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  • Wohnungen der inneren Burg die Innere Burg

    Teresa von vilaTeresa von vila

    Eine vollkommene Seele kann berall losgelst und demtig sein".....Eine vollkommene Seele kann berall losgelst und demtig sein".....

    Und doch ist es sehr wichtig, um in die Zweiten Wohnungen eintreten zuUnd doch ist es sehr wichtig, um in die Zweiten Wohnungen eintreten zuknnen, sich zu bemhen, von unntigen Dingen und Geschften abzulassen,knnen, sich zu bemhen, von unntigen Dingen und Geschften abzulassen,jeder so, wie es seinem Lebensstand entspricht" .....jeder so, wie es seinem Lebensstand entspricht" .....

    Teresa ist berzeugt, dass wir den geistlichen Weg nur gehen knnen, weil Gottselbst nichts Wichtigeres zu tun hat, als uns immer tiefer an sich zu ziehen. WennMenschen mit der Gottsuche ernst machen, so nur, weil der groe Knig, der inder (innersten) Wohnung dieser Burg weilt, ihren guten Willen bereits gesehenhat......

    Wer sich auf das innere Beten, also auf die Freundschaft mit Gott bzw. Christuseinlsst und so den Weg nach Innen zu gehen versucht, der kommt nicht umhin,immer mehr in der eigenen Wahrheit leben" zu lernen (6M 10,7). Teresa sprichtvon der Selbsterkenntnis", die ihres Erachtens das A und O des geistlichen

  • Fortschritts ist. Einsicht in die eigene verworrene Lage ist bereits eine wichtigeVoraussetzung, um sich berhaupt auf den Weg zu machen: DieSelbsterkenntnis ist ja schon etwas, ebenso die Einsicht, nicht auf dem rechtenWeg zu sein, um das Tor zu erreichen".....

    Gerade wenn Gott einen Menschen mit tiefen inneren Erfahrungen beschenkenwill, gibt er ihm zuvor eine tiefe Selbsterkenntnis, die diese Gnaden verursacht".....

    Selbsterkenntnis hat fr sie allerdings nichts mit ungesunder Selbstabwertung zutun, sondern mit einer ehrlichen und mglichst realistischen Selbsteinschtzung, diesich ber die eigenen Gaben freuen und die eigenen Grenzen annehmen kann, imBewusstsein, mit diesen Gaben und Grenzen von Gott geliebt zu sein......

    Wir sollen unsere Augen auf Christus, unser Gut, richten;. ... dann wird derVerstand veredelt ... und die Selbsterkenntnis wird nicht kriecherisch und verzagtmachen".....

    Selbsterkenntnis und wahre Demut" hat daher fr Teresa immer auch mitgesunder Selbstannahme zu tun, weil wir uns von Gott so angenommen wissen, wiewir sind. Sie ist berzeugt, dass es uns sehr schadet, ... wenn wir das mit derDemut und der Selbsterkenntnis nicht richtig verstehen" (IM 2,13) und unsaufgrund unserer Minderwertigkeitsgefhle kein intensives geistliches Lebenzutrauen.....

    Darum ist sie sich sicher: Jemand, der mit dem inneren Beten begonnen hat, solles ja nicht mehr aufgeben, mag er noch so viel Schlechtes tun".....

    Was bedeutet das? Wenn Teresa zur Innerlichkeit anleitet, meint sie nicht frommeSelbstbespiegelung oder wirklichkeitsfernes Um-Sich-Kreisen. Es geht ihr umdie allmhliche menschliche und geistliche Reifung der Persnlichkeit, die sich dannnach und nach auf allen Ebenen auswirkt:.....

