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    Instrumente zur Schulevaluation und zur SchulentwicklungBewertungsraster zu den schulischen Entwicklungsprozessenan der Aargauer und der Solothurner Volksschule

    www .schulevaluation-ag .ch, www .schulevaluation-so .chSeptember 2012

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    Inhaltsverzeichnis

    Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

    Aufbau und Funktion der Instrumente zur Schul evaluation und Schulentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

    Die 5 Dimensionen zur Beurteilung der schulischen Entwicklungs- prozesse im berblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

    Die vierstufigen Bewertungsraster zu den 5 Dimensionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

    Ergnzende Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .28

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    Einleitung

    Schulen sehen sich heute unaufhaltsam mit Entwicklungsimpulsen und Vernderungsanliegen konfrontiert . Unter dem Stichwort Schul- und Un-terrichtsentwicklung werden diese Ansprche zusammengefasst und je nach Betrachtungsweise als sinnvolle Herausforderung oder als unntige Belastung und als Strung des sogenannten Kerngeschfts empfunden . Wie auch immer die persnliche Bewertung ausfllt fest steht, dass in der heutigen Zeit Vernderungen unaufhaltsam sind und dass die Teilnah-me an Entwicklungsarbeit fr jede Berufsgruppe inner- und ausserhalb von Bildungsinstitutionen einen selbstverstndlichen Teil des Berufsauf-trags bildet .

    Wurzeln der VernderungenDie vielen aktuellen Vernderungsansprche kommen zunchst aus dem gesellschaftlichen Umfeld, wo neue technische, soziale und kulturelle Gegebenheiten den Wandel laufend vorantreiben und von Schlerinnen und Schlern sowie von den Eltern in die Schule hineingetragen werden . Darber hinaus sehen sich die Bildungsinstitutionen auch mit Entwick-lungsanliegen konfrontiert, die von Seiten der Bildungspolitik an die Schulen herangetragen werden . In der Regel handelt es sich dabei um Systemanpassungen, die als Problemlsungen gedacht sind: Sie sollen helfen, Diskrepanzen zu beseitigen, die sich als Folge des gesellschaftli-chen Wandels oft schrittweise, fast unbemerkt aufgebaut haben und von Zeit zu Zeit gewisse Systemanpassungen unausweichlich machen . In die-sem Sinne zielen die anstehenden Vernderungen letztlich darauf ab, die Funktionsfhigkeit der Schule zu verbessern und damit auch die Ausbung des Lehrerinnen- und Lehrerberufs zu erleichtern .

    Schulentwicklung als HerausforderungWo auch immer die konkreten Vernderungsimpulse und -ansprche ange-siedelt sind: Fr die Schulen bedeutet es, dass Massnahmen geplant und umgesetzt werden sollen, die als zustzliche Arbeiten neben die Bewlti-gung des Schulalltags treten und oft nicht nur zeitliche, sondern auch be-trchtliche emotionale Belastungen mit sich bringen . Die Metapher Rder wechseln am fahrenden Zug trifft die Empfindung von vielen Beteiligten . Zu Recht besteht hier der Anspruch, dass die zugemuteten Entwicklungs-massnahmen einerseits mglichst zeitsparend und ressourcenschonend, andererseits aber auch mglichst wirksam und nachhaltig umgesetzt werden . Die persnliche Investition soll sich lohnen und in einem guten Aufwand-Ertrags-Verhltnis sein . Dass gerade in diesem Doppelanspruch ein betrchtliches Spannungsfeld steckt, macht die Herausforderung fr

    die Schulentwicklung umso grsser, denn: Ein zeit- und ressourcenspa-rendes Vorgehen birgt immer auch das Risiko in sich, dass die Wirksam-keit und Nachhaltigkeit der Prozesse darunter leidet und dann werden Entwicklungsbemhungen erst recht als unntze und berflssige Zusatz-belastungen empfunden .

    Gleichzeitig ist auch der Grundsatz zu bercksichtigen, dass Entwicklung und Bewahrung in einem guten Gleichgewicht stehen mssen . Die Frage Was muss an unserer Schule stabil bleiben, was soll sich verndern? muss sorgfltig geklrt werden, da zwischen den beiden Aspekten Be-wahren und Verndern eine wechselseitige Abhngigkeit besteht . Eine gesunde Entwicklungsbereitschaft kann nur entstehen, wenn nicht immer alles in Vernderung begriffen ist . Es braucht auch Dinge, die stabil bleiben .

    Aktuelle kantonale EntwicklungsanliegenGegenwrtig sind in den Kantonen Aargau und Solothurn mehrere Schulreformen lanciert, die im genannten Sinne gesellschaftlich bedingte Systemanpassungen vornehmen .

