weltzeit 2 | 2012: hallo nachbar, hallo afrika!

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In Afrika bleibt das Radio von zentraler Bedeutung. Die Deutsche Welle ist auf dem Kontinent seit 50 Jahren mit Sendungen in wichtigen Sprachen zu empfangen. Die Angebote auf Kisuaheli und Haussa, Amharisch und Portugiesisch, auch Englisch und Französisch erreichen beachtliche Hörerzahlen und genießen hohe Glaubwürdigkeit. Auch die DW Akademie ist gefragt. Lesen Sie unter anderem: einen Hintergrund zur Mediensituation auf dem Kontinent und den Gastbeitrag von Jacqueline Moudeina, Trägerin des Alternativen Nobelpreises aus dem Tschad. Ein Interview mit dem angolanischen Menschenrechtler Rafael Marques und einen Beitrag zum Deutschlandbild in Kamerun. Die Reportage von einer „Tour d’Afrique“ auf dem Rad und einen Kommentar zur Lage der Pressefreiheit in Südafrika.

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  • weltzeit

    Hallo Nachbar, hallo Afrika!

    Das Magazin der Deutschen Welle AusgAbe 2 | 2012

  • 24. MedienforuM.nrw // 18.20. Juni 2012, Kln

    eine Veranstaltung der Landesanstalt fr Medien nrw (LfM), gefrdert mit Mitteln des Landes nordrhein-westfalen. Verantwortlich fr Konzeption und durchfhrung ist die LfM nova GmbH.

    www.medienforum.nrw.de

    ScHne neue MedienweLt: Vernetzt, offen, MobiL.

    18. 20. Juni 2012, Kln, Staatenhaus am Rheinpark

    24. MedienfoRuM.nRW

    RZ_320.280_AZ_Motto_210x297.indd 1 21.03.12 09:28

  • Fr die Deutsche Welle als interna-tional operierender Sender gilt: Wir nut-zen konsequent diejenigen Medien und bertragungswege, ber die wir unsere Zielgruppen in der jeweiligen Region am besten erreichen. Denn die Medienwelt be-wegt sich in unterschiedlichen Regionen und Lndern keineswegs im Gleichschritt. Deshalb analysieren wir jeden Medien-markt sehr genau und differenzieren beim Einsatz der Verbreitungsmittel.

    In dieser Ausgabe der Weltzeit richten wir den Blick nach Afrika, wo wir in einer Reihe von Sprachen seit 50 Jahren prsent sind und hohe Glaubwrdigkeit genie-en. Dort setzen wir zwar inzwischen auch auf Fernsehen und das Internet, von zen-traler Bedeutung bleibt jedoch weiterhin das Radio. Wir werden auch zuknftig mit Audiobeitrgen unseren Auftrag erfllen sei es in unseren eigenen Angeboten oder ber Partner. Wobei wir auch hier unter-schiedlich geprgte Zielgebiete vorfinden ob es um die technische Entwicklung oder um den Grad an Pressefreiheit geht.

    Wichtig ist, dass wir die Sprache der Menschen sprechen. Mit unseren Angebo-ten auf Kisuaheli und Haussa, Amharisch

    und Portugiesisch, auch auf Englisch und Franzsisch, erreichen wir beachtliche Hrerzahlen. 280 Radiopartner in Afrika sdlich der Sahara untermauern den Stel-lenwert, den die Programme der Deutschen Welle auch die Fortbildungsangebote un-serer Akademie dort genieen.

    In vielen Lndern Afrikas ist eine ver-lssliche Stimme von auen beispiels-

    weise fr die Arbeit prominenter Men-schenrechtler von groer Wichtigkeit. Das besttigt Jacqueline Moudeina, Anwltin aus dem Tschad, in einem Gastbeitrag in dieser Weltzeit. Sie nutze unter anderem die DW gezielt, um komplementre Infor-mationen zu bekommen und mehr Einzel-heiten auch zu Ereignissen in ihrem eige-nen Land zu erfahren, so die Trgerin des

    Alternativen Nobelpreises. Dem schliet sich der angolanische Journalist und Men-schenrechtler Rafael Marques an. Im Welt-zeit-Interview erlutert er, warum es in seinem Land trotz boomender Wirtschaft weiterhin groe Defizite bei der Meinungs- und Pressefreiheit gibt.