  • Vielleicht wissen wir nicht, was lieben ist, worber ich nicht sehr erstaunt wre,Vielleicht wissen wir nicht, was lieben ist, worber ich nicht sehr erstaunt wre,denn es besteht nicht in der grten Wonne, sondern in der grtendenn es besteht nicht in der grten Wonne, sondern in der grtenEntschlossenheit, Gott in allem zufrieden stellen zu wollenEntschlossenheit, Gott in allem zufrieden stellen zu wollenund uns mit allerKraft zu bemhen, ihn nicht zu beleidigen, und ihn zu bitten, dass die Ehre und derRuhm seines Sohnes und das Wachstum der katholischen Kirche stetsvorangehen. Das sind die Zeichen von Liebe. Doch glaubt nicht, dass es darumginge, an nichts anderes mehr zu denken, und dass alles verloren wre, wenn ihreuch ein wenig ablenkt" ....

    Die Innere BurgDie Innere Burg

    oderoder

    Die WohnungenDie Wohnungen

    JHSJHS

  • Erste WohnungenErste Wohnungen

    .....Denn wenn wir es recht bedenken, Schwestern, so ist die Seele desGerechten nichts anderes als ein Paradies, in dem er, wie er selbst sagt, seineFreuden erlebt.....

    .....Was diese Seele aber fr Gter besitzen kann oder wer im Innern dieserSeele weilt oder ihren groen Wert, daran denken wir nur selten; und so liegt einemwenig daran, sich mit aller Sorgfalt um die Bewahrung ihrer Schnheit zubemhen. Alles richten wir auf die rohe Einfassung oder die Ringmauer dieserBurg, und das sind diese Leiber.....

    Es gibt Menschen, die so krank und aus Gewohnheit so sehr mit uerlichkeitenbeschftigt sind, dass ihnen nicht zu helfen ist; es sieht so aus, als seien sie unfhig,in ihr Inneres einzutreten, weil sie die Gewohnheit, sich immer nur mit demUngeziefer und dem Viehzeug auf der Ringmauer abzugeben, schon so fest imGriff hat, dass eine solche Seele fast schon wie dieses geworden ist; und obwohlsie von Natur aus so reich wren und sich mit niemand Geringerem als Gottabgeben knnten, ist ihnen nicht zu helfen.....

    .....Denn ein Beten, das nicht darauf achtet, mit wem man spricht und was manerbittet, wer der Bittsteller ist und er es erbittet, das nenne ich kein Gebet, auchwenn man dabei noch so sehr die Lippen bewegt......

    .....Nicht diese gelhmten Seelen wollen wir ansprechen, sondern andere Seelen,die schlielich in die Burg eintreten. Denn mgen sie auch tief in die Weltverstrickt sein, so haben sie doch immerhin Verlangen nach dem Guten undempfehlen sich manchmal, wenn auch nur dann und wann, unserem Herrn und sinnendarber nach, wer sie sind, wenn auch nicht so bedchtig. Das eine oder andereMal im Monat sprechen sie auch ihre Gebete, erfllt von tausend Geschften undgedanklich fast nur damit beschftigt, weil sie ihnen so verhaftet sind, denn wo ihr

  • Schatz ist, dorthin zieht es auch ihr Herz (Mt 6,21; Lk 12,24); allerdings nehmensie sich manchmal vor, sich davon zu entledigen; und die Selbsterkenntnis ist jaschon etwas, ebenso die Einsicht, nicht auf dem rechten Weg zu sein, um das Torzu erreichen.....

    .....Jene Person (sie selbst) sagte, dass sie aus der ihr von Gott erwiesenen Gnadezwei Dinge gewonnen htte: erstens, eine ungeheuere Furcht, ihn zu beleidigen,weshalb sie ihn stndig anflehte,sie nicht fallen zu lassen, da sie die entsetzlichenSchden sah; und zweitens, einen Spiegel fr die Demut, in dem sie sah, dass dasGute, das wir tun, seinen Ursprung nicht in uns hat, sondern in jener Quelle, ander unser Seelenbaum gepflanzt ist, und unter jener Sonne, die unseren Werkenihre Wrme spendet. Wie sie sagt, wurde ihr das so klar vor Augen gefhrt, dasssie alles Gute, das sie tat oder geschehen sah, immer gleich auf seinen Ursprungzurckfhrte und begriff, dass wir ohne diese Hilfe nichts knnten.....

