faszination geologie

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Das Ötztal fasziniert durch seine magische Vielfalt - die Vielfalt an Pfl anzen, an Tieren, an Landschaftselementen.

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  • 4 c

    Blau > C 100 / M 55Gelb > Y 100 / M 12

    Gletscher

    Geologische bersichtskarte von Tirol (verndert)

    Naturpark tztal Grenze

    Bergsturz, Gehngeschutt

    Amphibolit

    Schotter

    Marmor

    Glimmerschiefer

    Gneis, Migmatit

    Mornen

    Faszination Geologie

    Das tztal fasziniert durch seine magische Vielfalt - die Vielfalt an Pfl anzen, an Tie-ren, an Landschaftselementen. Bestimmende Grundlagen fr diese auerordentliche Vielfalt an der Oberfl che sind die Gesteine im Untergrund. Wir mchten Sie einladen, mit offenen Augen das Tal zu entdecken und die Landschaft lesen zu lernen. Begeben Sie sich mit uns auf eine tiefgrndige Entdeckungsreise und tauchen Sie ein in die Faszination Geologie.

    Blicken wir in die geologische Vergangenheit dieses einzigartigen Tales, so jonglieren wir ganz locker mit Tausenden, ja sogar Millionen von Jahren. Bereits vor unvorstell-baren 500 Mio. Jahren bildeten sich einige der Gesteine, die wir heute an der Ober-fl che im tztal antreffen. Damals waren diese Gesteine noch Bestandteil der tieferen Erdkruste (oder eines frheren Ozeanbodens). Zwischen 100 und 30 Mio. Jahren vor heute wurden diese Gesteine durch Kollisionen des europischen und des afrikanischen Kontinents mchtig in die Hhe geschoben.

    In der letzten Eiszeit (Hhepunkt vor ca. 20.000 Jahren) formten Riesen-Gletscher das schroffe Tal und weiteten es zu einem glattgeschliffenen U-Tal. Nach der Eiszeit ereig-neten sich geologische Vorgnge, deren Spuren im tztal heute noch gut sichtbar sind. Ge-waltige Bergstrze lsten sich von den Seitenhngen und donnerten ins Tal. Mancherorts begegnen uns nacheiszeitliche Phnomene wie Blockgletscher oder gar Sandpyramiden.

    Die Folgen dieser geologisch-glaziologischen Ereignisse sind einfach im Tal zu entdecken. Betreten Sie das Tal mit offenen Augen und lernen Sie die Landschaft zu lesen. Sie werdenerstaunt und fasziniert sein, was das tztal an geologischen Schmankerln zu bieten hat.

    Minerale - die Bildner aller Gesteine

    Chemische Elemente lagern sich nach bestimmten Gesetzen aneinander und bauen Minerale auf. Mehr als 4.000 Minerale sind bekannt. Die meisten Gesteine bestehen aus verschiedenen Mineralen. Es ist nicht immer leicht die einzelnen Minerale in den Gesteinen zu erkennen. Im Naturpark tzal, speziell im sdlichsten Teil davon (Rotmoostal, Gaisbergtal nahe Obergurgl), sind wahre Prachtexemplare dieser Mi-nerale zu entdecken.

    Ein kleiner Merksatz fr Wissbegierige beinhaltet die drei am meisten vertretenen Minerale im tztal:

    Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer!

    Feldspat - Der Name Feldspat wird abgeleitet von auf jedem Feld und ist im Sinne des Wortes im tztal fast in jedem Gestein vorhanden (60 % Anteil an der Erdkruste!). Feldspat ist ein wei bis brunlich/gruliches, gelegent-lich auch rotes Mineral mit Hrte 6 auf einer Skala bis 10 und wird heute in der Glas- und Keramikindustrie verwendet.

    Gneis - Gneis ist ein Umwandlungsgestein das durchhohen Druck und Temperaturen von mehr als 600 Celsius aus Erstarrungs- und Ablagerungsgesteinen entstanden ist. Gneise sind an der deutlichen Schichtung/Schie-ferung zu erkennen. Sie setzen sich hauptschlich aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer zusammen. Der im Gelnde massige, harte Gneis bildet den Groteil der Gesteine im tztal und ist bis zu 500 Millionen Jahre alt! Aufgrund seiner Hrte wird Gneis heute u.a. als Bau-stein, Bruchschotter oder Split verwendet.

