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  • Folie 1
  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 1 Eingliederungsmanagement Gefhrdungsbeurteilung Psychische Belastungen Mitbestimmung und Vorgehensweise Arbeitsschutztag IG Metall Heidelberg Biko Baden 25. Oktober 2007 Dr. Max Geray, Bro fr Arbeitsschutz, Hamburg www.buero-fuer-arbeitsschutz.de
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 2 Teil 1 - Eingliederungsmanagement Teil 1 - Eingliederungsmanagement
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 3 Betriebliches Eingliederungsmanagement Betriebliches Eingliederungsmanagement Seit 2004 sieht der 84 Abs. 2 Sozialgesetzbuch IX ein betriebliches Einglieder- ungsmanagement vor. Sind Beschftigte innerhalb eines Jahres sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfhig, klrt der Arbeitgeber die Mglichkeiten, wie die Arbeitsunfhigkeit mglichst berwunden und mit welchen Leistungen und Hilfen erneuter Arbeitsunfhigkeit vorgebeugt werden und der Arbeitsplatz erhalten werden kann. Dabei hat der Gesetzgeber folgenden Rahmen vorgegeben: Voraussetzung ist die Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person der Betriebsrat ist zu beteiligen bei schwerbehinderten Menschen ist auerdem die Schwerbehinderten- vertretung zu beteiligen die betroffenen Person ist zuvor auf die Ziele des Eingliederungsmanagements sowie die Verwendung von Daten hinzuweisen. Die Ziele des betrieblichen Eingliederungsmanagement sind die Vorbeugung erneu- ter Arbeitsunfhigkeit und die Erhaltung des Arbeitsplatzes ( 84 Abs. 2 SGB IX).
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 4 Die betriebliche Umsetzung des Eingliederungsmanagements sollte in Form einer Betriebsvereinbarung geregelt sein. Die Mitbestimmung in dieser Frage ist "noch umstritten, aber nicht offensichtlich ausgeschlossen und wird von der herrschenden Rechtsmeinung auch bejaht" (Gute Arbeit, 6/2007 Seite 35). Allerdings sind In einigen Unternehmen bereits Betriebsverein- barungen ber die betriebliche Gestaltung des Eingliederungsmanagements abgeschlossen und kommen zur Anwendung. Das Eingliederungsmanagement ist jetzt gesetzlich vorgeschrieben und setzt auf ein Vertrauensverhltnis zwischen den Beteiligten. Krankenrckkehr- gesprche sind und waren niemals gesetzlich vorgegeben und setzen fast ausschlielich auf Disziplinierung und nicht selten auch auf die Erzielung einer negativen Zukunftsprognose fr das Arbeitsverhltnis. Arbeitnehmer- innen und Arbeitnehmer haben dadurch Arbeitspltze verloren oder sind erheblich eingeschchtert und Druck gesetzt worden, unabhngig davon, ob der Arbeitgeber eine Klrung "nicht nur zu versuchen, sondern auch herbeizufhren und tatschlich vorzunehmen hat".
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 5 Eingliederungsmanagement und Krankenrckkehrgesprche passen nicht zusammen. ber das Eingliederungsmanagement knnen Krankenrckkehrgesprche durch den Betriebsrat abgeschafft werden. Zudem hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei formalisierten Krankenrckkehrgesprchen (1 ABR 22/94). Es gibt auerdem einige erste Urteile (u.a. LAG Niedersachsen vom 25.10.2006 - 6 Sa 974/05), welche arbeitsbedingte Kndigungen zurckweisen, falls der Arbeitgeber kein Eingliederungsmanagement installiert hat. Unter der Formulierung "der Arbeitgeber klrt" kann nach Auffassung des LAG Niedersachsen abgeleitet werden, dass der Arbeitgeber eine Klrung "nicht nur zu versuchen, sondern auch herbeizufhren und tatschlich vorzunehmen hat".
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 6 BAG 12.7.2007 2AZR 716/06 Wenn der AG ein betriebliches Eingliederungs- management versumt hat, macht dies eine Kndigung wegen Krankheit nicht automatisch unwirksam. Die Unterlassung kann sich aber auswirken, wenn der AG beweisen mu, da eine Weiter- beschftigung fr ihn unzumutbar ist. Nur zu behaupten, es gbe keine andere, krankheitsgerechte Einsatzmglichkeit fr den Betroffenen, reicht nicht aus.