    Im Kanton Solothurn sind dies:

    die Einfhrung der Speziellen Frderung die neue Sekundarstufe I die Einfhrung der Frhfremdsprachen

    Im Kanton Aargau sind es die folgenden Entwicklungen:

    die Umstellung auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe die Einfhrung von Zusatzlektionen fr belastete Schulen die Optimierung der Fhrungsstrukturen der Volksschule

    Fr beide Kantone sind zudem die Einfhrung von flchendeckenden, stan-dardisierten Leistungsmessungen in allen Schulstufen sowie die Einfh-rung des Lehrplans 21 geplant .Fr all diese Reformprojekte gibt es zwar kantonale Ziel- und Rahmenvor-gaben, es bleibt aber den Schulen berlassen, die konkrete Umsetzung so vorzunehmen, dass die kantonalen und die schulspezifischen Anliegen miteinander mglichst gut harmonieren und fr die pdagogische Praxis ein optimaler Mehrwert entstehen kann . In dieser Absicht sind die Schulen aufgefordert, ihre schulinternen Entwicklungsprojekte zu planen und zu realisieren .

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    Schulentwicklung zwischen Innovation und kontinuierlicher VerbesserungMit Blick auf die oben genannten kantonalen Entwicklungsprojekte soll hier noch auf eine wichtige Unterscheidung hingewiesen werden: Schul-entwicklungsvorhaben knnen zwei grundstzlich verschiedenartige Aus-richtungen haben, indem sie entweder auf Innovation oder auf laufen-de Optimierung ausgerichtet sind .

    Innovation: Bei den aufgefhrten kantonalen Schulentwicklungsprojek-ten handelt es sich vornehmlich um Innovationen: Unter diesem Begriff werden grundlegende Neuerungen zusammengefasst: Vernderungen, die in der Regel verbunden sind mit der Einfhrung neuer Strukturen, Prozesse und Produkte . Hier geht es weniger um laufende Anpassun-gen des Bestehenden, sondern um tiefgreifendere Vernderungen . Grundlegende Strukturvernderungen sind dabei zentral, die meist als Strung der eingespielten Funktionalitt empfunden werden . Denn es mssen neue Ablufe erarbeitet, neue Rollenkonstellationen etabliert, neue Fhigkeiten und Verhaltensweisen ausgebildet und eingebt wer-den . Innovationen brauchen oft viel Zeit fr deren Stabilisierung; meist braucht es eine Entwicklungs-, eine Erprobungs- und eine Institutionali-sierungsphase .

    Kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Neben den Innovationen gibt es auch die laufende Optimierung: Mit dieser Bezeichnung wird die kontinuierliche Verbesserung der bestehenden Strukturen und Prozesse bezeichnet, wie sie im Rahmen des Qualittsmanagements angestrebt wird . Es geht hier um die alltagsnahe Arbeit an Ist-Soll-Diskrepanzen; um die Feinjustierung, um die Beseitigung von auftretenden Funk-tionsstrungen, um die Bearbeitung von Defiziten, die beispielsweise durch die laufenden Evaluations- und Feedbackprozesse ans Tageslicht gebracht werden . Darber hinaus geht es aber auch um die bewusste Strkung von Erfolgen und von positiv wahrgenommenen Erfahrungen und Ereignissen .

    Ein Instrument zur Untersttzung von schul- und unterrichtsbezogenen EntwicklungsprozessenWenn im Folgenden von Schulentwicklung gesprochen wird, sind beide Formen des Wandels mitgedacht: Schulentwicklung einerseits im Dienste der Innovation andererseits aber auch im Dienste der kontinuierlichen Ver-besserung . Mit dem vorliegenden Instrument wird im Wesentlichen eine differenzierte Beschreibung der Gelingensbedingungen vorgenommen, die einen Beitrag leisten, damit Schulentwicklungsprozesse ressourcen-sparend und mglichst wirksam geplant und umgesetzt werden knnen .In der Reihe Instrumente zur Schulevaluation und Schulentwicklung sind bisher Publikationen zu den Themen Schulfhrung und Schul-internes Qualittsmanagement sowie Schulische Integrationsprozesse erschienen . Mit der vorliegenden Publikation wird diese Reihe fortgesetzt .Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um eine vorlufige Fas-sung, die nach einer zwei- bis dreijhrigen Erprobungsphase berarbeitet wird . In dieser Zeit sollen Erfahrungen gesammelt werden . Rckmeldun-gen zum vorliegenden Instrument sind daher sehr willkommen . Auf der Internetseite www .schulevaluation-ag .ch finden Sie die Mglichkeit, uns ihre nderungsanliegen mitzuteilen .

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    Aufbau und Funktion der Instrumente zur Schulevaluation und Schulentwicklung

    Die Bildungsdepartemente der Kantone Aargau und Solothurn untersttzen den Aufbau des Qualittsmanagements an den Schulen mit Instrumenten, die einerseits die Qualittsansprche und -erwartungen transparent machen und anderseits den Schulen bei der Bestimmung des aktuellen Entwicklungs-stands und Entwicklungsbedarfs helfen sollen . Zu verschiedenen Themen, die als kantonale Entwicklungsschwerpunkte gelten, werden solche Instru-mente vorgelegt . Die Erarbeitung geschieht jeweils in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum Bildungsorganisation und Schulqualitt der Pdagogischen Hochschule FHNW .Hauptziel der Instrumente ist es, einen gemeinsamen Orientierungsrahm