    Die Deutsche Welle ist die mediale Vi-sitenkarte unseres Landes. Deshalb wir-ken wir am Deutschlandbild auerhalb unseres Landes mit. Welches Bild sich die Menschen beispielsweise in Kamerun von uns machen, erfahren Sie in diesem Heft als Auftakt zu einer neuen, authentischen Reihe zum Deutschlandbild in der Welt.

    Und wenn Sie mgen, folgen Sie einem DW-Reporter auf der Route von Kairo nach Kapstadt. Er ist in diesen Wochen mit dem Fahrrad unterwegs und berichtet aus zahl-reichen Lndern in einem Blog und hier in der Weltzeit.

    Ich wnsche Ihnen eine angenehme Lektre.

    Erik Bettermann Intendant

    Editorial

    Wichtig ist, dass wir die Sprache der Menschen

    sprechen.

    24. MedienforuM.nrw // 18.20. Juni 2012, Kln

    eine Veranstaltung der Landesanstalt fr Medien nrw (LfM), gefrdert mit Mitteln des Landes nordrhein-westfalen. Verantwortlich fr Konzeption und durchfhrung ist die LfM nova GmbH.

    www.medienforum.nrw.de

    ScHne neue MedienweLt: Vernetzt, offen, MobiL.

    18. 20. Juni 2012, Kln, Staatenhaus am Rheinpark

    24. MedienfoRuM.nRW

    RZ_320.280_AZ_Motto_210x297.indd 1 21.03.12 09:28

    3Deutsche Welle

  • Chrispin Mwakideu ist Journalist, Dra-matiker, Schauspieler und passionierter Puppen-spieler. Als solcher trat er nicht nur in seiner Heimat Kenia auf, sondern auch in Argentinien, Brasilien und Ecuador, in Iran, Belgien, Spanien, Finnland, Polen und Deutschland. Chrispin Mwakideu ist Mit-arbeiter der Redaktion Englisch fr Afrika, auch hier in wechselnden Rollen: als Moderator, Redakteur und Planer. Zudem schreibt er Radionovelas fr das Bildungsprojekt Learning by Ear. Die Reihe kommt beim jungen Publikum in Afrika sehr gut an. Die Themen berhren ihren Alltag, die Aufbereitung ist

    lebendig, die Handlungen sind abwechslungsreich. Fr das Drehbuch zum Beitrag Familiy Affairs How to become a political player erhielt Mwakideu 2009 den AIB-Award (Association for International Broad-casting). Die Jury bescheinigt eine phantasievolle und originelle Umsetzung. Der Autor beschreibe mit groer Leichtigkeit die tglichen Herausfor-derungen der afrikanischen Teenager. Eben diese Leichtigkeit verdankt er auch seiner Passion, dem Puppenspiel. Das bleibt auch knftig meine groe Leidenschaft, sagt Chrispin.

    4 Weltzeit 2 | 2012

    Welt AnschAuen

  • Aktuelles erfAhren

    6 The BOBs Online-Abstimmung luft

    6 Drei Mal Film ab Training, Campus und ein Preis

    7 Medien, Bildung, Qualitt Deutsche Welle Global Media Forum 7 Splitter

    titelthemA

    8 Radio-Kontinent Afrika Der Hrer ist Knig

    12 Die DW in Afrika 14 Angola und die Pressefreiheit Rafael Marques im Interview

    15 Kolumne: Lesetipp Reportagen als Mutmacher 16 Kolumne: Wir sprechen Kisuaheli 17 Die Stimmen von auen Gastbeitrag Jacqueline Moudeina