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 7 Teil 2 - Arbeitsschutzgesetz Teil 2 - Arbeitsschutzgesetz
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 8 Das Neue am Arbeitsschutzgesetz Frher Rein nachsorgender, berwiegend technischer Arbeitsschutz Kontrolle durch Experten, Beschftigte als zu schtzendes Objekt Arbeitsschutz als Mngelbeseitigung Neu Prventives, ganzheitliches Arbeitsschutzverstndnis Konkrete Gefhrdungssituation als Basis fr Arbeitsschutzhandeln - Gefhrdungsbeurteilung Transparenz durch Dokumentation Rahmen fr flexible, konkrete betriebliche Lsungen - Mitbestimmung Beteiligung der Beschftigten - 15-17 ArbSchG Arbeitsschutz als kontinuierlicher Verbesserungsprozess
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 9 Kernpunkte von 3 Arbeitschutzgesetz der Arbeitgeber muss die erforderlichen Manahmen des Arbeitsschutzes treffen der AG mu diese Massnahmen auf ihre Wirksamkeit berprfen die Manahmen mssen sich ndernden Gegebenheiten anpassen Deshalb mu: Der AG fr eine geeignete Organisation des Arbeitsschutzes sorgen Arbeitsschutz in die betrieblichen Fhrungsstrukturen eingebunden werden
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 10 Woran mu sich der Arbeitgeber orientieren ( 4 ArbSchG) Gefhrdungen fr Leben und Gesundheit mssen mglichst vermieden und verbleibende Gefhrdungen mglichst gering gehalten werden Bercksichtigt werden muss der Stand der Technik, der Arbeitsorganisation, der sozialen Be- ziehungen und der Einflu der Umwelt auf den Arbeitsplatz Gefahren mssen an der Quelle bekmpft werden, individuelle Massnahmen sind nachrangig
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 11 5 Arbeitsschutzgesetz die Gefhrdungs- beurteilung Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der fr die Beschftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefhrdung zu ermitteln, welche Massnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind........... Eine Gefhrdung kann sich insbesondere ergeben durch..........
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 12 Inhalte einer korrekten gesetzesgemen Gefhrdungsbeurteilung - 5 Abs.3 ArbSchG Eine Gefhrdung kann sich insbesondere ergeben durch 1. Die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitssttte und des Arbeitsplatzes 2. Physikalische, chemische und biologische Einwirkungen 3. Die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeits-mitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Gerten und Anlagen sowie den Umgang damit 4. Die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Ar- beitsablufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken 5. Unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschftigten
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 13 Der Regelkreis des Arbeitsschutzgesetzes Das Arbeitsschutzgesetz beschreibt den modernen Arbeitsschutz als kontinuierlichen Prozess. Die Basis dieses Prozesses ist die betriebliche Organisation des Arbeitsschutzes. 5: Gefhrdungsanalyse 5: Bewertung der Gefhrdungen 5: Manahmenkatalog zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen 6: Dokumentation der Ergebnisse 3: Kontrolle der Einhaltung und Wirksamkeit der Manahmen 3: Wiederholung bei Vernderungen 12: Unterweisung der Beschftigten Die Achse: 3 - die betriebliche Organisation des Arbeitsschutzes
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 14 Teil 3 Psychische Belastungen Beanspruchungen Fehlbelastungen Teil 3 Psychische Belastungen Beanspruchungen Fehlbelastungen
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 15 Definition psychische Belastungen Definition psychische Belastungen Unter psychischen Belastungen sind alle Einflsse zu verstehen, die von auen auf den arbeitenden Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Psychische Beanspruchungen (als Folge dieser Einwirkung) beinhalten informative, kognitive und emotionale Vorgnge, die miteinander in Beziehung stehen und nicht getrennt behandelt werden knnen. nach Prof. Oppolzer, 1999
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 16 Psychische Fehlbelastungen Informative Belastungen Sinnesorgane und Wahrnehmung Kognitive Belastungen Denken, Lernen, Gedchtnis, Konzentration Emotionale Belastungen Gefhle, Antriebe, Empfindungen
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 17 ISO 10075 - 1, -2, -3 Die ISO 10075 1 definiert psychische Belastungen: Psychische Ermdung Ermdungshnliche Zustnde - Psychische Sttigung - Herabgesetzte Wachsamkeit - Monotonie Stress
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 18 Belastungen - Beanspruchungen Belastungen - Beanspruchungen Ablaufschema: Belastungen - Beanspruchung - Beanspruchungsfolgen Arbeitsaufgabe Belastungen Anforderungen gegen Ressourcen Mensch Fhigkeiten, Fertigkeiten, Alter, Motivation Gesundheit, Verfassung, Qualifikation Beanspruchungen Beanspruchungsfolgen positive Folgen negative Folgen / Fehlbeanspruchungen Anregung psychische Ermdung Kompetenz Stress Selbstwertgefhl Monotonie Persnlichkeit psychische Sttigung nach: ISO 10075 - 1
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  • Dr. Max Geray | Bro fr Arbeitsschutz und Betriebskologie, Hamburg 19 Din EN ISO 9241- Teil 2 Angemessen gestaltete Aufgaben sollten:

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