischen Sieg gegen auslndische

    Feinde ersetzt. Der historische Held tritt an die Stelle des

    ursprnglich mythischen Siegers (ein Gott > Heros, Engel,

    Heiliger).

    Nur im Nibelungenlied erwirbt der Held potentielle

    Unsterblichkeit durch seinen Sieg ber den Drachen. Und nur

    da muss er seine Unverwundbarkeit im Kampf gegen

    menschliche Feinde bewhren. Und nur da gert ihm eine

    kleine verwundbare Stelle zum Verderben, und zwar wiederum

    im Zusammenhang mit einem, freilich fingierten Angriff der

    Sachsen und Dnen.

    Das Nibelungenlied ist also ein erstaunliches Zeugnis

    modernen Denkens (Historie statt Mythos), ohne freilich den

    tieferen Sinn des berlieferten aufzugeben.

    5. Siegfrieds Verhltnis zu Brnhild

    Sowohl in der Edda als auch im Nibelungenlied ist Brnhild die

    Frau Gunnars / Gunthers.

    Deutlicher als im Nibelungenlied geben die Lieder der Edda zu

    erkennen, dass Brnhild eigentlich Siegfried geliebt hatte; er

    war es, der die Jungfrau aus dem Zauberschlaf in der

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    Waberlohe erweckte und drei Nchte mit ihr im Bett verbrachte

    - durchs Schwert geschieden. Die berlieferung ist nicht

    einheitlich. Aber es wird immer wieder gesagt, dass Sigurd im

    Auftrag Gunnars gehandelt htte, der um Brnhild warb.

    Im Nibelungenlied wird das so dargestellt, dass Siegfried unter

    der Tarnkappe dem unfhigen Gunther hilft, Brnhild im

    sportlichen Wettkampf zu besiegen und nach Gunthers

    schmhlicher Niederlage im Bett die widerspenstige Braut

    gefgig zu machen. Trotzdem deutet auch das Nibelungenlied

    an, das Brnhild insgeheim gehofft hatte, Siegfried wrde um

    sie freien.

    Dahinter steht unzweifelhaft, dass die historische

    Merowingerknigin Brunichild mit Sigibert I. von Austrasien

    (561-575) verheiratet war und ihn wohl auch geliebt hat.

    6. Der Streit der Kniginnen und seine Folgen

    Die Ostgoten hatten dem verdienten und beliebten Kommandeur

    Urajas die Krone an Stelle seines glcklosen Onkels Witigis

    angeboten. Er lehnte mit Rcksicht auf seinen Onkel ab und schlug

    vor, einen anderen Offizier, Hildebad, zum Knig zu

    machen. [4]

    Dieser lie bald darauf Urajas ermorden, weil dessen Frau

    der neuen Knigin nicht die gebhrende Ehre erzeigt und sie sogar

    beleidigt hatte. Das gab Anlass fr einen anderen Goten, auch

    Hildebad zu ermorden.

    Diese Geschichte scheint historisches Vorbild fr die entsprechende

    Szene in der Nibelungensage gewesen zu sein, die Anlass gab fr die

    Ermordung Siegfrieds. [5]

    7. Die Ermordung Siegfrieds

    Der lichte Gott Balder, der 'Sonnenmann' Simson', der herrliche

    Achilleus und der heilige Georg starben wie Armnius und

    Siegfried eines gewaltsamen Todes, obwohl man ihnen

    Unverletzlichkeit nachsagte. Auch das sind mythische, nicht

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    historische Ereignisse.

    Historisches Vorbild fr die Ermordung Siegfrieds waren

    dagegen wohl zwei frnkische Knige mit Namen Siegbert:

    a. Der ripuarische Huptling Sigebert (um 500)

    war ein verdienter Kriegsveteran, der mit Chlodwig gegen die

    Alemannen gekmpft hatte und dabei verwundet wurde.