    Quarzit - Quarzit entstand ebenfalls durch Gesteins-umwandlung (meist aus Sandsteinen) und besteht fast nur aus Quarz-Mineralen. Er zeigt sich meist in reinem wei bis grau, auch gelb bis orange, ist sehr hart und verwitterungsbestndig. Durchsichtiger, reiner Quarz wird als Bergkristall bezeichnet und dient als be-gehrtes Sammelstck. Weiters fi ndet Quarzit heute in der Baubranche als Glas oder Fassadenverkleidung Ver-wendung.

    Eklogit - Eklogite (griech. Auswahl) sind die schwersten und gleichzeitig seltensten Gesteine im tztal. Sie erscheinen in einer grnen Grundmasse (Pyroxene) mit braunrot eingeschlossenen Granatenund kommen nur in kleinen Massen, sogenannten Linsen, z.B. in Gries im Sulztal (Seitental bei Lngenfeld) vor.

    Migmatit - Migmatit besteht aus zwei Gesteins-typen, welche bei sehr hohen Temperaturen im Erd-inneren teilweise aufgeschmolzen wurden. Dieses im tztal seltene Gestein ist im Sulztal (Seitental bei Lngenfeld) im Bereich des Winnebach zu fin-den. In Fachkreisen ist dieses besondere Gestein als Winnebach-Migmatit bekannt!

    Kfelsit - Dieses Gestein ist nur sehr lokal imtztal anzutreffen! Das im Wissenschaftskreis be-kannte Gestein mit Weltruf liegt im Ablagerungs-gebiet des Kfler Bergsturzes nahe der Ortschaft Kfels zwischen Umhausen und Lngenfeld. Durch die damals beim Bergsturz vor ca. 9.000 Jahren entstandenen hohen Reibungstemperaturen und -drucke wurde das Ausgangsgestein nahezu auf-geschmolzen und erstarrte rasch wieder. Kfelsit ist braun, sehr leicht, pors und hnelt dem be-kannten Bimsstein.

    Marmor - Marmor (griech. schimmernder Fels-block) besteht hauptschlich aus Kalzit (Kalk-marmor) oder Dolomit (Dolomitmarmor). Marmor tritt im sdlichsten tztal (Rotmoos- und Gais-bergtal nahe Obergurgl) in den verschiedensten Farben (wei, gelb, rosa, braun) zu Tage und ist vergleichsweise weich (mit Messer ritzbar). Durch seine raue Oberflche ist Marmor im Gelnde leicht zu identifizieren. Heute wird Marmor vielerorts ab-gebaut und teuer verarbeitet (Innenarchitektur, Tischplatten, Fassaden).

    Amphibolit - Durch Umwandlung von ehemaligen Meeresbodengesteinen (Basalte) entstand Amphibolit. Dieses recht schwere Gestein erscheint dunkelgrn/dunkelblau bis schwarz und ist noch hrter als Gneis. Seine Hauptbestandteile sind die Hornblende (Am-phibol-Mineral), sowie die fr das tztal bekannten Granate. Amphibolit wird aufgrund seiner Gesteins-festigkeit im Straenbau verwendet.

    Glimmerschiefer - Glimmerschiefer entstand hnlich wie Gneis durch Gesteinsumwandlung von Ablagerungs-gestein bei einer Entstehungstemperatur von ca. 300-650 Celsius. Hauptbestandteile von Glimmerschiefer sind Quarz, der schimmernde Glimmer (daher der Name), sowie verschiedene im Gelnde auffllige Minerale (Gra-nat, Staurolith, Hornblende,...). Dieses im tztal am zweithufi gsten anzutreffende Gestein ist im Gegensatz zu Gneis sehr blttrig/brchig. Der bergang zwischen Gneis und Glimmerschiefer ist fl ieend und auch von Experten schwer abzugrenzen.

