vorwort - .ne elektrizität“ ähnliche eigenschaften wie die des „vitalen physischen körpers“

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  • Vorwort

    Die CranioSacrale Therapie, wie sie dieses Bucherklrt und lehrt, wirft ein Licht auf die Schnitt-stelle, d.h. den Bereich des Zusammenwirkensvon eingreifender und selbstregulierender Me-dizin, von herkmmlicher allopathisch-osteopa-thischer Medizin und psychophysiologischerSelbstregulation. Mit anderen Worten: DiesesBuch beleuchtet dieMechanismen, die zwischenKrper und Psyche liegen, sofern man zu einemZeitpunkt, da in Physik, Biologie, Psychologie undMedizin der Unterschied zwischen Psyche undKrper zu verschwinden im Begriff ist, einensolch unpassenden Ausdruck berhaupt nochbenutzen darf.

    In seiner Einleitung zu diesem Buch schreibt JohnUpledger, dass es Menschen gibt, die auch dannnoch leiden, wenn sie die Pforten einiger der bes-ten Kliniken der Welt durchschritten haben.Weshalb? Weil die Schulmedizin noch immerdie Tatsache des CranioSacralen Systems und sei-ner pathophysiologischen Bedeutung nicht aner-kennt.

    Ich teile diese unverblmte Feststellung ber dasCranioSacrale System und seine Bedeutung frdie CranioSacrale Therapie, denn ich habe wh-rend der letzten drei Jahre viele bemerkenswerteErgebnisse dieser Disziplin miterlebt; Ergebnisse,die andere sogar als unerklrlich beschreibenwrden. Upledgers Worte sind jedoch keine voll-stndige Zusammenfassung seiner Geschichte.Da er mir nun Platz fr einen Kommentar zurVerfgung gestellt hat, werde ich auf das ein-gehen, was ich als ganz wichtige Besonderheitdieses Buches erachte, nmlich die sogenannteV-Spreiz-Technik. Die praktische und theoreti-sche Bedeutung dieser therapeutischen Technikknnte dem eiligen Leser entgehen, doch glaubeich, dass im Laufe der nchsten zehn Jahre dieseund hnliche Techniken in vielen Forschungs-projekten untersucht und noch vor Ende desJahrhunderts in den meisten Kliniken und medi-zinischen Ausbildungssttten zum Einsatz kom-men werden.

    Aus der Palpationspraxis der CranioSacralenThe-rapie entstand das, was wir mangels eines pas-senderen Ausdrucks Energietherapie nennen,

    deren logische Grundlage nicht mehr auf anato-mische oder neurophysiologische Texte gesttztoder aus ihnen entwickelt werden kann bzw. sichdurch solche erklren lsst. Beim Studium derHinweise auf die V-Spreiz-Technik in diesemBuch fallen mir ganz besonders die zahlreichenParallelen zwischen dem Erfhlen und derManipulation in Upledgers Lenken der Energieund dem Erfhlen und der Manipulation derkrpereigenen Elektrizitt in der Theorie undPraxis von Yoga auf, die ja sowohl bei yogischenEingriffen als auch in der yogischen Selbstregula-tion Gltigkeit besitzen. Es erstaunt deshalbnicht, dass dieses sogenannte Lenken der Energieund einige der Visualisierungsmethoden zurSelbstregulation gewisse Gemeinsamkeiten auf-weisen. Diese therapeutischen Modalitten ha-ben heute eine Anzahl von physiologischen Kor-relaten, die ohne zufriedenstellende Erklrungbleiben, wennwir nicht bereit sind, die Hypothe-se aufzustellen, es gebe eine Art von krpereige-ner Elektrizitt, die sich (durch die V-Spreiz-Technik) vom Therapeuten auf den Patientenbertragen lsst oder vom Patienten selbstmanipuliert werden kann, wenn dieser in derVisualisierungstherapie geschult wurde, welcheihrerseits zu den Selbstregulationsverfahrender psychophysiologischen Behandlung gehrt.