    Er ging von Kln ber den Rhein, um im Buchonischen

    Wald [6] umherzuschweifen und wurde in seinem Zelt auf

    Betreiben seines Sohns Chloderich ermordet, der die Macht an

    sich reien wollte. Chloderich war seinerseits von Chlodwig

    angestiftet worden. Dieser lie Chloderich erschlagen und

    annektierte damit das Reich Sigeberts.

    b. Der Merowinger Sigibert I. (reg. 561-75),

    Gatte Brunichilds, wurde von zwei Dienstleuten im Auftrag

    seiner Schwgerin Fredegunde mit vergifteten Dolchen

    erstochen. Angeblich war auch sein Bruder Gunthramn an der

    Verschwrung beteiligt. Ein gewisser Berulf nahm die Schtze

    des Ermordeten rechtswidrig an sich.

    c. Siegfried

    Von der ltere Geschichte stammt wohl das Motiv von der

    Ermordung im Wald, von der jngeren die Einzelheiten der

    Ermordung (Bruder Gunthramn = Guttorm und Schwgerin,

    Raub des Schatzes). Nach der Edda war nicht Hagen,

    sondern Guttorm der Mrder.

    Eine Variante der Edda erzhlt, Sigurd sei im Bett ermordet

    worden, eine andere spricht vom Mord im Wald. Beides lsst

    sich auf die Geschichte von Sigebert zurckfhren, der zwar im

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    Wald, aber beim Mittagsschlaf im Zelt und nicht im Freien

    erschlagen wurde:

    Variante 1: beim Mittagsschlaf daheim im Bett

    Variante 2: im Wald bei einer Jagd beim Trinken aus

    der Quelle

    d. Wo wurde Siegfried ermordet?

    Die Jagd, bei der Siegfried ermordet wurde, fand im

    Nibelungenlied im Waskenwalt = in den Vogesen (lat. Vosegus)

    statt.

    Nun wohnten aber Gunther und Hagen nach beiden Gedichten

    und der ltesten berlieferung nicht in Straburg, sondern in

    Worms, so dass man sich wundern muss, warum Walther nicht

    den einfacheren Weg nach Frankreich durch die Pfalz whlt

    und die Burgunderfrsten so eine weite Reise wegen eines

    Jagdausfluges machen und dazu auch noch ber den Rhein

    mssen. Der Schreiber der Handschrift C hat daher

    den Waskenwalt durch den nher gelegenenOdenwald ersetzt.

    Aber auch B kennt sich nicht besser aus. Da erklrt Hagene, es

    seien keine Getrnke da, weil man sie versehentlich in

    den Spehtsharte = Spessart geschickt habe. Der ist zwar auch

    vom vermeintlichen Jagdort Odenwald zu weit entfernt, aber

    noch viel weiter von den Vogesen.

    Statt nun auf der Landkarte nach nher gelegenen Stellen zu

    suchen, ist es vernnftiger anzunehmen, dass der Dichter oder

    Bearbeiter keine Ortskenntnisse hatte und willkrlich einen

    Namen einsetzte, den er vom Hrensagen kannte. Vielleicht

    stammt der Irrtum ja einfach daher, dass der Nibelungendichter

    eine passende Ortsangabe fr die Jagd dem

    Waltharius [7] entnahm, wo der Vosagus ein Gebirge in der

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    Nhe von Worms ist, das man erreicht, indem man den Rhein

    berquert (von Ungarn aus gesehen, nicht von Worms aus).

    Wenn meine berlegungen richtig sind, dass die Geschichte

    von dem Meuchelmord zurckgeht auf den tragischen Tod des

    ersten Sigebert, dann mssten wir nicht im Odenwald, sondern

    im Buchonischen Wald = im Sauerland stlich von Kln suchen.

    8. Arminius

    Der Sieger der Schlacht im Teutoburger Wald, Arminius, hat

    einiges mit Siegfried gemeinsam:

    Er selbst heit zwar Arminius = germ. Ermen, ahd. Irmin, ist

    aber Sohn des Cheruskerfrsten Segim