    Granat - Granate sind auffllig rot bis rostbraun gefrbte Minerale, die mittelhart (6-7 von 10) und manchmal bis zu zehn und mehr Zentimeter gro sind. Mineralogisch interessierte Kenner besuchen das Rotmoos- und Gais-bergtal nahe Obergurgl, wo diese formschnen, heute als Schmuckstein (Halbedelstein) verwendeten Minerale hufi g zu fi nden sind.

    Hornblende - Die Hornblende hat in Gesteinen oft ein strauch- oder garbenfrmiges Erscheinungsbild, ist dunkel-grn bis tief schwarz und mittelhart (5-6 von 10). Wie der Granat ist auch die Hornblende in den von Gletschern geschliffenen Trogtlern nahe Obergurgl sehr hufi g an-zutreffen.

    Disthen - Disthen (griech. 2 Hrten) ist linealartig und fl achwellig geformt und tritt oft in edlem blau, aber auch wei zu Tage und variiert von mittelhart bis hart (5-7). Disthen ist im tztal eher selten und nur mit geschultem Auge zu fi nden.

    Quarz - Quarz ist eines der hrtesten Minerale im tztal (7 von 10) und ist wesentlicher Bestandteil aller tztaler Gesteine (Ausnahme Marmor). Es erscheint meist transpa-rent, aber auch in farbigen Variationen wie gelblich, rosa (Rosenquarz), brunlich oder nur milchig wei. Im tztal ist dieses Mineral als Bergkristall zu fi nden und wird heute als Edelstein und in Steuerelementen von Uhren genutzt.

    Glimmer - Im Gelnde stark silbrig glitzernde Gesteine sind nur vermeintliches Silber. Hier handelt es sich viel-mehr um die allerorts vertretenen Glimmerminerale. Sie sind farblos bis braun, silber oder schwarz und erscheinen in blttriger Form. Durch die sehr geringe Hrte (2 von 10) ist Glimmer leicht zu biegen bzw. zu brechen und lsst sich dadurch gut von anderen Mineralen unterscheiden.

    Minerale

    Gesteine

    4 c

    Blau > C 100 / M 55Gelb > Y 100 / M 12

    Der Naturpark tztal organisiert fr Sie gerne gefhrte geologische Wanderungen!

    Herausgeber Naturpark tztalText Matthias Plrer, Werner Schwarz, Thomas SchmardaLayout Agentur Web-StyleFotos Matthias Plrer, Karl Krainer, Kathrin Amprosi, Werner Schwarz, Fotos Minerale mit freundlicher Untersttzung vom Institut fr Mineralogie der Universitt InnsbruckKarten tiris; K50: Bundesamt fr Eich- und Vermessungswesen Wien, Nutzungsgenehmigung L70172/94, ATLR Geologische bersichtskarte von Tirol mit freundlicher Genehmigung von Rainer Brandner, Institut fr Geologie Universitt InnsbruckTitelbild Larstigspitze 3.172 m, Stubaier Alpen (Foto M. Plrer)

    Haftungsausschluss: Alle Angaben wurden sorgfltig recherchiert, sind aber ohne Gewhr. Es kann keine wie auch immer geartete Haftung fr etwaige Unflle und Schden aufgrund der Nutzung dieses Flyers erfolgen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.

    Naturpark tztalGurglerstrae 104 A-6456 Obergurgl T +43(0)664 121 03 [email protected] www.naturpark-oetztal.at

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    NATURPARK TZTAL

    ObergurglVent

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    Lngenfeld

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    TZTAL

    Imst

    Zwieselstein

    Achstrze-Piburger See

    TschirgantBergsturz

    Engelswand

    RuhegebietStubaier Alpen

    NaturwaldreservatWindachtal

    Ruhegebiettztaler Alpen

    BiosphrenparkGurgler Kamm

    NaturdenkmalZirbenwald

    RauherBichl

    tztal - das Tal der Bergstrze

    Zumindest in Fachkreisen wird beim tztal vom Tal der Bergstrze gespro