    Da Selbstregulationsphnomene jedoch beinahein die gesamte eingreifende Medizin einflieen(man denke nur an die Plazebowirkung in medi-kamentsen Untersuchungen), stellt sich, sobaldman die Tatsache der V-Spreiz-Technik akzep-tiert, die entscheidende Frage, ob diese Phno-mene nur das Ergebnis der bewussten oder unbe-wussten psychophysiologischen Selbstregulationdurch den Patienten sind.

    Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Plazebo-wirkung, die ja eine tatschliche biochemischeund elektrophysiologische Vernderung im Kr-per des Patienten erzeugt, eine Untergruppe derallgemeinen Visualisierungswirkung darstellt(auch wenn dem Patienten vollstndig unbe-wusst ist, dass er sie ausgelst hat). Man weiheute viel darber, wie ein Patient bewusstoder unbewusst die Phantasie, d.h. die Versinn-

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    aus: Upledger u. a.; Lehrbuch der CranioSacralen Therapie I (ISBN 9783830473091) 2009 Karl F. Haug Verlag

  • bildlichung (Visualisierung) benutzt, um im Kr-per biochemische und elektrophysiologische Ver-nderungen hervorzurufen. Man muss auch ge-stehen, dass es noch viel gibt, was man darbernicht wei. Aber eines steht fest: Ohne eingeistiges Bild, sei es bewusst oder unbewusst, kannder Patient selbst nichts auslsen oder steuern.Wir wissen auch, dass Plazebos und Selbstre-gulationsverfahren bei Suglingen und Hundenunwirksam sind. Diese Geschpfe wissen nicht,um was es sich dabei handelt. Sie selbst knnendie innerlichen Mechanismen, d.h. diejenigeninnerhalb der Haut, nicht durch Visualisierungsteuern.

    Und trotzdem ist die V-Spreiz-Technik bei Sug-lingen undHunden tatschlichwirksam. Sie stellteindeutig einen Eingriff dar. Die Selbstregulationmag die gleiche Energie in einer anderen Art undWeise handhaben, doch finden wir es ntzlich,eine Hypothese aufzustellen, die es uns ermg-licht, diese Ergebnisse zu erklren: dass es nm-lich eine nichtneurologische, nichtklassischekrpereigene Elektrizitt gibt.

    Doch kehrenwir zurck zur Plazebowirkung: Oftwei der Patient beim Einsatz der V-Spreiz-Tech-nik nicht, was sich da ereignet, und er hat auchkeine Ahnung, was sich da ereignen sollte.Die Vernderungen, die Upledger beschreibt(und die seine Praktikanten, mich selbst einge-schlossen, beobachten knnen), erfolgen ohneVisualisierung durch den Patienten selbst. Weilaber die Visualisierung bei beiden Aspektender Selbstregulation, d.h. sowohl der bewusstenals auch der unbewussten, unumgnglich ist,kann man die Selbstregulation als zufrieden-stellende Erklrung der Phnomene der V-Spreiz-Technik ausschlieen.

    Im 8. Kapitel schreibt Upledger: Diese Technikwirkt tatschlich. Auch wenn sie, so wie sie hierbeschrieben steht, etwas seltsam erscheint, sollteman sie zuerst einmal versuchen, bevor man sieeinfach verwirft. Fr mich, den dieses Gebietseit vielen Jahren interessiert, ist das ein nichtganz unbekannter Ton. Er erinnert an die Erkl-rungen der Yogi, die wir (als Mitglieder der sichmit der freien Willenssteuerung befassendenForschungsgruppe der Menninger-Stiftung) imJahre 1974 in Indien unter Einsatz eines trag-baren Psychophysiologielabors studierten. So

    seltsam das fr die abendlndische Psychologieund Medizin auch klingen mag: jene Selbstregu-lationsadepten, die zu Erklrungen bereit (undfhig) waren, behaupteten, dass alles, was sieinnerhalb und auerhalb der Haut taten, durchdie Manipulation einer nichtneurologischenElektrizitt des Krpers ermglicht wurde, diesie Prana nannten.