    18 Ohne Radio luft nichts DW Akademie im Sdsudan 20 Kolumne: Kulturtransfer Die Beautys von Lamu

    heimAt erleben

    21 Deutschlandbild Kritischer Blick aus Kamerun

    23 Der griechische David Imageverlust in Athen

    AnDere Verstehen

    24 Beethoven auf TrkischOrchestercampus 2012

    24 Aufbruch in Myanmar Pionierarbeit der DW Akademie

    meDienWelt einOrDnen

    26 Cyber-Mobbing was nun? Der Reputationsmanager

    27 Kolumne: Das luftShift Leben in der digitalen Welt

    unterWegs sein

    30 Tour dAfrique mit dem Rad Reporter trifft Hrer

    POsitiOn beZiehen

    33 Geheimniskrmer in Sdafrika Der Kommentar

    33 Impressum

    menschen begegnen

    34 Renate Krieger 3:0 fr Afrika

    Inhalt

    8

    7

    30

    5Deutsche Welle

  • Der Special Topic Award legt in diesem Jahr den Fokus auf Kultur und Bildung das Thema des Deutsche Welle Global Media Forum Ende Juni in Bonn. Zur Abstimmung stehen Blogs, Portale und Videoformate, die sich mit dem Recht auf Bildung, mit Pro-jekten der Bildungsarbeit und des interkulturellen Dialogs be-schftigen. Gekrt werden unter anderem auch die beste Soziale Kampagne und der berzeugendste Video-Kanal. Erneut verliehen wird auch der Reporter-ohne-Grenzen-Preis.

    Die Jury im Bild Mariln Gonzalo ist ebenfalls am Zug: Sie ermittelt ihre Gewinner in den Fachkategorien am 1. Mai in Berlin. Internetnutzer hatten in den vergangenen Wochen mehr als 3.200 Vorschlge eingereicht. Die Jury hat in jeder Kategorie elf Kandi-daten nominiert.

    Der DW-Wettbewerb The BOBs hat sich als bedeutendster inter-nationaler Weblog-Award etabliert. www.thebobs.com

    Am Training fr Manager von Filmfestivals nahmen in diesem Jahr zwlf Vertreter aus Afrika, Asien und erstmals auch Lateinamerika teil. Einen Monat lang diskutierten sie in Berlin ber Strategien der Festivalvermarktung, Kommunikati-onsarbeit, Organisation und Filmauswahl. Whrend der Berlinale hatten sie Gelegen-heit, Einblicke in den Festivalbetrieb zu erhalten und Kontakte in der Filmbranche zu knpfen.

    Der Berlinale Talent Campus ist eine Kreativwerkstatt fr junge Filmschaffende aus aller Welt. ber 350 Nachwuchstalente besuchen sechs Tage lang Workshops und Vorlesungen von Experten. In diesem Jahr waren sieben DW-Volontre und 16 auszu-bildende Mediengestalter in Bild und Ton bei der Veranstaltung dabei. In kleinen Teams haben sie viele Veranstaltungen medial begleitet, Interviews mit Teilneh-mern, Experten und Gastrednern gefhrt.

    Das Bundesministerium fr wirt-schaftliche Zusammenarbeit und Ent-wicklung (BMZ) hat zum zweiten Mal den entwicklungspolitischen Preis Cinema fairbindet vergeben er ging an Call me Kuchu, eine Dokumentation ber sexuel-le Selbstbestimmung in Uganda. Die DW war Medienpartner und berichtete umfas-send. DW-Moderatorin Dima Tarhini war Mitglied der internationalen Jury. www.dw-akademie.de

    Die Deutsche Welle sucht im Rahmen ihres Wettbewerbs The BOBs wieder die besten Blogs weltweit. Bis 2. Mai knnen Internetnutzer in sechs Fach- und elf Sprachkategorien die Publikumspreise vergeben.

    Die DW Akademie hat in Zusammenarbeit mit der Berlinale Festspielleitung zum neunten Mal das Training Film Festival und Event Management durchgefhrt. Es richtet sich an Mul-tiplikatoren der Kultur- und Filmbranche. Beteiligt war die DW auch am Sonderpreis Cinema fairbindet sowie am Berlinale Talent Campus.

    Bildung punktet

    Drei Mal Film ab

    Preis fr Call me Kuchu: Die Regisseurinnen Katherine

    Fairfax Wright und Malika Zouhali-Worrall

    Interkultureller Talk beliebt

    Arabische und deutsche Experten diskutieren ber den Wandel in der arabischen Welt: Am Puls der Zeit die w-chentliche TV-Talkshow der DW bekommt Bestnoten von der Zielgruppe.

    Eine krzlich von der Markt- und Medienfor-schung zusammen mit dem Forschungsunter-nehmen Mediascore durchgefhrte Studie be-legt: Die Zuschauer attes-tieren der im September

    2011 erstmals ausgestrahlten TV-Sendung Seriositt, Infor-mationskompetenz und Glaubwrdigkeit. Die Themen aus den Bereichen Demokratisierung, Politik und Wirtschaft, Rolle des Staates, der Justiz und der Religion entsprechen demnach den Erwartungen der Zielgruppe. Die Befragten schtzen vor allem, dass hier Gesprchspartner aus unter-schiedlichen Nationen und Kultu