    .....Ich wei nicht, ob es klar geworden ist, denn uns selbst zu erkennen, ist sowichtig, dass ich nicht mchte, dass es diesbezglich jemals ein Nachlassen gibt, sohoch ihr auch in denHimmeln sein mgt; whrend wir jedoch auf dieser Erde sind,gibt es fr uns nichts Wichtigeres als die Demut.....

    .....Beim Anblick seiner Gre mag uns unsere Unzulnglichkeit aufgehen, undbeim Anblick seiner Reinheit werden wir unseren Schmutz sehen; bei derBetrachtung seiner Demut sehen wir, wie viel uns fehlt, um demtig zu sein.....

    .....Wenn wir immer im Elend unserer Erde stecken bleiben, wird die Strmung nieaus dem Schlamm der ngste, des Kleinmuts und der Feigheit herauskommen, ausdem Schauen, ob man auf mich schaut oder nicht auf mich schaut; ob es, wenn ichdiesen Weg einschlage, daneben gehen wird;.....

    .....Furchtbar sind aber die Listen und Kunstgriffe des Bsen, um zu verhindern,da die Seelen sich selbst erkennen und ihren Weg verstehen.....

    .....Doch hier, wo sie noch voll der Welt und in ihren Vergngungen versunken und

  • ihren Prestigevorstellungen und Ansprchen gegenber ohnmchtig sind, habendie Vasallen der Seele -also die Sinne und die Seelenvermgen - nicht die Kraft,die Gott ihnen von Natur aus gegeben hat.....

    .....So muss meines Erachtens eine Seele dran sein, die zwar nicht in einem blenZustand, aber doch so tief in weltliche Dinge verstrickt und, wie ich gesagt habe,von Besitzstreben, Prestigesucht und Geschften durchdrungen ist, dass diesesie ihre Schnheit weder sehen noch genieen lassen, ....

    ....Sie ist so wichtig, diese gegenseitige Liebe, dass ich mir wnschte, ihr wrdetsie niemals vergessen. Denn vor lauter Herumlaufen, um bei den anderen ein paarwinzige Kleinigkeiten festzustellen, die manchmal nicht einmal eineUnvollkommenheit sind, wir aber womglich aus unzureichender Kenntnis schlechtauslegen, kann die Seele ihren Frieden verlieren und sogar noch die anderen inihrem stren.....

    Zweite WohnungenZweite Wohnungen

    .....DerWille neigt mit seiner Liebe dahin,wo er so unzhlige Taten und Zeichender Liebe erlebt hat, und mchte manches davon vergelten; insbesondere tritt ihmvor Augen, wie ihn dieser wahre Liebhaber nie im Stich lsst, ihm Begleiter ist undLeben und Sein gibt. Gleich kommt auch der Verstand dazu und macht ihm klar,dass er keinen besseren Freund gewinnen knnte, auch wenn er viele Jahre lebensollte, die ganze Welt aber voller Falschheit sei und jene Vergngungen, die ihm

  • der Bse vor Augen fhrt, voller Mhsal, Sorgen und Widersprchen.....

    .....Aber, du Herr, mein Gott, sobald man sich an diese nichtigen Dinge gewhntund erlebt, dass alle Welt sich damit abgibt, wird das Ganze verdorben, denn derGlaube ist so tot, dass wir uns lieber an das halten, was wir sehen, als an das, waser uns sagt.....

    .....Ach, mein Herr, hier braucht es deine Hilfe, denn ohne sie kann man nichts tun!Lass es bei deiner Barmherzigkeit nicht zu, dass diese Seele sich berlisten lsst,um das Begonnene aufzugeben. Gib ihr Licht, damit sie sieht, wie ihr ganzes Wohldarin liegt, und sie sich von schlechter Gesellschaft fernhlt; denn mit Menschenumzugehen, die sich damit abgeben, ist etwas ganz Groes;.....

    .....Der gesamte Anspruch eines Menschen, der mit dem innere