    Gem der klassischen Yogatheorie ist das kr-pereigene neurologische Netzwerk das Korrelatoder die Widerspiegelung eines primren Netz-werks von Nadis. Das sind Fserchen einerberphysischen, aber trotzdem wirklichen Sub-stanz, die instrumentell noch nicht nachweisbarist. Es heit, dass sich diese Fasern aus dichtemPrana zusammensetzen und ein noch flchti-geres Prana durch die gesamte physikalischeStruktur hindurchleiten. Die Akupunkturkanle(d.h. Meridiane) seien wichtige Bestandteiledieser nichtneurologischen Struktur. Laut yogi-schen Adepten sind psychophysiologische Ph-nomene Beispiele psychokinetischer Phnomeneinnerhalb der Haut, die, vermittelt durch dasPrana und (bewusst oder unbewusst) durchden Verstand gesteuert, sich sowohl innerhalbals auch auerhalb der Haut befinden. Das heit,die inneren Phnomene sind lediglich Sonder-flle der ueren.

    Meines Erachtens ist es die Theorie des klassi-schen Yoga, die den Tatsachen am ehesten Rech-nung trgt. Sie stimmt bereinmit den Daten ausder modernen Visualisierungstherapie und derSelbstregulation, der Hypnose, der Heilung durchdie therapeutische Berhrung (Hndeauflegen),Tai Chi (dem energetischen Tanz der Chinesen),der kriegerischen Knste (Kung-Fu, Karate,Judo, Aikido), der Akupunktur und der ber-lieferten chinesischen Heilkunst, gewissen Fllender psychischen Chirurgie der Philippinen, dertraditionellen ostindischen (ayurvedischen) Me-dizin sowie der berlieferten Heilkunst derIndianer. Ferner hat die theoretische krpereige-ne Elektrizitt hnliche Eigenschaften wie diedes vitalen physischen Krpers bei Aurobindo(dem der feste physische Krper als Dienergehorchen soll) und hnelt dem sogenanntenaurischen Krper in der Seelenlehre, ber denin letzter Zeit viele Berichte im Zusammenhangmit auerkrperlichen und todeshnlichenErlebnissen erschienen sind.

    Vorwort

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    aus: Upledger u. a.; Lehrbuch der CranioSacralen Therapie I (ISBN 9783830473091) 2009 Karl F. Haug Verlag

  • Es ist interessant festzustellen, dass die in jngs-ter Zeit in den Laboratorien der Physiker PeterPhilips, John Hasted, Harold Puthoff und RussellTarg sowie der Elektroingenieure Robert Jahnund Arthur Ellison (um nur einige der Forschernamentlich zu nennen) beobachteten Geist-Ma-terie-Phnomene, die mit hchst empfindlichenInstrumenten entdeckt wurden, darauf hinwei-sen, dass die Hypothese des Bestehens einerenergetischen Verbindung zwischen Geistund Materie fr eine hinreichende Erklrungder Gesetzmigkeiten unumgnglich ist.

    Die Phnomene, von denen bei diesen Wissen-schaftlern und bei John Upledger die Rede ist,stellen meines Erachtens verschiedene Aspekteeines energetischen Kosmos dar, in dem sowohlder Krper als auch die Gefhle, der Geist und dieSeele jeweils Umwandlungen oder Ausdrcke dergleichen grundlegenden Energie sind. Mit sei-nem Vorschlag, das Wort Seele einfach nichtzu gebrauchen, wenn man es als verwirrend, er-schwerend oder behindernd empfindet, beziehtsich Aurobindo auf den Dualittskonflikt, demviele materiegebundene Denker erliegen. Stattdessen schlgt er vor, Seele als die flchtigsteForm der Materie anzusehen. Umgekehrt kannman, wenn einen dieses Wort nicht in Verlegen-heit bringt, die Materie als die dichteste Form desGeistes auffassen.

    Betrachtet man die V-Spreiz-Tec

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